
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Philosophie
Illustrierte Geschichte der Medizin
Vor kurzem plagte mich eine schwere Erkältung: Mein Hals war entzündet, meine Nase zu, mein Kopf schmerzte. Natürlich war ich damit auch psychisch nicht auf der Höhe. Vor allem meine Frau bekam meine schlechte Laune ab. Ich hatte keine Zeit zum Arzt zu gehen, und wahrscheinlich hätte der mir auch nur irgendwelche Medikamente aufgeschrieben. Also beschloss meine Frau, mich mit alten Hausmittelchen zu kurieren. Sie ließ mir ein heißes Eukalyptusbad ein, braute mir einen Ingwer-Tee und beruhigte meine gereizten Schleimhäute mit einem Kamille-Inhalationsaufguss. Und siehe da: Es wirkte. Ich fühlte mich am nächsten Tag gleich viel besser. Ganz ohne Medikamente. Man braucht also nicht immer die moderne Medizin. Klar: Auch früher überlebten Menschen manche Verletzungen und Krankheiten. Schon zu Homers Zeiten gab es Darstellungen von Verwundungen und Heilungen. Die Medizin war schon lange vor Christi Geburt eine angesehene Kunst. Noch heute schwören unsere angehenden Ärzte den Eid des Hippokrates. Und das Jahrtausende nach seiner Schaffenszeit! Hippokrates lebte von 460 – 380 v. Chr., durch ihn wurde die Medizin, die schon lange vorher ausgeübt wurde, zur praktischen Kunst. Unter seinem Namen wurden etwa siebzig Bücher verfasst, er war derjenige, der behauptete, dass jede Krankheit organische Ursachen hat. Er schuf die Basis unserer westlichen Medizin. Heute sehen Medizinphilosophen Krankheiten unter etwas anderen Voraussetzungen. Sie sagen, dass organische Schädigungen psychische Ursachen haben können, stellen also Hippokrates in gewisser Weise auf den Kopf.
Für alle, die sich kulturhistorisch über die Entwicklung der Medizin und der ihr zugrunde liegenden Philosophie informieren möchten, haben wir das reich bebilderte Werk „Illustrierte Geschichte der Medizin“ im Angebot. Hier können Sie detailliert nachschlagen, wie jede Epoche mit Grippe und Co. umging.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
22.03.2009, 09.04 | (0/0) Kommentare | PL
Eine preisgekrönte Philosophie-CD
Dass ich ein Faible für die Philosophie habe, wissen Sie, wenn Sie dieses Blog schon länger mitverfolgen. Dass ich ein ebenso großer Anhänger der modernen Technik bin, ebenfalls. Und doch sehe ich manches kritisch.Wenn man diverse Statistiken zum Thema Leseverhalten nebeneinander legt, wird eines deutlich: Immer mehr Europäer verzichten aufs Buch – zugunsten des Internets oder der CD-ROM. Die Kulturexperten schreien auf. Und vielen bedeutet die Wachstumskurve Internet-/CD-ROM-Nutzung gleich eine Steigerung des Analphabetismus.
Ich persönlich sehe das nicht ganz so krass: Schlussendlich lesen Sie ja auch gerade das, was ich hier geschrieben habe und klicken nicht nur bunte Bildchen an.
Dennoch habe ich ein wenig mit mir gehadert, ob ich Sie tatsächlich auf ein Computerspiel hinweisen soll, das wir ins Programm aufgenommen haben. Ich tue es, weil sich nämlich eines meiner Lieblingsbücher zur Philosophiegeschichte, Sophies Welt, hier als CD präsentiert – und ich diese Kombination aus ehrwürdiger philosophischer Tradition und aktuellem Computer-Zeitvertreib unwiderstehlich finde.
Darüber hinaus beinhaltet die CD nicht nur ein faszinierendes Spiel zu „Sophies Welt“, sondern auch ein exklusives Nachschlagewerk zu den verschiedenen Epochen der Philosophie. Darüber hinaus ist dieses Spiel preisgekrönt, und das hat auch seinen Grund! Aber sehen Sie am besten einfach selbst...
(geschrieben von Matthias Stöbener)
30.09.2008, 11.04 | (0/0) Kommentare | PL
Nachdenklicher Herbst
Mögen Sie den Herbst? Die Meinungen gehen ja sehr auseinander, was diese Jahreszeit betrifft: Die einen lieben seine bunten Farben, die nebeligen Morgen, die schwermütigen Abende. Die anderen jedoch laufen Gefahr, in eine Depression zu versinken: Kündigt der Herbst doch den nahenden Winter an, all die endlosen Monate der klirrenden Kälte und schweren Dunkelheit. Manch einer setzt sich in den zeitlosen Nächten des Herbstes mit jenen existentiellen Fragen auseinander, die in der Wärme des Sommers leicht ungestellt bleiben können, und schwermütige Gedichtzeilen wie das berühmte "Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr" von Rilke ziehen durch den Sinn.Wozu leben wir, was steckt hinter all diesem, sinniert der grüblerische Denker und bläst in seinen dampfenden Tee. "Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach," war die resolute Feststellung von Theodor Wiesengrund Adorno. Katholisch getauft doch mit jüdischen Vorfahren, war er einer der vehementesten Kritiker des Nationalsozialismus. Der Holocaust ließ ihn verzweifeln: Wie könnte ein Leben nach diesem schrecklichen Völkermord überhaupt noch möglich sein, schrie er in die Welt, sein Glaube an das Gute im Menschen für immer verloren.
Es müsste doch möglich sein, sich mit letzten Fragen nach der Bedeutung des Lebens auseinanderzusetzen, ohne dabei depressiv zu werden. So, dass die eigene Erfahrung ihr Zentrum bekommt.
17.10.2007, 13.23 | (0/0) Kommentare | PL
Komische rote Socken
Eine Freundin promoviert gerade in Philosophie: Ich war sehr gespannt auf ihre Arbeit, denn, wie Sie ja wissen, wenn Sie dieses Blog öfter lesen, ist die Philosophie eines meiner Steckenpferde. Als wir kürzlich bei einem Glas Wein zusammen saßen, nutzte ich die Gelegenheit und fragte sie nach dem Inhalt ihrer These. Schon nach fünf Minuten (Rita verzeih!) klingelten meine Ohren: Es ging um den Konnex von Quantenphysik und Philosophie, genauer um das Gedankenexperiment von Einstein, Podolski und Rosen, kurz: das EPR-Paradoxon.
Sie versuchte mir, die Grundlagen dieses Paradoxons zu erklären und erzählte von verschränkten Photonen, die unterschiedlich polarisiert sind, und miteinander wechselwirken, sie bemühte sich, mir verständlich zu machen, dass die Messung des Zustands des einen Photons den Zustand des anderen bestimmt, dass das der Einsteinschen "spukhaften Fernwirkung" gleich kommt - ich tat mir schwer, ihr zu folgen.
Also griff meine Freundin zu einfacheren Methoden: Sie erzählte mir, dass schon der Physiker Bell versuchte, dieses EPR-Gedankenexperiment "Laien" mit einer einfachen Metapher zu veranschaulichen: Er brachte das Beispiel des Kollegen Bertlmann, der immer verschieden farbige Socken trug. Wenn nun der unbeteiligte Beobachter einen mit rotem Socken bestrumpften Fuß von Dr. Bertlmann um die Ecke blitzen sah, so wusste er genau, dass der andere Strumpf sicher nicht rot war.
Aha, dachte ich, das ist einleuchtend. Als Sie dann weitersprach, begriff ich allerdings fast nichts mehr und jetzt, da ich schreibe, ist mir nur noch die rote Socke von Dr. Bertlmann in Erinnerung. Vielleicht deshalb, weil es mal eine so genannte Rote-Socken-Kampagne in Deutschland gegeben hat und ich dann an die Politik dachte, ein weiteres Interessensgebiet von mir.
Nach dem Gespräch mit meiner Freundin nahm ich mir vor, die Materie zu durchdringen und begab mich auf die Suche nach Literatur dazu. Ich stöberte in unserem Shop und wurde auch prompt fündig: "Dr. Bertlmanns Socken" erklärt angeblich auf unterhaltsame und vor allem verständliche Weise die Implikationen physischer Phänomene. Vielleicht verstehe ich nach der Lektüre, weshalb man über ein derart paradoxes Ding promovieren will. Mal sehen, ob ich mich dazu aufraffen kann, das Buch zu lesen.
Sie versuchte mir, die Grundlagen dieses Paradoxons zu erklären und erzählte von verschränkten Photonen, die unterschiedlich polarisiert sind, und miteinander wechselwirken, sie bemühte sich, mir verständlich zu machen, dass die Messung des Zustands des einen Photons den Zustand des anderen bestimmt, dass das der Einsteinschen "spukhaften Fernwirkung" gleich kommt - ich tat mir schwer, ihr zu folgen.
Also griff meine Freundin zu einfacheren Methoden: Sie erzählte mir, dass schon der Physiker Bell versuchte, dieses EPR-Gedankenexperiment "Laien" mit einer einfachen Metapher zu veranschaulichen: Er brachte das Beispiel des Kollegen Bertlmann, der immer verschieden farbige Socken trug. Wenn nun der unbeteiligte Beobachter einen mit rotem Socken bestrumpften Fuß von Dr. Bertlmann um die Ecke blitzen sah, so wusste er genau, dass der andere Strumpf sicher nicht rot war. Aha, dachte ich, das ist einleuchtend. Als Sie dann weitersprach, begriff ich allerdings fast nichts mehr und jetzt, da ich schreibe, ist mir nur noch die rote Socke von Dr. Bertlmann in Erinnerung. Vielleicht deshalb, weil es mal eine so genannte Rote-Socken-Kampagne in Deutschland gegeben hat und ich dann an die Politik dachte, ein weiteres Interessensgebiet von mir.
Nach dem Gespräch mit meiner Freundin nahm ich mir vor, die Materie zu durchdringen und begab mich auf die Suche nach Literatur dazu. Ich stöberte in unserem Shop und wurde auch prompt fündig: "Dr. Bertlmanns Socken" erklärt angeblich auf unterhaltsame und vor allem verständliche Weise die Implikationen physischer Phänomene. Vielleicht verstehe ich nach der Lektüre, weshalb man über ein derart paradoxes Ding promovieren will. Mal sehen, ob ich mich dazu aufraffen kann, das Buch zu lesen.
28.07.2007, 08.29 | (0/0) Kommentare | PL
Der neoromantische Vagabund
Heutzutage hätte Stefan George schnell seinen Stempel. Wenn heute jemand als Adresse "ohne festen Wohnsitz" angibt, gilt er als obdachlos. Wer die erstaunliche Biografie des Sohns eines Gastwirts und Weinhändlers liest, mag vielleicht schon in seiner frühen Kindheit Anzeichen erkennen, die zu seinem ungewöhnlichen Lebensstil führten: Stefan George galt immer schon als Einzelgänger, den manchmal Anflüge von Narzissmus überkamen.
Wer das Werk des bedeutenden deutschen Lyrikers kennt, erhält Einblick in eine zarte Seele, die zwischen Zweifel und Hoffnung hin- und her gerissen ist. Die Titel seiner Gedichte reichen von "Sieg des Sommers" bis zu "Der Verworfene".
Geboren wurde Stefan George am 12. Juli 1868 in Büdesheim, er starb am 4.12.1933 in Minusio. Er nutzte seine Begabung. Schon während seiner Gymnasialzeit lernte der Schüler Italienisch, Hebräisch, Griechisch, Latein, Dänisch, Holländisch, Polnisch, Englisch, Französisch und Norwegisch - und entwickelte schließlich seine eigne Sprache. Nach dem Abitur versuchte er es mit der Philosophie, gab das Studium jedoch bald auf und zog durch Europa: "Ohne festen Wohnsitz" quartierte er sich bei Freunden ein - und schrieb. Geld hatte er, das Erbe seiner Eltern war nicht knapp, und dennoch zog Stefan George es vor, der Umtriebigkeit seines Geistes zu folgen.
Er, der immer auf der Suche war, baute sein Leben ab dem Jahr 1900 auf strikten moralischen Grundsätzen auf: Er versuchte, in sich selbst sein Idealbild des "neuen Menschen" zu verwirklichen. Weil es so schön passt, möchte ich die letzte Strophe aus "Juli-Schwermut" zitieren:
"Nichts was mir je war raubt die vergänglichkeit.
Schmachtend wie damals lieg ich in schmachtender flur
Aus mattem munde murmelt es: wie bin ich
Der blumen müd • der schönen blumen müd!"
Für alle, die mehr von Stefan George wissen möchten, gibt es die letzten Reste einer umfangreichen CD-ROM!
Wer das Werk des bedeutenden deutschen Lyrikers kennt, erhält Einblick in eine zarte Seele, die zwischen Zweifel und Hoffnung hin- und her gerissen ist. Die Titel seiner Gedichte reichen von "Sieg des Sommers" bis zu "Der Verworfene".
Geboren wurde Stefan George am 12. Juli 1868 in Büdesheim, er starb am 4.12.1933 in Minusio. Er nutzte seine Begabung. Schon während seiner Gymnasialzeit lernte der Schüler Italienisch, Hebräisch, Griechisch, Latein, Dänisch, Holländisch, Polnisch, Englisch, Französisch und Norwegisch - und entwickelte schließlich seine eigne Sprache. Nach dem Abitur versuchte er es mit der Philosophie, gab das Studium jedoch bald auf und zog durch Europa: "Ohne festen Wohnsitz" quartierte er sich bei Freunden ein - und schrieb. Geld hatte er, das Erbe seiner Eltern war nicht knapp, und dennoch zog Stefan George es vor, der Umtriebigkeit seines Geistes zu folgen.Er, der immer auf der Suche war, baute sein Leben ab dem Jahr 1900 auf strikten moralischen Grundsätzen auf: Er versuchte, in sich selbst sein Idealbild des "neuen Menschen" zu verwirklichen. Weil es so schön passt, möchte ich die letzte Strophe aus "Juli-Schwermut" zitieren:
"Nichts was mir je war raubt die vergänglichkeit.
Schmachtend wie damals lieg ich in schmachtender flur
Aus mattem munde murmelt es: wie bin ich
Der blumen müd • der schönen blumen müd!"
Für alle, die mehr von Stefan George wissen möchten, gibt es die letzten Reste einer umfangreichen CD-ROM!
23.07.2007, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL
Die Frage nach dem Glück
Sind Sie glücklich? Haben Sie sich überhaupt schon einmal diese Frage gestellt? Wenn nein, haben Sie Glück gehabt. Wenn ja, kennen Sie ja bereits den Abgrund an Gedanken, der sich auftut, begibt man sich einmal auf die Suche nach dem eigenen Glück. Falls auch Sie schon das eine oder andere Mal an Ihrer eigenen Metaphysik verzweifelten, hier ein Tipp: Schlagen Sie doch einfach mal bei Samuel Beckett nach!
Der irisch-britisch-französische Schriftsteller, und es ist wirklich schwer, eine Nationalität für ihn bestimmen zu wollen, gilt als einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts – 1969 wurde er sogar mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
Am 13. April 1906 wurde Samuel Beckett in Dublin geboren – vielleicht ist die berüchtigte Unglückszahl 13 in seinem Geburtsdatum Anlass gewesen, dass sich Beckett so konsequent über den Irrsinn der Sinnsuche im Unsinn lustig machte. Wer weiß. So viel ist sicher: „Warten auf Godot“ ist sein berühmtestes Werk, doch auch seine anderen Schriften sind lesens- oder hörenswert. Mein aktueller Favorit ist das Hörbuch „Glückliche Tage“: Für mich existieren wenige andere Werke, die derart grotesk die Absurdität des Daseins auf die Schippe nehmen und beständig mit einer gehörigen Portion Satire den Hörer vor dem sicheren Wahnsinn befreien.
Die Glücksfrage hat sich nach dem Genuss dieses einzigartigen Werkes erledigt – befriedigt schaltet man den CD-Player ab, lehnt sich mit einer Tasse Tee zurück und freut sich, dass das Leben eben ist, wie es ist.
Der irisch-britisch-französische Schriftsteller, und es ist wirklich schwer, eine Nationalität für ihn bestimmen zu wollen, gilt als einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts – 1969 wurde er sogar mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
Am 13. April 1906 wurde Samuel Beckett in Dublin geboren – vielleicht ist die berüchtigte Unglückszahl 13 in seinem Geburtsdatum Anlass gewesen, dass sich Beckett so konsequent über den Irrsinn der Sinnsuche im Unsinn lustig machte. Wer weiß. So viel ist sicher: „Warten auf Godot“ ist sein berühmtestes Werk, doch auch seine anderen Schriften sind lesens- oder hörenswert. Mein aktueller Favorit ist das Hörbuch „Glückliche Tage“: Für mich existieren wenige andere Werke, die derart grotesk die Absurdität des Daseins auf die Schippe nehmen und beständig mit einer gehörigen Portion Satire den Hörer vor dem sicheren Wahnsinn befreien.Die Glücksfrage hat sich nach dem Genuss dieses einzigartigen Werkes erledigt – befriedigt schaltet man den CD-Player ab, lehnt sich mit einer Tasse Tee zurück und freut sich, dass das Leben eben ist, wie es ist.
25.04.2007, 20.41 | (0/0) Kommentare | PL
Für philosophische Mathematiker und mathematische Philosophen
Kürzlich unternahm ich mit Freunden einen Ausflug ins Mühlviertel. Wir hatten diesen Tag lange geplant, denn es ist nicht einfach die Terminkalender zu koordinieren. Besonders bei dem Sohn meines Freundes waren nur noch wenige freie Tage übrig, bereitet er sich doch gerade auf seine Matura vor: Schwerpunkt Mathematik. Und so kamen wir nicht umhin, uns während der Autofahrt mit diversen Problemen der Statistik und Scholastik beschäftigen zu müssen.
Als Autofahrer bin ich von meinem Navigationssystem verwöhnt: An jeder Kreuzung sagt es mir genau, ob ich links oder rechts abbiegen muss. Gut, manchmal irrt sich sogar das System … Mein Navi ist zur Zeit allerdings kaputt – ganz altmodisch druckte ich mir deshalb die Landkarte eines Internet-Routenplaners aus. Was natürlich dazu führte, dass wir irgendwann in der Pampa standen und keinen blassen Schimmer mehr vom Weg hatten.
Mindestens drei Mal hatte ich bereits den magischen Satz „Wahrscheinlich müssen wir da lang!“ hervorgebracht, während meine Mitfahrer immer misstrauischer wurden. Bis sich dann der Maturant zu Wort meldete. Mit einem dicken Grinsen überredete er mich, immer wenn ich dachte, wir müssten links abbiegen, die rechte Abzweigung zu nehmen und umgekehrt.
Bald fanden wir den richtigen Weg zurück. Der Sohn meines Freundes zitierte den großen Philosophen Descartes: „Alles, was nur wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.“ Ich spann Descartes in Gedanken ein bisschen weiter: Wenn man sich nur konsequent daran hält, dass die Wahrscheinlichkeit eine hohe Irrtumsrate mit sich bringt, sollte man sich für den Weg entscheiden, der weniger wahrscheinlich wirkt – und man kommt an!
Ich hätte nicht gedacht, Philosophie und Wahrscheinlichkeitsrechnung so ein wunderbares Gespann abgeben. Und für alle freiwilligen und unfreiwilligen mathematischen Philosophen oder philosophischen Mathematiker habe ich einen Geheimtipp: Falls Sie wieder einmal an abstrakten Formeln verzweifeln – gönnen Sie sich doch einfach ein paar Zeilen von und über Descartes!
Als Autofahrer bin ich von meinem Navigationssystem verwöhnt: An jeder Kreuzung sagt es mir genau, ob ich links oder rechts abbiegen muss. Gut, manchmal irrt sich sogar das System … Mein Navi ist zur Zeit allerdings kaputt – ganz altmodisch druckte ich mir deshalb die Landkarte eines Internet-Routenplaners aus. Was natürlich dazu führte, dass wir irgendwann in der Pampa standen und keinen blassen Schimmer mehr vom Weg hatten.
Mindestens drei Mal hatte ich bereits den magischen Satz „Wahrscheinlich müssen wir da lang!“ hervorgebracht, während meine Mitfahrer immer misstrauischer wurden. Bis sich dann der Maturant zu Wort meldete. Mit einem dicken Grinsen überredete er mich, immer wenn ich dachte, wir müssten links abbiegen, die rechte Abzweigung zu nehmen und umgekehrt.Bald fanden wir den richtigen Weg zurück. Der Sohn meines Freundes zitierte den großen Philosophen Descartes: „Alles, was nur wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.“ Ich spann Descartes in Gedanken ein bisschen weiter: Wenn man sich nur konsequent daran hält, dass die Wahrscheinlichkeit eine hohe Irrtumsrate mit sich bringt, sollte man sich für den Weg entscheiden, der weniger wahrscheinlich wirkt – und man kommt an!
Ich hätte nicht gedacht, Philosophie und Wahrscheinlichkeitsrechnung so ein wunderbares Gespann abgeben. Und für alle freiwilligen und unfreiwilligen mathematischen Philosophen oder philosophischen Mathematiker habe ich einen Geheimtipp: Falls Sie wieder einmal an abstrakten Formeln verzweifeln – gönnen Sie sich doch einfach ein paar Zeilen von und über Descartes!
25.04.2007, 08.12 | (0/0) Kommentare | PL


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