Jokers Blog Österreich

Lieber das Echte

RilkeShortbooks als Hörbucher sind in. Was man unter diesem Anglizismus versteht, liegt scheinbar ganz im Trend der Zeit: Literatur im Espresso-Format. Schnell, ergiebig, eilig – und damit ein Kultur-Schock für Lesefans.

Seien wir mal ehrlich. Was bringt es, wenn man über die aktuellen Neuerscheinungen mitplappern kann, gepflegten Small-Talk über die „wichtigsten“ Bücher der Jetzt-Zeit halten kann, weil man eben mal schnell die Zusammenfassung des Inhalts auf einer Seite las oder, noch moderner, als 5 Minuten Audio-Format auf die Ohren bekam? Wo bleibt der Lesegenuss, wo bleibt die Entspannung, wo bleibt das Eintauchen in faszinierende Welten?

Sie wissen, dass auch ich mich für Hörbücher interessiere. Aber bitte als Gesamtwerk und keine Espresso-Zusammenfassung! Stellen sie sich nur mal vor, eines der schönsten Gedichte von Rilke, „Die Dinge singen hör ich so gerne“, wäre in ein paar Zeilen zusammengefasst, was dann vielleicht so klingen würde: Singen statt Sprechen!

Nein, nein: Ich lasse mich viel lieber ganz auf Literatur ein, z. B. Rilkes einmalige Welt, sauge jedes seiner poetischen Worte in mir auf:

Die Dinge singen hör ich so gern

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott.
Sie wissen alles, was wird und war,
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt gerade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.


Noch schöner ist es, diese Verse zu hören – und zwar gesungen, von keinem anderen als Xavier Naidoo. Denn der interpretiert jenes Gedicht auf dem einmaligen Hörbuch „Der überfließende Himmel“, die 3. Fortsetzung des Rilke-Projekts. Xavier Naidoo ist nicht der einzige Star, der sich für Rilke begeistert – doch wer die anderen Berühmtheiten sind, die mit ihrer einzigartigen Stimme die schönsten Rilke-Strophen vortragen, hören Sie besser selbst.

Hörbuch „Der überfließende Himmel

30.04.2008, 16.51 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek | Tags: Shortbooks, Hörbücher, Rilke-Projekt, Xavier Naidoo,

Branchenmarketing fürs Buch



In meiner Kindheit und Jugend hörte ich noch oft den Ruf „Brillenschlange“. „Brillenschlangen“ waren Mädchen, die eine Brille trugen. Man äffte sie nach, man machte sich über sie lustig. Heute kann ich mir nicht vorstellen, dass man einen solchen Ruf noch hört. Heute sind Brillen ein Lifestyle-Produkt. Ich kenne Menschen, die sammeln Brillen wie andere Leute Schmuck und jeden Tag der Woche tragen sie eine andere Brille, um ihrem Ego die ihrer Meinung nach nötige Ausstrahlung zu geben.

Dass das so ist, hat ein raffiniertes Branchenmarketing der Augenoptiker geschafft. Über etwa zwanzig Jahre hinweg, haben sie es durch ein branchenweit abgestimmtes Marketing geschafft, jemanden mit Brille als cool, sexy und trendig darzustellen. Ich will nicht sagen, dass sich die Menschen um eine Brille reißen, aber es ist – außer dass es viel Geld kostet – nichts Tragisches mehr.

Nun hat der Gestalter und Kommunikationsfachmann Rainer Groothuis, ein Mann, dessen Agentur schon viele Cover und ganze Bücher gestaltet hat, eine Diskussion darüber losgetreten, ob sich nicht auch die Buchbranche zusammentun sollte, um per Branchenmarketing das Buch als etwa Lifestyliges darzustellen. Die Menschen würden wieder nach der Manufaktur suchen, nach dem authentisch Erlebten. In der Buchbranche gehe der Weg aber in Richtung Filialisierung und die kulturelle Aura der Buchhandlungen werde immer mehr verloren gehen. Wegen der Austauschbarkeit der einzelnen Buchhandlungen, sähen es viele Menschen nicht mehr ein, eine Buchhandlung zu besuchen und kauften gleich bei Amazon.

Es gebe aber auch andere Wege, neue, authentische. Wege für die anspruchsvollen Kunden, die das Unterscheidbare suchten. Und die Buchbranche könnte sich eine Kampagne überlegen, wie diese neuen Wege aussehen. Man müsse eine kulturelle Idee dafür entwickeln und durch das Verzichten auf ein halbes Prozent Rabatt das Marketing und die Werbung für diese Idee finanzieren.

Eine gute Idee, wie ich finde. Ich bin gespannt, was unsere Branchenverbände daraus machen. Wir von Jokers unterstützen dieses Jahr zum ersten Mal den Welttag des Buches, eine Marketingidee des Buchhandels, die das Lesen und das Buch wenigstens an diesem besonderen Tag in den Fokus der Betrachtung stellt. Wir stellen die Frage: Was bedeutet Ihnen lesen? Jeder, der mitmacht, kann einen Warengutschein von 30 Euro gewinnen:

http://www.jokers.at/welttag

Schon die bisher geschriebenen Statements sind gutes Branchenmarketing, zeigen sie doch, wie Menschen vom Lesen und vom Buch profitieren.



30.04.2008, 16.01 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Branchenmarketing, Buchhandel, Lesen, Lifestyle, Filialisierung, Warengutschein, Groothuis,

Auf den Traumjob bewerben

Praxismappe OrientierungDie Tochter einer Freundin macht nächstes Jahr ihren Schulabschluss. Und damit gehen schon dieses Jahr die Bemühungen um einen Ausbildungsplatz los. Denn die Zeiten, in denen Jungs und Mädchen ihren Qualifizierten Hautschulabschluss machten, um sich dann ganz gemütlich eine Lehrstelle auszuwählen, sind schon lange vorbei. Heute heißt es: Wer nicht mindestens ein Jahr vor Schulabschluss die Zusage eines Unternehmens in der Tasche hat, geht meistens leer aus.

Doch für einen 8-Klässler ist es natürlich schwierig, sich vorzustellen, was er mit seinem Leben anfangen will. Soll er sich zum Einzelhandelskaufmann oder zum Mechaniker ausbilden lassen? Will das junge Mädchen Arzthelferin oder Friseuse werden? Oder vielleicht macht es mehr Sinn, noch ein paar Jahre Schule anzuhängen, die Mittlere Reife oder das Abi zu machen, um dann vielleicht Architektur zu studieren oder ein Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten?

Die Eltern stecken hier oft in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite wissen sie, wie wichtig es für ihre Kinder ist eine Arbeit zu finden, auf der anderen Seite kennen sie ihre Kinder gut genug, um zu wissen, dass sie vor allem eins nicht wissen: was sie wollen.

Als praktische Hilfe nicht nur für Schul- und Studienabgänger, sondern auch für all jene, die sich beruflich umorientieren wollen oder müssen, haben wir die „Praxismappe – berufliche Orientierung“ in unser Programm aufgenommen. So kann jeder für sich gezielt seine beruflichen Vorlieben und Fähigkeiten an Hand von vielen Tests und Übungen herausfinden – und sich so gezielt auf seinen Traumjob bewerben!



30.04.2008, 15.48 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Berufliche Orientierung, Lehrstelle, Ausbildungsplatz , Fähigkeiten, Traumjob,

Die Delete-Taste – ein Gottesgeschenk

LoeschtasteSusannes PC erlitt einen Totalausfall. Durch einen Virus, der heimtückisch von keinem ihrer sage und schreibe drei Virenschutz-Programme erkannt wurde. Ungehindert hat er sein böses Werk vollbracht. Und so musste die freie Journalistin eine Woche lang mittels guter alter Schreibkunst ihre Arbeit erledigen.

„Ich wusste gar nicht mehr, wie anstrengend das Schreiben sein kann“, erzählte sie mir danach. „Die Delete-Taste ist ein wahres Gottesgeschenk, und das Schnelltippen sowieso. Ich brauchte fünf Mal länger, um meine Sätze zu Papier zu bringen. Vom Versenden ganz zu schweigen.“

Geschlagene 7 Tage saß Susanne vor ihrem schwarzen Bildschirm und kritzelte rund 100 Blockseiten voll. Erst am folgenden Wochenende konnte ihr Freund das Problem bannen und den PC wieder zum Laufen bringen.

Dass ihre Arbeiten trotz allem in gewohnter Form bei ihren Kunden einliefen, verdankte sie ebenfalls ihrem Freund, mit dem sie telefonierte und der ihre Sätze zu Papier – pardon – zur Datei brachte und schließlich versandte.

29.04.2008, 17.05 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Arbeitserleichterung, PC, Löschfunktion,

Es piepst im Haus

VogelDurch meine Wohnung hallt seit neuestem fröhliches Vogelgezwitscher. Nein, nicht wegen den Frühlingswochen. Ich höre bzw. lese ein neues Buch über Vogelstimmen mit CD!

Ich hatte schon immer große Freude am mannigfaltigen Piepen und Tirilieren vor meinem Fenster. Naja, bislang konnte ich zwar eine Amsel von einer Nebelkrähe unterscheiden, aber oft nicht wirklich genauer bestimmen, was da so alles an Federvieh am Meisenknödel baumelte. Auch schallte mir bei Waldspaziergängen so manches Mysterium aus den Wipfeln entgegen, das ich nur allzu gern gelöst hätte. Jetzt meine ich langsam hinter die Vogelsprache zu hören und glaube zielsicher Feldschwirl, Gartengrasmücke und Gartenbaumläufer schon beim ersten Piep voneinander unterscheiden zu können.

Meine Frau begegnet meiner neuen Begeisterung für Vogelstimmen mit Skepsis. Sie befürchte, gestand sie mir neulich, ich würde schon bald mit einem Richtmikrophon im Gebüsch hocken und Vögel belauern. Die Sorge kann ich ihr getrost nehmen. Das Buch und die CD reichen mir völlig aus. Die kann man nämlich auch zu Hause genießen. Und ein Sofa ist mir immer noch lieber als ein Platz im Gebüsch oder auf einem Hochsitz.



29.04.2008, 16.30 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek | Tags: Vögel, Vogelstimmen, Feldschwirl, Gartengrasmücke, Gartenbaumläufer, Nebelkrähe, Amsel,

Die Schlacht der Geschlechter

Geschlechterkampf„Jungs spielen mit Autos, Mädchen mit Puppen.“ Es soll sogar manches Elternpaar gegeben haben, das versuchte, die „natürliche Programmierung“ ihrer Sprösslinge umzudrehen und beiden Geschlechtern das jeweils andere Standard-Spielzeug zu geben. Die Erziehungswissenschaften waren sich lange Jahre uneinig, ob die Genetik oder das soziale Umfeld, sprich die Erziehung, „schuld“ an den geschlechtsspezifischen Vorlieben der Kleinen hat.

Jetzt scheinen neue Forschungsergebnisse Licht ins Dunkel zu bringen. Niemand anderes als kleine Rhesusäffchen sollen die Behauptung der Wissenschaft belegen, dass die Genetik die Verantwortung für das Spielverhalten der Nachkommen trage. Denn in verschiedenen Untersuchungsreihen wurde festgestellt, dass männliche Rhesusaffen vorzugsweise zu Spielzeugautos greifen, während weibliche Affen sich liebevoll um Puppen kümmern! Die vollständigen Forschungsergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Hormones and Behavior“ zu finden.

Wie steht es um Ihr Wissen um die Unterschiede zwischen den Geschlechtern? Sind Sie in der Lage, schnell das Verhalten Ihres Gegenübers zu beurteilen? Machen Sie die Probe aufs Exempel und spielen Sie die „Schlacht der Geschlechter“ – ein vergnügliches und durchaus überraschendes Quiz-Buch, das so manche delikaten Einzelheiten über die Vertreter des anderen Geschlechts verrät.


28.04.2008, 16.15 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Geschlechterkampf, Wissenschaft, Unterschied,

Eine Empfehlung für Hannover-Messe-Besucher

WettermacherBiogas, Solarthermie, Wind und Geothermie sind Trendthemen des Klimaschutzes. Diese Jahr dreht sich vieles auf der Hannover Messe um diese neuen Energien. Mit Japan als Partnerland findet die riesige Messe vom 21. bis 25. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt statt. Mehr als 5.000 Aussteller aus 62 Ländern präsentieren ihre Produkte sowie Dienstleistungen auf 170.000 Quadratmetern Fläche.

Immer mehr rückt der Umweltschutz in den Fokus der Industrie. Und dennoch: Die Zahlen, die das Sekretariat der Klimarahmenkonvention von Rio (UNFCCC) in Bezug auf Treibhausgas-Emissionen in westlichen Industriestaaten und früheren Ostblockländern vorlegte, zeigen, dass Klimaschutz scheinbar nur als Kunstwort fungiert. Was vor 10 Jahren in Kyoto beschlossen wurde, ist bis heute meilenweit von seiner Realisierung entfernt. Es gibt kaum ein Land, das seine Verpflichtung zur Reduktion der Schadstoffemissionen eingehalten hätte. Vielmehr steigen die Emissionen klimaschädlicher Spurengase in fast allen Industrie- und Umbruchsländern.

Kennen Sie sich aus, welche Faktoren unser Klima beeinflussen? Wissen Sie, was Sie von Schlagworten wie der „globalen Erwärmung“ oder dem „Abschmelzen der Pole“ zu halten haben? Wenn auch Sie sich unsicher sind, wie Sie die neuen Versprechen der Politik zum Klimaschutz einzustufen haben, schlagen Sie doch einfach mal in „Wir Wettermacher“ von Tim Flannery nach. In diesem Standardwerk zum Klima erklärt der Autor anschaulich alle wissenschaftlichen Fakten, Folgen und Lösungsansätze. Das Buch empfehle ich auch allen Wirtschaftbossen, die in dieser Woche die Hannover Messe besuchen.


25.04.2008, 17.37 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Klimawandel, Wettermacher, Umweltschutz, Hannover Messe,

Deutschlands erfolgreichster Autor

hohlbeinEs gibt einen deutschen Autor, der wie kein zweiter die Gemüter in meinem Bekanntenkreis spaltet: Wolfgang Hohlbein. Der Fantasy-Schreiber gehört mit rund 35 Millionen verkauften Werken zwar zu Deutschlands erfolgreichsten Schriftstellern. Bei über 200 Werken ist meiner Meinung nach allerdings auch einiges dabei, auf das, verzeihen Sie meine Direktheit, die Welt hätte verzichten können. Leider habe ich von ihm bislang nur Bücher gelesen, die in eben diese Kategorie fallen. Ich denke da vor allem an seine Horror-Werke „Der Inquisitor“ und „Am Abgrund“.

Zu Gute halten muss man ihm allerdings, und so argumentieren auch seine Verehrer unter meinen Bekannten, dass er aus einem schier unermesslichen Einfallsreichtum schöpft und fast alle Genres bedient. Fantasy, Horror, Kinderromane, historische Romane, Science Fiction, es gibt kaum einen Bereich, zu dem Hohlbein noch kein Buch geschrieben hat. Es fehlt höchstens noch eine wissenschaftliche Abhandlung. Aber vielleicht schreibt er die ja auch noch.

25.04.2008, 16.03 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Hohlbein, Autor, Fantasy,

Die Vogtin

Sie hat die schärfste Zunge von Jokers. Wo ihre blonden Haare flattern, bleibt kein Männerherz vom Schmerz verschont. Sie kam als Auszubildende zu mir – und ich wäre ihr fast erlegen, äh, besser gesagt: ihrem Redeschwall, ihren Fragen, ihren Einfällen, ihrer Kreativität … Gott, war Kathrin Vogt anstrengend! Sie war die erste Frau, an der ich merkte, dass ich älter wurde und mit der Jugend nicht mehr immer mithalten kann. Bis zur Begegnung mit Katja Vogt dachte ich, ich könne schnell denken, schnell reagieren, sei immer auf Zack, redegewandt und schlagfertig. All diese Illusionen nahm sie mir. Und ich versank in Depressionen.



Monate der Erholung brauchte es, mich von dem Schock Vogt Kathrin zu erholen. Dabei kamen wir immer gut miteinander aus, war sie eine der besten Auszubildenden, die ich je bei mir hatte. Seit sie ihre Ausbildung bei uns abgeschlossen hat, studiert sie an der Fachhochschule Augsburg Grafikdesign. Und nebenbei arbeitet sie bei uns. Seit ein paar Wochen absolviert sie in der Schweiz bei Weltbild in Olten ein Praktikum, das sie im Zuge ihres Studiums machen muss. Ich, äh, wir alle denken oft an sie. Hoffen, dass sie wiederkommt, die Schweizer ihren Wirbelwind überleben und dass sie ihre muntere, ihre freche, ihre aufmerksame, ihre liebenswert frische Art behält und wir sie so wieder von den Kolleginnen und Kollegen in der Schweiz zurückbekommen.

Katja, wir lieben und vermissen dich!

24.04.2008, 16.20 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Sehnsucht

Latein als erste Fremdsprache?

Eine meiner Nichten kommt im nächsten Schuljahr aufs Gymnasium: Jetzt steht die Entscheidung an, mit welcher Sprache sie startet. Ich selbst begann in meiner Schullaufbahn mit Latein, meine Schwester mit Englisch, aber heute ist sie der Meinung, dass Latein die besseren Voraussetzungen bietet, später die anderen Fremdsprachen an der Schule leicht erlernen zu können. Also versucht sie, meiner Nichte Latein schmackhaft zu machen.

RomDas ist nicht so leicht wie gedacht: Denn welches Kind hat schon Lust, sich mit den schwierigen Grammatikregeln auseinanderzusetzen? Doch Latein ist viel mehr als Ablativ und Co.: Latein, selbst wenn es heute eine tote Sprache ist, war einmal eine Weltsprache, war das Kommunikationsmittel schlechthin, das die Geschichte des Abendlandes mehr prägte als jede andere Sprache. Latein war Leben, beeinflusste und kreierte eine ganze Gesellschaft. Latein ist Rom, ist Nero, ist Caesar, ist Wein, ist Poesie, ist…

Als meine Schwester mich um Hilfe bat, die kleine Nichte von der Schönheit des Latein zu überzeugen, wusste ich, dass mir dies nur auf einem Weg gelingen konnte. Ich musste ihr zeigen, dass Latein vor allem „panem et circenses“ ist, Brot und Spiele. Also zeigte ich ihr mein wunderbares Puzzlebuch vom alten Rom: In 5 mal 63 Teilen wird das antike Leben in der einst brodelnden Stadt dargestellt. Klar, dass meine Nichte Feuer und Flamme war! Und natürlich will sie nun mit Latein als erster Fremdsprache beginnen… So einfach kann es manchmal sein, Kinder für die Schule zu begeistern!

23.04.2008, 17.57 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Grammatikregeln, Fremdsprachen, Latein, Puzzlebuch,

Ein Arzt mit Humor

Vor wenigen Tagen hörte ich zufällig im Radio ein Interview mit einem neuen Comedian, Eckart von Hirschhausen. Zunächst war ich skeptisch, denn die meisten so genannten Humoristen bringen mich eher zum Weinen als zum Lachen. Doch diesen fand ich wirklich lustig zu sein. Interessant erschien mir, dass er als praktizierender Arzt eines Tages zum Komiker-Dasein wechselte und seither als Comedian, Zauberkünstler und Moderator arbeitet.

Ich war von seinen Witzen über das Gesundheitssystem, die Bahn und den Gesundheitswahn so begeistert, dass ich gleich zur nächsten Buchhandelung steuerte und mir sein Werk „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“ zulegte. Und in der Tat: Hier ist endlich mal wieder ein Humorist am Werk, der wenigstens ein bisschen Intelligenz von seinem Publikum verlangt. Denn neben eher einfachen Witzen findet man bei ihm auch schöne Wortspiele („Sauna – Ungeheures aus Well Ness“ oder „Schnarchen – mit dem Gaumensegel hart am Wind“) und gute Erklärungen des alltäglichen Irrsinns aus Sicht eines Mediziners. Ein Humorist, den ich auf jeden Fall weiter im Auge behalten werde.

23.04.2008, 17.11 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Humor, Witze, Humorist,

Traumsymbole

TraumdeutungLetztes Wochenende hatte ich einen seltsamen Traum: Ich saß auf einem weißen Schwan und flog über eine Wüste - unter uns erstreckten sich endlose Dünen, gelber Sand, so weit das Auge reichte. Ich fühlte mich nicht in Gefahr, obwohl ich wusste, dass das Tier und ich vor einem Sturm flohen, der uns einzuholen drohte. Doch der Schwan bewegte nur gelassen seine Flügel und wir entfernten uns in rascher Geschwindigkeit mehr und mehr von dem starken Wind, der bereits den Sand aufwirbelte.

Ich weiß nicht, wie der Traum endete, doch als ich morgens erwachte, ging er mir nicht mehr aus dem Kopf. Leider kenne ich niemanden, der sich mit Traumdeutung auskennt, und ich selbst habe mich auch niemals ernsthaft mit der Symbolanalytik beschäftigt. Aber mir war klar, dass ich an jenem Tag so lange nicht effektiv arbeiten konnte, so lange ich nicht diesen Traum für mich interpretiert hatte. Also zog ich mich in unser Lager zurück, weil ich glaubte, dort schon einmal ein Buch zur Traumsymbolik gesehen zu haben. Und ich wurde fündig: Flugs schlug ich die Metaphern meines Traums, denen ich subjektiv die größte Bedeutung zuschrieb, in dem anschaulichen "Buch der Träume" nach und fand: Ein Schwan ist das gängige Traumsymbol für Glück, im privaten wie im beruflichen Bereich, eine Wüste hingegen bedeutet neue Herausforderungen, Hindernisse, die es zu überwinden gilt.

Ich war zufrieden: Schlussendlich bedeutet mein Traum also wahrscheinlich, dass etwas auf mich zukommt, das ich mit Unterstützung aus meinem Umfeld gut meistern werde.

Natürlich nahm ich das Traumbuch mit nach Hause, da liegt es nun auf meinem Nachttisch und wartet darauf, mir bei der Interpretation weiterer Träume helfen zu können.

22.04.2008, 17.48 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Naturwissenschaften | Tags: Traumdeutung, Traumsymbolik,

Das Reiten wiederentdeckt

pferdeEine meiner Kolleginnen hat kürzlich das Reiten neu für sich entdeckt. Schon als Kind ritt sie sehr gerne, verbrachte ihre Freizeit auf einem Pferdehof in der Nähe, und während andere Mädchen die ersten Schminkversuche unternahmen, polierte sie ihren Sattel. Doch wie das Leben so spielt, geriet ihr Lieblingshobby nach und nach in Vergessenheit: Andere Dinge wurden wichtiger, und so vergingen 20 Jahre, in denen sie kein einziges Mal mehr die Welt vom Pferderücken aus erlebte.

Doch neulich las sie von einem Wieder-Einsteiger-Kurs, der in einem Nachbarort angeboten wurde: Nachdem der Reitkurs auf den kleinen Isländern stattfand, hatte sie keine Angst, sich wieder in den Sattel zu schwingen. Am nächsten Arbeitstag kam sie mit strahlenden Augen zu Jokers und schwärmte von ihrem Erlebnis. Für sie war klar: Sie würde ihr altes Hobby wiederaufnehmen.

Pferde sind wahrlich faszinierende Tiere! Ausdauernd, stolz und dennoch treu, wenn sie einmal Vertrauen zu "ihrem" Menschen gefunden haben. Was mir allerdings nicht bekannt war: dass es gewaltige Charakterunterschiede zwischen den einzelnen Pferderassen gibt, die gänzlich unterschiedliche Erziehungsstile erfordern. Vor allem die Methoden der Kinesiologie, des Reiki und der energetischen Arbeit sollen großen Erfolg im Umgang mit Pferden haben! Doch lesen Sie am besten selbst in unserem faszinierenden Werk "Reiten im Einklang mit mir selbst", das wir nun extra für Pferdeliebhaber in unser Programm aufgenommen haben.

21.04.2008, 17.43 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: reiten, Pferde, Pferderassen,

Totale Überwachung

BiergartenManchmal überfällt mich die nackte Panik. Zum Beispiel, wenn ich in der Zeitung lese, dass Konzerne wie Lidl sogar die privatesten Handytelefonate ihrer Mitarbeiter überwachen. Was George Orwell 1949 mit dem Roman „1984“ vorhersagte, ist bittere Realität. Die Zeichen, so scheint mir, deuten darauf hin, dass auch bei uns bald die totale Überwachung herrscht, und schon Gedanken reichen, um Menschen hinter Gitter zu stecken.

Man muss es sich nur mal vor Augen führen: Per Handy – auch wenn es ausgeschaltet ist – kann jeder Schritt überwacht werden. Sobald der PC hochgefahren wird, ist man automatisch online. Alles, was dann am Bildschirm passiert, ist legal nachprüfbar. Egal, ob ich meiner Frau per Mail für die wunderbare Nacht danke oder Rechnungen schreibe. Doch auch ohne PC und Handy ist es ganz leicht, jeden von uns zu orten. Die automatische Kennzeichenregistrierung speichert jede Autonummer, inklusive Fahrer natürlich, der vorbeifährt. Und auch an Bahnhöfen und S- oder U-Bahn-Stationen sorgen Kameras dafür, dass dem Staat niemand entgeht. Selbstverständlich alles nur zum Schutze des Bürgers.



Und heute las ich, dass sogar Biergärten per Kamera überwacht werden. Da stellt sich dann doch die Frage: Warum? Weil Biergärten der übliche Ort sind, um Terroranschläge zu planen? Ich kann die Gründe nicht mehr nachvollziehen, die uns aufgetischt werden, damit wir die Überwachung schlucken.

21.04.2008, 17.18 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nachdenkliches | Tags: Biergarten, Ueberwachung, Spionage,

Weniger Buchkäufer

Keine gute Nachricht für den Buchhandel. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung, kurz GfK, hat der Buchhandel 2007 wieder Kunden verloren. Jedenfalls unter Privatleuten. Etwa 500.000 Menschen weniger haben Bücher gekauft. Statt 35,8 Mio. ist die Käuferzahl auf 35,3 Mio. zurückgegangen. Im deutschen Buchhandel. Aber ähnlich sieht es in Österreich und den deutschsprachigen Gebieten in der Schweiz aus. Das Interessante aber ist, dass diese Käufer mehr Umsatz gemacht haben. Und das, obwohl der Durchschnittspreis eines Buches in Deutschland nur von 9,82 auf 9,98 € gestiegen ist. Fazit: Weniger Leute lesen mehr.

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommen auch andere Marktforschungsunternehmen. Auch hier zeigt sich die zunehmende Spaltung unserer europäischen Gesellschaften in Menschen, die sich weiterbilden, die vorwärtskommen, und in Menschen, die von der Entwicklung abgehängt werden, nicht mehr mit wollen oder nicht mehr mit können. Wenn man Lesen als eine Kulturtechnik begreift, die notwendig ist, um in der heutigen Gesellschaft seinen Status zu halten oder weiterzuentwickeln.

Für den Buchhandel zeigt sich immer deutlicher, dass er eine umfassende Strategie entwickeln muss, Nichtleser zurückzugewinnen. Das wäre auch ein wichtiger Dienst an der Gesellschaft, die immer mehr zu einer Wissensgesellschaft wird. Und damit durchaus auch der staatlichen Förderung wert, wie sie in verschiedenen Formen und viel intensiver z. B. Frankreich dem Buchhandel gewährt.

18.04.2008, 17.02 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Buchhandel, Umsatz, Konsumforschung, Förderung,

Cowboys, Gott und Coca-Cola

USA BuchKürzlich lag meine Frau mit einem Magen-Darm-Infekt im Bett. Sie schluckt äußerst ungern Medikamente und so griff ich auf das alt bewährte Heilmittel meiner Kindheit zurück. Ich verabreichte ihr nichts anderes als ein Glas Cola, eben das, was ich früher von meiner Mutter bekam, wenn ich unter Übelkeit litt. In meiner Kindheit hatte Cola noch etwas herrlich Exklusives, ja fast Verruchtes: Damals diskutierte man darüber, ob Cola wirklich Extrakte der Koka-Pflanze enthält.

Cola wird immer wieder als gesundheitsschädigend kritisiert: Vor allem einer ihrer Hauptinhaltsstoffe, die Phosphorsäure, soll Karies verursachen, da sie das Kalzium der Zähne angreift. Ernährungsexperten sehen die Heilwirkung von Cola bei Durchfallerkrankungen natürlich anders als meine Mutter, auch wenn heute ganz sicher keine Koka-Bestandteile mehr in der süßen Brause zu finden sind.

Kennen Sie eigentlich die Geschichte der Cola? Heute wissen vor allem junge Leute wenig mehr, als dass sie das Nationalgetränk der USA ist. Und um Amerika rankten und ranken sich manche Klischees. Amerika bestand in den Augen vieler aus Cowboys, Goldwäschern und Baptisten, die sich Cola schlürfend in Saloons wilde Schießereien mit Indianern lieferten. Genau solche Vorurteile greift Sylvia Englert in ihrem Werk „Cowboys, Gott und Coca-Cola“ auf: Spannend und mit einer gesunden Portion Humor erzählt sie die faszinierende Geschichte der Vereinigten Staaten.


17.04.2008, 16.23 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte | Tags: USA, Cowboys, Coca Cola,

Hoch die Krüge!

„Haben Sie das Lied, wo der Henry Maske singt?“ Ich erinnere mich noch genau, wie ich vor 15 Jahren bei einem kleinen CD-Händler in einem noch kleineren Dorf die neuesten Auslagen durchforstete und staunte. Neben mir stand gerade ein Jungbauer und verlangte nach „Conquest in paradise“ von Vangelis, dem hymnischen Instrumentalstück, das der Boxer Henry Maske damals verwendete, um seinem Einzug in den Ring etwas mehr Glanz und Glamour zu verleihen.

An diesen denkwürdigen Moment meiner persönlichen Musikgeschichte dachte ich kürzlich, als ich „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk las. In diesem großartigen Roman über die „Musikszene“ der ländlichen Bevölkerung rekapituliert der „Mucker“ und Humorist Strunk seine Zeit als Saxophonist in der Dorfband „Tiffanys“.

Seine Auftritte auf Schützenvereinsfeiern, Dorffesten und Hochzeiten kamen mir irgendwie bekannt vor und ich entsann mich eines alten Schulkameraden. Schon während des Abiturs hatte sich Rainer das Taschengeld mit Gelegenheitsjobs als Alleinunterhalter aufgebessert und dabei ähnliche Erlebnisse mit der Dorfbevölkerung im Bierzelt gehabt wie Strunk.

„Fleisch ist mein Gemüse“ ist ein sehr einfühlsam geschriebenes Buch über eine sehr schratige Musikkultur, die den Gegenpol bildet zu allen Castingshows dieser Welt. Lesenswert!

17.04.2008, 15.13 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Musikszene, Musikkultur, Strunk,

Olympia-Hintergründe

Die olympischen Spiele sind derzeit in aller Munde – schlussendlich ist der Austragungsort der diesjährigen Sportwettkämpfe mehr als umstritten.

Die weltweite Aufmerksamkeit ist historisch betrachtet durchaus gerechtfertigt: Schließlich war eine „Olympiade“ in der griechischen Antike das geltende Zeitmaß! Eine Olympiade, 4 Jahre, meinte die Periode zwischen zwei olympischen Wettkämpfen, die damals allerdings nicht nur dem Sportsgeist gewidmet waren, sondern vielmehr zur Huldigung der Götter und Helden, Zeus und Pelops, dienten.

Als Entstehungsjahr der Spiele wird in der Literatur das Jahr 776 vor Christus angegeben, die kultischen Wettkämpfe dauerten 3 bis 5 Tage. Ab 394 n. Chr. fanden keine Olympischen Spiele mehr statt, bis sie im Jahr 1896 auf Anregung des französischen Barons Pierre de Coubertin wieder eingeführt wurden und seither, unterbrochen nur durch die Weltkriegsjahre zu den 6., 12. und 13. Olympischen Spielen, regelmäßig abgehalten werden.

Die Teilnahme steht qualifizierten Sportlern aller Länder offen, und ganz wie damals im alten Griechenland genießen die Gewinner der Wettkämpfe höchstes Ansehen.

Sehen Sie hier einen Überblick über die Daten von Olympia seit ihrer Wiedereinführung:



Es gibt zahlreiche Beispiele, wie die alte griechische Kultur auch unser heutiges modernes Leben beeinflusst, egal, ob es sich um das griechische Alphabet oder die antike Götterwelt handelt. Für Lehrer und Erzieher haben wir ein besonderes Materialienbuch im Programm: „Griechenland – Olympiade“ beinhaltet zahlreiche Kopiervorlagen und andere Hilfsmittel, die den Schülern der Unterstufe anschaulich das Leben einer der wichtigsten antiken Kulturen zeigen.

16.04.2008, 16.14 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Olympiade, Griechenland, Antike, Materialienbuch,

Er steht einfach nicht auf dich

Telefon„Wie viel Zeit hab ich schon damit verschwendet, dass ich mich für Männer engagiert habe, die eigentlich nichts von mir wollten“, erklärte mir Susanne, eine Bekannte aus Studentenzeiten, neulich. Dann habe sie den Ratgeber „Er steht einfach nicht auf dich“ mit dem hübschen Untertitel „Warum Frauen nie verstehen wollen, was Männer wirklich meinen“ gelesen.

„Das Buch hat mir die Augen geöffnet. Wenn ein Mann sich urplötzlich nicht mehr meldet, dann ist meist nicht das Telefon kaputt, seine Mutter erkrankt oder die Arbeit zuviel. Nein. Dann interessiert er sich einfach nicht so für mich.“ Das klang irgendwie bitter, deshalb fragte ich nach und hörte: „Ich bin es leid, dass wir Frauen Entschuldigungen und Mythen rund um Männer erfinden, die sich urplötzlich nicht mehr melden. Wenn ein Mann verliebt ist, dann hält ihn auch eine kranke Mutter nicht davon ab anzurufen.“

Mittlerweile soll das Buch zu einem wahren Bestseller geworden sein und angeblich wird es in Hollywood verfilmt.

16.04.2008, 16.11 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Ratgeber

Werbesprüche

FrageManchmal verstehe ich die Werbung nicht mehr. Zugegeben, es gab immer schon Slogans, bei denen sich mir die Fußnägel hochbogen. Doch in den letzten Jahren wird das Spiel mit der Sprache, das Werbung ja eigentlich auch ist, immer mehr zur Qual. Und ich fürchte, Slogans wie „Da werden Sie geholfen“ sind erst der Anfang. Neulich hörte ich zum Beispiel: „Wir holen die Sonne in Ihre Ohren.“ Ein Bild, das so nicht wirklich passt und eher nach Mittelohrenzündung klingt denn nach Wohlbehagen. Oder der Spruch „Jede Woche wertvoll fernsehen“! Wie kann man wertvoll fernsehen, frage ich mich.

Nennen Sie mich einen Nostalgiker, aber bei Werbung, die auf Verdummung der Konsumenten abzielt, trauere ich alten Zeiten nach. Ich erinnere mich an Werbesprüche wie „Wir machen den Weg frei“ oder „Nichts ist unmöglich“, die einem das Gefühl gaben, mit dem Produkt eine echte Lebenserleichterung zu kaufen. Unvergessen auch „Nicht nur sauber, sondern rein“ oder „Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können“. Meiner Meinung nach waren das noch Slogans mit Aussage. Und sie hatten sogar noch einen einigermaßen nachvollziehbaren Satzbau.

Wie gefällt Ihnen eigentlich „Jokers – Wo kluge Leute Bücher kaufen“?

15.04.2008, 16.06 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Werbespüche, Werbeslogans, Reklame,

Thema Alter

Ich erinnere mich noch genau an die Worte einer guten Freundin anlässlich ihres 40sten Geburtstags: „Dreißig zu werden, das ist ja noch ganz cool. Da liegt einem die Welt noch zu Füßen. Aber mit vierzig ist eigentlich alles vorbei.“ Ich selbst war damals gerade Anfang dreißig und konnte ihre Meinung nicht gut nachvollziehen. Heute, viele Jahre später, denke ich immer wieder an ihre Worte.

Erst recht, wenn ich von Jubiläen bekannter Persönlichkeiten lese. Wie etwa von Udo Jürgens, der mit 74 Jahren jetzt ein neues Album herausgebracht hat, und von dem Zeitschriften wie der „Spiegel“ schwärmen: „Udos Stimme hat sich verändert: Sie will nicht mehr so viel. Sie klingt jetzt lässig alt. Es singen Zuversicht, Gelöstheit, die totale Entspannung.“

Gänzlich anders vom Altern spricht der amerikanische Schriftsteller Philip Roth in seinem neuen Roman „Jedermann“. Denn für den 73-Jährigen ist Altern kein Kampf, „das Alter ist ein Massaker“. Entsprechend beginnt das Buch mit der Beerdigung der namenlosen Hauptfigur. In zahlreichen Rückblicken erzählt Roth die Geschichte eines normalen Amerikaners, der seine mit dem Alter zunehmenden Krankheiten nur schwer akzeptieren kann. Im Mittelpunkt stehen der körperliche Verfall und das Altern. Eine Geschichte, die alles andere als verklärt und „entspannt“ ist.

Philip Roth bei Bücher-Wiki

14.04.2008, 08.51 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Jubiläen, Alter, Veränderungen, Siechtum,

Theologisches

ErstkommunionAb und an muss ich zeigen, dass ich mal katholische Theologie studiert habe. Der Weiße Sonntag bietet mir da wunderbare Gelegenheit. Es ist der Tag der Erstkommunion und somit ein großer Festtag für Katholiken. In der Geschichte galt der erste Fastensonntag als Weißer Sonntag, weil in Rom an diesem Tag die Täuflinge erstmals in weißen Kleidern zur Kirche zogen. Später wurde der Tag, an dem die Täuflinge zum letzten Mal ihre strahlend weißen Gewänder trugen, Weißer Sonntag genannt, das war der siebte Tag nach Ostern. Seine heutige Bedeutung als Tag der feierlichen Erstkommunion bekam der Weiße Sonntag erst nach dem Trienter Konzil (1545-1563).

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Weiße Sonntag als Tag der feierlichen Erstkommunion festgesetzt. Die weißen Kleider, die die jungen Mädchen zu diesem feierlichen Anlass tragen, stehen symbolisch für die „Bräute Christi“. Früher wurde das Sakrament der Heiligen Kommunion bereits Säuglingen anlässlich ihrer Taufe zusammen mit der Firmung gespendet, im Laufe der Zeit jedoch verschob sich das Alter der Erstkommunion nach hinten. Im 20. Jahrhundert senkte Papst Pius X. das Alter wieder von 13 auf sieben Jahre. Heute empfangen meistens die Kinder der dritten Grundschulklasse, also in einem Alter von circa 9 Jahren, dieses Sakrament. Doch egal wie alt: Der Weiße Sonntag ist ein großer Tag in Leben katholischer Grundschulkinder. Feierlich gekleidet feiert die ganze Familie nach der Messe in einem schönen Lokal, oft dürfen sich die Kinder etwas Besonderes wünschen, sei es ein Ausflug oder auch das erste „richtige“ Fahrrad.

Klar, dass an diesem Tag viele Fotos die wunderbaren Momente festhalten: Damit sich die Kleinen auch Jahre später noch an diesen Tag erinnern, haben wir ein stilvolles Fotoalbum ins Programm aufgenommen.


07.04.2008, 12.30 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte | Tags: Erstkommunion, Kommunion, Sakrament, Katholiken, Weißer Sonntag,

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