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Manche Dinge sind anders

Der Himmel war grau, als ich mit dem Zug in Wien ankam. Ich wollte ganz für mich allein einen kleinen Urlaub in Wien machen. Museen besuchen, die morbide Atmosphäre des Zentralfriedhofs auf mich einwirken lassen, in den Cafés Kaffee und Kuchen mit vielen Zeitungen genießen.

Nach der Ankunft am Wiener Westbahnhof wollte ich mir erst einen Überblick über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten schaffen. Ich kaufte mir eine drei Tage geltende Wien-Karte für die Bahnen und Busse, wozu auch ein Prospekt mit Gutscheinen und Infos zu den Sehenswürdigkeiten gehörte. Mein Gepäck samt der neuen Wien-Karte schleppte ich in ein nettes kleines und doch modernes Café im ersten Stock des Bahnhofes.

Wiener BurgtheaterDort wurde ich sofort von der Bedienung begrüßt und wusste damit, dass ich im Land der professionellen und vor allem freundlichen Gastronomie bin, wo der Gast noch König ist. Ich blätterte in meinem Prospekt und suchte mir einige Sehenswürdigkeiten aus, die ich unbedingt aufsuchen wollte. Das Museumsquartier, den Prater, das Hundertwasserhaus, den Zentralfriedhof und ein Museum mit Körperteilen aus Wachs. Ich orderte bei der netten Bedienung, die mich mit ihren wienerischen Sätzen gleich in die passende Atmosphäre einhüllte, eine Tasse Kaffe. Keinen normalen Filterkaffee. Ich bestellte mir einen Kaffee, wie man ihn in Wien trinkt: Einen Verlängerten.

Ich sah mich ein wenig um. An einer Säule hingen die Tages-Angebote zum Essen und Trinken. Darunter auch ein Paar Sacher-Würste. Ich kannte das Wort Sacher nur in Verbindung mit Wien und der leckeren Sacher-Torte. Neugierig geworden erkundigte ich mich bei der herumflitzenden Serviererin, was es denn mit der Sacher-Wurst auf sich habe. Ob sie mit Kakao oder mit Pralinen oder so gefüllt sei. Sie schaute mich ein wenig erstaunt an. Fast wie einen Scherzbold. Dann beantwortete sie ernsthaft meine Frage. Nein, in der Sacher-Wurst ist nichts Süßes. Das sei eine ziemlich große Wurst. Sie schmecke hervorragend. Ob ich eine wolle? Ich bestellte eine. Sie war größer als der Teller. Und sie schmeckte wirklich wie eine Wurst schmecken sollte.

Ich tauchte die Wurst in den Senf und dachte mir: Probieren geht über Studieren. Auch in Wien sind die Dinge nicht immer, wie man es sich vorstellt.

Fortsetzung folgt.

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