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Was ficht dich an, Schnurrli?!
Ganz zufällig entdeckte ich neulich im Bücherregal eines Freundes einen Teilbereich der Literatur, den ich bislang viel zu wenig gewürdigt habe: Comics. Gelegentliche Ausflüge nach Entenhausen, ein paar Waldspaziergänge mit Asterix in Gallien – das waren in meiner Jugend die einzigen Streifzüge in diese Art der Literatur, an die ich mich erinnern kann.
Anders war es bei meinem Freund Gerhard. In seinem Wohnzimmer stehen über 300 Comics, rund 100 davon sind amerikanische Originale, worauf er besonders stolz ist. Seit seiner Kindheit sammelt sie der Grafiker, der nebenbei auch entsprechendes Fachwissen gesammelt hat. So erklärte er mir, dass der bzw. das Comic eine so genannte sequenzielle Kunst ist. Einfach ausgedrückt: Die Bilder einer Geschichte sind in einer Sequenz hintereinander angeordnet. Comics sind meistens gezeichnet und werden mit „Bildunterschriften“ oder den klassischen Sprechblasen erklärt.
Mickey Mouse und Co. sind nur ein kleiner Teilbereich im riesigen Comic-Universum. Es gibt „Graphic Novels“, also anspruchsvolle Comics für Erwachsene, „Funnies“ wie „Marsupilami“, „Lucky Luke“ oder „Donald Duck“ und „Superhelden-Comics“, zu denen „Die phantastischen Vier“, „Superman“ oder „Spiderman“ gehören.
Aber der wichtigste Aspekt ist für mich, dass sich bei Comics Literatur und bildende Kunst überschneiden. Immerhin bezeichnete der französische Literaturwissenschaftler Francis Lacassin 1971 Comics bzw. die sequenzielle Kunst als die „Neunte Kunst“ der bildenden Künste.
In der Tat sind die Comics und ihre Texte manchmal hohe Kunst. Unvergessen sind zum Beispiel die brillanten Texte von Erika Fuchs, die in der Nachkriegszeit Disneys Werke übersetzte. Ein Beispiel: „Wir pfeifen auf Pomade, auf Seife, Kamm und Schwamm! Und bleiben lieber dreckig und wälzen uns im Schlamm!“ „Was ficht dich an, Schnurrli?“ ist eine ihrer bekanntesten Übersetzungen. Die Kunsthistorikerin versteckte in ihren Texten zahllose literarische Anspielungen und Verweise. So übernahm sie „dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ vermutlich aus dem „Ingenieurlied“ von Heinrich Seidel („Dem Ingenieur ist nichts zu schwere ...“).
Mein Freund Gerhard meint, auch die deutsche Grammatik habe durch die Comics gewonnen. So ersann Erika Fuchs zum Beispiel mit „seufz“, „stöhn“, „saus“ so viele neue Inflektive, dass man ihr zu Ehren heute sogar vom „Erikativ“ spricht.
Vielleicht sollte ich nächstens doch mal wieder einen Trip nach Entenhausen machen!
Anders war es bei meinem Freund Gerhard. In seinem Wohnzimmer stehen über 300 Comics, rund 100 davon sind amerikanische Originale, worauf er besonders stolz ist. Seit seiner Kindheit sammelt sie der Grafiker, der nebenbei auch entsprechendes Fachwissen gesammelt hat. So erklärte er mir, dass der bzw. das Comic eine so genannte sequenzielle Kunst ist. Einfach ausgedrückt: Die Bilder einer Geschichte sind in einer Sequenz hintereinander angeordnet. Comics sind meistens gezeichnet und werden mit „Bildunterschriften“ oder den klassischen Sprechblasen erklärt. Mickey Mouse und Co. sind nur ein kleiner Teilbereich im riesigen Comic-Universum. Es gibt „Graphic Novels“, also anspruchsvolle Comics für Erwachsene, „Funnies“ wie „Marsupilami“, „Lucky Luke“ oder „Donald Duck“ und „Superhelden-Comics“, zu denen „Die phantastischen Vier“, „Superman“ oder „Spiderman“ gehören.
Aber der wichtigste Aspekt ist für mich, dass sich bei Comics Literatur und bildende Kunst überschneiden. Immerhin bezeichnete der französische Literaturwissenschaftler Francis Lacassin 1971 Comics bzw. die sequenzielle Kunst als die „Neunte Kunst“ der bildenden Künste.
In der Tat sind die Comics und ihre Texte manchmal hohe Kunst. Unvergessen sind zum Beispiel die brillanten Texte von Erika Fuchs, die in der Nachkriegszeit Disneys Werke übersetzte. Ein Beispiel: „Wir pfeifen auf Pomade, auf Seife, Kamm und Schwamm! Und bleiben lieber dreckig und wälzen uns im Schlamm!“ „Was ficht dich an, Schnurrli?“ ist eine ihrer bekanntesten Übersetzungen. Die Kunsthistorikerin versteckte in ihren Texten zahllose literarische Anspielungen und Verweise. So übernahm sie „dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ vermutlich aus dem „Ingenieurlied“ von Heinrich Seidel („Dem Ingenieur ist nichts zu schwere ...“). Mein Freund Gerhard meint, auch die deutsche Grammatik habe durch die Comics gewonnen. So ersann Erika Fuchs zum Beispiel mit „seufz“, „stöhn“, „saus“ so viele neue Inflektive, dass man ihr zu Ehren heute sogar vom „Erikativ“ spricht.
Vielleicht sollte ich nächstens doch mal wieder einen Trip nach Entenhausen machen!
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