Jokers Blog Österreich

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Harry Potter

Umkehren!

UmkehrenWenn ich noch einmal das Wort Krise höre, bekomme ich Sie! Ehrlich gesagt bin ich das tägliche Rezessions-Gebrüll der Medien mehr als Leid. Jeden Tag erschlagen Zeitungen, Nachrichten und so genannte „Krisenticker“ uns alle mit neuen Horrormeldungen. „Banken brechen ein“, „Rezession trifft deutsche Unternehmen mit voller Wucht“, „Absatzeinbruch“, „Schlimmste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit“ – ich kann es nicht mehr hören! Von allen Seiten erreicht uns die Botschaft: „Habt Angst! Es wird schrecklich! Es wird verheerend! Wir werden alle untergehen!“

Wie Balsam legte sich da ein Interview mit Peter Sloterdijk auf meine krisengebeutelten Nerven, das ich kürzlich in der Süddeutschen las. Darin stellte er nüchtern fest, dass es in Deutschland keine „Krise“ gäbe. Denn das Wort Krisis stamme aus der Medizin und bezeichnete den Zustand eines Organismus zwischen Tod und Genesung. Die deutsche Wirtschaft steht keineswegs vor der Auslöschung. Vielmehr sei es endlich Zeit, umzudenken und sich auf echte Arbeit und Werte zu besinnen.

Angesichts maßloser Börsenspekulanten und Gewinnerwartungen, die in keinem Maß zur Leistung stehen, erklärte er Harry Potter als den eigentlichen Helden dieser Epoche. Die Potter-Romane „überredeten eine ganze Generation, den Zauberer in sich zu entdecken. Das englische Wort Potter bedeutet übrigens ‚Töpfer‘, einen Handwerker, der Hohlkörper verfertigt. Nur Verlierer glauben heute noch an die Arbeit, die Übrigen betreiben magische Töpferei und lassen ihre strukturierten Produkte fliegen.“

Anders als die Marktschreier der Krise sieht der Philosoph den Ausweg aus dem Dilemma nicht im Untergang, sondern in der Umkehr: Entsprechend heißt sein neuestes Buch „Du musst dein Leben ändern“.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

15.02.2009, 18.23 | (0/0) Kommentare | PL

Kinder und Religion

TamarLaut einer Onlinezeitung, die ich lese, soll das theologische Werk von Papst Benedikt XVI. „Jesus von Nazareth“ erfolgreicher als Harry Potter Band 7 sein. Und das, obwohl Potter in Insiderkreisen als eines der erfolgreichsten Bücher aller Zeiten gilt! Aber ganz ehrlich: So verblüffend finde ich das gar nicht. Schlussendlich lässt sich auch der Lesermarkt in ein unterschiedliches Publikum aufteilen: Der, der einen Ratgeber zur Reparatur seines Oldie-Käfers sucht, ist nicht unbedingt an einem Liebesroman interessiert. Sprich: Der Mensch, der ein Fantasy-Epos verschlingt, gähnt vielleicht bei einem religiösem Traktat vor Langeweile. Und umgekehrt.

Klar ist, dass Potter vor allem Kinder und Jugendliche begeisterte, ebenso selbstverständlich ist, dass Religion nicht nur etwas für „die Großen“ ist. Dennoch denke ich (ich habe ja nicht umsonst Theologie studiert!), dass das Christentum und andere Religionen zu wertvoll sind, um sie nicht auch kindgerecht darzustellen: Sicher wird kein Achtjähriger seine Nase in „Jesus von Nazareth“ stecken, trotzdem kann er sich für die Religionsgeschichte begeistern. Es bedarf vielleicht nur einer anderen Vermittlungsweise.

Tamar und ihre Freunde erzählen von Jesus“ ist ein solches Kinderbuch, das ich empfehlen kann: Aus der Perspektive der jungen Menschen wird in diesem reich bebilderten Werk erzählt, wie sie Jesus in seiner Zeit erlebten.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

12.10.2008, 14.08 | (0/0) Kommentare | PL

Harry-Potter-Unterrichtsmaterial

Harry PotterEs war wieder Harrynachten: Alle kleinen Lesefreunde fieberten seit Monaten dem Tag entgegen, an dem der letzte Harry-Potter-Band auf Deutsch zu haben war. Ob es wirklich der letzte Band sein wird? Das will niemand so recht glauben und schon gar nicht hoffen - zu sehr ist uns der schlaue Harry bereits ans Herz gewachsen. Doch erst mal beginnt eine harte Zeit: Eltern werden wieder ein Auge zudrücken müssen, wenn die Kids abends quengeln: "Ich will nur noch ein paar Seiten lesen, dann schlafe ich bestimmt!" Auch die Lehrer können ein Lied von dem Potter-Kult singen: Wie oft haben sie sich in den letzten Jahren in der Unterstufe anhören müssen, dass andere Texte als Harry Potter "laaangweilig!" seien?

Aber da gibt es jetzt Abhilfe: Speziell für den Deutsch-Unterricht des 5. bis 7. Schuljahres haben wir eine umfangreiche Sammlung von Kopiervorlagen und anderen Hilfsmaterialien zu Harry Potter und die Kammer des Schreckens. Dieses Buch bietet Lehrerinnen und Lehrern nicht nur zahlreiche Anregungen zur kreativen Unterrichtsgestaltung, sondern versorgt sie auch gleich noch mit den entsprechenden Materialien, um Klassenarbeiten und Arbeitsblätter anzufertigen. Und ihren Schülern ist damit garantiert der Wind aus den Segeln genommen, wenn sie wieder zu ihrem "langweilig!" ansetzen wollen...


02.11.2007, 07.14 | (0/0) Kommentare | PL

Arme Schriftsteller

 Der arme Poet-Carl SpitzwegSchriftstellerei ist ein hartes Brot, so das Klischee. Wie oft tritt einem die romantisch-verklärte Vorstellung vom armen Schriftsteller entgegen, der sich gerade mal eben seinen Schirm leisten kann, damit ihm der Regen beim Schlafen nicht auf den Kopf tropft. Mag sein, dass es das auch heute noch gibt.

Doch es geht auch anders. Als ich gestern in meiner Lieblingspizzeria auf meine „Salami Supreme“ wartete, blätterte ich in einem bekannten Nachrichtenmagazin. Dabei fiel mein Blick sofort auf einen Artikel über Joanne K. Rowling.

Mit einem geschätzten Vermögen von 1 Milliarden US-Dollar ist die Kinderbuchautorin und Harry-Potter-Erfinderin die reichste Frau Großbritanniens. Ihr Vermögen soll sogar den Reichtum Königin Elisabeths II. übersteigen. Kaum vorstellbar!

Harry Potter wurde bislang in mehr als 60 Sprachen übersetzt, sogar ins Lateinische und Altgriechische. Weltweit erschien eine Gesamtauflage des Zauberlehrling-Romans von über 325 Millionen Exemplaren. Keine Frage also, ob über Rowlings Bett ein Regenschirm hängt – zumindest nicht, um ein Loch im Dach zu verdecken.

15.10.2007, 08.09 | (0/0) Kommentare | PL

Wie, lieber Mr. Potter,

soll das mit Ihnen jetzt bloß weitergehen? Das fragen wir uns sorgenvoll mit Blick auf die Lebenswege anderer Kinderstars: Oft überfordert früher Ruhm den ungefestigten Charakter. Anstelle einer soliden Erwerbstätigkeit, z.B. in einer Zauberstab-Manufaktur, steigen Sie ins Jet-Set ein. Sie apparieren unentwegt zwischen New York, Monaco und Hawaii.

Klar, dass man da dann und wann einen kleinen „Wachmacher“ braucht. Ihre Drogenkarriere wird vom Tagespropheten ausgeschlachtet. Es tauchen Fotos auf, die Sie in irgendwelchen Besenkammern zeigen. Einen Großteil Ihres Vermögens auf der Gringotts-Bank werfen Sie für Verleumdungsprozesse raus. Den Rest nimmt Ihnen ein windiger Immobilienfritze, der Zauberhäuser in Ost-Schottland baut.


(c) pixelio.de

Während Sie Ihre letzten Sickel in Plappertrank anlegen, bastelt ein US-Anwalt an der Klage seines Lebens: ein 8-jähriger Bub hat sich mit einem selbst geschnitzten Zauberstab das Auge ausgestochen. Ob die geschäftstüchtige Mutter nachgeholfen hat, weiß man nicht genau, aber zahlen sollen in jedem Fall Sie.

Wollen Sie dieses Risiko wirklich eingehen, Mister Potter? Wir von Jokers bieten Ihnen hier und heute einen echt zauberhaften Job in unserer Werbeabteilung an. Wenn Sie für uns den Zauberstab heben und rufen „Catalogus creatus“, dann machen wir Muggel mal wieder richtig Urlaub…

20.09.2007, 10.29 | (0/0) Kommentare | PL

100.000

Der Spiegel weiß mal wieder alles ganz genau. Berliner HP-Fans wollen den Zauberlehrling nicht sterben lassen und denken über den achten Band nach. Genauer: Saskia und Sarah Preissner haben einen Harry-Potter-Fan-Club und können sich nicht damit abfinden, dass Joanne K. Rowling nicht mehr weiter schreiben will.

Also kamen die beiden auf die Idee mit 100.000 Clubmitgliedern aus mehr als 30 Ländern an den Abenteuern weiter zu schreiben. Abgesehen davon, ob es rechtlich möglich ist, der Harry-Potter-Erfinderin ihren Zauberlehrling zu „entwenden“ fände ich so ein Projekt sehr spannend. Es hat im Internet ja schon viele, viele Mitschreibprojekte gegeben, die aber alle mehr oder weniger sang- und klanglos zu einem Ende kamen.

Möglicherweise wäre das bei einem Harry-Potter-Mitschreib-Projekt etwas anderes, weil die Figur so positiv mit Leidenschaft aufgeladen ist. Karl May hat eine ganze Bibliothek mit seinen verschiedenen Fantasien und Abenteuern gefüllt. Was könnten 100.000 Harry-Potter-Fans schaffen, wenn sie sich ins (Schreib-)Zeug legen würden!

20.07.2007, 09.22 | (0/0) Kommentare | PL

Verrückte Potter-Buchwelt

PottermaniaBald gibt es den neuen Band von Harry Potter. Mit diesem siebten Band soll dann für alle Zeiten Schluss sein. Deshalb ein riesiger Hype um das Buch „Harry Potter an the Deathly Hallows“. Jeden Tag brüsten sich die großen Buchhandlungen und Versender mit neuen Vorbestellungszahlen. Bei Amazon Amerika sollen es schon mehr als eine Million sein.

An sich ein toller Erfolg. Erfolge sind in der Buchbranche ja selten geworden. Allerdings: Aufgrund des starken Preiswettbewerbs in Ländern ohne Preisbindung werden die Buchhändler nichts an dem Buch verdienen. Nur die Autorin wird noch reicher. Viele britische Buchhändler rechnen sogar mit einem Verlustgeschäft. Sprich: Sie werden wohl noch Geld drauflegen müssen, wenn sie Harry Potter verkaufen. Aber das Buch nicht zu verkaufen, können sie sich auch nicht leisten. Man stelle sich eine Buchhandlung vor, in der es den Zauberknaben nicht gibt!

19.07.2007, 19.15 | (0/0) Kommentare | PL

Buchhandelszahlen aus Amerika

USADie Branchenpresse meldet heftige Umsatzrückgänge im amerikanischen Buchmarkt. Um ganze 6 Prozent soll der Umsatz der Buchhandelsunternehmen dort von einem Monat auf den anderen zurückgegangen sein. Alle Monate dieses Jahres zeichnen sich durch Rückgang aus. Im Juni 2006 hatten die US-Buchhändler den letzten Monat mit einer Umsatzentwicklung im positiven Bereich.

Das lässt aufhorchen. Normalerweise kommen amerikanische Entwicklungen in Europa etwas verzögert an. Für die deutschsprachigen Länder gilt schon jetzt, dass die Branche nicht wächst, sich allenfalls stabilisieren kann, aber im Grunde auch heute schon Umsatzverluste hinnehmen muss. Die Buchbranche ist eine schrumpfende Branche. Die Gründe dafür sind vielfältig und jeder hat seine eigenen Erklärungen dafür. Sollte aber die Vermutung zutreffen, dass die Kulturtechnik Lesen von nachwachsenden Generationen nur noch mangelhaft gelernt wird, bedeutet das sicher massive Wohlstandsverluste für Wissensgesellschaften. Viel wird versucht dagegen zu tun, aber Patentlösungen hat niemand. Und so richtig zieht eigentlich nur Harry Potter. Aber der genügt nicht, Lesen dauerhaft auch in der nachwachsenden Generation attraktiv zu machen.


30.06.2007, 07.52 | (0/0) Kommentare | PL

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