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Tag: Europa
Deutsch brachte Twain zum Schwitzen
Wenn Sie wissen, wer Samuel Langhorne Clemens ist, können Sie sich gleich bei »Wer wird Millionär« anmelden. Dass sich hinter diesem Namen der weltberühmte Autor Mark Twain verbirgt, weiß wirklich nicht jeder.
Dieser Tage ist der 100. Todestag des amerikanischen Schriftstellers, der mit seinen Geschichten über Tom Sawyer und Huckleberry Finn aus keinem Kinderzimmer-Buchregal wegzudenken ist.
Was für die Mädchen Pippi Langstrumpf ist, sind für die Jungs die beiden kleinen Abenteurer vom Mississippi: frech, wild und ganz weit weg von jeglicher Autoritätshörigkeit Kinder müssen sie einfach lieben! Weniger bekannt ist, dass der Amerikaner Mark Twain als ruheloser Weltenbummler in seinem Leben viel in Europa unterwegs war und darüber den faszinierenden und humorvollen Bericht »Bummel durch Europa« verfasst hat. Auf mehreren Reisen entdeckte er die »Alte Welt« und hielt sich auch lange in Deutschland auf. Besonders gut gefielen ihm Heidelberg und Berlin, wo er jeweils einige Monate verbrachte.
Twain versuchte sogar sehr eifrig Deutsch zu lernen mit bescheidenem Erfolg, wie er selbst glaubte. Denn die deutsche Sprache habe so viele Fallstricke, dass ein Ausländer niemals in der Lage sein werde, eine deutsche Zeitung zu lesen und zu verstehen. »Die schreckliche deutsche Sprache« heißt daher auch das Buch, in dem er sich mit dem Deutschen und seinen Absonderlichkeiten befasst.
Für uns Muttersprachler ein großes Vergnügen, wenn der Amerikaner sich etwa über die typische Teilung von Verben auslässt, die der Deutsche so schön in seinen Sätzen versteckt, dass der Deutschlernende sie nur mit größter Konzentration finden und zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen kann. So von außen betrachtet wirkt unsere Sprache wirklich höchst kompliziert ... Allein die zusammengesetzten Wörter wie »Wiederherstellungsbestrebungen« lassen Twain ins Schwitzen geraten und bei den verschiedenen Endungen der Fälle ist dann schließlich der Ofen aus. Und zwar so sehr, dass er für die Abschaffung des Dativs plädiert Bastian Sick, bitte weghören! Aber Mark Twain gibt freimütig zu, dass das Deutsche für die Bereiche Natur, Zuhause und Gemütlichkeit besonders schöne Worte bereithält und richtig gut klingt. Na, immerhin!
Tipp: Mark Twain bei Jokers
15.04.2010, 16.17 | (0/0) Kommentare | PL
Totes Geld
Was ist eigentlich auf den Euro-Geldscheinen abgbildet? Ich fischte mir einen zusammengefalteten 10-Euro-Schein aus dem Geldbeutel. Er ist rötlich. Vorne und hinten. Auf der Seite mit der Europa-Fahne zeigt er mir ein oben gerundetes Portal. Auf der anderen Seite sehe ich eine steinerne Brücke mit runden Bögen. Der Wasserspiegel, ja sowas, das habe ich vorher nie gesehen, wird von drei Buchstabenzeilen gebildet. Eine Europa-Karte ist noch abgebildet. Sie reicht von Island bis zur Türkei. Immerhin. Falls sie doch mal aufgenommen wird? Aber wo ist auf dem Schein ein kleines bisschen Leben zu finden? Nirgends. Keine Blume, kein Tier, kein Mensch.
Ich glaube, ich komme der Unbeliebtheit des Euros auf die Schliche. Es ist ein totes Geld. Herzlos. Das sollte schnell geändert werden. Auch wenn es heißt: Geld macht nicht glücklich. Es soll aber beruhigen. Und wenn ich so einen leblosen Geldschein sehe, rege ich mich auf. Schließlich sind es immer noch die Menschen, die eine Arbeit machen, etwas herstellen, das durch Geld erworben werden kann. Wie wär´s mal mit Roman-Figuren auf den Geldscheinen, die in der europäischen Literatur mit Geld zu tun haben? Oder mit den Autoren dieser Geschichten? Ich denke dabei auch an Horaz, der meinte: „Zuerst für Geld gesorgt, für bares Geld, dann gibt sich´s mit der Tugend von selbst.“ Thomas Jefferson sagte: „Verfüge nie über Geld, ehe du es hast!“ Und Abraham a Santa Clara wusste dies: „Wer will kommen zu Geld, muss sich tummeln in der Welt.“ Ach, wie schön wär ein Bild auf einem Euro-Schein – und wenn´s nur der Fünf-Euro-Schein wäre - das den Minnesänger Walther von der Vogelweide abbilden würde. Der sagte einst: „Du, lass dir nicht zu weh sein nach dem Gelde, doch auch zu unwert halt es nicht.“ Ich bin mir sicher, so einen Geldschein, mit dem alten Vogelweide-Walther, den würde ich mögen. Damit würde mir der Euro besser ans Herz wachsen.
Was es sonst noch zu Europa zu sagen gibt, finden Sie hier!
18.04.2007, 23.00 | (0/0) Kommentare | PL



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