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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Roma

Das Haus in den Wolken

Eine unkonventionelle Liebe inmitten des Ersten Weltkriegs im idyllischen Irland: Judith Lennox präsentiert mit "Das Haus in den Wolken" einen meisterhaft geschriebenen Gesellschaftsroman, dem es an nichts fehlt.

Es ist eine Liebe gegen alle Konventionen: Richard, der reiche Sohn eines irischen Gutsbesitzers und Frauenschwarm des Ortes, heiratet die schöne und mittellose Isabel, die er aufgrund einer Autopannen kennenlernt.

Liebe trotz Hindernisse

Trotz aller Widrigkeiten führen die beiden eine glückliche Ehe, aus der drei Kinder entstehen. Doch das alles droht zu zerbrechen, als der Erste Weltkrieg die Idylle in Irland einholt. Und da ist auch noch Isabels Geheimnis, dass sie Richard schon längst anvertrauen wollte. Denn eines Tages wird es sie alle einholen...

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Judith Lennox, geboren 1953 in Salisbury, wuchs in Hampshire auf. Nach ihrem Englischstudium in Lancester arbeitete sie unter anderem als Pianistin in einer Ballettschule, bevor sie sich ganz aufs Schreiben verlegte und zur Bestsellerautorin avancierte. Sie lebt mit ihrem Mann und dem jüngsten ihrer drei Söhne auf dem Land bei Cambridge. Zahlreiche Veröffentlichungen.

13.07.2011, 16.35 | (0/0) Kommentare | PL

Auf Schatzsuche

Der_Goldsucher.jpgAuch wenn der Sommer 2010 zickt, lässt sich mein Bedürfnis nach Sonne, Strand und Meer nicht verhageln. An einem verregneten Juni-Wochenende, an dem der Wind besonders kalt um die Häuser pfiff, schnappte ich mir deshalb „Der Goldsucher“ von J.M.G. Le Clézio, der vor zwei Jahren den Literaturnobelpreis erhielt. Wie der Klappentext versprach, sollte es ein Abenteuerroman um einen Jungen sein, der den sagenhaften Goldschatz des Korsaren finden möchte.

Besser hätte ich es nicht treffen können. Denn das Buch beginnt im tropischen Paradies der Insel Mauritius. In unendlich poetischen Bildern beschreibt Le Clézio, wie sogar im Winter die Tage sonnendurchflutet dahin fließen, die Wellen sich warm und sanft am Muschelstrand brechen. Die Handlung nimmt eine jähe Wendung, als die Familie durch den Geschäftsbankrott des Vaters verarmt und ein Zyklon die Idylle verwüstet. Um der Familie den alten Wohlstand zurückzubringen, macht sich Protagonist Alexis mit einem Segelschoner auf die Suche nach dem Gold des Korsaren, dessen Versteck sein Vater ihm kurz vor seinem Tod verraten hatte. Doch bis auf die Liebe zu Uma, einer jungen Schwarzen, findet er nichts.

Als der erste Weltkrieg ausbricht, meldet sich Alexis freiwillig bei der englischen Armee. Der Traum vom Paradies scheint endgültig zerstört, als er nach „toten Jahren“ im Krieg in die Heimat zurückkehrt. Dort ist nichts mehr, wie es war, die Familie ist ihm fremd, Uma nicht mehr da, die Suche nach dem Schatz gescheitert. Doch hier tritt die poetische Leistung Le Clézios hervor. Denn anstatt an Verlorenem zu verzweifeln, entdeckt Alexis etwas viel Wertvolleres als das Gold des Korsaren: den eigenen Schatz in sich selbst.

http://www.jokers-buecherboerse.de/app/detail.php?id=612821710&setMediaType=0


06.07.2010, 15.59 | (0/0) Kommentare | PL

Märchenhaft-magisches Meisterwerk

TimeGypsies_SC_05_kl.jpg"Time of the Gypsies /Zeit der Zigeuner" - das klingt nach überschäumender Lebensfreude und Freiheit. Tatsächlich wird in dem Film des Regisseurs Emir Kusturica viel gelacht, getanzt und geliebt; aber auch getäuscht, betrogen, bestochen, geweint und gestorben - und das sind die Abgründe des vielfach preisgekrönten Meisterwerkes.

Irgendwo im ehemaligen Jugoslawien, in einem abgelegenen Landstrich, lebt eine Gruppe Roma. Sie haben ihr Nomadentum längst aufgegeben und sind sesshaft geworden - in einem slumähnlichen Dorf in ärmlichen Hütten. Der Waise Perhan (Davor Dujmovic), an der Schwelle zum Erwachsenenalter, hat die übersinnlichen Fähigkeiten seiner Großmutter Chaditza (Ljubica Adzovic), bei der er lebt, geerbt. Doch statt wie sie die Gabe für Sinnvolles wie die Krankenheilung zu verwenden, lässt Perhan Besteck die Wände entlang kriechen. Er ist ein bisschen faul und liederlich, hat aber ein gutes Herz und kümmert sich hingebungsvoll um seine kleine Schwester Danira (Elvira Sali) mit dem verkrüppelten Bein, seine Freundin Azra (Sinolicka Trpkova) und seinen Truthahn. Die Liebe seiner Großmutter gibt ihm Geborgenheit, macht ihn aber unselbständig. So ist es nicht verwunderlich, dass Perhan auf den Aufschneider Ahmed (Bora Todorovic) hereinfällt, der eines Tages im Dorf auftaucht: vermeintlich zu Wohlstand gekommen, mit einem großen Wagen, protzigem Schmuck, einer eleganten Frau. Perhan folgt Ahmed ins Land der Träume, nach Italien, wo dieser mit seinen Brüdern von Zuhälterei lebt. Ahmed, der Bandenchef, ist für Perhan Vorbild und Vaterersatz. Der Junge lernt stehlen, betteln, betrügen, um sich und denen, die er liebt, eine goldene Zukunft zu ermöglichen. Zu spät merkt Perhan, dass er selbst der Bestohlene und Betrogene ist. Er fällt in abgrundtiefe Verzweiflung und sinnt auf Rache, die schließlich im Showdown endet.

Emir Kusturicas bildgewaltiges Drama ist eine tragisch-komische Reise voller Wunder und Grausamkeit in eine fremde Welt, in der die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen, eine Liebeserklärung an die Lebenskultur der Roma, magisch, märchenhaft und mörderisch - ein delirierendes Meisterwerk, vorangepeitscht durch die mitreißende Musik von Goran Bregovic und den ewig heulenden Wind, der über die Szenen fegt. Es ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden und Dazugehören, von der Einsamkeit und Andersartigkeit, von Liebe, Familie und Heimat. Auf eine seltsame Art wirkt der Film wie aus der Zeit gefallen. Zur Entstehungszeit 1988/89 begann der Untergang Jugoslawiens - der zusammenbrechende Vielvölkerstaat schimmert, obwohl nicht direkt angesprochen, durch die Handlung mit ihrer seltsam surrealen Endzeitstimmung. „Time of the Gypsies“ ist nicht nur ein Film über die Roma – es ist ein Film mit ihnen, sie sind ein Teil davon. Kusturica lebte fast ein Jahr lang im Roma-Dorf Schutka, einem Ghetto in der Nähe von Skopje im heutigen Mazedonien. Dort drehte er auch seinen „Zigeunerfilm“ mit vielen Laiendarstellern.

Die DVD „Time of the Gypsies /Zeit der Zigeuner“ ist ab
02. Juli im Handel erhältlich.

29.06.2010, 13.07 | (0/0) Kommentare | PL

Eine weniger bekannte Seite von Precht

kosmonauten.jpg"Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?" Das ist einfach ein genialer Titel, das muss man Autor und Verlag lassen. Gefragt haben wir uns das doch schon alle mal zu dem einen oder anderen Zeitpunkt. Mit dieser scharfsinnigen Frage, hinter der sich ein Bestseller verbirgt, überraschte uns vor drei Jahren der Autor Richard David Precht. Da er nicht nur gut schreiben kann, sondern darüber hinaus ausgesprochen telegen ist, kann man ihn häufig in Talkshows erleben. Dort äußert sich Precht nicht nur druckreif über philosophische Fragen, sondern auch zu Zwischenmenschlichem. „Liebe: Ein unordentliches Gefühl“ ist ein weiterer erfolgreicher Titel des Autors aus Solingen.

Dass sich der promovierte Germanist auch im belletristischen Bereich mit diesem Thema beschäftigt, ist nicht ganz so bekannt – vielleicht weil seine Sachbücher mit ihrer Popularität und Verkaufsstärke alles überstrahlen. Jedenfalls hat Richard David Precht mit „Die Kosmonauten“ eine veritable Liebesgeschichte geschrieben.

Sie spielt zu Beginn der neunziger Jahre in Berlin, wo die Wiedervereinigung mit ihrer ganzen Aufregung und der brodelnden Aufbruchstimmung eine prima Kulisse für die Geschichte zweier Frischverliebter abgibt. Georg und Rosalie sind Ende zwanzig und lernen sich in Köln kennen. Es zieht sie jedoch aus dem Westen der Republik ins pulsierende Nachwende-Berlin, das mehr Bohème, mehr Zeitgeist verspricht. In der Hauptstadt stürzen sie sich mitten hinein ins Leben, treffen auf Künstler, Nachtschwärmer und allerlei wunderliche Gestalten. Ein Leben wie im Rausch. Doch plötzlich stellen Georg und Rosalie fest, dass ihnen das Gefühl füreinander abhanden gekommen ist.

Großstadtroman und Liebesgeschichte in einem, von einem der derzeit angesagtesten deutschen Autoren und das Ganze zum portemonnaiefreundlichen Taschenbuchpreis – was will man mehr?

29.03.2010, 15.34 | (0/0) Kommentare | PL

Ein Gedicht zum Auswendiglernen

Erich KästnerAm 23. Februar diesen Jahres würde Erich Kästner 111 Jahre alt: Wenn diese Schnapszahl nicht ein besonderer Geburtstag ist! In Dresden geboren, studierte der weltbekannte deutsche Autor nach dem Ersten Weltkrieg Germanistik, Geschichte und Philosophie. Im Jahre 1925 promovierte er in Philosophie, 1927 übersiedelte er nach Berlin.

Auch als Theaterkritiker und als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen war Kästner tätig. Doch seinen Ruhm erlangte er sicherlich mit seinen in mehr als einhundert Sprachen übersetzten Kinderbüchern. Doch er war auch ein Schriftsteller für „große“ Leser: Viele seiner Romane wurden auch verfilmt. Drei Männer im Schnee, Der kleine Grenzverkehr, Notabene, Die Schule der Diktatoren, Kurz und bündig, Die kleine Freiheit, Die verschwundene Miniatur, Fabian, Gesang zwischen den Stühlen, Ein Mann gibt Auskunft, Lärm im Spiegel, Herz auf Taille hießen die Verfilmungen.

Die „Lyrische Hausapotheke“ ist einer meiner Lieblingsgedichtbände von Kästner: Wir bieten sie Ihnen jetzt als besonderen Hörgenuss auf CD an. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Verse des einzigartigen deutschen Autors:

Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen, sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie anderen Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. –
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.



(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

12.02.2010, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Ein Leseverführer

Die AmeisenzählungAls Leser wissen Sie es genauso gut wie ich: Viele Bücher sind mittelmäßig, manche sind schlecht. Da kann man schon mal fast vergessen, dass es sie tatsächlich gibt, die Bücher, die man in einem Rutsch liest und darunter vergisst, etwas zum Abendessen zu kaufen.

Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ gehört dazu – ein E-Mail-Roman, der jeden gefangen nimmt, der weiß, wie anziehend sprachlicher Austausch sein kann. Zwei einander fremde Personen schreiben sich wie besessen Mails, sie sind voller Nähe und naturgemäß doch auch voller Distanz. Faszinierend, wie sich die Mailpartner gegenseitig Geheimnisse offenbaren und sich langsam ein intensiver Flirt entwickelt.

Ich neige nicht zur romantischen Lektüre, daher war ich zuerst skeptisch. Aber das Buch war ruckzuck ausgelesen – ich glaube, da hat mich Daniel Glattauer tatsächlich auf meinem ansatzweise romantischen Fuß erwischt. Das mag daran liegen, dass hier keine Gefühlsduseleien vorkommen, kein Kitsch und keine Sonnenuntergänge, sondern packende und kluge Dialoge.

Eben das kann Daniel Glattauer aus dem Effeff – wie gut, dass der Mann noch mehr geschrieben hat. „Alle sieben Wellen“ heißt der Nachfolgeband des Bestsellers. Und wie pointiert der Wiener Journalist das Alltagsleben porträtieren kann, beweist er auch mit der Sammlung seiner Kolumnen, die bei uns zum Taschenbuch-Preis zu bekommen ist:

Die Ameisenzählung


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

31.08.2009, 08.22 | (0/0) Kommentare | PL

Sehnsucht nach Weite und Freiheit

Dschingis KhanDschingis Khan: Jeder hat schon etwas von ihm gehört. Noch immer erinnere ich mich daran, wie ich als Kind im Fernsehen einen Spielfilm über den berühmten Mongolen-Herrscher sah. Dieser Streifen hat mich so beeindruckt, dass ich bis heute einzelne Bilder davon im Kopf habe.

Aber sonst? Was wissen wir über den Imperator aus dem Osten wirklich? Was wissen wir über die Mongolen, die im Mittelalter unter eben jenem Dschingis Khan vereint wurde? Warum haben sie die Grenzen ihres Reiches bis nach Europa erweitern wollen?

Eine Freundin träumt von dem einmaligen Steppenland des Dschingis Khan, seit sie den Film „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ im Kino sah. Und jetzt hat sie tatsächlich für Anfang September eine Reise in die Mongolei gebucht. Zwei Wochen wird sie auf einem Kamel-Treck unterwegs sein.

Als ich sie fragte, weshalb die unbedingt in dieses Land reisen will, wusste sie keine rechte Antwort zu geben. Eine unbestimmte Sehnsucht bringt sie dazu, vor Ort Weite und Freiheit nachempfinden zu wollen. Ich habe sie überredet, einen Fotoapparat mitzunehmen. Normalerweise weigert sie sich beharrlich, ihre Reiseindrücke woanders als in ihrem Herzen festzuhalten. Wenn sie zurückkehrt, lässt sie mich sicherlich an einigen Erlebnissen teilhaben.

Ich habe ihr derweil schon einmal die geeignete Vorbereitungslektüre herausgesucht. Die Romanbiografie „Dschingis Khan“ beschreibt spannend und anschaulich das Leben und Wirken des großen Mongolenführers im 12. Jahrhundert.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

30.06.2009, 08.02 | (0/0) Kommentare | PL

Jokers Texter stellt Roman-Debut vor



Abendtermin für die Jokers-Werbegruppe: Dirk Neu, unser Kollege aus der Textabteilung, las am Freitag im Augsburger Hempels-Club das erste Kapitel aus seinem Roman-Debüt. "Der Schemen" ist der Titel des noch unveröffentlichten Werks.

Im Mittelpunkt steht ein Mann namens Pohl, der in einer REHA-Klinik in allerlei Irrungen und Wirrungen gerät. So wird aus der anfänglichen Liebesgeschichte rasch ein spannender Mystery-Krimi.

Neu (36) schreibt in einem markanten, lakonischen Tonfall. Seine Charaktere sind überzeugend und lebendig, die Schauplätze originell. Wir sind schon ganz gespannt, wie es weiter geht. Aber der Kollege verrät nichts, egal wie wir ihn in den Mittagspausen "löchern". Wenn "Der Schemen" erstmal erschienen ist, hat er schon einige neugierige LeserInnen sicher!

Timm Boßmann

27.06.2009, 12.13 | (0/0) Kommentare | PL

Eine spanische Bestsellerautorin

Corín Tellado ist tot: Im Alter von 81 Jahren starb die berühmte Autorin von Liebesromanen in einem Krankenhaus in Gijón, der nordspanischen Hafenstadt. Am 12 Oktober 1946 wurde ihr Erstlingswerk veröffentlicht, bis heute verfasste sie mehr als 4000 Titel, von denen mehr als 400.000.000 Stück verkauft wurden.

Colín Tellado, die unter dem Namen María del Socorro Tellado geboren wurde, ist die meist gelesene spanische Schriftstellerin. Nur Miguel de Cervantes, der berühmte Autor von Don Quijote kann sich in der spanischen Literatur an Reichweite mit ihr messen. Am 25. April 1927 wurde die Liebesroman-Autorin in Asturias geboren, ihre literarische Karriere dauerte mehr als ein halbes Jahrhundert. Unter ihrem Alias Ada Miller verfasste sie auch erotische Geschichten, doch ihr Hauptwerk umfasst neben Kinder- und Jugendbüchern romantische Erzählungen.

Dabei machte sie jedoch trotz ihrer rosaroten Liebesromane keinen Hehl aus ihrer ambivalenten Einstellungen gegenüber der von Männern dominierten Welt. In Interviews betonte sie beispielsweise stets, dass auch noch ihre Enkelinnen keineswegs vollständige Gleichberechtigung erleben würden und sie prangerte an, dass die Welt von einer männlichen Gesetzgebung regiert wird.

Für alle Jokers Freunde, die des Spanischen mächtig sind, habe ich als besonderen Link-Tipp die Homepage von Corín Tellado: Unter http://www.corintellado.com finden sich zahlreiche Informationen und einige Interviews, die mit der wunderbaren Autorin geführt wurden. Für ihr gesamtes Werk erhielt sie mehrere Auszeichnungen, vor allem in ihrer Heimatregion Asturien in Nordspanien.



(geschrieben von Matthias Stöbener)

24.05.2009, 19.31 | (0/0) Kommentare | PL

Mein Erlebnis mit der

Der anstehende Frühling und die Hoffnung auf warme Sonnentage zum Fahrradfahren trieben mich neulich zur Fahrradwerkstatt um die Ecke. Ich wollte meine verrostete Fahrradkette und die etwas schwächlichen Bremsen wieder auf Vordermann bringen lassen und so frisch und mobil dem Frühling entgegen radeln.

In der Werkstatt angekommen empfing mich der Chefmechaniker mit lapidarem Gruß: "Das macht heute mal unsere neue Kraft!" und zeigte auf den hinteren Teil der Werkstatt. Ich schob mein Rad zu dem geheißenen Ort, wo besagte "Kraft" mich schon erwartete und sich sofort ans Schrauben machte.

"Na, die Kette macht´s auch nicht mehr lang," sprach die "Kraft" und verarztete mein Rad in Sekundenschnelle. Mir blieb kaum Zeit zum Staunen. So flugs ging das. Ich konnte schier nicht erkennen, bei wem ich mich für die Pronto-Hilfe bedanken konnte. Nicht, dass das Namenschild fehlte: Auf der Brust der Mechaniker-"Kraft" stand wohl der Nachname "Huber“. Doch mir machte mehr der Vorname, genauer, das Geschlecht Kopfzerbrechen. Denn ich konnte selbst beim besten Willen nicht sagen, ob es sich bei der eher zarten, aber agilen Gestalt um eine Mechanikerin oder einen Mechaniker handelte.

Meine Unsicherheit wurde weiter gesteigert, als er/sie mich immer deutlicher an Virginia Woolfs "Orlando" erinnerte. Helle Haut und Augen, mittellange Haare, schlanke, aber nicht zerbrechlich wirkende Figur und eine starke, aber nicht unfreundliche Ausstrahlung - mein/e Mechaniker/in und die androgyne Romanfigur, die im Laufe der Geschichte ihr Geschlecht wechselt, schienen sich bis aufs Haar zu gleichen.

All dies machte mich so verlegen, dass ich, an der Kasse angelangt, nicht wusste, wem ich da danken und Trinkgeld hinterlassen durfte. Daheim zog ich gleich den Roman hervor und entschloss mich, die "Kraft" beim nächsten Fahrradproblem einfach nach dem Vornamen zu fragen und damit das peinliche Problem endgültig aus der Welt zu schaffen. Die Fahrradsaison ist ja noch lang.

Mehr zu Virginia Woolf

21.04.2009, 08.23 | (0/0) Kommentare | PL

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