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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Adel
Was wir schon immer über Könige wissen wollten
Royalisten auf der ganzen Welt fiebern dem Hochadel-Ereignis des Jahres entgegen: die schwedische Kronprinzessin Victoria heiratet ihren Untertan und Fitnesstrainer Daniel Westling. Ein richtiges Märchen. Es ist ein Phänomen, dass in unserer aufgeklärten Welt die königlichen Familien noch immer eine solche Anziehungskraft besitzen. Irgendwie finden wir Normalsterbliche die Blaublütigen so faszinierend, dass sich allerlei Gazetten Woche für Woche damit füllen lassen. Und die werden auch gelesen – offensichtlich nicht nur beim Friseur.
Die royale Hochzeit im Norden Europas ist ein schöner Anlass, Ihnen ein Buch vorzustellen: „Alles, was Sie schon immer über Könige wissen wollten, aber nie zu fragen wagten“. Autor ist niemand geringerer als Alexander von Schönburg, der schon mit „Die Kunst des stilvollen Verarmens“ seine Fähigkeit bewies, Launiges mit Zeitgeist zu einem unterhaltsamen Cocktail zu mixen. Und auch hier zeigt der Journalist wieder, dass er nicht nur tolle Themen entdecken, sondern sie auch gekonnt umsetzen kann. Außerdem gehört er selbst zum Adel und hat damit besten Zugang zu den gekrönten Häuptern und ihren kleinen Geheimnissen.
Wer also wissen möchte, was die Queen in ihrer Handtasche hat, ist hier goldrichtig. Zu intime Details allerdings erfahren wir nicht – man weiß schließlich, was sich gehört und möchte es sich mit den erlauchten Herrschaften auch nicht verscherzen – aber wir bekommen eine amüsante und geistreiche Mischung aus gepflegtem Klatsch und echtem Insiderwissen.
Dass das Buch zu einem ganz und gar unadligen Preis über unsere Jokers-Ladentheke geht, ist Ehrensache!
http://www.jokers.de/3/14954217-2/buch/alles-was-sie-schon-immer-ueber-koenige-wissen-wollten-aber.html
Bild Schloss Chambord: Manuel L./panthermedia
15.07.2010, 10.38 | (0/0) Kommentare | PL
Grusel, Tragik, Spannung
Mit manchen Autoren geht es mir wie mit Bands, die ich immer wieder höre. Ich sammle ihre Werke wie Briefmarken, stöbere immer wieder darin herum, zitiere zu manchen Gelegenheiten daraus und freue mich wie ein Kind auf ihr nächstes Werk.Eine dieser Autorinnen ist die Schwedin Marie Hermanson. Schon mit dem ersten Buch, das ich vor einigen Jahren von ihr las, fing ich Feuer. „Die Schmetterlingsfrau“ erzählt die Geschichte einer jungen, einsamen Frau, die im Dschungel von Borneo etwas ins Bein sticht. Zurück in der Heimat erfährt sie, dass in der Stichstelle ein seltener Schmetterling heranwächst. Prompt nimmt sie ein Schmetterlingsforscher unter seine Fittiche und hält sie in einer Art Gewächshaus, als wäre sie selbst eine seltene Tierart. Doch plötzlich bekommt sie Zweifel: Das, was in ihrem Bein so juckt und krabbelt, sind das wirklich Schmetterlinge?
Eine Mischung aus Grusel, Spannung, Tragik und Atmosphäre durchzieht ihr gesamtes Werk. Auch „Der Mann unter der Treppe“ und „Muschelstrand“ sind ungewöhnliche Geschichten um das Leben, die Liebe und die Grausamkeiten des Alltags.
Sie können sich vielleicht vorstellen, wie ich mich freute, als ich kürzlich ihr neuestes Buch „Pilze für Madeleine“ in der Hand hielt. Es handelt von Holger Haglund, dem „Pilzkönig“, der in seinen berühmten Seminaren Frauenherzen dahin schmelzen lässt. Er verliebt sich in Madeleine. Doch auch sein Sohn hat ein Auge auf die reiche Schlossbesitzerin geworfen. Es kommt zum großen Gerangel um die Schöne, wobei Holgers Pilzsammlung eine tragende Rolle spielen wird … Was sich auf den ersten Blick ein bisschen nach Ingrid anhört, ist sicher wieder ein Meisterwerk aus Hermansons Hand. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
30.04.2009, 09.15 | (0/0) Kommentare | PL
Mikro- und Makrokosmos
Kürzlich schenkte mir meine Frau, die meine Affinität zu Schopenhauers Philosophie kennt, eine ganz besondere Biographie. „Johanna Schopenhauer“ stellt das Leben seiner Mutter dar, die mit ihrer Kunst in der Zeit zwischen Französischer Revolution und Restauration zeitgenössischen Ruhm erreichte. Sie schrieb und die Literatur scheint mehr als eine bloße Einnahmequelle für Johanna, gebürtige Trosiener, gewesen zu sein. Sie scheint mit ihrem Schreiben der Welt, den familiären Belastungen entflohen zu sein. Da war nicht nur der äußerst eifersüchtige Ehemann, der in späteren Jahren hochgradig depressiv wurde, da war auch ihr Sohn Arthur, der nie durch besonderen Respekt ihr gegenüber glänzte. Einzig ihre Tochter Adele schien nach ihr selbst zu geraten. Nachdem ihr Mann verstorben war, das letzte Jahr bereits geistig verwirrt, und Johanna ein Drittel des Vermögens erbte, überredete Adele ihre Mutter, nach Bonn zu ziehen. Bonn jedoch war viel zu teuer für die kleine Familie, nach mehreren Umzügen schließlich verstarb Johanna krank und arm. „In jedem Mikrokosmos liegt der ganze Makrokosmos, und dieser enthält nichts mehr als jener“, stellte Arthur Schopenhauer fest. Lässt sich diese Aussage von seinem Familienleben auf das Leben im Allgemeinen übertragen? Verinnerlichte der junge Arthur das psychische Leiden seiner Mutter Johanna unter dem Druck ihres Ehemannes so sehr, dass er einfach Pessimist werden musste? Das Schicksal großer Menschen wirft oft genauso große Fragen auf.
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(geschrieben von Matthias Stöbener)
31.08.2008, 17.32 | (0/0) Kommentare | PL














