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Tag: Pilze
Unkraut kann köstlich sein!
Kein Hobbygärtner gibt es gerne zu, aber es ist verdammt einfach, den Kampf gegen die "grüne Hölle" zu verlieren. Und dann ist es vorbei mit teppichflauschigen Rasenflächen, bunt blühenden Blumenbeeten und ordentlich geharkten Kieswegen. Einmal nachlässig gewesen, schon erobert sich die Natur unerbittlich jeden Millimeter Kulturgarten zurück. Man kann dann fassungslos zusehen, wie es in kürzester Zeit aus allen Ecken sprießt: Löwenzahn setzt gelbe Tupfer in den vormals englischen Rasen, Sauerampfer wuchert mit den Stauden um die Wette und wo gar nichts mehr wächst, fühlen sich Brennnesseln bald richtig wohl.
Entspannen Sie sich, die Angst vor Unkraut war gestern! Der gelassene Mensch mit grüner Seele spricht von "Wildkräutern" - und die sind nicht nur wichtig für allerlei nützliche Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, sondern schmecken auch noch köstlich. Ja, Sie haben richtig gelesen, die umwelt- und nervenschonende Devise heißt: Essen Sie Ihr Unkraut einfach auf! Die Brennnessel etwa wird zubereitet wie Spinat und schmeckt unnachahmlich würzig. Vorsicht: Beim Pflücken Gummi- oder Lederhandschuhe tragen, Stoffhandschuhe kapitulieren vor den "Stacheln". Löwenzahnblüten ergeben ein köstliches Gelee und Giersch und Sauerampfer verkocht man kurzerhand zu einer leckeren Sauce.
Na, auf den Geschmack gekommen? Dann finden Sie sicher auch noch einige Pilze und wilde Beeren in Ihrem Gartenparadies. Auch wenn wir von Kindesbeinen an darauf trainiert wurden, nicht alles in den Mund wandern zu lassen, was so kreucht und fleucht - man kann mehr (gefahrlos) verspeisen, als man denkt! Und damit das kulinarische Experiment nicht mit einer Magenverstimmung endet, gibt es ein praktisches Rezept- und Bestimmungsbüchlein für alle Freunde der "wilden Küche".
"Pilze, Beeren und Wildkräuter" bei Jokers
Bild Brennnessel: Ute Zimmermann/pixelio.de
20.08.2010, 15.39 | (0/0) Kommentare | PL
Grusel, Tragik, Spannung
Mit manchen Autoren geht es mir wie mit Bands, die ich immer wieder höre. Ich sammle ihre Werke wie Briefmarken, stöbere immer wieder darin herum, zitiere zu manchen Gelegenheiten daraus und freue mich wie ein Kind auf ihr nächstes Werk.Eine dieser Autorinnen ist die Schwedin Marie Hermanson. Schon mit dem ersten Buch, das ich vor einigen Jahren von ihr las, fing ich Feuer. „Die Schmetterlingsfrau“ erzählt die Geschichte einer jungen, einsamen Frau, die im Dschungel von Borneo etwas ins Bein sticht. Zurück in der Heimat erfährt sie, dass in der Stichstelle ein seltener Schmetterling heranwächst. Prompt nimmt sie ein Schmetterlingsforscher unter seine Fittiche und hält sie in einer Art Gewächshaus, als wäre sie selbst eine seltene Tierart. Doch plötzlich bekommt sie Zweifel: Das, was in ihrem Bein so juckt und krabbelt, sind das wirklich Schmetterlinge?
Eine Mischung aus Grusel, Spannung, Tragik und Atmosphäre durchzieht ihr gesamtes Werk. Auch „Der Mann unter der Treppe“ und „Muschelstrand“ sind ungewöhnliche Geschichten um das Leben, die Liebe und die Grausamkeiten des Alltags.
Sie können sich vielleicht vorstellen, wie ich mich freute, als ich kürzlich ihr neuestes Buch „Pilze für Madeleine“ in der Hand hielt. Es handelt von Holger Haglund, dem „Pilzkönig“, der in seinen berühmten Seminaren Frauenherzen dahin schmelzen lässt. Er verliebt sich in Madeleine. Doch auch sein Sohn hat ein Auge auf die reiche Schlossbesitzerin geworfen. Es kommt zum großen Gerangel um die Schöne, wobei Holgers Pilzsammlung eine tragende Rolle spielen wird … Was sich auf den ersten Blick ein bisschen nach Ingrid anhört, ist sicher wieder ein Meisterwerk aus Hermansons Hand. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
30.04.2009, 09.15 | (0/0) Kommentare | PL



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