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Hinter verschlossenen Türen

Was haben Joanne K. Rowling und Simon Beckett gemein? Beide mussten erst einmal viele Klinken putzen, bevor sie mit ihren Büchern erfolgreich wurden. So hatte Simon Beckett mit „Voyeur“ bereits alle wichtigen Verlagshäuser in Großbritannien abgeklappert, bis ihn der Independent-Verlag Allison & Busby entdeckte. Das Erstlingswerk reicht zwar noch nicht ganz an den Thrill seiner späteren Romane um den Forensiker David Hunter, ist aber ebenso leicht lesbar und hält den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Atem.

Dabei verliebt sich der Schöngeist und Kunsthändler Donald Ramsey in seine jugendliche Assistentin Anna. Doch diese ist mit Marty liiert und lässt sich auch vom attraktiven, aber eitlen Zeppo nicht dazu verführen, Marty zu verlassen. Seine Obsession treibt Ramsey schließlich sogar zu Mord und Totschlag, bis er schließlich bekommt, was er will. Doch das ist etwas völlig anderes, als der Leser vermutet hätte …

Ähnlich wie in „Obsession“ lässt Beckett den Leser wieder aus der Außenseiterperspektive hinter verschlossene Türen blicken. Dabei entdeckt er menschliche Abgründe, die in jedem schlummern könnten. Für mich noch immer der beste „Gruselfaktor“ moderner Literatur.

07.05.2010, 09.53

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