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Tag: Hilfe

Hilfe, Liebeskummer!

Anna GabaldaSusanne wird von Liebeskummer geplagt. Als guten Freund fragte sie mich, welche Bücher ich ihr empfehlen kann. Bekanntlich soll gute Literatur ja jede Not lindern. Spontan fiel mir Judith Hermanns „Nichts als Gespenster“ ein. Das Folgewerk des vom Feuilleton viel gepriesenen „Sommerhaus, später“ behandelt in sieben Kurzgeschichten die unglückliche Liebe und die Verlorenheit im Leben. Ich meinte es gut und empfahl ihr das Buch. Kurze Zeit später gab sie es mir zurück, noch niedergeschlagener als zuvor. „Zu deprimierend“, war ihr Urteil.

Da legte ich ihr „Kannst du“ von Benjamin Lebert ans Herz. Allerdings konnte auch die Geschichte um zwei seelisch schwer belastete Jugendliche, die auf Interrail-Reise durch Skandinavien gehen, nicht trösten. Im Gegenteil. „Mit 35 können mich die Liebesgeschichten von Menschen Anfang 20 doch nur noch niederschmettern“, erklärte sie.

Als ich meiner Frau von Susannes Kummer erzählte, empfahl sie mir „Alles Glück kommt nie“ von Anna Gavalda. Nach dem Erfolgsroman „Zusammen ist man weniger allein“ handelt das neue Werk der Autorin vom 46-jährigen Großstädter Charles Balanda. Von der Midlife-Krise gebeutelt, erfährt er, dass seine große Liebe überraschend gestorben ist. Anouk war die Mutter seines Freundes - und gute 20 Jahre älter. Er begibt sich auf Spurensuche nach seiner früheren Geliebten. Dabei nimmt sein Leben eine völlig neue, glückliche Wendung.

Mit diesem Buch traf ich bei Susanne ins Schwarze. „Das ist es!“ berichtete sie mir. „Wenn bei Liebeskummer etwas hilft, dann Bücher, die Hoffnung machen. Hoffnung, dass man sein Leben in Krisenzeiten zum Besseren wenden kann – oder dass das Gute nur auf einen wartet. Natürlich mit Happy End.“ Anna Gavalda sei Dank!


(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

12.02.2010, 09.27 | (0/0) Kommentare | PL

Die Sorge mit den Sorgen

Ich habe eine ganz persönliche Geisterstunde. Sie schlägt nicht jede Nacht, aber manchmal sucht sie mich heim. Dann liege ich meist zwischen 3 und 4 Uhr morgens voller Sorgen wach und meine ganz persönlichen Geister flüstern mir furchterregende Dinge ins Ohr: dass ich die Wohnung nicht abbezahlen kann, mich mein Chef entlässt, dass die Inflation das Geld für die Rente wegfrisst, dass ich ernsthaft krank werden könnte, dass mich jemand überfällt …

Dann gibt es nur eins, was mich rettet. Ich schlage „Sorge dich nicht – lebe“ von Dale Carnegie auf und lese, wahrscheinlich schon zum 1000sten Mal, Kapitel drei „Wie man mit der Gewohnheit bricht, sich Sorgen zu machen“. Eigentlich bin ich nicht der Typ für Selbsthilfe-Ratgeber. Doch dieser Klassiker hilft mir schon seit meiner Jugend, Zukunftsängste und Existenzsorgen aller Art zu bannen.
Das Erstaunlichste an diesem Buch ist sein Alter. Es erschien erstmals 1948 und wurde weltweit mehrere zig Millionen Mal verkauft und in 38 Sprachen übersetzt. Es wirkt noch heute – besser denn je!

31.03.2008, 16.45 | (0/0) Kommentare | PL

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