Jokers Blog Österreich

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Buchhändler

Nicht alle suchen Schnäppchen

Zwar sollen auch BuchkäuferInnen im Internet Schnäppchen lieben, aber noch wichtiger ist ihnen, dass sie rund um die Uhr an Lesestoff kommen und es ein großes Angebot („alle gängigen Verlage“) im Shop gibt.

prozenteBeides kann ich gut nachvollziehen. Auch ich sehe mich in der Zwischenzeit oft lieber im Internet um, wenn ich etwas kaufen will, als in der Stadt. Vor dem Computer sitzend komme ich in jeden Laden zu jeder Zeit hinein, in der Stadt muss ich mich an bestimmte Öffnungszeiten halten. Und nach Feierabend ist mir oft die Zeit zu knapp oder zu wertvoll. Also setze ich mich gegen 21 oder 22 Uhr zum Shoppen hin. Da kann ich in Ruhe herumstöbern, Preise und Produkte, Beschreibungen und Abbildungen vergleichen. Ein Einkaufseldorado!

Und wenn es um Bücher geht: Die großen Internetbuchhändler haben im Prinzip ja alle die gleichen Angebote und gleichen Verlage im Programm. Es gibt nur wenige Unterschiede. Außer natürlich man kauft bei Jokers. Wir haben zwar auch die gängigen Verlage im Programm, aber im Prinzip fast nur Restauflagen von Büchern. Das, was anderswo nicht mehr verkauft wird, gibt es bei uns – immer zu einem günstigen Preis. Um die 10.000 Bücher! Selbst wenn Sie gerade nicht ein Schnäppchen suchen sollten: Bei Jokers werden Sie es trotzdem finden!

Jokers

(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 14.52 | (0/0) Kommentare | PL

Vertreterkonferenzen

Schon Wochen vor der Konferenz brach unter den Vertriebsleuten und Lektoren die helle Aufregung aus. Mappen mit Material und Hintergrundwissen wurden aufbereitet, man überlegte sich, wie man am besten die Bücher vorstellt, die von den Vertretern an die Buchhändler verkauft werden sollten. Die so genannten Vertreterkonferenzen sind mir selbst heute noch, nach mehr als acht Jahren, in bester Erinnerung. Damals arbeitete ich selbst noch als Lektor und hatte auf diesen Konferenzen die Aufgabe, die Bücher des neuen Programms vorzustellen, die ich betreute. Keine leichte Aufgabe, nichts für Leute, die nicht reden können.

Jedes Buch musste in seiner Eigenart und Bedeutung vorgestellt werden. Und das oft in ein paar Minuten, denn es gab viele Bücher, die vorgestellt werden mussten. Wie aber die kritischen Vertreter von einem Produkt überzeugen? Wenn es dem Lektor und Vertrieb nicht gelang, die Vertreter für ein Buch zu begeistern, konnte man davon ausgehen, dass sich das entsprechende Buch schlecht verkaufen würde. Also ein wichtiger Auftritt. Unverzeihlich, wenn man auf die Fragen der Vertreter keine passenden Antworten hatte. Das waren Minuspunkte, die von Vertretern aufmerksam registriert und auf das Buch übertragen wurden.

Die Vertreter schafften es, ein Buch niederzumachen oder ein Buch in den Himmel zu heben. Wichtig war ihnen, dass wir Lektoren und Vertriebsleute die Munition für das Gespräch mit der Buchhändlerin lieferten. Konnten wir das nicht, sah es schlecht aus. „Dies ist das ultimative Aufklärungsbuch für die Kinder der Alt-68er!“, „Mit diesem Ratgeber setzt sich die Singlefrau um die 30 selbstbewusst in jedes Café!“ „Wenn der 50plus-Manager dieses Buch gelesen hat, verschenkt er es mindestens fünfmal an seine Freunde!“ Solche Formeln notierten sich die Vertreter. Solche Sätze verdichteten für sie Bücher, die sie meist nie lasen, über die sie aber reden mussten, als hätten sie in ihrem Leben nie ein besseres Buch gelesen.

Wenn ich mir vorstelle, dass solche Vertreterkonferenzen auch heute noch etwa zweimal im Jahr die Regel sind, bin ich froh nicht mehr Lektor zu sein. Denn vor diesen Terminen konnte ich nie gut schlafen.


30.05.2008, 17.45 | (0/0) Kommentare | PL

Fachbesucher-Forum

Fachbesucher.jpg

Alle reden darüber, Jokers macht's: Web 2.0 - während Kommunikationswissenschaftler den interessierten Buchhändlern erklären, wie Netzwerke und Wikis funktionieren, blogt Jokers schon fleißig mit.

16.03.2008, 11.20 | (0/0) Kommentare | PL

Auszubildende händeringend gesucht

NachwuchsFrüher galt es als chic Buchhändlerin oder Buchhändler zu werden. Selbst für Akademiker war es nicht unter ihrer Würde, nach ihrem Studium eine Ausbildung zum Buchhändler zu machen, entweder aus Neigung oder weil sich nach dem Politologie-Studium nichts Geeigneteres anbot.

Heute, so stellt das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel fest, geht die Zahl der Bewerbungen zurück, ja es konnten im Jahr 2007 nicht alle Lehrstellen, die ausgeschrieben waren, besetzt werden. Ein Alarmsignal für die Branche. Auch sonst sei das Interesse an Berufen in der Buchbranche deutlich gesunken.

Woran liegt´s? Meiner Meinung nach an einem Konglomerat von Gründen: Junge Leute sehen die Buchbranche nicht mehr als einen attraktiven Ort der Selbstverwirklichung. Buchhandlungen haben etwas Verstaubtes, im Zeitalter des Internets fragt man sich, welche Zukunft sie auf Dauer haben. Ich würde das als junger Mensch auch tun. Dazu kommt, dass die Löhne in dieser traditionellen Frauenbranche niedrig sind. Mit den gleichen Qualifikationen kann jeder von uns in einer anderen Branche mehr verdienen.

Es scheint, als ob die Buchbranche aufgrund der Demografie und des zunehmenden Ringens um Nachwuchskräfte den Kürzeren ziehen wird. Zwar wollen die Branchenverbände mit Broschüren und verstärkten Marketingmaßnahmen gegen den Trend angehen, doch statt Broschüren zu verteilen, sollten die Firmen mehr zahlen (was sie oft nicht können) und müssten sich die allgemeinen Rahmenbedingungen für das Buch, sprich seine Wertschätzung, ändern.

21.01.2008, 15.23 | (0/0) Kommentare | PL

Eine schlechte Nachricht


negatives BetriebsergebnisDas Börsenblatt hat die Zahlen des Jahresbetriebsverleichs 2006 im deutschen Buchhandel gemeldet. Auch in 2006 sollen die Buchhändler mit einem negativen Betriebsergebnis abgeschlossen haben. Es heißt, viele kleine Buchhändler arbeiten am Rand der Selbstausbeutung und verdienen nichts, ja legen am Ende von ihrem eigenen Geld noch drauf, zehren ihr Kapital auf.

Das ist jetzt schon das zweite Jahr in Folge, dass es den deutschen Buchhändlern so geht. Und wie es weitergeht, weiß keiner. Die einen hoffen auf bessere Zeiten, andere denken ans Aufgeben oder daran, sich einer Kette anzuschließen oder aufkaufen zu lassen. Die Kämpferischen versuchen neue Wege zu gehen, vielleicht den Standort zu wechseln, sich Aktionen einfallen zu lassen, vielleicht das Sortiment zu erweitern und und und.

Auch in der Schweiz und in Österreich werden den Zeiten für Buchhändler schwieriger. Immer weniger Geld wird im Buchhandel gelassen, zwar steigt der Bon (also das, was der einzelne Kunde kauft), doch die Kundenfrequenz lässt zu wünschen übrig. Da sind Events, Ideen und Bücher wie Harry Potter gefragt, die das Lesen wieder attraktiv machen. Von allein geht da nichts mehr.

08.11.2007, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL

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