Jokers Blog Österreich

Tiefsinnige Recherche

Es ist noch nicht lange her, da las ich in der FAZ, Internetblogs würden jetzt auch als Medium für die Literatur entdeckt. Tolle Erkenntnis. Der Redakteur muss viel Geld für seine Recherchen bekommen haben. Denn sie gehen noch tiefer. Manchen Leuten sei eben die Klinkenputzerei bei Verlagen oder Literaturmagazinen zu anstrengend und eine private Veröffentlichung zu teuer. Für diese Leute sei das Internet die geeignete Möglichkeit, die eigenen Texte einer breiten Masse zugänglich zu machen.

Wenn´s gut liefe, viele Leute täglich das Blog läsen, habe man als Autor bei den Verlagen bessere Chancen. Man bringe ja schon Leute, Fans mit. Na, dann auf zum fröhlichen Bloggen! Vielleicht entdeckt mich ja irgendwann ein Verleger und bindet meine gesammelten Jokers Blogs zwischen zwei Kartondeckel.

Das wäre schön! Ich sehe mich schon den Vertrag unterschreiben, 10 Prozent Honorar von jedem verkauften Buch einsacken und anschließend in die Karibik fliegen wie es vielleicht der FAZ-Redakteur macht, ders ja schon in den Himmel der großen Schriftsteller und Journalisten geschafft hat.

29.04.2006, 15.02 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches

Vom Kuckuck, Fuchs und Osterhasen

Schon wieder vorbei und alle nicht gefunden Ostereier werden dem Rasenmäher zum Opfer fallen. Doch woher kommt eigentlich der Glaube an den Osterhasen?

1682 spricht Georg Frank in seiner Abhandlung: „De ovis paschalibus" (von den Ostereiern) erstmals von einem Hasen, der die Eier bringen und verstecken soll... Der Grund könnte sein, dass der Hase das erste Tier ist, das im Frühling Junge gebiert: Der Osterhase als Symbol der Auferstehung sozusagen. Oder aber der Brauch hat einen ökonomischen Hintergrund: Ostern war früher der Abgabetermin der Bauern. Hasen, Eier und andere Lebensmittel mussten an die Ländereibesitzer erbracht werden. Das wäre dann ein ganz und gar unromantischer Osterhase.



Es dauerte allerdings Jahrhunderte, bis sich der Hase als Eierbringer gegen eine starke Konkurrenz durchsetzte: In der Schweiz brachte der Kuckuck die Eier, in weiten Teilen Deutschlands der Fuchs, der Storch oder sogar der Hahn. Mir allerdings ist das plüschige Langohr eindeutig lieber.

28.04.2006, 18.41 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte

Ein tragischer Jahrestag

20 Jahre ist der tragische Unfall in dem Kernkraftwerk her. Noch heute sind die Konsequenzen zu spüren, noch heute sterben Menschen an den gesundheitlichen Schäden. Der Boden ist verstrahlt, nicht nur um das betroffene Gebiet herum, Regen und Naturkräfte trugen die radioaktiven Elemente weit. Bis zu uns nach Mitteleuropa.

Nach der iternationalen Bewertungsskala des IAEA wurde der Unfall als "Katastrophe" eingestuft und somit auf die siebte und höchte Ebene möglicher Störfälle eingeordnet.
Jahr für Jahr steigt seitdem die Krebsrate weiter an, diese "Umweltbelastungen" gelten mit als Hauptursache für das unkontrollierte Zellwachstum in unseren Organismen. Und doch sind wir fern, weit weg vom eigentlichen Zentrum des Unglücks.


Wie ist das Leben dort, in und um Tschernobyl? Nichts ist mehr, wie es war. Ein einziger Tag veränderte das Bewusstsein ganzer Generationen. Jeder ist betroffen, am eigenen Leibe: Der Überlebende hat einen toten Verwandten oder Bekannten zu beklagen, die Gesunden wissen nicht, welches Erbmaterial sie ihren Nachkommen mitgeben. Tschernobyl hat einen riesigen Kontinent gezeichnet.




20 Jahre sind zu kurz, um wirklich alle Folgen Tschernobyls abschätzen zu können. Doch zwanzig Jahre sind eine zu lange Zeit, um die Untätigkeit zu erklären,  zu entschuldigen. Wie wenig wurde getan, um unser Leben sicherer zu machen!

Erinnern Sie sich an die Milchpulverskandale? Als besorgte Mütter ihren Babys angeblich strahlungsfreies Milchpulver zubereiteten, das sich nachträglich als hoch belastet herausstellte? Heute können wir wieder unbesorgt zur frischen Kuhmilch greifen. Und die Mütter in Weißrussland, in der Ukraine? Wie geht es den Menschen Osteuropas, die inmitten von immer noch betriebenen AKWs leben?

26.04.2006, 10.09 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek

Kafkas Buchladen

Vor Monaten war ich in Prag. Es war kalt und viele Leute hatten dort Strickmützen auf. Bei einem Gang über die bekannte Karlsbrücke war noch kein sommerlicher Touristenrummel zu bemerken, keine Japaner, die den Weg über die Brücke verstopften. Die Verkäuferinnen und Verkäufer von Souvenirs und Schmuck waren noch nicht ausgelastet. Der Inhaber eines Souvenirstandes, er verkaufte Aquarell-Bilder von der Karlsbrücke, stand an einem kleinen
Gasheizer und blätterte mit Handschuhen gelangweilt in einem Buch, das er las. Schon in der U-Bahn hatte ich einen jungen bärtigen Mann beobachtet, der in einem Buch las. Als ich mich in einem Café aufwärmte, saß dort auch ein Mann, der in einem Buch las. Normalerweise sind es meistens die Frauen, die ich beim Lesen beobachte. Aber in Prag waren mal die lesenden Frauen, zumindest in der Öffentlichkeit, in der Minderzahl. Ich besuchte auch ein nett gemachtes Wachsmuseum, in dem ich - so ein Zufall! - außer Elvis, Mozart, Mutter Theresa und dem Dalai Lama auch einen lesenden Schwejk antraf. Auf dem großen Platz namens Altstädter Ring lag plötzlich ein Buchladen vor mir. Der Franz-Kafka-Buchladen. Im ehemaligen Galanteriewarenladen seines Vaters. Kafka ist ein immer noch faszinierender Schriftsteller, der 1883 in Prag geboren wurde und mit rätselhaften Büchern wie "Das Schloss" oder "Der Prozess" bekannt wurde. Ich ging hinein. Der Laden war so gut ausgestattet, dass ich richtig in Schmöker- und Kauflaune geriet. Übrigens waren darin zwei männliche und eine weibliche Buchhändlerin. Ich legte mir einen Band mit Erzählungen zu. So gelang es mir lesenderweise im nächsten Café nicht als Touri aufzufallen.

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21.04.2006, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren

Die neue PISA-Studie

Heute findet die dritte Erhebung im Rahmen der internationalen PISA-Studie statt. In diesem Moment dürften 5.000 SchülerInnen des Jahrgangs 1990 in ganz Österreich in ihren Klassenzimmer sitzen und über den Fragen zum Thema "Naturwissenschaften" brüten. Daneben wird bei 4500 Volkschüler der vierten Klasse der Lesetest Pirls durchgeführt. Insgesamt werden heute also knapp 10.000 SchülerInnen in ganz Österreich geprüft. Die Ergebnisse werden allerdings erst im Dezember 2007 veröffentlicht.

Ich bin ja schon gespannt, wie die Ergebnisse der Studie ausfallen werden. Wo wird Österreich diesmal liegen? Im vorderen Bereich oder eher weiter hinten? Werden wir diesmal wieder vor Deutschland liegen? Oder doch wieder (knapp) dahinter? Und wie wird letztendlich mit dem Ergebniss - wie auch immer es aussehen mag - umgegangen?

Eine ganze Menge an Fragen, die sich da stellen.

Aber was wird diesmal eigentlich so gefprüft? Worüber müssen sich unsere Kinder den Kopf zerbrechen? Auf der Homepage des Pädagogischen Instituts des Bundes stehen einige PDFs mit freigegebenen Fragen zum Download bereit. Hier ist ein Beispiel:

Ein Bus fährt eine gerade Straße entlang. Vor dem Busfahrer Rolf steht auf dem Armaturenbrett ein Becher mit Wasser. Plötzlich muss Rolf stark auf die Bremse treten.

Frage: Was geschieht voraussichtlich mit dem Wasser im Glas gleich nachdem Rolf auf die Bremse getreten ist?

  1. Das Wasser bleibt horizontal.
  2. Das Wasser schwappt über Seite 1.
  3. Das Wasser schwappt über Seite 2.
  4. Das Wasser schwappt über, aber man kann nicht sagen, ob es über Seite 1 oder Seite 2 schwappt.

Was denken Sie?

20.04.2006, 11.40 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches

Keller im Keller

Uff! Es war mal wieder so weit: Mein Freund Bernhard hatte wie so oft einen Umzug vor. Hätte ich wissen müssen. Er zieht jedes Jahr mindestens ein Mal um. Beim letzten Mal habe ich ihm zu verstehen gegeben, dass ich ihm in Zukunft nur noch bei Umzügen helfe, die nicht in den dritten oder vierten Stock gehen. Wieder hat Bernhard seinen Umzug professionell vorbereitet. Die Regalbretter stehen der Größe nach an der Wand. Die Bücher sind in den Kartons. Die Kartons sind beschriftet.

"Das meiste kommt sowieso in den Keller", klärte mich Bernhard auf, als ich mich nach dem Stockwerk seiner neuen Wohnung erkundigte, wohin seine Utensilien geschleppt werden sollten. "Der Rest in den ersten Stock." Ich war dabei. Einige Kartons waren durch den mehrmaligen Umzug schon etwas ausgeleiert und an den Ecken leicht eingerissen.

Als ich einen schweren Karton mit der Aufschrift »Keller" schwitzend, stöhnend und schnaufend über unzählige Stufen in Bernhards neuen Keller hinunterschleppte, brach kurz vor dem Aufsetzen der Boden des Kartons durch. Ojemineh. Jetzt durfte ich auch noch die heraus gefallenen Bücher und CDs zusammensammeln. Siehe da: Auch eine Hörbuch-Box mit vier Novellen des Schweizer Schriftstellers Gottfried Keller war dabei. "Warum muss der Keller in den Keller?", dachte ich mir. Auf acht CDs lasen verschiedene Sprecher verschiedene Geschichten des Mannes, der am 19. Juli 1819 in Zürich geboren wurde und dort am 15. Juli 1890 verstarb. Bisher hatte ich noch nie etwas von Gottfried Keller gelesen, ein durchaus interessanter Mensch, der im Alter von sechs Jahren die Armenschule besuchte und später die Industrieschule wegen einem Lausbubenstreich verlassen musste.



Keller im Keller! Das war ein Hinweis des Schicksals! Ich steckte mir also das Hörbuch ein. Als wir alle Kisten und Möbel in die neue Wohnung transportiert hatten, ließ ich mich erschöpft auf das Sofa fallen. Allerdings konnte Bernhard noch keine Ruhe geben. Er begann seine CD-Anlage anzuschließen. Ohne die ist seine neue Wohnung keine Wohnung, meinte er. Weil er keine Musik-CD zum Auflegen fand, reichte ich ihm das Hörbuch von Gottfried Keller. Wir saßen dann wunderbar entspannt nebeneinander - jeder einen Hörstopsel im Ohr - und lauschten der angenehmen Stimme von Fritz Stavenhagen, der Kellers Erzählung "Der Schmied seines Glückes" vorlas.

Dabei dachte ich mir: Bernhards nächster Umzug darf bald kommen und er darf auch in den fünften Stock gehen.

07.04.2006, 10.09 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek

Das schönste Buch der Welt

Für mich eigentlich immer das, welches ich gerade lese. Es sei denn, ich habe mich wirklich mal total im Buchregal vergriffen. Derzeit ist es zum Beispiel ein wunderschön verzierter Band mit Scheherazades Märchen aus 1001 Nacht, die mich mit ihrer blumigen Sprache bezaubern. Morgen ist es vielleicht das Kontrastprogramm ein knallharter Mankell. Und übermorgen ein außergewöhnliches Buch, das ich eigentlich für meinen Sohn gekauft habe...



Im Februar hat die Stiftung Buchkunst wieder die schönsten Bücher der Welt gekürt und mit Preisen wie der »Goldenen Letter«, edlen Medaillen und Ehrendiplomen bedacht. 636 Titel aus 34 Ländern lagen der Jury zur Begutachtung vor. Und auf der Leipziger Buchmesse konnten wir neulich die Sieger bewundern: Die Niederlande erhielten dieses Jahr die höchsten Ehren. 6 Medaillen und Diplome, sowie der Hauptpreis der »Goldenen Letter« gingen an sie. Weitere Auszeichnungen erhielten Bücher aus China, Finnland, Österreich und der Schweiz. Immerhin: Gutenbergs Heimat Deutschland ist mit einem Ehrendiplom dabei.

Wer mehr wissen möchte:

http://www.stiftung-buchkunst.de

07.04.2006, 10.02 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Bücher allgemein

Goethe reist wieder

Hat Daniela Brasil da was falsch verstanden? »Wie im Himmel, also auch auf Erden«, heißt es bekanntlich im Vaterunser. Die brasilianische Künstlerin dreht die biblische Vorlage um: Und schickt den zu Lebzeiten äußerst reisefreudigen Johann Wolfgang Goethe posthum wieder auf die Reise. Mitsamt seinem Freund und Dichterkollegen Friedrich Schiller.

Goethe- und Schillerdenkmal in WeimarSeit 1857 ziert deren bronzenes Denkmal den Theaterplatz in Weimar. Aber demnächst könnten Touristen, die sich davor ablichten wollen, vor einem leeren Sockel stehen. Weil die Statue der beiden größten deutschen Dichter gerade in Jena weilt. Dort, am Jenaer Markt nämlich stand bis zum Zweiten Weltkrieg jenes Haus, in dem sich die beiden Literaten erstmals trafen, und ihre langjährige Freundschaft ihren Anfang nahm. Und just an diesem denkwürdigen Ort kann ihr Ebenbild einen einwöchigen Urlaub genießen.

Die Weimarer werden sich fragen, was ihnen das Denkmal eigentlich bedeutet, hofft die »Reiseleiterin« Daniela Brasil. Im Moment sei es ja einfach nur da, ohne richtig wahrgenommen zu werden. Deutlich wahrgenommen werden dagegen schon die Reisekosten der beiden Klassiker: zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Und keiner weiß, wer dafür in die Tasche greifen soll. Zudem äußerte die Denkmalschutzbehörde Bedenken. Sie befürchtete, dass Goethe und Schiller auf der Reise entzwei gehen könnten. Bliebe für uns Bücherfreunde immerhin ein Trost: Ihr Werk ist schließlich unvergänglich.

07.04.2006, 09.55 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches

Sind wir nicht alle ein bisschen Alzheimer?

Bald ist Ostern, das ist keine neue Erkenntnis - ich jedoch pflege solche Feste zuweilen zu vergessen. Aber irgendein banaler Zufall ruft mir solche Ereignisse dann doch noch rechtzeitig ins Gedächtnis, damit ich pünktlich die Grußkarten an Verwandte und Freunde verschicken kann. Dieses Mal war es ein Besuch bei einem Freund: Während wir gemütlich unseren Kaffee tranken, blieb mein Blick plötzlich an einem Kunstdruck an der Wand hängen: Der leibhaftige Dürer-Hase prangte dort in seiner ganzen Pracht. Nun, die Assoziation mit dem Osterhasen lag nahe. Danke für den stillen Hinweis, Albrecht Dürer!



Am 06.04.1528 starb der berühmte Künstler - somit ist heute sein Todestag. Insbesondere für die Perfektionierung des Kupferstichs und Holzschnitts erlangte er internationale Bekanntheit - doch mir gefallen seine Naturbilder am besten, eben zum Beispiel jenes Häschen. Vor allem dann, wenn sie mir als solch wertvolle Gedächtnisstütze dienen.

07.04.2006, 09.47 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte

Kinderschwund

In unseren Breitengraden bricht Panik aus: Geburtenalarm! Laut den Statistikern sollen in Österreich immer weniger Kinder auf die Welt kommen. 1,42  Kindern pro Familie können hier gerade mal noch gezählt werden. Deutschland und die Schweiz haben gar nur eine Geburtenrate von 1,4. Nur im Vatikan gibt es weniger Kinder, die das Erdenlicht erblicken. Die Geburtenrate im deutschsprachigen Raum sinkt ständig. Wer oder was ist daran schuld? Die Frauen? Die Männer? Die wenigen Kindergärten? Das zu niedrige Kindergeld? Die fehlende Unterstützung für Familien insgesamt?

Dabei wüsste ich durchaus einen Grund für fröhliches Kinderlachen: Es hat noch nie so viele, so schöne, so gute Kinderbücher gegeben wie in diesen Tagen. Ich würde heutzutage gerne zur Welt kommen. Als Kind besaß ich einst nur ein Buch mit den »Deutschen Heldensagen«, das ich wieder und wieder las. Später durfte ich mir dann im Bücher-Bus die begehrte Lektüre ausleihen. »Aber nicht mehr als drei Bücher, die anderen wollen auch was zu lesen«, belehrte mich die Bibliothekarin. Der Bücher-Bus kam leider nur ein Mal im Monat in unsere Gegend. Die drei Bücher hatte ich schon in der ersten Woche ausgelesen.

Heute könnte ich als Lese-Zwerg in meinem Lese-Hunger Bücher wie »The Very Hungry Caterpillar« oder »The Bad-Tempered Ladybird« in die Hand nehmen. Das sind die englischen Ausgaben der Kinderbuch-Klassiker »Die kleine Raupe Nimmersatt« und »Der kleine Käfer immerfrech«. In unseren Tagen würde ich zweisprachig aufwachsen. Ich könnte die Kinder-Szene in den USA studieren, wo die Geburtenrate noch bei 2,0 Kindern pro Familie liegt.

Kinderbücher bei Jokers

Englische Kinderbücher bei Jokers

04.04.2006, 11.35 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend

Stanislaw Lem ist tot

Ich bin mit ihm groß geworden. All meine Jugendjahre hat er begleitet, jedes seiner Bücher habe ich verschlungen, er hat mich mit zu dem gemacht, was ich heute bin: Ein Mensch, der an die Zukunft glaubt, aber um deren Risiken Bescheid weiß.

Vor mir erlag bereits eine andere Generation seinem futuristischen Zauber, seinem phantastischen Weitblick. Seine "Phantomatik", die er in den 50er Jahren entwarf, ist nichts anderes als der heutige Cyberspace, die virtuelle Realität.

Und nun ist der Mann, der unter anderem für den Ausspruch "Die erste Voraussetzung für die Unsterblichkeit ist der Tod" bekannt wurde, tot. Letzten Montag verstarb der Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem 85-jährig in einer Krakauer Klinik.

Ach, wie habe ich seine philosophisch inspirierten Zukunftsentwürfe geliebt: Solaris, die Sterntagebücher, die Robotergeschichten... Niemand wird ihn je ersetzen können. Seine Werke, die mir bleiben, werde ich wie einen Schatz hüten.

04.04.2006, 11.16 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren

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