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Très bon!
Waren Sie schon einmal in Belgien? Das kleine Königreich steht ja immer ein wenig im Schatten seiner „großen Schwester“ Frankreich. Dabei hat das Land einen ganz eigenen Reiz. Wer schon einmal in Lüttich war und vielleicht den legendären Flohmarkt direkt am Ufer der Maas besucht hat, weiß, was ich meine. Es gibt in Belgien tatsächlich nicht nur die – jedenfalls für mich – besten Pommes Frites der Welt, sondern auch den Charme hübsch verfallener Häuser, großartige Backwaren, witzige Comics und natürlich einen der populärsten Krimiautoren überhaupt. Georges Simenon stammt aus Lüttich. Seinen Kommissar Maigret kennt man auch als nicht eingefleischter Krimi-Enthusiast. Und wenn man eine Vorliebe für Krimis hat, dann gehört Maigret in die gleiche Liga wie Wallander oder Kommissar Beck: Wir kennen seine Vorlieben (etwa Bier trinken und Pfeife rauchen) und haben ihn einfach in unser Herz geschlossen.
Seine Fälle löst der Pariser Kommissar meist in Mantel und Hut gewandet, sein Büro am Quai des Orfèvres, dem tatsächlichen Sitz der französischen Kriminalpolizei, teilt er sich mit Inspektor Lucas. Zuweilen ziehen ihn seine Fälle aber aus der Hauptstadt in andere Landesteile Frankreichs. Zum Beispiel an die Côte d’ Azur wie in „Maigret und die Keller des Majestic“. Der Fall einer ermordeten Amerikanerin führt den Kommissar nach Cannes in ein großes Hotel. Die Beschreibung der dortigen Hierarchien und der Abläufe hinter den Hotelkulissen sind brillant.
Für die Ermittlungen in „Maigret und der Spitzel“ wird der Polizist mitten in der Nacht aus seinem wohlverdienten Schlaf gerissen, um den Mörder eines Restaurantbesitzers dingfest zu machen.
Zwei mitreißende Fälle in einem Band, mit französischem Flair und einem gewohnt knurrigen Ermittler. Mehr braucht der Krimi-Fan nicht, um die Nacht durchzulesen. Das Ganze mit dem guten Gefühl, so viel Unterhaltung für einen so attraktiven Preis zu bekommen: Das ist einfach très bon!
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