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Tag: Rebecca Miller
Bettwäsche: der neue (literarische) Bezug zu Arthur Miller
Die Kaufentscheidungen mancher Frauen werde ich wohl nie ganz verstehen. So erzählte mir zum Beispiel Susanne neulich, dass sie vor drei Jahren ein Buch gekauft hatte, nur weil sie der Titel an ihre Lieblingsbettwäsche erinnerte. Ja, der Zusammenhang erschloss sich auch mir erst spät. Nämlich erst dann, als sie mir den Buchtitel („Pippa Lee“ von Rebecca Miller) und den Designernamen (Pip Studio) ihrer Bettwäsche nannte.
Ohne meine Freundin wäre ich wohl nie im Leben auf die beiden Namen gestoßen. Denn weder kann ich mit den großformatigen, bunten Blumenmotiven der Amsterdamer Designerin etwas anfangen, noch kannte ich bis dato Rebecca Miller. Spätestens nach der jüngsten Kino-Verfilmung des Romans weiß ich aber, dass es sich bei Letzterer um die Tochter des amerikanischen Schriftstellers Arthur Miller und der deutschen Fotografin Inge Morath handelt. Auch die Handlung des Romans rund um die lebenslustige Pippa ist mir mittlerweile aus Programmheften geläufig. Nach 20 Ehejahren bricht sie noch einmal aus, um das wilde Leben ihrer Jugend zu genießen.
In die Verlegenheit, mit Susanne zusammen den Film anzusehen, werde ich wohl nicht kommen. Denn das Buch hat sie schon längst wieder vergessen. Auch die bunte Bettwäsche ist wieder out. Sie steht jetzt nach eigenen Worten „mehr auf Clean Chick“. Bin ja gespannt, welcher literarische Bezug sich daraus noch entwickelt …
18.08.2010, 12.22 | (0/0) Kommentare | PL
Pippa Lee
Als „die Tochter oder der Sohn von ...“ kategorisiert zu werden, nervt nicht nur Autoren, Schauspieler und Künstler. Aber wenn der Vater so prominent ist wie der Dramatiker Arthur Miller, tue ich das jetzt auch einmal: Die Autorin, deren Buch ich lobe, ist die Tochter des Pulitzer-Preisträgers, der nicht nur mit seinem Stück „Tod eines Handlungsreisenden“ weltberühmt wurde, sondern auch als Ehemann von Marilyn Monroe.
Aus einer späteren Ehe stammt Rebecca. Sie war zunächst Schauspielerin, Regisseurin und Künstlerin, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Die Frau hat etwas zu sagen. Ihren Roman „Pippa Lee“ habe ich jedenfalls genossen. Denn die Protagonistin ist ganz schön schräg. Inzwischen eine verheiratete Frau in gesetztem Alter, erfährt man in Rückblenden von allerlei Exzessen in ihrer Jugend – und einen Funken von Wildheit hat sich Pippa Lee offensichtlich bewahrt. Immer auf der Suche nach dem großen Glück und ihren Träumen, fragt sie sich, ob sie tatsächlich im gewünschten Leben gelandet ist.
Als sie sich dabei ertappt, wie sie morgens um zwei Uhr, halb im Schlaf, Kartoffeln kauft und anschließend ihren Wagen samt Schüssel vor der Spätverkaufsstelle stehenlässt, fragt sie sich, ob mit ihrem Leben noch alles in Ordnung ist. Ist es natürlich nicht!
Hinzu kommt, dass ihr Mann sie betrügt und kurz nach der Trennung an einem Schlaganfall stirbt. Pippa erkennt, dass sie nun ihr Leben ändern muss. Die Devise lautet: Jetzt oder nie. Das ist auch ein gutes Motto bei Jokers. „Jetzt zugreifen“ heißt die Devise für Sie, denn „Pippa Lee“ ist richtig gute zeitgenössische amerikanische Literatur zu einem Spitzen-Preis!
http://www.jokers.de/3/15593059-2/buch/pippa-lee.html
23.04.2010, 20.47 | (0/0) Kommentare | PL



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