
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: CD
Liebe ist …
…wenn man von seinem Angebeteten eine Musikkassette mit selbst aufgenommenen Liedern bekommt. So ähnlich kicherte letztens eine Freundin, Miriam ist ihr Name, als wir in geselliger Runde zusammen saßen und in Erinnerungen schwelgten: Sie war nämlich frisch verliebt, die Gute, „wie ein Teenager“, stellte sie selbst fest. Tja, und früher war das halt so: Wenn der Andere auch etwas für einen empfand, konnte es schon mal geschehen, dass er den ganzen Freitag Abend vor dem Radio verbrachte, um bei der Hitparade die Songs aufzunehmen, die seiner Ansicht nach seine Gefühle am besten widerspiegelten. Je nachdem, was für ein Bursche er war, mischte sich dann unter „Dreams are my reality“ auch mal ein „Rebell Yell“ oder ein „Wild Boys“ – alles Lieder der tiefsten 80er Jahre eben.
Meistens hielt die kleine Jugend-Romanze sowieso nicht so lange, wenn man Miriam glaubt, es waren eben schnell lebige Zeiten. Und so manche Liebeskummer gequälte Göre versuchte sich dann mit keinem anderen Lied als den „Sad Songs“ von Elton John zu trösten – wir schrieben immer noch Mitte der 1980er.
Die Zeiten ändern sich. Der, von dem sie kürzlich noch eine selbst gebrannte Audio-CD mit echt abgefahrenen Soundtracks bekam, wobei die sagenhafte CD allerdings im MP3-Format war, was wiederum ihr Player nicht lesen konnte, also jener übriggebliebene Romantiker teilte ihr mit, dass er eigentlich schon seit langem vergeben ist. Und was tat Miriam?
Nein, sie suchte nicht ihre alten Elton John Platten raus, denn einen Plattenspieler besitzt sie, wie die meisten Mitmenschen heutzutage, nicht mehr. Stattdessen kramte sie ihre seit Jahren verstaubende Wandergitarre hervor, und schnappte sich ein Heft mit Seltenheitswert: Das „Songbook Elton John“ nämlich. 14 seiner Tophits sind hier für Gitarre, Keyboard oder auch Gesang genauestens aufgeführt. So genau, dass Miriam tatsächlich „Don´t go breaking my heart“ auswendig lernte, auf Gitarre und singenderweise. Und eben dieses Stück gab sie nun im Anschluss an ihre Schwelgereien in besseren Zeiten, als sie noch Kassetten statt CDs bekam, zum Besten.
Ich kann nur sagen. Das Songbuch ist toll, aber letztendlich hängt es vom Interpreten ab, wie gut die Lieder rüber kommen …
13.04.2010, 09.54 | (0/0) Kommentare | PL
Eine preisgekrönte Philosophie-CD
Dass ich ein Faible für die Philosophie habe, wissen Sie, wenn Sie dieses Blog schon länger mitverfolgen. Dass ich ein ebenso großer Anhänger der modernen Technik bin, ebenfalls. Und doch sehe ich manches kritisch.Wenn man diverse Statistiken zum Thema Leseverhalten nebeneinander legt, wird eines deutlich: Immer mehr Europäer verzichten aufs Buch – zugunsten des Internets oder der CD-ROM. Die Kulturexperten schreien auf. Und vielen bedeutet die Wachstumskurve Internet-/CD-ROM-Nutzung gleich eine Steigerung des Analphabetismus.
Ich persönlich sehe das nicht ganz so krass: Schlussendlich lesen Sie ja auch gerade das, was ich hier geschrieben habe und klicken nicht nur bunte Bildchen an.
Dennoch habe ich ein wenig mit mir gehadert, ob ich Sie tatsächlich auf ein Computerspiel hinweisen soll, das wir ins Programm aufgenommen haben. Ich tue es, weil sich nämlich eines meiner Lieblingsbücher zur Philosophiegeschichte, Sophies Welt, hier als CD präsentiert – und ich diese Kombination aus ehrwürdiger philosophischer Tradition und aktuellem Computer-Zeitvertreib unwiderstehlich finde.
Darüber hinaus beinhaltet die CD nicht nur ein faszinierendes Spiel zu „Sophies Welt“, sondern auch ein exklusives Nachschlagewerk zu den verschiedenen Epochen der Philosophie. Darüber hinaus ist dieses Spiel preisgekrönt, und das hat auch seinen Grund! Aber sehen Sie am besten einfach selbst...
(geschrieben von Matthias Stöbener)
30.09.2008, 11.04 | (0/0) Kommentare | PL
Buchclips
Lübbe, Ullstein, Random House oder Droemer Knaur sollen schon solche Werbeclips für ihre Bücher produziert haben. Und auf Standdisplays laufen sie in Buchhandlungen. Angeblich mit verkaufssteigernden Effekten. Gleich neben den LCD-Displays hat man die beworbenen Bücher aufgebaut und die Kunden griffen gern zu.
Die produzierten Trailer sind vielfältig einsetzbar: im Fernsehen, im Internet und eben am Point of Sale, wie die Buchhandlung in der Marketingsprache auf Neudeutsch genannt wird. Sicher eine interessante neue Werbeform für das Buch, vor allem natürlich im Zeitalter des Internet und seit es dort sogar einen Buchsender wie Buch-TV gibt.
22.01.2008, 15.36 | (0/0) Kommentare | PL
Ein kleines Rätsel
Im vergangenen Sommer habe ich mir deshalb ein neues Spiel ausgedacht: Ich schaue mir an, was die anderen Sonnenanbeter so lesen und male mir dann das Leben aus, das sie im Alltag führen. Je nach Lektüre ist es manchmal recht einfach, die Leute zu identifizieren: Die Studenten haben meist Lernstoff dabei, die Schüler Zeitschriften und Comics, die Manager und solche, die es werden wollen, Wirtschafts- und Rhetorikbücher.
Schwierig ist es jedoch, die Tätigkeit all jener Menschen zu raten, die statt mit einem Buch mit einem CD- oder MP3-Player am Strand liegen - die wenigstens haben das Cover der CD neben sich. Aber hier gibt es einige Indizien, die möglicherweise auf den Inhalt des Gehörten schließen lassen: Der im Takt wippende Fuß beispielsweise könnte auf heiße Rhythmen hindeuten, hochgezogene Schultern und ein angestrengter Blick vielleicht auf ein Krimi-Hörbuch, träumendes Lächeln eventuell auf einen Liebesroman.Eine junge Frau gab mir ein Rätsel auf: Mit geschlossenen Augen lag sie auf ihrem Handtuch, ihren CD-Player neben sich, das Headset hatte sie unter anderem dazu benutzt, sich die feuchten braunen Haare aus der Stirn zu halten. Ab und zu murmelte sie ein zustimmendes "Ja, Ja", manchmal schmunzelte sie vergnügt vor sich hin, einige Male schüttelte sie wütend den Kopf oder hielt erstaunt den Atem an. Es interessierte mich gar nicht, was die Frau von Beruf war, ich wollte wissen, was sie da hörte.
Unter ihren Bade-Utensilien entdeckte ich die Hülle des Hörbuchs: "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury. 5 CDs mit einer aufrüttelnden Erzählung: In einer totalitären Welt sollen alle Bücher verbrannt werden - bis sich ein Feuerwehrmann aufmacht, einige Exemplare zu retten. Meine Frau kommt später ins Gespräch mit der Hörenden und es stellt sich heraus, dass sie Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ist und das Hörbuch zum Geburtstag geschenkt bekam.
01.10.2007, 08.16 | (0/0) Kommentare | PL



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