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Tag: Thriller

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20.01.2012, 08.56 | (0/0) Kommentare | PL

Am besten, man beginnt mit dem Anfang

Blutlinie_kl.jpgNoch nie waren Thriller so angesagt wie heute. Je mehr Horror, Splatter, Gore und Blut drin vorkommt, umso besser lässt sich ein Buch anscheinend verkaufen. Nachdem auch ich erst vor wenigen Jahren mein Interesse an diesem Genre entdeckt hatte, nahm ich mir den Autor Nr. 1 auf diesem Gebiet vor: Simon Beckett. Doch bald hatte ich alle seine Werke durch und war auf der Suche nach frischem Material. Dabei stieß ich zufällig auf „Das Böse in uns“ von Cody McFadyen und griff zu.

Auch dieser amerikanische Autor ist ein Meister auf seinem Gebiet. Allerdings beging ich unbewusst einen fatalen Fehler: Ich stieg mitten in der Reihe ein anstatt mit „Die Blutlinie“ zu beginnen, und erst nach „Der Todeskünstler“ den dritten Thriller zu lesen. Ohne Vorkenntnisse fiel mir schnell auf, wie unrealistisch mitgenommen die Protagonisten waren. Denn die Hauptfigur, Agentin Smoky Barrett, hatte bereits mehr durchgemacht, als ein normaler Mensch in drei Leben. Sie hat Tochter und Ehemann verloren, wurde von üblen Psychopathen mehrfach gefoltert und schließlich aufs Grausigste entstellt. Und dennoch arbeitet sie weiter und jagt Mörder.

Sicher wäre mir der Widerspruch zur Realität nicht aufgefallen, hätte ich, wie bei Beckett, McFadyens Werk chronologisch gelesen. So aber nahm diese Realitätsfremde der Geschichte fast jede Faszination. Natürlich las ich das Buch dennoch bis zum Ende durch. Allerdings lerne ich Agentin Barrett jetzt noch mal ganz neu kennen. Und zwar mit dem ersten Band der Thrillerreihe.

„Die Blutlinie“ auf Englisch: „Shadow Man“ bei Jokers

http://www.jokers.de/3/14188140-1/buch/shadow-man.html




08.07.2010, 16.51 | (0/0) Kommentare | PL

Sorry

Sorry.jpg„Es tut mir leid“ war laut Elton John schon immer einer der schwierigsten Sätze. Wie schwer das Thema „Entschuldigung“ für einen Schriftsteller sein kann, zeigt Zoran Drvenkar mit seinem neuesten Werk „Sorry“. Die spannungsgeladene Geschichte dreht sich um vier Berliner, die mit ihrer Agentur für Entschuldigungen eine lukrative Geschäftsidee verwirklichen. Eines Tages liegt vor den Agenturtüren eine verstümmelte Frauenleiche. Der Auftrag: Die vier Unternehmer sollen sich bei ihr für die schweren Todesqualen entschuldigen.

Nach eigenen Aussagen nahm den Autor die eigene Geschichte so schwer mit, dass er in der Mitte des Buches aufhörte zu schreiben. Stattdessen schob Drvenkar lieber noch zwei Kinderbücher dazwischen. Erst danach nahm er das Entschuldigungshema wieder auf, rasierte sich nicht mehr und schrieb das Werk in vier Monaten zu Ende. Die brillantesten Geschichtenerzähler, wie z. B. auch Umberto Eco oder Rafik Schami, beherrschen meist mehrere höchst unterschiedliche Metiers. Und je mehr Fachgebiete der Autor kennt, desto spannender werden die einzelnen Bücher, meine ich.


05.07.2010, 15.21 | (0/0) Kommentare | PL

Sonderurlaub wäre keine schlechte Idee gewesen

DeaverAm Wochenende besuchte ich mal wieder meine Mutter. Sie liest mit Vorliebe Thriller. Ich stöberte ihre Regale durch, Hunderte von Krimis drängen sich hier Rücken an Rücken. Ich wollte mir ein Buch ausleihen, um mir einen gemütlichen Nachmittag am See zu machen, wurde aber nicht fündig. Da drückte sie mir ein schon etwas abgegriffenes Taschenbuch in die Hand, ein richtiger Schmöker, es hatte über 500 Seiten. „Der letzte Tanz“ hieß der Thriller und ich nahm ihn mit. Denn schon oft hatte ich festgestellt: Was meiner Mutter gefällt, trifft auch meistens meinen Geschmack.

Ich legte mich also mit dem Jeffrey-Deaver-Krimi an den Strand, es war ungefähr 14 Uhr. Und ich begann zu lesen. Ab und an huschte der Gedanke durch meinen Kopf, dass ich noch nie, noch nie einen derart packenden Thriller gelesen habe. Wie konnte Deaver nur diese ganzen DeaverJahre hindurch an mir vorbei gehen? Als es dunkel wurde, bemerkte ich, dass ich nicht nur sieben Stunden wie gebannt gelesen, sondern mir auch einen heftigen Sonnenbrand eingefangen hatte. Das war die passende Ausrede, meine Verabredung am Sonntag abzusagen: Viel lieber wollte ich „Den letzten Tanz“ fertig lesen.

Montag in der Arbeit setzte ich mich gleich an meinen Computer und durchforstete unser Programm: Und siehe da, ich wurde fündig – wir haben sogar ein 3er-Set des Protagonisten meines eben beendeten Buchs im Original im Angebot! „Lincoln Rhyme Collection, 3 Bände“ heißt das Package. Ich eilte sofort ins Lager und suchte es mir raus. Vielleicht hätte ich meinen Chef aufsuchen und Sonderurlaub beantragen sollen: Ich habe abends einfach zu wenig Zeit, um so richtig vorwärts zu kommen …


(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 15.28 | (0/0) Kommentare | PL

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