Jokers Blog Österreich

Bond is back

„Neuer Bond-Roman erschienen!“ Als ich diese Meldung las, kam mir ein verrückter Gedanke. Augenblicklich hatte ich das Bild vor Augen, wie Ian Fleming, der am 12. August 1964 gestorben war, und am 28. Mai diesen Jahres seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, von den Toten auferstanden an seinem Schreibtisch sitzt und seinen nächsten „Bond“ schreibt.

Doch „Devil may care“ (zu Deutsch „Der Tod ist nur der Anfang“), der Bond-Roman, von dem die Rede war, stammt aus der Feder des britischen Schriftstellers Sebastian Faulks. Zwar hatten sich nach Flemings Tod viele Autoren um eine Fortsetzung der Romanreihe mit dem britischen Geheimagenten bemüht. Einen offiziellen Folgeroman zu Flemings 14. Bond-Band „Octopussy and The Living Daylights“ aus dem Jahr 1966 gab es jedoch nie. Bis jetzt.

Der neue „Bond“ spielt 1967, also auch zur Zeit des Kalten Krieges. Der Geheimagent hetzt die Bösewichte dieses Mal in Paris, Rom, und – wer hätte das gedacht? – im Nahen Osten. Ich bin mir schon jetzt sicher, dass auch dieser Roman bald verfilmt und im Kino ein noch größerer Kassenschlager als in den Buchläden wird.

(geschrieben von Matthias Stöbener)



29.07.2008, 21.57 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: James Bond, Ian Fleming, Geheimagent,

Popstar vs. Popstar – auf Literarisch

Susanne ist im Glück! Sie hat mit „Faust vs. Mephisto“ ihr ultimatives „Fan-Utensil“, wie sie es nennt, gefunden. Auf dem Hörbuch vertonen ihre zwei liebsten Popstars das Zwiegespräch zwischen Mephisto und Faust: Bela B., der Drummer der Band „Die Ärzte“ übernimmt die Rolle des teuflischen Verführers. „Kein Wunder, Bela war immer schon der Düstere aus der Gruppe. Man nennt ihn nicht umsonst „Der Graf“, erklärt sie mir.

Die Rolle des grübelnden Gelehrten spielt Thomas D., Rap-Guru der Band „Die fantastischen Vier“. Auch auf ihn passe die Rolle wie maßgeschneidert, so Susanne, denn der Künstler habe nicht zuletzt mit seinem Werk „Reflektor-Falke“ schon vor vielen Jahren seine hochphilosophische und hadernde Art bewiesen. Er selbst sagt zu diesem Projekt: „Goethe hat mit Faust ein zeitlos philosophisches und sprachgewaltiges Werk geschaffen, das im Laufe der Zeit nur noch mehr an Bedeutung gewonnen hat. Hätte er es heute geschrieben, wäre es bestimmt ein Rap geworden... ". Es sollte noch mehr solcher Werke geben!

(geschrieben von Matthias Stöbener)


28.07.2008, 12.36 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek | Tags: Faust, Goethe, Der Graf, Bela B., Thomas D.,

Wie erkennt man ein wirklich gutes Buch?

Aus einem wirklich guten Buch gibt es nichts, was man vergessen könnte - egal wie lange eine Trennung dauert: Es "blitzt" aus jeder Schublade, aus jedem Winkel. An jeder Seite wurde "gemeißelt", ohne Durchhänger, ohne Ermüdungen, aber mit herausragender Professionalität.
Es "blitzt" -

aus der Hochspannung,
aus der Wortwahl,
aus jeder Passage,
aus den Paraphrasen,
einfach aus der Perfektion, der Brillanz, der Eleganz.

Ein gutes BuchAber auch die Persönlichkeit des Autors - oft in der literarischen Defensive - "blitzt", ja funkelt und glänzt geradezu: Mit seiner Menschenkenntnis, mit seinem Ideenreichtum, seinen fundierten Recherchen … mit seiner unglaublichen Fleißarbeit, den ureigenen Wortschöpfungen, der mutigen Frivolität … mit seinen massiven Kenntnissen in der Semantik, der Etymologie, der Philosophie, dem Verismus, den Biographien auch einer vorzüglichen Begabung eines Übersetzers, die so oft unbeachtet bleibt.

Ergo, das schriftstellerische Genie, hat seinen Seelenstempel aufgedrückt, niemals abwaschbar. Eine äußerst geschätzte, liebenswerte Zugabe, ein Geschenk für den geschulten Leser. Nach der Trennung eine Wiedersehensfreude - mit der Unsterblichkeit der Weltliteratur!

(geschrieben von Peter Baust)


25.07.2008, 18.30 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Peter Baust, gutes Buch, Seelenstempel, Autor, Schreiben,

Ein Brief an Herrn Nikrandt

Lieber Herr Nikrandt,

BriefSie merken es schon an der Anrede, Sie sind mir relativ vertraut, ebenso das von Ihnen kreierte "Jokers Magazin" - seit Langem. Dessen Ankunft mir ein Plaisier und Unterhaltungswert bereitet, der von keinem anderen Bücherkatalog auch nur annähernd erreicht werden könnte und kann. Unter diesem Aspekt, wurde intern von mir der Ehrentitel "Magazin" verliehen.

Dieses erfreuliche Produkt zeigt eingangs seine bibliophilen Buchtypen, übersichtlich und klar gegliedert. Satirisches folgt durch "Jokers Plaudereien" - auf hohem Niveau. Zwischen den Offerten, adäquat eingebaut zu den Buchthemen, sprechen die lehrreichen Aphorismen und Sprichwörter ihre philosophische Sprache in Kurzform. Es wird geredet und geschrieben, über Bibliophile und Bibliomane, über die Buchdruckkunst und deren Termini, durch das ganze Alphabet hindurch. Es gibt Beiträge über wertvolle mittelalterliche Handschriften und Antiqua oder ebenso faszinierende Faksimile-Drucke. Man liest und lernt über verwendete Materialien und Druckverfahren. - Alles höchst ungewöhnlich in einem Verkaufskatalog.

Auch jedes angebotene Buch wird durch selbst "erlesene", fundierte Kurzinhalte, mit Autor vorgestellt. Auch ein "Autor des Monats" wird präsentiert. Alles ist liiert mit dem Thema "Buch / Autoren".

Dafür gebührt einfach einmal großer Dank und Anerkennung -längst überfällig.

Kurzum, die literarische Gestaltung, die Buchauswahl, mit wahren Schätzen dazwischen, sind äußerst professionell. Nicht zuletzt durch Ihre kreativen Mitgestalter, Designer und sonstige Mitstreiter. Falls es einen Pulitzer-Preis für einen kompetenten Bücherkatalog gäbe, hätten Sie einen solchen verdient.

So etwas weckt ein "Helfer-Syndrom": Bei allen Lesenden habe ich gerne den Jokers Katalog an interessierte Bibliophile weitergereicht.


Fast hätte ich die größten philanthropischen Eigenschaften des "Jokers- Magazins" vergessen. Natürlich die äußerst günstigen Preise, welche die Erfüllung der allergrößten Begehrlichkeiten auch für den "kleinen" Geldbeutel möglich macht. Nur etwas Geduld muss investiert werden. Aber was macht es schon aus, falls ein sehr gutes Buch ein paar Jahre auf dem breiten Buckel hat, bevor es den Weg ins heimische Bücherregal findet.

Aber genug der "Einschleimerei". Ich möchte auch nichts von Ihnen als Gegenleistung. Außer vielleicht eine kleine Idee, meinerseits einzubringen: Über das Thema, - "Wie erkennt man ein wirklich gutes Buch"? habe ich ein kleines Essay aus meiner unakademischen Sicht, aber als erfahrener Leser geschrieben. Falls Sie es lesen und gut finden, wäre vielleicht ein Platz in einer "Kommentarecke" frei. Falls nur Interesse an einem ehrlichen Response geweckt wurde, trennen Sie bitte den letzten Abschnitt "Essay" ab und falls gewünscht, steht einer Veröffentlichung meines Briefes im Jokers-Magazin nichts im Wege.
In diesem Sinne - "weiter so" - verbleibe ich herzlich

Peter Baust

P.S. Entschuldigung! Vielleicht wäre auch noch Platz für eine neue Kolumne nur für "Hobby-Schreiberlinge", "Hobby-Aphoristiker", "Hobby-Essayisten"?

(geschrieben von Peter Baust)


22.07.2008, 16.59 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Peter Baust, Wolf Nikrandt, Jokers Katalog,

Buffy – von den Toten auferstanden

BuffyVom harten Los des Serien-Fans erzählte mir neulich meine Freundin Susanne. Zwar hat sie seit über zwei Jahren keinen Fernseher mehr. Doch ihre Lieblings-Serien kann sie sich trotzdem ansehen. Dank DVD-Player in PC und Laptop hält sie sich über die Abenteuer und Episoden ihrer Heldinnen und Helden auf dem Laufenden.

„Das Dumme ist, dass es einen so noch viel härter trifft, wenn eine Serie zu Ende geht“, erklärte sie mir neulich beim Feierabendbier. „Im Fernsehen werden Serien auch nach deren Ende noch endlos abgefeiert. Da muss man sich nie richtig verabschieden. Mit der DVD ist das anders.“ So musste Susanne schon von vielen geliebten Serienhelden Abschied nehmen. Von der Familie Fisher aus „Six Feet Under“, von Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte aus „Sex And The City“, von Moulder und Scully aus „Akte X“ und ganz aktuell und viel beklagt von Lorelay und Rory Gilmore aus den „Gilmore Girls“.

Umso größer ist die Freude, wenn längst eingestellte Serien plötzlich eine unerwartete Fortsetzung finden. So geschehen mit „Buffy – im Bann der Vampire“. Denn die Reihe um die junge Vampirjägerin Buffy wurde erst vor kurzem als Comic neu aufgelegt und mit „Die Rückkehr der Jägerin“ quasi neu fortgesetzt.

„Das ist zwar nicht ganz dasselbe wie im Fernsehen. Aber wenn Buffy jetzt Comic-Heldin ist, vereint das für mich gleich zwei Vorteile in einem: Ich habe wieder eine neue Comic-Reihe für meine Büchersammlung und die Serie mit meiner Lieblingsheldin geht jetzt erst richtig los! Denn immerhin ist das ja der erste Band einer komplett neuen Staffel“, schwärmte Susanne.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


20.07.2008, 16.52 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Buffy, Serien, Comic, Vampirjägerin,

Kinder, Kinder!

KinderSonntagnachmittags im Freibad: Ein Zweijähriger auf der Decke links plärrt nonstop. Nachdem die verzweifelten Eltern auch drei Stunden später die Ursache für den kindlichen Heulanfall nicht gefunden haben, geben sie auf. Sie packen ihre Sachen und zerren den Sohn an der Hand Richtung Ausgang.

In kurzer Entfernung läuft ein hilfloser Vater seinem Fünfjährigen hinterher und ruft: „Bitte, Kevin, bleib doch stehen! Wenn du den Apfel isst, bekommst du nachher auch noch ein Eis!“ Der Fünfjährige lacht und springt in das nächste Kinderbecken.

Auf der Decke gegenüber stöpseln Pubertierende nacheinander ihre iPods in die sündhaft teure Docking-Station. Für je ein paar Sekunden brüllt der jeweilige Lieblingssong aus den Boxen. Zehn Minuten später erlahmt das Interesse und die Teenager springen von der Seite ins Schwimmerbecken. Eine alte Frau nimmt einen tüchtigen Schluck Chlorwasser, den ihr die Wellen der jugendlichen Springer direkt ins Gesicht spritzen. Die iPods, Dockingstation, Handys sowie die Designerkleidung der Teenies bleiben wie wertloser Müll auf der Decke liegen.

Doch als mich die Hitze schließlich selbst ins Nasse treibt, gefriert mir das Blut in den Adern angesichts der Begeisterung, mit der sich die Jugendlichen im Wasser gegenseitig Schimpfworte aus der analen und genitalen Sprache an den Kopf werden und sich so lebhaft gegenseitig bespritzen, dass kein Erwachsener sich mehr in ihre Nähe traut.

„Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ heißt der Bestseller von Michael Winterhoff. Vielleicht sollten Eltern dieses Buch geschenkt bekommen, damit sie lernen, wie Gesellschaft funktioniert und was sie tun können, damit zwischen den Generationen wieder ein natürliches und entkrampftes Verhältnis eintritt.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


19.07.2008, 15.51 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Generationenverhältnis, Kinder, Erziehung, Tyrannen,

Gobi

Die Wüste GobiKürzlich sah ich mir wieder einmal die „Geschichte vom weinenden Kamel“ auf DVD an. Dieser Film ist einer meiner Lieblingsfilme geworden. Und der Grund, weshalb ich Reiseangebote für die Mongolei studiere. Ich will unbedingt einmal selbst in die Wüste Gobi!

Die Wüste Gobi ist eines der faszinierendsten Rätsel unserer Erde. Das fängt schon bei der genauen geographische Zuordnung an, die nicht eineindeutig ist. „Gobi“ meint eigentlich die Landschaftsform der zentralasiatischen Fels- und Geröllwüsten. Die Gobi umfasst Gebiete Chinas sowie der Mongolei. Früher wurde sie nach dem Chinesischen oft „Shamo“ genannt, Sandwüste. Sie ist die fünftgrößte Wüste der Erde und besteht aus den Teilwüsten Bejschan und Alashan.

Vielleicht sind es ihre unendlichen Weiten, vielleicht auch die kafkaesk anmutenden Satellitenbilder der riesigen Landschaft, warum die Wüste Gobi oft als Vorlage verschiedener Science Fiction-Geschichten gebraucht und im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien genannt wurde: Angeblich suchen die Kryptozoologen nach einem unheimlichen Killerwurm, der irgendwo dort leben soll. Der "Mongolian Death Worm", so heißt es, sei über einen Meter lang und habe bereits Menschen und Tiere getötet. Weder Gift noch andere Mittel konnten dem unbekannten Wesen bisher etwas anhaben. Es scheint, als sei die Kreatur immun gegen alle menschlichen Angriffe. Ein Forschungsgebiet für Militärs, meinen die Verschwörungstheoretiker.

Wenn ich in die Mongolei reise, will ich mich keinem Killerwurm gegenüber sehen. Ich glaube so wenig an ihn wie ich daran glaube, dass ich dort tatsächlich einem kleinen Albino-Kamel begegnen werde. Und falls auch Sie Lust auf ein Wüsten-Abenteuer bekommen haben: Bestellen Sie sich einfach die DVD der „Geschichte vom weinenden Kamel“ und genießen Sie an einem verregneten Sommerabend gemütlich die Weiten der Steppe!

(geschrieben von Matthias Stöbener)


17.07.2008, 16.05 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Weinendes Kamel, Steppe, Wüste, Gobi, Mongolischer Todeswurm,

Vorstellung im Bücher-Wiki



Immer wieder wird über die Notwendigkeit einer eigenen Autoren-Homepage und anderer aktiver Marketingmaßnahmen geschrieben. Ich möchte eine – vielleicht noch wenig bekannte Möglichkeit – vorstellen, wie man als Autorin oder Autor auch ohne Homepage bekannt werden kann. Hat man eine eigene Homepage, gilt natürlich, dass sie so noch bekannter wird.

Als Ersatz für eine eigene Homepage oder aber als Ergänzung dazu kann man sich im Bücher-Wiki unter www.buecher-wiki.de vorstellen. Haben Sie schon Erfahrungen mit Wikis, können Sie Ihre Seite selbst anlegen. Die Überarbeitung und Gestaltung entsprechend der internen Vorgaben wird recht zügig durch die Redaktion vorgenommen. Natürlich kann jeder Autor seinen Eintrag jederzeit bearbeiten und ergänzen.

Ist man selbst mit Wikis noch nicht oder nur wenig vertraut, kann man seinen beispielsweise in Word geschriebenen Text per Upload-Funktion (in der Navigation links) auf den Server laden. Die Word-Datei wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion des Wikis geprüft und dann eingestellt.

In einem Autorenporträt ist Platz für die Kapitel „Leben und Schreiben“, „Werke“, „Auszeichnungen“, „Kontakt“, „Links“ sowie „Übrigens“. Auch ein Foto des Autors ist willkommen. Beispiele für Autorenporträts sind im Bücher-Wiki zahlreich in der Rubrik „Buchmenschen“ zu finden. Der Text sollte übrigens im lexikalischen Stil gehalten sein und keine reißerischen Werbeaussagen besitzen.

Noch einmal der Link: www.buecher-wiki.at

(geschrieben von André Kröckel)


16.07.2008, 10.26 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Bücher-Wiki, Autor, Selbstvermarktung, Autoren-Homepage,

Erstaunliche Ergebnisse

Vielleicht kennen Sie die Mundpropaganda-Seite www.trnd.com. Dort können Trendsetter neue Produkte testen. Die Firmen machen somit auf billige Weise Produktforschung und hoffen natürlich, dass sich gute Produkte per Weiterempfehlung verbreiten. Auf dieser Plattform hat jüngst der Online-Mediendienst turi2 eine Umfrage durchgeführt. 4.000 junge Trendsetter wurden gefragt, wie sie es mit der Print-Zeitung halten und welche Zukunft sie ihr geben.

Das Erstaunliche an den Ergebnissen: Gerade diese jungen Trendsetter meinten zu 62 Prozent, dass es die Tageszeitung auf Papier immer geben werde. Ja, 67 Prozent dieser Gruppe lesen die Zeitung auf Papier mindestens einmal die Woche. Als Vorteile Print-Blätter wurde von 49 Prozent herausgestellt, dass man sie unterwegs lesen kann. 21 Prozent schätzen das Erlebnis, von Papier zu lesen. 14 Prozent meinen, die Printausgabe einer Zeitung besitze höhere Glaubwürdigkeit und 10 Prozent sagten, die leichtere Aufbewahrung der gedruckten Zeitung sei ein Vorteil gegenüber dem Lesen am PC.

Nachteile hat die Print-Zeitung natürlich auch: Dass man sie nicht weiterleiten kann, fanden 23 Prozent schade, dass sie nicht so aktuell wie das Netz sei, meinten 20 Prozent. Viele der jungen Trendsetter (35 Prozent) sagten, dass ihnen der Lokalteil am wichtigsten sei und meinten, hier werde sich die Printzeitung am längsten gegenüber dem Netz behaupten können.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


16.07.2008, 10.26 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Trendsetter, Zukunft der Print-Zeitung, Meinungsumfrage,

Von der tierischen Intelligenz

Das geheime Leben der TiereImmer wieder liest man solche und ähnliche Schlagzeilen in den Medien: „Seehund rettet Taucher vor dem Ertrinken“ oder „Delfin als Therapeut bei autistischem Mädchen erfolgreich“, „Hund läuft 1.300 km nach Hause“ oder „Hund rettet Bergsteiger aus Lawine“. Immer wieder liest man solche oder ähnliche Schlagzeilen in den Medien. Und man fragt sich ernsthaft, ob man bislang die Intelligenz der Tiere unterschätzt hat.

Sicherlich haben Sie auch schon gehört, dass insbesondere Meeressäuger wie Delfine und Wale angeblich über eine eigene Sprache verfügen oder dass Schimpansen sogar das Lesen lernen können. Ich glaube auch daran, dass Tiere um ein Vielfaches schlauer sind, als wir gemeinhin denken. Wenn ich mir zum Beispiel den Hund meiner Kollegin anschaue, bin ich oft überrascht, mit welcher Raffinesse er seine Kauknochen vor eventuellen Futterneidern versteckt.

Für alle, die nicht nur glauben, sondern wissen wollen, sei „Das geheime Leben der Tiere“ empfohlen. Sehr deutlich und an Hand vieler Beispiele wird darin gezeigt, dass Tiere alles andere als nur instinktgesteuert sind. Vielmehr verfügen alle Lebewesen über ihre eigene Art der Intelligenz, die sich von der humanen Logik oft gar nicht so sehr unterscheidet. Ein umfangreiches und aufklärendes Werk, das mich stets aufs Neue fasziniert!

(geschrieben von Matthias Stöbener)

16.07.2008, 10.26 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Tiere, Intelligenz, tierische Intelligenz, Instinkt,

Noch ein Verlag

Täglich sterben Verlage. Letzte Meldungen, die mir hängen geblieben sind: Der Area Verlag hat Insolvenz angemeldet, der Aufbau Verlag steckt in großen Schwierigkeiten. Und da will Elke Heidenreich einen eigenen Verlag gründen! Heißt es in einer Pressemitteilung, die dieser Tage durch den Pressewald rauschte. Unter dem Dach von Random House, also Bertelsmann wolle sie ihren Verlag gründen. Die Bertelsmänner haben eben den Kunstverlag Prestel geschluckt und können anscheinend nicht genug Verlage haben. Dabei sind schon knapp 40 Verlage unter dem Dach der Gesellschaft vereint. Ich frage mich natürlich schon, wozu es da noch einen Verlag braucht. Einen Elke-Heidenreich-Verlag.

Vielleicht ist es ja so, dass man sich in München, wo der Sitz der Verlagsgruppe ist, überlegt hat: Es fehlt uns noch ein toller Verlag zum Thema Musik. Wer hat einen zugkräftigen Namen, den wir mit der Leitung des Verlags betreuen könnten? Und so kam man auf Elke Heidenreich, fragte und bekam ein JA zur Antwort.

In der Mitteilung schreibt die Presseabteilung von Random House, Elke Heidenreich habe gesagt: „Ich freue mich, meine beiden großen gelebten Leidenschaften – die Musik und die Literatur – als Verlegerin zusammenführen zu können.“ Ich kenne Frau Heidenreich nicht, bin aber nirgendwo in einer Biografie auf einen Hinweis gestoßen, die Tochter eines Kfz-Mechanikers und Tankstelleninhabers habe in ihrer Vergangenheit komponiert, dirigiert oder in einem Orchester oder etwas Ähnlichem gespielt. Vielleicht meint sie mit Leidenschaft für die Musik, dass sie Konzerte besucht oder früher in der Schule Blockflöte gelernt hat.

Aber wer Elke Heidenreich heißt, muss vielleicht gar nicht so ganz dicht an der Musik sein. Denn Karl Heinz Pütz, der Verlagsleiter von Random House Audio, soll den Verlag zusammen mit Frau Literaturkritik führen. Das hat auch den zusätzlichen Vorteil, dass sie so einen Fachmann an der Seite hat und ihren vielfältigen sonstigen Beschäftigungen nachgehen kann.

Bertelsmann betont, man wolle ihr mit der Einbindung ins 1,8 Milliarden schwere Random-House-Imperium nicht ihre Unabhängigkeit als Autorin oder Kritikerin nehmen. Nein, wo denken Sie hin!

Kluge Jungs, die Leute an der Isar.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


13.07.2008, 15.53 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Elke-Heidenreich-Verlag, Random House, Karl Heinz Pütz,

Besser als ein Krimi

KnastpoetDie Geschichte liest sich wie ein packender Thriller: Ein junger Mann ermordet in den 70er Jahren brutal ein junges Mädchen, als er in deren Elternhaus einbricht und von ihr überrascht wird. Der Täter wird geschnappt, ein weiterer Mord wird ihm vorgeworfen, der aber nicht weiter verfolgt wird, weil die Verantwortlichen davon ausgehen, dass der Verhaftete sowieso lebenslänglich bekommt.

Andere Zeiten, andere Sitten.

Nach 16 Jahren wird der Mann, er heißt Jack, entlassen – zwischenzeitlich wurde er als „Knastpoet“ bekannt: Im Gefängnis entdeckte er seinen Hang zum Schreiben. Jack stieg sofort zum Dandy seiner Zeit auf, die High Society riss sich um den „Resozialisierten“. Doch bald darauf erschüttert eine grausame Mordserie an Prostituierten das Land. Im Jahre 1994 wird Jack Unterweger in einem Indizienprozess wegen neunfachen Mordes erneut zu lebenslanger Haft verurteilt. Er entzieht sich dem Urteil dadurch, dass er sich mit einer Kordel in seiner Zelle erhängt.

Wer das „Große Lexikon des Verbrechens“ auf seinem Nachttisch liegen hat, kann sich für die nächste Zeit jeden Thriller sparen: Dieses spannende Werk erklärt nicht nur Fachtermini wie „V-Mann“ oder gibt Einblick in diverse Untergrundorganisationen wie die Mafia, es stellt auch anschaulich die Aufsehen erregenden Verbrechen unserer Zeit dar. Halten Sie Baldrian bereit!


(geschrieben von Matthias Stöbener)

13.07.2008, 15.46 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Jack Unterweger, Lexikon des Verbrechens, Knastpoet,

Anfänge einer modernen Zensur

Mit Kritiken und Rezensionen ist es so eine Sache. Sie sind subjektiv. Und das ist gut so. Es trifft für Bücher und Filme ebenso zu wie für Spiele und Musik.

Empfindet der Schreiber einer Rezension das Buch, den Film, das Spiel oder die CD als nicht gut, als fehlerhaft, als unlogisch, als langweilig oder gefällt es ihm schlicht und ergreifend nicht, dann wird er dies in seiner Rezension kundtun. Ist er dagegen von dem Produkt überzeugt, hatte er Spaß damit, hat es ihn gefesselt, ihm Neues vermittelt, konnte er es genießen oder hat es ihm schlicht und ergreifend gefallen, dann wird er auch dies kundtun.

Und auch das ist gut so.

Jeder Autor einer Rezension schreibt diese aus seinem Erfahrungshorizont heraus, gespickt mit seinen persönlichen Bedürfnissen. Da kann er noch so um sachliche Objektivität bemüht sein. Eine sterile, vom Rest der Welt abgekoppelte Rezension wird und kann es nicht geben.

Und auch das ist gut so.

Auch jeder Leser einer Rezension konsumiert diese aus seinem Erfahrungshorizont heraus, gespickt mit seinen persönlichen Bedürfnissen. Der eine Leser möchte sich kurz über den Inhalt informieren, der andere interessiert sich für die persönliche Bewertung des Autors.

Und auch das ist gut so.

Es gibt Menschen, die huldigen den Rezensionen, kaufen nur die über den Klee gelobten Bücher, schauen sich nur die mit dicken bunten Sternen geschmückten Filme an und kaufen auch nur die CDs, die ein erlesener Zirkel von Hörgenussexperten anpreist wie warme Brötchen. Andere Menschen dagegen (ja, ich bekenne mich) machen sich einen Heidenspaß daraus, oftmals genau entgegengesetzt Medien zu konsumieren und fahren nicht immer schlecht damit. Einige Insider meinen sogar, dass ein Verriss die Verkaufszahlen weit mehr fördert als eine gefällig dahinplätschernde Besprechung.

Und auch das ist gut so.

Neuerdings aber gibt es Verlage und Labels, die gern einmal dem Rezensenten oder dessen Auftraggeber eine Abmahnung schicken, weil sie ihr Produkt nicht objektiv genug bewertet sehen. Nicht nur, dass der Lohn ein recht zweifelhafter Ruf für den Abmahnenden sein wird, er gleichzeitig Dritte in finanzielle Nöte bringt, vielmehr werden diese seltsamen Gestalten Türen zu einer modernen Form der Zensur aufstoßen.

Und das ist nun ganz und gar nicht gut so.

(geschrieben von André Kröckel, Pößneck)


13.07.2008, 15.33 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Kritik, Rezensionen, Abmahnungen,

Das demokratische Buch

Literatur vom Autor zum Leser, das kann im Prinzip ganz einfach laufen. Das Internet macht´s möglich: Der Schriftsteller schreibt seinen Text und stellt ihn dann für jeden zugänglich auf seine Homepage. Der Leser klickt die Homepage an und liest den Text. Kein Lektor, der das Werk verstümmelt, kein Verlag, der das Geschriebene verschmäht, keine Zensur. Das ist Literatur in ihrer reinsten Form. Der einzige Haken daran ist, dass der Leser wissen sollte, welche Homepage er anklickt!

Fans von Elfriede Jelinek dürfte die Suche nicht schwer fallen: Unter www.elfriedejelinek.com veröffentlicht die österreichische Autorin und Nobelpreisträgerin in einer von ihr so genannten „Blogwurst“ Texte zu aktuellen Themen wie dem Inzestfall von Amstetten. Aber auch zur Politik äußert sie sich in der ihr eigenen radikal-vulgär-poetischen Sprache. Daneben steht ihr neuester Roman „Neid“ exklusiv online und darf, wie sie gleich auf der Startseite resolut verkündet, ohne Erlaubnis weder zitiert noch veröffentlicht werden. Damit verabschiedet sich Jelinek offiziell von ihrem Verlag und nimmt die Verbreitung ihres Werks selbst in die Hand.

Die Jelinek kann sich so ein Verhalten natürlich leisten. Aber die anderen Autoren? Nur wenige verfügen bereits über so viel Bekanntheit und Publicity, dass der Leser von sich aus auf ihre Homepage findet. Und dann: Kein Leser bezahlt für die Jelinek-Downloads. Was aber ist mit Autoren, die in ihrem Leben nicht so viel Geld verdient haben und mit Preisen überhäuft wurden wie die berühmte Österreicherin? Von was sollen die leben?

(geschrieben von Matthias Stöbener)

13.07.2008, 15.30 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Elfriede Jelinek, Privatroman, Internetroman,

Der schwere Weg an die Spitze

NobelpreisMedizin galt lange als reine Männerdomäne – und nur wenige Frauen bekamen den Medizin-Nobelpreis. Doch seit gut 150 Jahren holen Frauen langsam auf. Heute ist es sogar schon so weit, dass Mädchen meist bessere Schulleistungen haben als Jungs.

Die erste Frau, die den „Nobelpreis für Medizin“ entgegennehmen konnte, war die aus der Tschechoslowakei stammende amerikanische Ärztin Gerty Cori (1896–1957), geborene Gerty Theresa Radnitz. Sie erhielt diese Auszeichnung zusammen mit ihrem Mann, dem deutsch-amerikanischen Mediziner und Physiologen Carl Ferdinand Cori, und dem argentinischen Mediziner Bernardo Alberto Houssay.

Gerty Theresa Radnitz wurde am 15. August 1896 in Prag geboren. Ihr Vater Otto Radnitz führte eine Zuckerfabrik. Gerty bestand 1914 am Tetschen-Realgymnasium in Prag die Matura. Noch im selben Jahr schrieb sie sich an der Deutschen Universität in Prag ein und studierte Medizin. 1920 promovierte Gerty Radnitz bereits zur Doktorin der Medizin, sie zog daraufhin mit ihrem Mann Carl Cori, einem Kommilitonen, nach Wien. Das Ehepaar Cori wurde im Dezember 1947 für seine Forschungen über Kohlehydratabbau im Muskel mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.

Dass Frauen sich ihre Position in Wissenschaft und Forschung hart erkämpfen mussten, zeigt ein banales Beispiel: 1931 wurde Carl Cori als Pharmakologieprofessor an die Washington University School of Medicine in St. Louis (Missouri) berufen. Seine Frau Gerty musste ihm zwölf Jahre lang für ein symbolisches Gehalt assistieren.


Gerty Cori ist nicht die einzige hochbegabte Lady, ohne deren Arbeiten die Welt heute ein Stück ärmer wäre: Frauen wie Marie Curie, Iréne Joliot-Curie•oder Dorothy Hodgkin-Crowfoo haben ebenfalls Erstaunliches geleistet. Wer diese bedeutenden Frauen waren, welchen Beitrag sie der Wissenschaft zollten und wie ihr Leben verlief: In dem Werk „Nobel-Frauen“ können sie insgesamt 15 spannende Porträts nachlesen.


(geschrieben von Matthias Stöbener)


13.07.2008, 15.29 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Nobelpreisträgerinnen, Medizinerinnen, Gerty Cori,

Junkies

Lass mich sie Nacht ueberlebenEs gibt Geschichten, die man als Kind las und die einen lange Jahre prägen: „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist für viele Menschen meiner Generation eine solche Geschichte gewesen. Wohl auch deswegen, weil die auf Tatsachen beruhende Erzählung durch die Jahrzehnte hindurch nichts an Brisanz verlor: Die aktuellen Schlagzeilen in den Medien singen ein Lied davon.

Amy Winehouse, der bekannte Musik-Star, leidet unter einem Lungenemphysem; es sei eine Angelegenheit von Leben und Tod, meint ihr Vater. Diese Art der chronischen Lungenüberblähung kommt bei Amy angeblich vom Drogenkonsum: Zu viel Crack habe die heute 24-Jährige geraucht, so heißt es.

Lass mich die Nacht überleben“ heißt die Geschichte des erfolgreichen Journalisten Jörg Böckem, der für Zeitschriften und Magazine schreibt – und in nichts so sehr verliebt ist wie in den Drogenrausch. Nicht einmal die Liebe ist stärker als die Drogen: Mit 33 Jahren versucht er seine Freundin auf einem Horrortrip zu erwürgen.

Auf 5 Audio-CDs liest Alexander Scheer die packende Geschichte des Junkies Böckem, der Karriere und Liebe den Drogen opfert – lange zweifelt der gebannte Hörer, ob dem Journalisten die Befreiung aus seinem persönlichen Höllentrip gelingt.

"Mach Dir keine Sorgen um mich, Papa. Ich weiß, dass ich jetzt aufhören muss, Drogen zu nehmen", sagte Amy Winehouse angeblich zu ihrem Vater. Auch ihr wünsche ich, dass sie die Kraft hat, gesund zu werden.

(geschrieben von Matthias Stöbener)





13.07.2008, 15.24 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek | Tags: Drogen, Amy Winehouse, Jörg Böckem,

Kampf den Mücken!

MückeEs gab mal eine Zeit, da habe ich mich im Frühling ganz bewusst dem gestellt, was in den nächsten Monaten unvermeidbar schien: Ich habe mich ohne Schutzmittel, ohne Duftkerzen, ohne Zitronengras in die Wiese und/oder an einen See gesetzt und den Sonnenuntergang, wahlweise die Sterne betrachtet. Dabei wurde ich, je nach vorangegangenem Winter, ordentlich von Mücken zerstochen. Das allerdings war Sinn der Sache. Denn so war ich den Rest des Sommers gegen die sirrenden Biester quasi „imprägniert“.

Schuld an diesem nach meinen heutigen Maßstäben recht esoterischen Ritual war ein Buch, das heute sehr kontrovers diskutiert wird: „Traumfänger“ von Marlo Morgan aus dem Jahr 1991. Darin beschreibt die selbsternannte Australien-Kennerin ihre Erfahrungen bei einem „Walkabout“. Sie wandert einige Monate zusammen mit einem Aborigines-Stamm durch die Wüste Australiens und lernt dabei die Sitten und Bräuche der Ureinwohner kennen. Auf ihrem Weg muss sie mit einigem Getier kämpfen. Unter anderem wehrt sie sich vergebens gegen Fliegen, die ihr in Augen, Nase, Ohren und Mund kriechen. Sie beobachtet ihre Mitwanderer und erkennt erstaunt, dass die Aborigines die Viecher ungehindert auf sich herumklettern lassen. Denn so würden die Körperöffnungen von Staub und Schmutz gereinigt, sie könnten besser atmen.

Jahre später las ich, dass „Traumfänger“, das als Erfahrungsbericht ausgegeben in den 90er Jahren ein echter Bestseller war, reine Erfindung ist. Die Autorin hat ihre Lüge zugegeben. Kritiker betonen, das Buch habe wenig mit den tatsächlichen Gebräuchen der australischen Ureinwohner zu tun. Ich muss zugeben, ich war enttäuscht. Denn die Autorin gab mir den Mut, mich jeden Frühling wieder den kleinen Blutsaugern zu stellen. Das Ritual gegen die Stechbiester hatte ich allerdings schon vor diesem Wissen aufgegeben. Heute wehre ich mich nach europäischer Tradition gegen Insekten: mit Autan und Mückengittern.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


13.07.2008, 15.16 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Mücke, Traumfänger, Aborigines, Autan, Mückengitter,

Nachruf

Peter RühmkorfEiner meiner Lieblingsautoren ist gestorben: Peter Rühmkorf.

Rühmkorf zählte zu den bedeutendsten Nachkriegs-Lyrikern Deutschlands: Als Mitglied der "Gruppe 47" publizierte er im Eigenverlag Literaturzeitschriften. Gerade am Vormittag seines Todestages hatte die Stadt Kassel dem Literaten den mit 10.000 Euro dotierten Preis für grotesken Humor zuerkannt. "Mit seinem unübertroffen vielstimmigen Werk“ habe er „auch dem literarisch Komischen neue Wege bereitet", hieß es in der Begründung der Jury.

Ich persönlich liebe vor allem seine Gedichte, insbesondere dieses hat es mir angetan:
Wir turnen in höchsten Höhen herum ...
Wir turnen in höchsten Höhen herum,
selbstredend und selbstreimend,
von einem I n d i v i d u u m
aus nichts als Worten träumend.

Was uns bewegt - warum? wozu? –
den Teppich zu verlassen?
Ein nie erforschtes Who-is-who
im Sturzflug zu erfassen.

Wer von so hoch zu Boden blickt,
der sieht nur Verarmtes / Verirrtes.
Ich sage: wer Lyrik schreibt, ist verrückt,
wer sie für wahr nimmt, wird es.

Ich spiel mit meinem Astralleib Klavier,
v i e r f ü ß i g - vierzigzehig –
Ganz unten am Boden gelten wir
für nicht mehr ganz zurechnungsfähig.

Die Loreley entblößt ihr Haar
am umgekippten Rheine ...
Ich schwebe graziös in Lebensgefahr
grad zwischen Freund Hein und Freund Heine.

Wenn auch Sie wunderbare Momente mit dem von uns gegangenen Lyriker genießen möchten: In dem Werk „Außer der Liebe nichts“ finden Sie die schönsten Liebesgedichte Peter Rühmkorfs versammelt.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

13.07.2008, 15.02 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Rühmkorf, Liebesgedichte, Nachkriegs-Lyriker,

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an …

Der internationale Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht dieses Jahr an Anselm Kiefer. Damit ehrt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der den Preis und ein Preisgeld von 25.000 Euro vergibt, den Bildhauer und Maler für seine Leistung, „das Diktat der unverbindlichen Ungegenständlichkeit der Nachkriegszeit zu überwinden“. Dies sei vor allem Anselms Talent zu verdanken, für seine Themen „eine Bildsprache zu entwickeln, die aus dem Betrachter auch einen Leser macht“. Sein besonderer Verdienst sei die starke Beschäftigung mit Literatur und Poesie. Denn seine Installationen spielten ständig auf große Texte an. Kiefer habe die Form des Buches zu einem wichtigen Ausdrucksträger gemacht. „Gegen den Defätismus, der Buch und Lesen eine Zukunft abzusprechen wagt, erscheinen seine monumentalen Folianten aus Blei als Schutzschilde“, heißt es in der Begründung.

Seit 1950 wird die Ehrung des gesamten Buchhandels an Künstler verliehen, „die sich durch literarische, wissenschaftliche und künstlerische Tätigkeit zur Verwirklichung des Friedensgedanken in hervorgehobenem Maße verdient gemacht haben“. Erster Preisträger war 1950 der deutsch-jüdische Schriftsteller Max Tau. Seitdem erhielten die Auszeichnung unter anderem auch Albert Schweitzer (1951), Hermann Hesse (1955), Theodor Heuss (1959), Max Frisch (1976), Siegfried Lenz (1988) und Martin Walser (1998).

Die Auszeichnung selbst wird im Herbst anlässlich der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche überreicht. Mal sehen, ob ich dieses Mal wieder dabei sein kann. Mich würde nämlich noch interessieren, was Anselm Kiefer für den Frieden getan hat, das ist mir noch nicht aufgegangen. Die Begründung jedenfalls liest sich äußerst dünn.

http://www.boersenverein.de/de/96387?pid=144980


(geschrieben von Matthias Stöbener)

13.07.2008, 13.37 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Friedenspreis des Buchhandels, Anselm Kiefer,

Nicht überfordern

Ich erinnere mich noch genau daran, was sich meine erste große Liebe zu ihrem 16. Geburtstag wünschte: Eine Ausgabe von „Rosemary´s Baby“ sollte es sein.

Vielleicht kennen Sie die schaurige Geschichte, die auch verfilmt wurde: Rosemary bekommt ein Kind – vom Teufel höchstpersönlich. Meine damalige Freundin wünschte sich das Buch aus einem einfachen Grund: Einige Jahre zuvor, da war sie etwa 11, klaute sie sich den Thriller aus dem elterlichen Bücherschrank und begann ihn heimlich des Nachts unter der Bettdecke zu lesen. Doch ihre Mutter erwischte sie und machte das, was jede vernünftige Mutter getan hätte: Sie nahm ihr kurzerhand das Buch weg.

Fünf Jahre später bekam meine Freundin zum 16ten endlich das heiß ersehnte Buch – und Albträume, die einige Wochen andauerten.

Es ist verständlich, dass die Kinder auch spannende Geschichten lesen wollen. Aber genau hier fällt den Eltern die Aufgabe zu, genau hinzuschauen und ihre kleinen Leseratten nicht zu überfordern. Schlussendlich gibt es keine Altersfreigabe für Krimis, so wie es bei Kinofilmen der Fall ist. Eine kleine Hilfestellung können wir von Jokers doch geben: Auf die Bezeichnung „Kinder- und Jugendkrimi“ können Sie sich nämlich verlassen. Wenn ein Buch diesen Titel trägt, so wie zum Beispiel „Der Mann mit der Maske“ von Brian Doyle, dürfen Sie Ihre Sprösslinge ruhig schmökern lassen. Denn von diesen Büchern, die spannend und fesselnd sind, ohne zu verstören, werden Ihre Kinder keine Albträume bekommen.

(Ab und zu muss ich auch mal pädagogisch sein, immerhin ist meine Frau Lehrerin!)

(geschrieben von Matthias Stöbener)


13.07.2008, 13.24 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Albtraum, Kinderkrimi, Jugendkrimi, Rosemary´s Baby,

Alles Käse

KaeseVieles wird teurer: Die Spritpreise stiegen in den letzten Wochen unaufhaltsam, mancherorts zahlt man für eine Tasse Kaffee inzwischen fast 4 Euro, und was nun mit den Milchpreisen geschieht, weiß noch niemand.

Ich persönlich finde es nur fair, wenn die Milchbauern adäquate Preise für ihre Produkte bekommen – schlussendlich fordern wir Verbraucher ja auch humane Tierhaltung und unbelastete Nahrungsmittel. Wer nun glaubt, eine Verteuerung der Milch kümmere ihn nicht, weil er seinen Kaffee sowieso schwarz bevorzugt, irrt: Denn selbstverständlich werden alle Milchprodukte von der Preissteigerung betroffen sein. Und damit auch eines meiner Grundnahrungsmittel: Käse.

Käse liebe ich in allen Variationen: Egal, ob es sich um deftigen Emmentaler oder milden Gauda handelt, bei mir kommt praktisch jeder Käse auf den Tisch bzw. aufs Brot. Sogar an dem gewöhnungsbedürftigen „Stinkkäse“ finde ich Geschmack. Da will ich natürlich auch wissen, welchen Weg die Milch geht, bis sie bei mir in Scheiben auf der Semmel landet.

Das „Lexikon vom Käse“ kommt mir da gerade recht: Hier finde ich nicht nur einen wunderbaren Überblick über die verschiedenen Sorten, sondern erfahre auch alles über die Herstellung, die Inhaltsstoffe … Und diverse Rezeptideen rund um den Käse gibt es obendrauf. Wohl bekomm´s!


(geschrieben von Matthias Stöbener)



13.07.2008, 13.22 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Käse, Grundnahrungsmittel, Preise, Rezeptideen,

Frauen: schön, aber arm?

Geld steht jeder FrauSie gelten als das schöne und schwache Geschlecht: Dass sich diese Vorurteile auch knallhart auf den Gehaltszettel auswirken, macht keinen Spaß. Wie EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla der Zeitung „Die Welt“ verriet, verdienen Frauen im Durchschnitt 22 Prozent pro Stunde weniger als Männer – für den gleichen Job, mit der gleichen Ausbildung, mit dem gleichen Engagement. Kaum zu glauben – oder?

Wenn ich mich allerdings im Bekanntenkreis umhöre, stelle ich fest, dass die Statistiken durchaus ihr Äquivalent im wahren Leben finden: Fast alle Frauen verdienen deutlich weniger als ihre Partner, ihr Gehalt reicht meist nur für die „Extras“ des Lebens, während der Verdienst der Männer die Grundkosten trägt. Und das ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass jede 3. Frau in Teilzeit arbeitet (bei Männern sind es 8 Prozent), sondern eben darauf, dass die Personalchefs Frauen grundsätzlich ein kleineres Gehalt in den Arbeitsvertrag schreiben.

„Frauen, macht was aus eurem Geld!“, ist der Kampfspruch der Finanzberaterin Svea Kuschel. In ihrem Buch „Geld steht jeder Frau“, das von einer CD begleitet wird, zeigt sie Methoden auf, wie frau an Geld kommt und es vermehrt.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

06.07.2008, 15.04 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Gehalt, Gleichstellung, Verdienst von Frauen, Arbeitsvertrag,

Mit Büchern gesund und fit

LeserinAllensbach kennt jeder. Nicht den Ort, sondern das Meinungsforschungsinstitut. Die neugierigen Wissenschaftler haben vor ein paar Wochen herausgefunden, dass die so genannten „neuen Alten“ fitter und mobiler sind als früher. Und dass sie sich mehr für Bücher interessieren, weil sie fitter und mobiler sind. 21.000 „neue Alte“ wurden dazu befragt.

Indem die neugierigen Wissenschaftler die jetzigen Ergebnisse mit früheren Umfragen verglichen, fanden sie darüber hinaus heraus, dass das Interesse an Büchern unter dieser Gruppe in den letzten Jahren generell gewachsen ist und auch nicht mehr so schnell abnimmt wie in früheren Jahren. Gaben von den 68- bis 74-Jährigen im Jahr 1987 nur 69 Prozent an, sie interessierten sich für Bücher, sind es heute schon 74 Prozent. Über 74 Jahre ist der Anstieg noch bemerkenswerter: 1987 waren nur 53 Prozent der über 74-Jährigen an Büchern interessiert, heute sind es 67 Prozent. Die „neuen Alten“ lesen also nicht nur öfter, sondern auch länger.

Logisch eigentlich. In den letzten 20 Jahren sind die Rentner immer fitter, mobiler und kontaktfreudiger geworden. Und das schlägt sich auch im Buchmarkt nieder. Vielleicht hat sich unter den Pensionären auch herumgesprochen, dass sich das Gehirnjogging per Buch positiv auf die geistige Wachheit auswirkt. Dann wäre das Bücherlesen oder Lesen überhaupt möglicherweise mit ein Grund, warum sich heute ältere Menschen über einen besseren Gesundheits- und Geisteszustand als noch vor Jahrzehnten freuen dürfen.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


04.07.2008, 12.25 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Neue Alte, Bücher lesen, Allensbach, Fitness, Mobilität,

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