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Insomnia
„Mann im Dunkel“ heißt das neueste Buch von Paul Auster. Es fand – im Gegensatz zu seinen bisherigen Werken – keine Gnade vor den unbarmherzigen Kritikern der New York Times. Mit der Begründung, Auster würde sich zu wenig an die traditionellen Werte fiktionaler Literatur halten, verriss die Times das Werk. In der Tat erzählt auch sein neuester Roman, wie schon sein letzter („Reisen im Skriptorium“), die Geschichte verwinkelter, weniger linear als gewohnt. Aber genau das macht meiner Meinung nach die Brillanz dieser Werke Austers aus. Wie anders als verwinkelt soll man die Geschichte eines durch Krankheit ans Bett Gefesselten erzählen, der Nacht um Nacht an schwerer Schlaflosigkeit leidet? So leidet der Protagonist August Brill in seinem Bett vor sich hin. Die Gedanken drehen sich um seine unglückliche Vergangenheit, um seine Zukunftsangst und um Katastrophen. Er halluziniert von einem amerikanischen Bürgerkrieg, der Millionen Menschen das Leben kostet.
Ein unbedingt lesenswerter Roman für jeden, der die Abgründe kennt, die sich in einer schlaflosen Nacht auftun können.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
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