
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Verfilmung
Mein Ideal-Castorp
Eine Traumbesetzung! Christoph Eichhorn als Hans Castorp in der Verfilmung des Thomas-Mann-Romans „Der Zauberberg“. Noch nie hat meine Vorstellung vom Aussehen einer Romanfigur so perfekt zu der Filmfigur gepasst wie in der Verfilmung von Hans W. Geißendörfer. Meist muss ich bei einer Buchverfilmung erst ein wenig warm werden mit den fremden Personen auf der Leinwand, die jemanden darstellen, der mir im Laufe des Lesens mit einem bestimmten Bild ans Herz gewachsen ist – zumal wenn das Werk von so epochaler Länge ist wie „Der Zauberberg“ mit seinen fast tausend Seiten.
Hier jedoch war das nicht so – Eichhorn, der Schauspieler mit dem eleganten, leicht blasierten Gesichtsausdruck und der schmalsten Nase, die ich kenne, ist mein Ideal-Castorp. Genau so habe ich mir den Hamburger Patriziersohn vorgestellt, der in einem Schweizer Sanatorium statt wie geplant einige Wochen sieben Jahre verbringt, sich dort verliebt und ausdauernde philosophische Diskussionen führt. Er hält sich in dieser wie zeitlos wirkenden, morbiden Welt übrigens auf ohne selbst krank zu sein.
Hans Castorp ist Held eines Bildungsromans, der gleichzeitig den Geist der gesamten Epoche vor dem Ersten Weltkrieg zeichnet. All das in der typisch Mannschen Manier der kunstvollen Schachtelsätze und intellektuellen Reflexionen, der genauen Milieuschilderung und detailverliebten Ausschmückung.
Wer sich dafür begeistern kann, wird auch die 1981 entstandene Verfilmung des Werkes lieben – sie hat den Deutschen Filmpreis erhalten und das zu Recht. Die leicht makabre Stimmung von Krankheit gemischt mit trotziger Lebensfreude, Eleganz und Pracht, die verschiedenen Charaktere der Sanatoriumsbesucher, all das setzt Geißendörfers Film meisterhaft um. Das ist Unterhaltung vom Feinsten! Also: zugreifen, denn diese DVD gehört in jeden gut sortierten Haushalt und unser Preis ist einfach unschlagbar!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
19.03.2010, 08.41 | (0/0) Kommentare | PL
Effi Briest lässt mir keine Ruhe
Ich muss noch einmal auf „Effi Briest“ zu sprechen kommen. Sie gehört zu meinen Lieblingsromanen, obwohl ich das Fontane-Werk in der Schule lesen musste. Ein junges Mädchen aus guter Familie heiratet den deutlich älteren Baron Innstetten, einen früheren Verehrer ihrer Mutter, und zieht mit ihm in die Provinz nach Hinterpommern. Während er dort als Landrat arbeitet, ist die noch immer kindliche Effi oft allein in ihrem großen Haus, in dem es ihr zu spuken scheint. Nicht wirklich glücklich an der Seite ihres spröden Ehemannes, lässt sie sich auf eine heimliche Affäre mit Major von Crampas ein. Erst Jahre später - die Affäre ist längst vorüber, das Ehepaar Innstetten lebt mit Tochter in Berlin, Effi fühlt sich in der pulsierenden Großstadt endlich wohl – entdeckt Baron Innstetten verräterische Briefe, fordert Crampas zum Duell und tötet ihn dabei. Effi wird von Ehemann und Eltern verstoßen, lebt mit ihrer Haushälterin in einer kleinen Wohnung und darf die Tochter erst nach Jahren wieder sehen. Als sie dabei erkennt, dass sich das Kind völlig von ihr entfremdet hat, schwindet jeglicher Lebensmut. Effi stirbt, wie man so sagt, an gebrochenem Herzen.Ein Buch, das nicht nur den oft absurden preußischen Ehrenkodex, sondern auch die Männer, die ihn gegen besseres Wissen anwenden, in die Mangel nimmt. So richtig gut kommen wir Männer bei Fontane ja oft nicht weg … Und in „Effi Briest“ bezahlt die Frau mit dem Leben. Vielleicht erschien das der Regisseurin Hermine Huntgeburth nicht mehr zeitgemäß. Jedenfalls kommt Effi in ihrer Neuverfilmung des Stoffes nicht nur mit dem Leben davon, sondern geht emanzipiert und zielstrebig in ihre eigene selbstbestimmte Zukunft. Der Kinofilm ist frisch angelaufen und wie Julia Jentsch (bekannt aus „Die fetten Jahre sind vorbei“ und „Sophie Scholl - Die letzten Tage“) die Effi spielt und Sebastian Koch ihren Ehemann Baron Innstetten, das werde ich mir auf jeden Fall ansehen. Dass Effi Briest nun in einer Leihbücherei arbeitet – nun ja, das ist nichts für Literatur-Puristen, aber schauen wir mal … Pur und garantiert ohne modische Änderungen finden Sie bei uns preiswerte Ausgaben des Originals als Buch und Hörbuch.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
15.03.2009, 16.42 | (0/0) Kommentare | PL
Eine Buchverfilmung, die anregt
Im Kino läuft seit einiger Zeit „Buddenbrooks“. Mit einem Großaufgebot an deutschen Stars. So sind unter anderem Armin Mueller-Stahl, Iris Berben und die Jungstars Jessica Schwarz und August Diehl zu sehen. Bei nasskaltem Winterwetter mal einen guten Film ansehen - das hat was. Wenn der dann auch noch auf dem berühmten Roman von Thomas Mann beruht und man sich auf diese Weise ein wenig Bildung auf angenehme Art verschaffen kann – umso besser!
Der Kinoliebhaber in mir sagt: feine Sache! Tolle Schauspieler, wunderbare Kostüme, ein guter Regisseur, das wird ein schöner Filmabend. Der Büchermensch in mir aber hat auch etwas zu sagen: Wäre es nicht etwas, die „Buddenbrooks“ zu lesen? Im Gegensatz zum Film an einem Abend nicht zu schaffen, aber wer will das auch? So hat man einige Stunden Genuss. Herrliche Mannsche Schachtelsätze, feine Beobachtungsgabe, Charme, Ironie und Menschenkenntnis. Der Roman über das Leben der Lübecker Kaufmannsfamilie ist mehr als hundert Jahre alt, aber dennoch immer aktuell und hat nichts von seinem Reiz verloren. Heißt es.
Senator Thomas Buddenbrook, seinen Bruder Christian und die Schwester Tony von ihrer Kindheit an zu begleiten, an den diversen Hochzeiten, Geburten, Familienfesten und Begräbnissen der Patrizierfamilie teilzunehmen, das ist es doch, was wir Leser wollen.
Vorletzte Woche war ich mit meiner Frau im Film „Buddenbrooks“. Wirklich sehenswert. Viele Szenen davon sind im Augsburger Kurhaus bzw. Parktheater gedreht. Opulent, sage ich Ihnen. Und die Kleider, das Rauschen der Stoffe, die sinnlichen Beleuchtungen, die spröde Erotik hinter seidenen Tüchlein! Anschließend verschlang meine Frau den Mann-Wälzer. Und hat ihn schon an eine Kollegin verliehen. Sollte er wieder seinen Weg zu uns finden, folgt auf Victor Hugos Elende der deutsche Sprachgenuss.
Von dem wohl bekanntesten Roman Thomas Manns wurden bislang etwa sechs Millionen Exemplare verkauft.
Ihr Exemplar gibt es hier!
Zum günstigen Taschenbuch-Preis natürlich!
Der Kinoliebhaber in mir sagt: feine Sache! Tolle Schauspieler, wunderbare Kostüme, ein guter Regisseur, das wird ein schöner Filmabend. Der Büchermensch in mir aber hat auch etwas zu sagen: Wäre es nicht etwas, die „Buddenbrooks“ zu lesen? Im Gegensatz zum Film an einem Abend nicht zu schaffen, aber wer will das auch? So hat man einige Stunden Genuss. Herrliche Mannsche Schachtelsätze, feine Beobachtungsgabe, Charme, Ironie und Menschenkenntnis. Der Roman über das Leben der Lübecker Kaufmannsfamilie ist mehr als hundert Jahre alt, aber dennoch immer aktuell und hat nichts von seinem Reiz verloren. Heißt es.Senator Thomas Buddenbrook, seinen Bruder Christian und die Schwester Tony von ihrer Kindheit an zu begleiten, an den diversen Hochzeiten, Geburten, Familienfesten und Begräbnissen der Patrizierfamilie teilzunehmen, das ist es doch, was wir Leser wollen.
Vorletzte Woche war ich mit meiner Frau im Film „Buddenbrooks“. Wirklich sehenswert. Viele Szenen davon sind im Augsburger Kurhaus bzw. Parktheater gedreht. Opulent, sage ich Ihnen. Und die Kleider, das Rauschen der Stoffe, die sinnlichen Beleuchtungen, die spröde Erotik hinter seidenen Tüchlein! Anschließend verschlang meine Frau den Mann-Wälzer. Und hat ihn schon an eine Kollegin verliehen. Sollte er wieder seinen Weg zu uns finden, folgt auf Victor Hugos Elende der deutsche Sprachgenuss.
Von dem wohl bekanntesten Roman Thomas Manns wurden bislang etwa sechs Millionen Exemplare verkauft.
Ihr Exemplar gibt es hier!
Zum günstigen Taschenbuch-Preis natürlich!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
28.02.2009, 10.18 | (0/0) Kommentare | PL


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