Jokers Blog Österreich

Eine kleine Auszeit

FerienSchon Wochen vor den Großen Ferien plapperte meine kleine Nichte von nichts anderem mehr als von den freien Wochen: Was sie alles unternehmen wird! Sie will sich im Garten ein Iglu aus Moos bauen, im Wald will sie Reh-Fährten lesen, Blätter will sie sammeln, um sie in ein Album zu kleben… Sooo viele schöne Dinge warten auf sie!

Die Mutter des Kindes seufzt allerdings: Denn sie weiß, dass diese Begeisterung genau drei Tage andauert und auch nur so lange, wie draußen die Sonne lacht. Wenn es dann regnet oder wenn die ersten bunten Blätter beim Einkleben zerreißen, ist schnell die Langweile da. Und der Ferienstress beginnt.

Sie und die anderen Mütter der Schulfreunde meiner Nichte haben sich zu einer Art „Selbsthilfegruppe“ zusammengetan. Sie haben beschlossen, dass einmal in der Woche jeweils eine andere Mutter die Aufsicht über die Kids übernimmt. Das ist eine klasse Idee, finde ich – aber für die meisten anderen Eltern nicht durchführbar. Und dann erhebt sich die Frage: Wie beschäftigt man z. B. die Sprösslinge, wenn es eine Woche auf dem Campingplatz regnet?

Ein goldener Tipp: „Ferien… mal ohne Stress“ heißt das unterhaltsame Werk, das viele anregende Ideen zur Beschäftigung der Kinder bringt. Für Drinnen und Draußen, vom Campingplatz über den Garten bis zum heimischen Kinderzimmer sind wertvolle Freizeittipps gesammelt. Kinder werden sie lieben – und Eltern können eine kurze Auszeit nehmen.

(geschrieben von Matthias Stöbener)

31.08.2008, 20.09 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Auszeit, Kinderbeschäftigung, Ferien ohne Stress,

Mikro- und Makrokosmos

„Was dem Herzen widerstrebt, lässt der Kopf nicht ein.“ Ein Zitat aus „Die Welt als Wille und Vorstellung“ des berühmten Philosophen Arthur Schopenhauer. Schopenhauer gilt als Pessimist. In vielen seiner Werke tritt tatsächlich seine desillusionierte Einstellung seinen Mitmenschen gegenüber zutage. Doch woher kommt seine negative Ansicht dem Leben gegenüber?

SchopenhauerKürzlich schenkte mir meine Frau, die meine Affinität zu Schopenhauers Philosophie kennt, eine ganz besondere Biographie. „Johanna Schopenhauer“ stellt das Leben seiner Mutter dar, die mit ihrer Kunst in der Zeit zwischen Französischer Revolution und Restauration zeitgenössischen Ruhm erreichte. Sie schrieb und die Literatur scheint mehr als eine bloße Einnahmequelle für Johanna, gebürtige Trosiener, gewesen zu sein. Sie scheint mit ihrem Schreiben der Welt, den familiären Belastungen entflohen zu sein. Da war nicht nur der äußerst eifersüchtige Ehemann, der in späteren Jahren hochgradig depressiv wurde, da war auch ihr Sohn Arthur, der nie durch besonderen Respekt ihr gegenüber glänzte. Einzig ihre Tochter Adele schien nach ihr selbst zu geraten. Nachdem ihr Mann verstorben war, das letzte Jahr bereits geistig verwirrt, und Johanna ein Drittel des Vermögens erbte, überredete Adele ihre Mutter, nach Bonn zu ziehen. Bonn jedoch war viel zu teuer für die kleine Familie, nach mehreren Umzügen schließlich verstarb Johanna krank und arm.

„In jedem Mikrokosmos liegt der ganze Makrokosmos, und dieser enthält nichts mehr als jener“, stellte Arthur Schopenhauer fest. Lässt sich diese Aussage von seinem Familienleben auf das Leben im Allgemeinen übertragen? Verinnerlichte der junge Arthur das psychische Leiden seiner Mutter Johanna unter dem Druck ihres Ehemannes so sehr, dass er einfach Pessimist werden musste? Das Schicksal großer Menschen wirft oft genauso große Fragen auf.

Hier finden Sie mehr, wenn Sie Schopenhauer interessiert:

(geschrieben von Matthias Stöbener)


31.08.2008, 17.32 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Arthur Schopenhauer, Johanna Schopenhauer, Adele Schopenhaue,

Der kleine Dämonenberater

GruselfansEin guter Freund hatte letzte Woche Geburtstag. Er ist eine ausgesprochene Leserratte. Also war die Wahl des Geburtstagsgeschenks gleich klar. Es sollte ein ganz besonderes Buch sein. Doch was schenkt man einem Grusel-Fan, der schon alle Romane zu seinem Genre hat und außerdem über eine gigantische Bibliothek an Fachbüchern zu Übersinnlichem, Geistern, Vampiren und allem Gruseligen verfügt?
Ich entschied mich für „Der kleine Dämonenberater“ von Christopher Moore, ein harmloser Roman über einen unvorsichtigen Zeitgenossen, der aus Versehen einen Dämon beschwört, den er die nächsten 70 Jahre seines Lebens nicht mehr los wird. Natürlich hat das Büchlein wenig von Faustischer Dramatik und Größe. Vielmehr ist das Erstlingswerk von Moore, der später mit „Die Bibel nach Biff“ einen großen Erfolg feierte, ein harmloser Spaßroman mit gleichsam gruseligen wie komödiantischen Elementen, der das Horror-Genre nicht allzu ernst nimmt.
Eine willkommene Abwechslung für Gruselfans, die sich zwischendurch von all dem Splatter und Gore erholen möchten. Meinem Freund hat es auf jeden Fall gefallen.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


31.08.2008, 15.53 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Grusel, Splatter, Gore, Dämonenberater,

Starkoch mit einem Herz für Tiere

KükenJamie Oliver ist ein guter Junge. Er kleidet sich flott, aber nicht zu verlottert, umsorgt seine Gäste vorbildlich und kocht wie ein junger Gott. Seine Ratgeber sind schon jetzt legendär und fehlen in keiner jung-modernen Küche. Doch neulich überraschte er die Zuschauer in seiner Fernseh-Show „Jamies Hühnerhölle“ mit ungewohnt drastischen Mitteln.

Noch bevor es etwas auf die Teller gab, zeigte er seinen Gästen Bilder aus Legebatterien, Schlachtfabriken und Mastfarmen. Um den genauen Akt der Fleischzubereitung zu verdeutlichen, betäubte er ein an den Beinen aufgehängtes Hühnchen mit einem Elektroschocker. Er stach ihm durch den Schnabel und ließ es daraufhin verbluten.

Die geschockten Besucher mussten im Anschluss mit eigener Hand aus mehreren süßen Küken die männlichen Tiere picken, die Oliver danach mit Kohlendioxid vergaste. So wie es täglich milliardenfach in den Fleischproduktionsstätten der Welt geschieht.

Mit dieser Sendung verfolgte der Starkoch das hehre Ziel, die Zuschauer auf die Wirklichkeit der industriellen Fleischproduktion aufmerksam zu machen. Denn nur die wenigsten Menschen wissen, woher ihr Essen stammt. Und dass die Ware Fleisch schon längst nicht mehr von friedlichen Bauernhöfen kommt, sondern von industriellen Schlachtmaschinen produziert wird.

(geschrieben von Matthias Stöbener)

31.08.2008, 15.22 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Starkoch, Jamie Oliver, industrielle Fleischproduktion,

Bildband statt Enduro

Einer meiner Freunde liebt das Abenteurerleben. Oft packt er seinen Camping-Bus voll, stellt seine Enduro auf die Ladefläche und zieht für ein paar Wochen oder auch Monate los. Manchmal hat er ein konkretes Ziel vor Augen, oft jedoch plant er seine Reise spontan, lässt sich von Wind und Wetter treiben. Vergangenes Wochenende zeigte er mir einige Fotos seiner Trips: die meisten zeigten zauberhafte Wüstenlandschaften.

wuesteWer nun denkt, der ewige Sand sei langweilig, sei eines Besseren belehrt. Wie ich an Hand der Fotos feststellen konnte, ändert die Wüste alle paar Kilometer ihr Gesicht. Schier ins Unendliche laufende Dünen machen fruchtbaren Oasen Platz, nach einem Regenfall öffnet eine Blume zaghaft ihre Blüte, durch den dichten Vorhang eines Sandsturms lassen sich in der Ferne majestätische Gebirgszüge erahnen. Unglaublich, wie facettenreich die Wüste ist!

Für viele verschiedene Disziplinen der Wissenschaften bilden Wüsten ein Forschungsgebiet. Nicht nur für Biologen und Zoologen sind die Steppen- und Sandlandschaften interessant, auch Ethnologen und Archäologen sind davon fasziniert. Dazu gab es im Hessischen Landesmuseum Darmstadt eine Sonderausstellung, die fesselnde Aspekte des Lebens in der Wüste zeigte. Und Sie können nun den außergewöhnlichen Band zur Ausstellung bei uns zum Sonderpreis erwerben: Wunderbar bebildert entführt Sie das Buch „Wüste“ in fremde Welten.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

31.08.2008, 14.36 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Wüste, Forschungsgebiet, Sandlandschaften,

Haushaltsmanagement leicht gemacht

Clevere FrauenVor einigen Jahren kaufte ich einem Freund ein Geburtstagsgeschenk, das er nie erhielt. Mit „Haushaltsmanagement“ von Nigel Browning und Jane Moseley wollte ich dem damals frisch gebackenen Junggesellen eine Freude machen und sein Single-Leben ohne Haushaltshilfe erleichtern. Das Geschenk jedoch erreichte ihn nie. Denn nachdem ich etwas hineingeblättert hatte, konnte ich das Buch nicht mehr weg legen. Viel zu sehr faszinierten mich die Haushaltstipps, die übersichtlich vom Wohnzimmer bis in die Speisekammer erklärten, wie man seine Wohnung mit wenig Aufwand, aber viel Effekt sauber und aufgeräumt hält.

Diesem kleinen Büchlein verdanke ich seitdem wertvolles Insider-Wissen, etwa wie man Hemden richtig bügelt, für Reisen packt, Rotweinflecken entfernt, Fenster blitzblank putzt oder Bettzeug korrekt faltet.

Erst neulich nahm ich diesen Meilenstein des Haushaltsmanagements aus dem Bücherregal und blätterte ihn durch. Und wieder fand ich auch dieses Mal einen neuen Haushaltstrick, der mir bislang entgangen war. Ich entdeckte, wie die „Speisekammer“ immer so eingerichtet bleibt, dass mein Lieblingsessen quasi nie auszugehen scheint. Muss ich erwähnen, dass meine Frau ein großer Fan des Buches ist?

Bei Jokers gibt es jetzt günstig ein ähnliches Buch:

Unternehmen Haushalt

(geschrieben von Matthias Stöbener)

31.08.2008, 14.14 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Haushaltsmanagement, Unternehmen Haushalt,

Gut angelegt, gut aufgelegt

FinanzweltHaben Sie Ihre Finanzen fest im Griff? Wissen Sie Bescheid über Abgeltungssteuer, Zinssätze und Inflationsrate? Haben Sie dabei auch an Ihre Rentenvorsorge gedacht? Oder sind Sie der „dynamische“ Typ und setzen gern mal den ein oder anderen Sparstrumpf auf Aktien?

Warum ich Ihnen all diese Fragen stelle? Weil ich vor kurzem überraschend etwas Geld von meiner Tante bekommen habe und das Sümmchen jetzt gewinnbringend investieren möchte. Doch wo? Um das zu klären, habe ich mich letzte Woche mit drei Bankberatern getroffen. Anstatt jedoch Licht ins Dunkel der Finanzwelt zu bringen, wurden mir weitere Berater empfohlen zu Altersvorsorge, Bausparen und Börsengeschäften. Auch Kollegen und Freunde gaben mir Tipps. Der eine riet mir, in Immobilien zu investieren, der andere schwärmte von einem Konto in Österreich.

Als der dritte ernsthaft vorschlug, mir die Zähne vergolden zu lassen, fasste ich einen Entschluss: Ich informiere mich selbst, denn mein objektivster Berater bin immer noch ich selbst. Deshalb legte ich mir gestern alle Bücher zu, die ich zum Thema Geldanlage, Aktien, Anleihen und Fonds finden konnte. Wenigstens bin ich so umfassend informiert über den Markt – und das ist doch die beste Anlage überhaupt, oder?


31.08.2008, 14.03 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nachdenkliches | Tags: Finanzen, Geldanlage, Erbe, Investitionen,

Das Früher-Virus

ErinnerungenIn meinem Bekanntenkreis grassiert gerade ein Virus, das Früher-Virus. Es ist höchst hartnäckig und manifestiert sich in einem fast krankhaften Wahn, alte Kontakte aus der Schulzeit aufzufrischen. Mein Freund Gregor zum Beispiel durchforstet seit Tagen das Internet nach alten Schulfreunden. Xing ist ihm dabei ein unschätzbarer Helfer. Hier hat er Pauli, seinen ehemals besten Freund, entdeckt. Sofort flammten Gregors Hoffnungen auf, die alte Band wieder neu zu beleben. Allerdings wartet Gregor bis heute auf Paulis Bestätigung des Kontaktwunschs.

Auch Susanne ist fündig geworden. Sie hat Rainer, ihre erste große Liebe, im Netz wieder gefunden. Der ehemalige Schulhof-Revoluzzer ist jetzt Beamter, spielt als Alleinunterhalter auf Kindergeburtstagen, veröffentlicht im Heimstudio aufgenommene Songs und trägt offensichtlich ein Toupet. Von einer weiteren Kontaktaufnahme sieht Susanne lieber ab.

Doch am schlimmsten hat es Rolf getroffen. In seinem hochgradigen Früher-Fieber besucht der zweifache Familienvater seit Neuem wieder die Eltern seiner Ex. 15 Jahre nach dem Beziehungsende bringt er Blumen und Geschenke und hofft auf eine glückliche Zukunft mit seinen Beinahe-Schwiegereltern. Seine Ex hingegen legt alle Hoffnung in das neue Stalking-Gesetz.

Auch mich hat der Virus erwischt. Als ich allerdings die Geschichten meiner Freunde hörte, zog ich die Notbremse und nahm mein altes Abitur-Buch zur Hand. Ich sah mir die verblichenen Bilder meiner Schulfreunde an, las mir ihre Artikel durch, lachte über vergangene Zeiten und stellte es wieder ins Regal. Kurz darauf war ich genesen.


(geschrieben von Matthias Stöbener)



30.08.2008, 16.56 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Freundeskreis, Schulfreunde, Früher-Virus, Xing,

Psycho, Psycho

Es war Wochenende, und es regnete. Meine Frau und ich hatten keine Lust, den Fernseher einzuschalten, doch das Wetter lud nicht dazu ein, sich draußen zu bewegen. Schließlich schnappten wir uns Zeitschriften, die uns ein Bekannter regelmäßig vorbeibringt: Er arbeitet bei einem Magazin-Verlag und bringt uns ab und zu die neuesten Ausgaben aller möglichen Zeitschriften.

PsychotestDiesmal war ein harmloses Männermagazin dabei. „Das ist ja wie ein Frauenmagazin“, meinte sie beim Durchblättern, „sogar Rezepte und Diät-Tipps sind da drin!“ Und dann blätterte sie das Magazin von vorne bis hinten durch, um den begehrten „Psychotest“ zu finden. Schlussendlich ist der Psychotest das Highlight eines jeden Frauenmagazins, also musste es doch auch in einer Männerzeitschrift zu finden sein! Aber Fehlanzeige: Zwischen „Tricks zum Sixpack in 7 Tagen“ und „Die geheime Sprache der Frauen“ fand sich keiner der beliebten Ankreuz-Tests.

Amüsiert beobachtete ich die Verstimmung meiner Frau, als sie keinen Test fand. Ich konnte sie trösten und sagte ihr, dass wir bei Jokers gerade ein Buch in unser Programm aufgenommen haben, das verschiedene Psychotests vereint. „Was ich schon immer über mich und die Männer wissen wollte“ heißt das unterhaltsame Werk, das nicht nur Frauen Freude macht.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


27.08.2008, 17.19 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Persönlichkeitstests, Psychotests, Männermagazin,

Eine tierische Gewissensfrage

Vor einigen Jahren machte die Tierschutzorganisation PETA (People for ethical Treatment of Animals) mit einer Kampagne auf die Misshandlung der Tiere aufmerksam, die schwer in die Kritiken geriet. Die Aktion und Ausstellung „Holocaust on Your Plate“ („Holocaust auf Ihrem Teller“) verglich Fotos von KZ-Häftlingen mit Bildern eingesperrter und gefolterter Tiere. PETA argumentierte, dass „genau wie Juden in Konzentrationslagern ermordet wurden, die Tiere terrorisiert werden, wenn sie in riesigen und schmutzigen Lagerhäusern untergebracht sind und für den Transport in Schlachthäuser zusammengetragen werden. Das Ledersofa und die Handtasche sind das moralische Äquivalent der Lampenschirme, die aus der Haut derjenigen Leute hergestellt wurde, die in den Vernichtungslagern getötet wurden.“

Die Kampagne wurde in höchstem Maß verurteilt. Der Zentralrat der Juden beschwerte sich, da die Aktion den Massenmord an den europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus relativiere. Das Amtsgericht Stuttgart verurteilte PETA wegen Volksverhetzung.

GewissensfrageAls ich mich mit der Geschichte etwas näher befasste, stieß ich auf ein Zitat von Isaac Bashevis Singer, dem jüdischen Literaturnobelpreisträger, aus dessen Feder unter anderem die Werke „Gimpel der Narr“, „Yentl, the Yeshiva Boy“, erfolgreich verfilmt mit Barbara Streisand in der Hauptrolle, oder „Enemies“ („Feinde“) stammen.

Er sagte: „Wir sind alle Gottes Geschöpfe - dass wir um Gnade und Gerechtigkeit beten, während wir weiterfahren, das Fleisch der Tiere zu essen, die um unseretwillen geschlachtet wurden, ist unvereinbar. (…) Atomkraft, Hungersnöte, Grausamkeit - wir müssen Schritte dagegen unternehmen. Vegetarismus ist mein Schritt. Und ich glaube, es ist ein sehr wichtiger. Es wird oft gesagt, dass die Menschen schon immer Fleisch gegessen hätten, als ob dies eine Rechtfertigung wäre, dies weiterhin zu tun. Gemäß dieser Logik dürften wir nicht versuchen, Menschen daran zu hindern andere Menschen umzubringen, da dies auch schon seit je her getan wurde. Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi ... Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka.“

Nicht, dass ich Vegetarier bin, aber die Frage ist wirklich: Wie weit darf der Mensch bei der Tierhaltung und –nutzung gehen?

(geschrieben von Matthias Stöbener)


26.08.2008, 17.26 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Naturwissenschaften | Tags: Peta, Tierhaltung, Tierschutz, Vegetarismus,

Ich bin mal eben weg

Urlaubslektuere„Schatz, ich geh mal kurz Zigaretten holen!“ Sprach´s - und kehrte nie wieder. Immer wieder hört man von braven Familienvätern, die eben mal schnell etwas besorgen wollten und dann nie wieder auftauchten. Nicht, weil sie entführt, überfallen oder gekidnapped wurden. Nein. Sie sind einfach abgehauen und fangen irgendwo anders, meist an irgendeinem Strand, ein neues Leben an.

So, wie es Andreas Höfele in seiner neuen Erzählung „Abweg“ schildert. Allerdings flüchtet der Protagonist Wieland nicht an irgendein sonniges, warmes Plätzchen. Nachdem der Universitätsdozent sein Büro angezündet hat, beendet er zwar auch sein ganzes bisheriges Leben. Doch Wieland bleibt weiter in Deutschland. Statt Strand und Meer zu suchen, schließt er sich einer Drückerkolonne an, dreht ahnungslosen Senioren Zeitschriftenabonnements an und räumt nebenbei auch deren Wohnungen aus.

Allein schon diese Wendung zeigt, dass es sich bei Höfeles Erzählung um keinen einfachen Roman handelt, der den Ausstieg aus dem Alltagstrott besingt. Vielmehr behandelt der Autor die Angstneurosen der Hauptfigur, die vor allem ihre eigenen seelischen Abgründe in der Gesellschaft im Jahr 1979 ergründen muss.

Mit gerade mal 100 Seiten ist das Büchlein eine perfekte Urlaubslektüre, wie ich meine.


(geschrieben von Matthias Stöbener)



20.08.2008, 17.03 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Belletristik | Tags: Alltagstrott, Abweg, Andreas Höfele, Aussteiger,

Ein kleiner Unterschied

SchneiderVor einigen Tagen geschah mir ein peinliches Missgeschick. In geselliger Runde unterhielt ich mich mit ein paar guten Freunden über Literatur. Dabei erzählte Gregor von dem Roman „Der Mauerspringer“ von Peter Schneider. Ich fing sofort an zu grübeln. Peter Schneider? Hatte der nicht nach seinem hoch gelobten Erstlingswerk „Schlafes Bruder“ durchgehend Pech? War nicht erst sein „Kristus“ von der Kritik fürchterlich verrissen worden? Ich fragte nach und schon erkannte ich, dass ich an Robert Schneider gedacht hatte. Gregor, der fast ein lexikalisches Gedächtnis hat, erklärte: „Peter Schneider ist einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart. Bekannt wurde er mit der Erzählung „Lenz“ (1973). „Paarungen“, „Eduards Heimkehr“ und eben „Der Mauerspringer“ gehören zu seinen bekanntesten Werken.“

Was für ein Unterschied, dachte ich mir. Zu Hause schlug ich gleich nach und entdeckte, dass der Name Schneider noch viel mehr Verwechslungspotenzial birgt. Denn neben eben jenem österreichischen Schriftsteller Robert Schneider gibt es noch einen Chemiker und einen deutschen Maler und Zeichner des gleichen Namens. Im Fall von Peter Schneider sind es sogar noch mehr bedeutende Männer, die man durcheinander bringen könnte. Den gleichen Namen tragen nämlich auch ein Schweizer Rechtswissenschaftler, ein Schweizer Kolumnist, ein deutscher Politiker, ein deutscher Schauspieler und ein österreichischer Dirigent.

Wer hat gesagt, dass ich alles wissen muss? Von Peter Schneider haben wir sogar ein Buch im Programm – eine Gelegenheit, sich wenigstens ihm zu nähern.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

19.08.2008, 14.35 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Peter Schneider, Reinhold Schneider, Verwechslungsgefahr,

Spiele der Jahre

Auch wenn wir langsam in die Jahre kommen, Spiele tun es nicht: Seit 1978 wird die begehrte Auszeichnung „Spiel des Jahres“ von einer heute zehnköpfigen Fachjury an jenes Spiel vergeben, das in Idee, Regelgestaltung, Layout und Design am meisten überzeugt.

SpieleGerne erinnere ich mich an so manchen Geburtstag meiner Kindheit, zu dem ich eines der damals beliebten Spiele geschenkt bekam: Das „Spiel des Wissens“ oder auch das „Spiel des Lebens“ waren meine Favoriten. Keines der beiden Spiele hatte es zwar bis zur begehrten Auszeichnung geschafft, ich liebte sie aber dennoch. Ganz sicher kennen Sie aber auch „Sagaland“, „Scotland Yard“ oder das altbewährte „Rummikub“, die allesamt den Titel „Spiel des Jahres“ verliehen bekamen.

Heuer schafften es das Strategiespiel "Keltis" von Reiner Knizia und im elektronischen Bereich „Wer war´s?“ vom selben Spiele-Erfinder diese Auszeichnung zu bekommen. Auch einen Sonderpreis für das komplexeste Spiel gab es: Das Entwicklungsspiel "Agricola" (Heidelberger Spieleverlag) von Uwe Rosenberg machte hier das Rennen. Die ausgezeichneten Spiele kosten zwischen 27 und 40 EUR.

Günstigeren Spielespaß finden Sie bei uns: Stöbern Sie doch einfach mal in unserem „Spiele“-Bereich" – Sie werden staunen, was für herrlichen Zeitvertreib wir hier für Sie versteckt halten!

(geschrieben von Matthias Stöbener)

17.08.2008, 14.57 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Spiel des Jahres, Keltis, Knizia, Heidelberger Spieleverlag, Wer war´s,

Die neue Sucht nach Zahlen

SudokuEs begann ganz harmlos. Am Wochenende saßen meine Frau und ich nach einem opulenten Frühstück gemütlich auf der Couch und lasen. Ich blätterte etwas in meinem neuen Bildband über Frieda Kahlo und meine Frau las die Wochenend-Zeitung.

Plötzlich stöhnte sie auf und warf den Feuilleton-Teil auf den Tisch. „Ich werde nie verstehen, wie die Leute so versessen auf Sudoku sein können!“ klagte sie. „Mir ist das zu hoch. Versuch´s du doch bitte mal.“ Ich nahm die Zeitung in die Hand und sah mir die Sache näher an. Bis zu diesem Moment hatte ich mich noch nicht mit Sudoku auseinandergesetzt. Ja, ich kannte nicht einmal die Regeln.

Also las ich zunächst die Spielregeln durch, nahm dann einen Stift zur Hand und rätselte los. Natürlich begann ich auf der leichtesten Stufe. Und tatsächlich hatte ich nach einiger Zeit das erste Sudoku gelöst. Das Erfolgserlebnis war so schön, dass ich gleich noch eins lösen wollte. Zum Glück hatte ich den Papiermüll noch nicht entsorgt, und so fand ich in alten Zeitungen weitere Sudokus.

Ich war wie gebannt. Schließlich knackte ich sogar die mittlere Schwierigkeitsstufe. Bis zum Abend hatte ich ganze 7 Sudokus gelöst. In meinem Kopf kreisten die Zahlen, als ich abends erschöpft neben meiner Frau ins Bett fiel. Sie war begeistert über meine neue „Sucht“. „Damit förderst du dein logisches Denken“, meinte sie. „Wenn ich mich schon nicht für Sudoku begeistern kann, bin ich froh, wenn du wenigstens ein bisschen Gehirnjogging machst.“

Und der Stoff geht mir auch nicht aus!


(geschrieben von Matthias Stöbener)

17.08.2008, 13.56 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Sudoku, Rätsel, Gehirnjogging,

Erkenntnisse

Jennys UniversumErinnern Sie sich noch an den Bestseller „Sophies Welt“, der vor einigen Jahren in keinem Bücherregal fehlen durfte? Nicht nur wissbegierige Kinder, auch Erwachsenen waren von dem Buch begeistert. In Geschichten verpackt wurde uns hier die komplette Philosophie-Historie dargestellt.

Ich selbst hoffte lange Zeit, dass es eine Fortsetzung dieses unglaublichen Werks gäbe, das ich dann meiner kleinen Nichte schenken könnte. Die Kleine ist nämlich furchtbar neugierig, und ich muss gestehen, dass mir oft genug die Antworten auf ihre Fragen ausgehen.

Doch ein „Sophies Welt 2“ gab es nie und nicht alle Texte, die man im Internet findet, erklären die Wunder dieser Welt tatsächlich stimmig und spannend. Und dann, ich war bei meiner Schwester zu Besuch, staunte ich Bauklötze, als wir Erwachsenen debattierten, was man unter „Quarks“ zu verstehen hat: Meine Nichte hörte sich unsere Diskussion erst still an, um uns dann in wenigen Sätzen und ganz leicht verständlich darzustellen, was ein Quark ist.

Natürlich wollte ich wissen, woher sie diese Information hatte. Sie führte mich in ihr Kinderzimmer, um mir stolz ihr neuestes Buch zu zeigen: Es heißt „Jennys Universum“ und sammelt die wunderbarsten Erkenntnisse zu unserer Erde als Frage-Antwort-Spiel zwischen Vater und Tochter. Auch wenn in unserem konkreten Fall eher meine Nicht die Rolle des geduldig erklärenden Vaters hätte: Endlich habe ich meine Fortsetzung zu „Sophies Welt“ gefunden! Und unser Einkauf hat das Buch günstig besorgt!


(geschrieben von Matthias Stöbener)


15.08.2008, 14.39 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Universum, Sofies Welt, Quarks, Frage-Antwort-Spiel,

Schicksalsbilder

MMHeute, am 4. August jährt sich ihr Todestag. MM starb jung. 1926 unter dem bürgerlichen Namen Norma Jeane Baker geboren, gilt sie bis heute als Inbegriff von Sinnlichkeit und Verführung. Elton John besang sie, Soldaten pinnten ihr Bild in ihre Spinde, moderne Schauspieler versuchen, ihr Image des platinblonden und schmollmündigen Vamps zu kopieren. Wer denkt nicht bewundernd an Ruhm und Unsterblichkeit, wenn Marilyn Monroes Name ins Gespräch kommt?

Doch ihr Leben hatte vielleicht mehr Schattenseiten als Glanz. Unehelich geboren, war MM ihr Leben lang auf der Suche nach ihrem unbekannten Vater. Norma Jeane wuchs in Waisenhäusern und bei Pflegefamilien auf, ihre an Schizophrenie erkrankte Mutter wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Ist es verwunderlich, dass MM verzweifelt auf der Suche nach Liebe war, dass ihre drei Ehen scheiterten, ihre zahlreichen Affären in die Brüche gingen? Wohl kaum!

MMIhre Liebe galt nicht nur anderen Berühmtheiten wie dem Baseballspieler Joe DiMaggio und dem Dramatiker Arthur Miller, sie verliebte sich auch oft genug in unbekannte „Randfiguren“ der Geschichte, nicht alle davon taten ihr gut. Mich wundert bei ihrem Leben nicht, dass die angebetete MM unter ungeklärten Umständen an einem Gemisch aus Barbituraten und Amphetaminen verendete.

Und doch – die Kameras liebten Marilyn Monroe wie kein anderes Model. Ihre Beziehung zur Kamera hielt über viele Jahre. MM hatte das gewisse Etwas, das die Linse einfangen konnte, ihre vor Leidenschaft prickelnden Aufnahmen wirkten dennoch immer durch und durch natürlich – und manchmal, manchmal hat man das Gefühl, einen Blick durch ihre großen Augen hindurch mitten in ihre gepeinigte Seele erhaschen zu können.

Mehr als 150 Aufnahmen vereint der prächtige Bildband „Marilyn Monroe und die Kamera“, es sind die besten Bilder aus den glanzvollen Karrierejahren dieser einmaligen Frau. Ein wunderbarer Bildband zum Staunen, Bewundern – und Nachdenken.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


14.08.2008, 17.42 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Marilyn Monroe, Norma Jeane Baker, Bildband,

Haben Sie noch Wünsche?

Gehören Sie auch zu den Buchhandelskunden, die besondere Wünsche haben? Untersuchungen haben ergeben, dass Buchhandelskunden ausgeprägte Wünsche haben. So muss ein Buchhändler, will er sie zufriedenstellen, alle gängigen Verlage an Lager haben. Leser wollen lange Ladenöffnungszeiten und ein großes Angebot.

FrageOkay, dann mache ich mal Werbung in eigener Sache: All diese Punkte erfüllt Jokers. Wir haben immer zwischen 10.000 und 12.000 Bücher an Lager, Sie können rund um die Uhr bei Jokers einkaufen. Und die gängigen Verlage führen wir alle – und noch viele mehr.

Aber das ist ja noch nicht alles, was Buchhandelskunden wünschen. Sie wünschen sich nämlich auch Atmosphäre, Sitzmöglichkeiten, gute Erfahrungen aus früheren Einkäufen, guten Service und leichte Erreichbarkeit.

Mit all dem können wir von Jokers dienen. Im Internet versuchen wir durch eine besondere Gestaltung unseres Shops, die sich von anderen Buchshops abhebt, Atmosphäre zu vermitteln. Dass fast alle unsere Kunden gute Erfahrungen machen, zeigt die gute Bewertung auf Kundenportalen wie ciao, guten Service versuchen wir durch Detailfotos, gute Beschreibungen und ein großes Angebot rund ums Buch in der Jokers Bücherlounge zu bieten.

Welche Wünsche können wir von Jokers Ihnen noch erfüllen?

13.08.2008, 13.47 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Buchhandelskunden, Service von Buchhandlungen, Kundenwünsche,

Preisregen

„Heutzutage ist es wahrscheinlicher, irgendwann im Leben eine Auszeichnung zu bekommen als niemals geehrt zu werden“, lächelt meine Frau angesichts des „Weltwirtschaftspreises“, der nun in Kiel verliehen wurde. Irgendwie hat sie Recht – aber ich liebe diese kleinen und großen Preisverleihungen einfach. Vor allem bei undotierten Preisen interessieren mich die Begründungen des jeweiligen Ausschreibers, weshalb genau diese Person genau diese Auszeichnung bekommt.

Der Weltwirtschaftspreis wurde dieses Jahr zum vierten Mal in Kiel vom Institut für Weltwirtschaft (IfW), der IHK Schleswig-Holstein sowie der Stadt Kiel an je einen Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler verliehen – an Menschen, die „sich als Vordenker einer weltoffenen und marktwirtschaftlichen Gesellschaft auszeichneten und die Globalisierung als Chance begriffen“.

Spannend, nicht? Vor allem, wenn man das Zitat des IfW-Präsidenten Dennis Snower beachtet: "Ohne Risiko kann nichts Kreatives geschehen." Die Namen der Preisträger: Die undotierte Auszeichnung ging dieses Jahr an die niederländische EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, den deutschen SAP-Mitgründer Dietmar Hopp sowie den Wirtschaftsprofessor Edmund S. Phelps aus den USA.

Frau Kroes habe in ihrer Funktion stets die Marktmacht großer Unternehmen eingeschränkt und gegen Missbrauch dieser Macht gekämpft, Phelps hingegen habe die weit verbreitete Vermutung widerlegt, die Zentralbank könne dauerhaft etwas gegen die Arbeitslosigkeit tun, indem sie einfach mehr Geld drucke und eine höhere Inflation zulasse. Und wer Hopp ist, ist wohl fast jedem bekannt. Immerhin hat er innerhalb von etwa 25 Jahren seinen 5-Mann-Betrieb auf weltweit 50.000 Mitarbeiter anwachsen lassen. Was irgendwie dazu passt, dass Kroes angeblich „gleich zu Beginn ihrer Amtszeit nicht davor zurückschreckte, sich mit dem Software-Riesen Microsoft anzulegen“.

Seltsam widersprüchlich diese Preisträger Hopp und Kroes!

(geschrieben von Matthias Stöbener)

12.08.2008, 15.23 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Weltwirtschaftspreis, Institut für Weltwirtschaft, Neelie Kroes, Dietmar Hopp, Edmund S. Phelps,

Mal etwas anderes als das Thema Buch



Stolze 560 Kilometer waren es im vergangenen Jahr, die von 40 jungen ehemaligen Krebspatienten auf dem Fahrrad zurückgelegt wurden. Diesmal sind es vom Start in München am 22. August bis zum Ziel in Freiburg, das die Teilnehmer am 31. August erreichen wollen, gerade einmal 10 Kilometer weniger. Eine echte sportliche Herausforderung, zumal das Profil der Strecke einige Höhenmeter ausweist. Die Fahrt soll betroffenen Kindern und Eltern Mut machen und der Öffentlichkeit demonstrieren, dass auch nach einer Krebserkrankung sportliche Höchstleistungen möglich sind. Veranstalter der Tour ist die Deutsche Kinderkrebsstiftung.

RegenbogenfahrtStanden im letzten Jahr die neuen Bundesländern im Blickpunkt, so führt die Route diesmal von München über Augsburg, Ulm, Tübingen, Tannheim, Schönwald und Freiburg in den Süden Deutschlands. Traditionell wurden dabei an der Wegstrecke liegende Behandlungszentren für krebskranke Kinder angesteuert, um den jungen Patienten zu zeigen: „So wie wir könnt ihr es auch schaffen!“ Aus eigener Erfahrung wissen die Teilnehmer nämlich nur zu gut, wie wichtig Hoffnungszeichen sind, um die schwierige Zeit der Therapie besser zu überstehen.

Vor 15 Jahren wurde in Hannover die Regenbogenfahrt zum ersten Mal gestartet. Die Wegstrecke führte die 17 jungen Teilnehmer damals unter dem Motto „Fahrt auf dem Regenbogen – für Hoffnung auf Heilung bei Krebs“ von der niedersächsischen Landeshauptstadt nach Dresden. Nicht ohne Grund war diese Wegstrecke gewählt worden, da Patienten in den neuen Bundesländern darüber klagten, dass sie in Schule und Beruf mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hatten. Denen sollte die Fahrradtour ein Stück entgegenwirken. Das positive Echo, das die Jungen und Mädchen damals erfuhren, prägt bis heute die seither jährlich stattfindende Tour.


(geschrieben von Klaus Riddering)

11.08.2008, 12.14 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Kinderkrebsstiftung, Regenbogenfahrt, Krebspatienten,

Zusammenbruch

Am Wochenende traf ich mich mit einem Freund, den ich seit längerer Zeit nicht mehr gesehen hatte. Wir wollten eine kleine Bergwanderung unternehmen. Eigentlich bin ich ja relativ sportlich, das meinen zumindest meine Freunde, und ein wenig Anstrengung macht mir nichts aus. Also stapfte ich frohgemut los, um die ungefähr 1000 Meter Höhendifferenz in Angriff zu nehmen.

Es war richtig heiß, und nach den ersten 150 Metern hatte ich mich schon bis aufs Unterhemd ausgezogen und überlegte, ein wenig langsamer zu gehen. Ich blickte nach oben: Noch circa 850 Meter trennten mich von der ersehnten Hütte. „Lass uns eine Abkürzung nehmen“, meinte da mein Freund, der vorauseilte, und ich stimmte zu. So schlugen wir uns querfeldein in direkter Linie zum Gipfel.

Mythos BergeNach einer Stunde fing ich an, meine Beine mit meinen Armen zu unterstützen: An einigen Stellen musste ich mein Bein hochheben, um den nächsten Schritt unternehmen zu können, so müde waren meine Muskeln. Mein Freund wartete liebenswürdig ab und an auf mich, er plapperte ununterbrochen, während bei mir nur noch ein Röcheln aus meiner Luftröhre drang. Er schwitze nicht einmal, während ich das Gefühl hatte, in einem Dampfbad gefangen zu sein. „Normalerweise jogge ich hier immer hoch“, grinste er, als ich ihn keuchend fragte, woher er seine unverschämte Fitness nähme.

Nach weiteren fast zwei Stunden – sie erschienen mir endlos - waren wir oben. Und ich brach über meiner Wasserflasche zusammen. Himmel, dachte ich, als ich in den wolkenverhangenen Horizont blickte, ich bin dir ein Stück näher.

Für alle, die ebenso wie ich die wunderschöne Aussicht von Gipfeln und Aussichtsplattformen schätzen, aber sich diese einzigartigen Momente vielleicht nicht unbedingt selbst ersteigen wollen: Das reich bebilderte Werk „Mythos Berge“ entführt jeden Naturliebhaber in die wundersame Welt unserer Gebirge. Ohne Zusammenbruch.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

10.08.2008, 14.57 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Bergsteigen, Mythos Berge, Naturliebhaber,

Man lernt nie aus

Neulich las ich ein Interview von Stephenie Meyer, einer amerikanischen Jugendbuchautorin, die in letzter Zeit immer häufiger in den Bestsellerlisten auftaucht. In dem Interview wurde sie als zweite Joanne K. Rowling gehandelt. Am meisten wunderte mich die Aussage, dass sie nur das Nötigste über ihre Monster weiß. Auf ihre Liebesgeschichte zwischen einem Vampir und einem jungen Mädchen kam sie durch einen Traum. Sie schrieb das Geträumte auf, erdachte noch eine Handlung drum herum – und fertig war ihr Erstlingswerk.

011.026.853.jpgIhre „Bis(s)“-Reihe („Bis(s) zum Morgengrauen“, 2006, „Bis(s) zur Mittagsstunde“, 2007, „Bis(s) zum Abendrot“, 2008) dreht sich nur um Vampire und verkauft sich wie geschnitten Brot: Immerhin wurden von ihrer Vampir-Reihe bislang weltweit über 5,5 Mio. Exemplare verkauft.

Das Erstaunliche an der Autorin: Meyer bezeichnet sich selbst als „Angsthasen“, verabscheut als Mormonin und dreifache Mutter Gewalt- und Bettszenen und lässt in ihren Büchern so wenig Blut fließen wie möglich. Wie kann das angehen? Wenn ich daran denke, wie viele Autoren sich erst einmal jahrelang in ihre Materie einarbeiten, Bücher wälzen, recherchieren: Nur, um ihren Lesern so authentische Geschichten wie möglich zu erzählen. Anscheinend gibt es auch ein paar seltene Glückspilze, denen ihre Geschichten einfach so „zufliegen“. Beneidenswert.

Stephenie Meyer – Mystery and Suspense im Original

(geschrieben von Matthias Stöbener)

10.08.2008, 14.34 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Stephenie Meyer, Horror, Bis(s), Erstlingswerk,

Echt bärig!

Bären und KuchenEigentlich dachte ich, die „bärige“ Zeit“ sei vorbei – oder haben Sie in den letzen Wochen noch viel über Flocke, Knut und Co. in den Medien gelesen? Jedes Kind ist inzwischen mit seinem Eisbären-Schlüsselanhänger ausgestattet und schläft in Bärenbettwäsche. Sogar die ersten Schulranzen mit dem tierischen Bären-Motiv erblickte ich kürzlich. Und mehr Schulklassen als früher pilgerten an ihrem Wandertag in den Zoo, um die niedlichen Bärchen zu sehen.

Natürlich gehört auch meine Nichte zu dem Bären-Fanclub. So bestand sie darauf, in den Zoo zu fahren, um dort die Eisbären zu besichtigen. Nachdem sie aber fern der fotogenen Bären-Babys Flocke und Co. wohnt, brachte sie meine Schwester kurzerhand in den Tierpark, der ihrem Wohnort am nächsten liegt. Und dort hatten die ausgewachsenen Riesenbären nun wirklich wenig mit den drolligen, tollpatschigen Mini-Bären zu tun! Meine kleine Nichte war tieftraurig und verlangte nach Trost.

Was bietet sich bei Kindern Besseres an als eine süße Überraschung? Nach dem Zoobesuch musste meine Schwester also einen Bären-Kuchen backen. Die Backform dazu hatte sie aus dem Werk „Zauberhafte Bärenkuchen“. Dieses ideenreiche Backbuch liefert viele Rezepte rund um leckere Kuchen – wer will da noch in den Zoo? Und so beiße ich, während ich diese Zeilen schreibe, genüsslich ein Stück Bären-Kuchen, den mir meine Nichte übrig ließ.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


08.08.2008, 15.10 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Flocke, Knut, Bärenkuchen, Zoobesuch, Kindertrost,

Adolfs wahre Geschichte

Kurz nach der Eröffnung des Berliner Wachsfigurenkabinetts riss ein Mann der dort ausgestellten Wachsfigur von Adolf Hitler den Kopf ab. Diese Tat war keineswegs ethisch oder politisch motiviert, wie sich bald herausstellte: Angeblich entsprang die Aktion einer Wette!

Eine seltsame Mutprobe, finde ich. Mir hätte eine politisch motivierte Tat gegen Rassismus und Intoleranz wesentlich besser gefallen. Ein Freund erzählte mir nämlich folgendes: In der Straßenbahn „plauderten“ zwei Jugendliche eben über diesen Anschlag auf Hitlers Kopf. Der eine hatte anlässlich des Attentats am 20. Juli 1944 auf die reale Person des Diktators ein Referat in Geschichte zu halten – und wusste überhaupt nicht, was er der Klasse vortragen sollte, wie er seinem Begleiter gegenüber zugab. Er erzählte seinem Kameraden, dass ihn der Film „Adolf H. – zwei Leben“ ziemlich verwirrte: Der pubertierende Jüngling war sich tatsächlich nicht darüber im Klaren, welche Version der Geschichte nun der Realität entsprach! Die wirkliche Geschichte Hitlers oder die erfundene, in der Hitler in die Kunstakademie aufgenommen wird.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahlMein Freund war genau wie ich mehr als schockiert. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in dem Alter jener Knaben im Unterricht mit einem ähnlichen Thema betraut wurde. Auch ich sollte einmal ein Referat zum Thema „Nationalsozialismus“ halten. Ich verschlang damals ein Buch nach dem anderen zu dem Thema. Und mein Entsetzen wuchs. Später hat mein Sohn das Buch „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ gelesen. Ich weiß noch, wie er mit der jungen Anna litt, deren Familie vor der Verfolgung durch die Nazis in die Schweiz und schließlich nach Frankreich flüchten musste.

Ich hätte im Alter der beiden jugendlichen Straßenbahn-Fahrer gewusst, dass Hitler nicht in die Kunstakademie aufgenommen wurde, dass er ein Versager war, ein gescheiterter Künstler und Psychopath, möglicherweise mit einer bipolaren Störung.


Es gibt viele Jugendbücher über das Thema. „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ ist ein autobiographisch gefärbter Roman von Judith Kerr, der den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann. Ich hoffe sehr, dass er irgendwann auch verfilmt wird.


(geschrieben von Matthias Stöbener)


05.08.2008, 14.16 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Hitler, Kaninchen, Nationalsozialismus,

Zahlen, nichts als Zahlen

ZahlenManche Leser werden mich schon für einen Zahlen-Fetischisten halten, aber ich kann es nicht aufgeben, mit Zahlen umzugehen. Denn Zahlen sagen viel. Und die vielen Auswertungen, die andere über den Buchhandel machen, sollen nicht umsonst sein.

So hat der Börsenvereins-Ausschuss für den Zwischenbuchhandel eine so genannte „Logistik-Umfrage“ gemacht und jetzt in einer Zehnjahresübersicht vorgelegt. Dabei stellte sich heraus, dass der stationäre Buchhandel, das sind die Buchhandlungen, in den letzten Jahren Anteile am Branchenumsatz verloren hat. So hat sich die Kundenstruktur der Verlagsauslieferer zwischen 1998 und 2007 so entwickelt, dass der stationäre Handel von 67 auf 59, 2 Prozent gesunken ist. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Kunden im Internet-Versand von 0 auf 5,4 Prozent erhöht. Der Rückgang des stationären Bereichs geht also vor allem auf den Siegeszug des bequemen Internet-Buchhandels zurück, der darüber hinaus auch noch mehr Artikel anbieten kann als selbst die größte Buchhandlung.

Und noch eine interessante Zahl aus dem Handel mit Büchern: Nach der PwC-Studie „Haben Bücher eine Zukunft?“ hängt die Leseintensität von der Größe eines Wohnortes ab: Großstädter lesen mehr als Menschen in mittelgroßen Städten und diese wiederum mehr als Dorfbewohner. Das gilt allerdings nur für Erwachsene. Denn bei Kindern ist es umgekehrt: Landkinder lernen mehr als die Kinder in Städten. Ob das dazu führt, dass die intelligenten Dorfkinder in die Stadt ziehen und dort das Erwachsenen-Leseniveau hochhalten? Und: Rutschen die Stadtkinder, die nicht lesen, ins Prekariat ab? Da bräuchte es auch einmal Langzeitstudien!

(geschrieben von Matthias Stöbener)

01.08.2008, 14.12 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Leseverhalten, Stadt-Land-Gegensatz, Langzeitstudie, Verlagsauslieferer,

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