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Buchmesse-Kritik

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Gestern in der Mittagspause redete ich mit einem Kollegen noch einmal über die Frankfurter Buchmesse, obwohl sie ja schon längst vorbei ist. Mit Besucherrekorden ging sie zu Ende. Vor allem der Samstag übertraf alle Erwartungen: Weit über 70.000 Personen drängten sich in den Gängen.

Mein Kollege, der auf der Messe war, berichteten Seltsames: Denn während an den Fachtagen zuvor Geschäftskunden und Fachbesucherinnen in Anzug und Kostüm durch die Hallen drängten, gaben sich am Publikumswochenende zahlreiche Fans der Fantasy und Science Fiction ein Stelldichein. Nicht nur, dass Abertausende von jungen und auch älteren Herrschaften sich wie ihr jeweiliger Comic-Held (oder ihre Heldin) kleideten, sie führten auch deren Waffen mit sich: Riesige, selbst gebastelte Schwerter, Hämmer und Bogen aus Pappmaché. Um die Mittagszeit sammelten sich die bunten Heere im Innenhof. Meinem Kollegen bot sich ein außergewöhnliches Bild. Oder haben Sie schon einmal gesehen, wie sich zahllose Wesen ferner Welten vereinen, um sich mit gezückten Waffen gegenüberzutreten?

Was das alles mit der Buchmesse zu tun habe? Mancher fragte sich das. Mein Kollege berichtete von Kritik an dem Treiben. Was diese vielen Rollenspiel-Fans denn da zu suchen haben, beschwerten sich manche andere Besucher, die nicht mehr durch die verstopften Gänge kamen.

Ich verstehe nicht, weshalb sich die Besucher aufregen. Ich finde es sogar aufregend, auf diese Weise ein wenig in die Welt der Fantasy- und Comic-Anhänger hineinschnuppern zu können. Wer bestimmt denn, was Literatur ist und was nicht, wer zur Messe darf und wer nicht?

(geschrieben von Matthias Stöbener)

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