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Vertreterkonferenzen
Schon Wochen vor der Konferenz brach unter den Vertriebsleuten und Lektoren die helle Aufregung aus. Mappen mit Material und Hintergrundwissen wurden aufbereitet, man überlegte sich, wie man am besten die Bücher vorstellt, die von den Vertretern an die Buchhändler verkauft werden sollten. Die so genannten Vertreterkonferenzen sind mir selbst heute noch, nach mehr als acht Jahren, in bester Erinnerung. Damals arbeitete ich selbst noch als Lektor und hatte auf diesen Konferenzen die Aufgabe, die Bücher des neuen Programms vorzustellen, die ich betreute. Keine leichte Aufgabe, nichts für Leute, die nicht reden können.
Jedes Buch musste in seiner Eigenart und Bedeutung vorgestellt werden. Und das oft in ein paar Minuten, denn es gab viele Bücher, die vorgestellt werden mussten. Wie aber die kritischen Vertreter von einem Produkt überzeugen? Wenn es dem Lektor und Vertrieb nicht gelang, die Vertreter für ein Buch zu begeistern, konnte man davon ausgehen, dass sich das entsprechende Buch schlecht verkaufen würde. Also ein wichtiger Auftritt. Unverzeihlich, wenn man auf die Fragen der Vertreter keine passenden Antworten hatte. Das waren Minuspunkte, die von Vertretern aufmerksam registriert und auf das Buch übertragen wurden.
Die Vertreter schafften es, ein Buch niederzumachen oder ein Buch in den Himmel zu heben. Wichtig war ihnen, dass wir Lektoren und Vertriebsleute die Munition für das Gespräch mit der Buchhändlerin lieferten. Konnten wir das nicht, sah es schlecht aus. „Dies ist das ultimative Aufklärungsbuch für die Kinder der Alt-68er!“, „Mit diesem Ratgeber setzt sich die Singlefrau um die 30 selbstbewusst in jedes Café!“ „Wenn der 50plus-Manager dieses Buch gelesen hat, verschenkt er es mindestens fünfmal an seine Freunde!“ Solche Formeln notierten sich die Vertreter. Solche Sätze verdichteten für sie Bücher, die sie meist nie lasen, über die sie aber reden mussten, als hätten sie in ihrem Leben nie ein besseres Buch gelesen.
Wenn ich mir vorstelle, dass solche Vertreterkonferenzen auch heute noch etwa zweimal im Jahr die Regel sind, bin ich froh nicht mehr Lektor zu sein. Denn vor diesen Terminen konnte ich nie gut schlafen.
Jedes Buch musste in seiner Eigenart und Bedeutung vorgestellt werden. Und das oft in ein paar Minuten, denn es gab viele Bücher, die vorgestellt werden mussten. Wie aber die kritischen Vertreter von einem Produkt überzeugen? Wenn es dem Lektor und Vertrieb nicht gelang, die Vertreter für ein Buch zu begeistern, konnte man davon ausgehen, dass sich das entsprechende Buch schlecht verkaufen würde. Also ein wichtiger Auftritt. Unverzeihlich, wenn man auf die Fragen der Vertreter keine passenden Antworten hatte. Das waren Minuspunkte, die von Vertretern aufmerksam registriert und auf das Buch übertragen wurden.
Die Vertreter schafften es, ein Buch niederzumachen oder ein Buch in den Himmel zu heben. Wichtig war ihnen, dass wir Lektoren und Vertriebsleute die Munition für das Gespräch mit der Buchhändlerin lieferten. Konnten wir das nicht, sah es schlecht aus. „Dies ist das ultimative Aufklärungsbuch für die Kinder der Alt-68er!“, „Mit diesem Ratgeber setzt sich die Singlefrau um die 30 selbstbewusst in jedes Café!“ „Wenn der 50plus-Manager dieses Buch gelesen hat, verschenkt er es mindestens fünfmal an seine Freunde!“ Solche Formeln notierten sich die Vertreter. Solche Sätze verdichteten für sie Bücher, die sie meist nie lasen, über die sie aber reden mussten, als hätten sie in ihrem Leben nie ein besseres Buch gelesen.
Wenn ich mir vorstelle, dass solche Vertreterkonferenzen auch heute noch etwa zweimal im Jahr die Regel sind, bin ich froh nicht mehr Lektor zu sein. Denn vor diesen Terminen konnte ich nie gut schlafen.
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