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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Dramatiker

Ach, Shakespeare!

Bei kaum einem anderen Autor gerate ich so ins Schwärmen wie bei dem englischen Dramatiker und Dichter. Wer einmal die wunderbaren Sonette oder eines seiner intelligenten Dramen gelesen hat, ist für immer ein Fan. Das behaupte ich jetzt einfach mal und hoffe, dass Sie in der Schule nicht mit einer Shakespeareschen Tragödie gequält wurden, die Sie im Englischunterricht zu Tode interpretieren mussten. Und wenn es doch so war: Geben Sie dem Mann noch eine Chance, sein Werk hat sie wahrhaftig verdient!

ShakespeareUnglaublich, wie viele der Redewendungen aus seinen Stücken in unsere Alltagssprache übergegangen sind. Denken Sie nur an „Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“ und „Der Rest ist Schweigen“ (Hamlet) oder „Gut gebrüllt, Löwe!“ (Ein Sommernachtstraum) Also mich macht so etwas neugierig, ich will dann auch wissen, was um die noch heute bekannten Aussagen herum passiert. Welche Ränke, Irrungen und Wirrungen um seine charismatischen Figuren sich der Autor hat einfallen lassen.

Dass die Werke Shakespeares inzwischen vierhundert Jahre alt sind, macht diese literarische Entdeckungsreise noch faszinierender, finde ich. Die großen Gefühle wie Rache, Eifersucht, Machtgier und enttäuschte Liebe sind bei ihm ebenso zu finden wie lustige Verwechslungen, Liebeshändel und romantische Verstrickungen. In eleganter Sprache, genau beobachtet und zweifellos noch immer gültig. Die Menschen haben sich seit dem 16. Jahrhundert offenbar nicht grundlegend geändert ...

Der Autor selbst ist noch immer von einem Hauch Geheimnis umweht, denn es heißt ja immer wieder, er habe die berühmten Werke gar nicht selbst verfasst. Fest steht, dass er bereits zu Lebzeiten ein berühmter und angesehener Mann war, der es mit seinen Werken und als Miteigentümer des Londoner Globe-Theaters zu einigem Wohlstand gebracht hat.

Wer Spaß an kunstvoller Sprache und ausgefeilten Charakterstudien hat, ist bei Shakespeare absolut richtig. Hier bei Jokers finden Sie eine schöne Auswahl seiner Werke: als Buch – auf Deutsch und im englischen Original – und als Film. Die Preise sind allesamt fantastisch, wie Sie es von uns kennen!


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

08.01.2010, 19.26 | (0/0) Kommentare | PL

Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Auch wenn man es gerne lesen würde: Schriftsteller und Philosophen waren nicht von moralischen Irrtümern frei. Sie sind keine Heiligen. Man denke nur an Martin Heidegger, Gottfried Benn, Günter Grass und andere. Es wäre so schön, wären die großen Repräsentanten der Literatur und Philosophie auch große Vorbilder der Ethik. Dem ist aber leider nicht so, wie jüngst auch von Arthur Miller bekannt wurde

Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 galt er vielen als eine Art soziales Gewissen, weil er in seinen Stücken die Zukurzgekommenen in den Mittelpunkt stellte („Tod eines Handlungsreisenden“, „Hexenjagd“) und dem Kommunisten-Jäger McCarthy die Stirn bot. Jetzt wurde bekannt, dass er einen Sohn hatte, der an einem Down-Syndrom litt, weswegen er ihn kurz nach seiner Geburt 1966 in ein Heim für Schwerbehinderte gab und ihn – im Gegensatz zur Mutter des Jungen – nie besuchte. Selbst in Arthur Miller Autobiographie „Zeitkurven“ findet Daniel, so heißt der Sohn, keine Beachtung. War es gekränkte Eitelkeit, die den großen Dramatiker so handeln ließ? Auch wenn es früher sicher üblich war, ein Kind, das an einem Down-Syndrom litt, in ein Heim zu geben: Eine solche Verbannung aus dem Leben Arthur Millers hätte niemand vermutet.

Wenigstens hat Arthur Miller seinen Sohn, der heute in einer Schwerbehinderten-Wohngruppe lebt, als vollberechtigten Erben anerkannt. Doch ein Schatten bleibt – auch wenn wir wissen, dass die Großen der Literatur und des Denkens keine Heilige sind oder sein müssen.

04.10.2007, 07.05 | (0/0) Kommentare | PL

Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Auch wenn man es gerne lesen würde: Schriftsteller und Philosophen waren nicht von moralischen Irrtümern frei. Sie sind keine Heiligen. Man denke nur an Martin Heidegger, Gottfried Benn, Günter Grass und andere. Es wäre so schön, wären die großen Repräsentanten der Literatur und Philosophie auch große Vorbilder der Ethik. Dem ist aber leider nicht so, wie jüngst auch von Arthur Miller bekannt wurde

Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 galt er vielen als eine Art soziales Gewissen, weil er in seinen Stücken die Zukurzgekommenen in den Mittelpunkt stellte („Tod eines Handlungsreisenden“, „Hexenjagd“) und dem Kommunisten-Jäger McCarthy die Stirn bot. Jetzt wurde bekannt, dass er einen Sohn hatte, der an einem Down-Syndrom litt, weswegen er ihn kurz nach seiner Geburt 1966 in ein Heim für Schwerbehinderte gab und ihn – im Gegensatz zur Mutter des Jungen – nie besuchte. Selbst in Arthur Miller Autobiographie „Zeitkurven“ findet Daniel, so heißt der Sohn, keine Beachtung. War es gekränkte Eitelkeit, die den großen Dramatiker so handeln ließ? Auch wenn es früher sicher üblich war, ein Kind, das an einem Down-Syndrom litt, in ein Heim zu geben: Eine solche Verbannung aus dem Leben Arthur Millers hätte niemand vermutet.

Wenigstens hat Arthur Miller seinen Sohn, der heute in einer Schwerbehinderten-Wohngruppe lebt, als vollberechtigten Erben anerkannt. Doch ein Schatten bleibt – auch wenn wir wissen, dass die Großen der Literatur und des Denkens keine Heilige sind oder sein müssen.

04.09.2007, 07.59 | (0/0) Kommentare | PL

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