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Schalkhafte Veilchen
Fühlen auch Sie sich beinahe überwältigt von unerhörten Frühlingsgefühlen? Schon morgens zwitschern die Vögel mit dem Wecker um die Wette, der Kaffeeduft mischt sich mit dem betörenden Geruch erwachender Blumen, während die Schneeglöckchen noch einmal vorwitzig den Kopf heben. Keine andere Jahreszeit weckt so viel Hoffnung, spendet so viel Trost wie der Frühling.Gerade auch die DichterInnen hat er inspiriert. Doch nicht so sehr das aufwallende Blut von Jünglingen, sondern das Erwachen der Natur ist es, was bei den meisten Dichtern im Vordergrund steht. Goethe hat z. B. gedichtet:
„Das Beet schon lockert/ Sich's in die Höh´,/ Da wanken Glöckchen/ So weiß wie Schnee;/ Safran entfaltet/ Gewalt´ge Glut,/ Smaragden keimt es/ Und keimt wie Blut./ Primeln stolzieren/ So naseweis,/ Schalkhafte Veilchen/ Versteckt mit Fleiß;/ Was auch noch alles/ Da regt und webt,/ Genug, der Frühling/ Er wirkt und lebt.“Wie wunderbar jongliert hier der unübertroffene Poet mit Metaphern, kombiniert das, was augenscheinlich nicht zusammengehört, zu einem lockenden Gespinst aus Sprache.
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