Jokers Blog Österreich

Den Geldbeutel pflegen – und die Umwelt

rettet die weltVielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an die Öko-Welle der frühen 80er Jahre? Manch einer ließ damals das Auto stehen, um die Erde vor der zunehmenden Umweltverschmutzung zu retten. Heute lassen sogar noch mehr Leute als damals ihr motorisiertes Gefährt in der Garage oder schaffen sich gar keines mehr an: Sie steigen wieder auf die „Öffentlichen“ um. Aber nicht mehr aus Umweltschutzgründen, sondern weil sie sich schlicht und einfach ein Auto nicht mehr leisten können.

Damit sind zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen: In der Haushaltskasse bleiben am Monatsende endlich wieder ein paar Mücken mehr und gleichzeitig wird die Umwelt weniger belastet. Ach ja, und schlanker wird man durch das Radeln auch noch!

Doch das Auto ist beileibe nicht der einzige Geldverschlinger und Umweltsünder im Otto-Normalverbraucher-Haushalt: Gerade habe ich der Zeitung gelesen, dass jeder den Stromversorgern im Jahr durchschnittlich 150 Euro schenkt, indem elektrische Geräte auf Stand by laufen.

50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Welt zu retten, und wie Sie dabei Geld sparen“ heißt das Buch von Andreas Schlumberger. Vom teuren und überflüssigen Stand-By-Betrieb bis hin zu ökologisch verträglichen und erschwinglichen Lebensmitteln verrät dieser Ratgeber zahllose Geheimtricks, die Ihnen dabei helfen, Lebensraum und Geldbeutel gleichermaßen zu schonen.


30.06.2008, 19.00 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Schlumberger, Ökologie, Welt retten, Stand-By-Betrieb,

Glück für mein Bankkonto

ComicsLeider erfuhr ich viel zu spät vom 13. Internationalen Comic-Salon in Erlangen. In der Zeitung las ich ein Resümee von der Veranstaltung. Da war der Salon, der nur alle zwei Jahre stattfindet, aber schon vorbei. Ich bereute, dass ich nicht dabei war.

Denn der Salon ist nicht nur ein Muss für eingefleischte Kenner und Liebhaber der „Graphic Novel“. Gerade dieses Jahr feierten in Erlangen auch viele Comicfiguren der Pop-Kultur Jubiläum. Die Schlümpfe zum Beispiel erschienen vor genau 50 Jahren zum ersten Mal auf Papier. Entsprechend wuselten sie durch die Veranstaltung. Viele der kleinen blauen Männchen mit den weißen Zipfelmützen wanderten sogar durch Erlangen.

Anlässlich des 175. Geburtstags des wohl bekanntesten deutschen „Comiczeichners“ zeigte die Ausstellung „Wilhelm Busch und die Folgen“ Plisch und Plum, die fromme Helene, den Maler Klecksel und natürlich auch Max und Moritz.

Aber auch abseits von Superman, Batman, den Fantastischen Vier, Garfield und Co. scheinen viel bislang unbekannte interessante Zeichner in Erlangen gewesen zu sein. Und ich hätte dort noch echte Raritäten entdecken und kaufen können. Doch gerade aus diesem Grund ist es vielleicht sogar besser, dass ich den Salon verpasst habe. Mein Bankkonto dankte es mir.

Bankkontoschonende Comics bei Jokers


(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.06.2008, 15.54 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Comic-Salon, Erlangen, Wilhelm Busch,

Ein erfolgreiches Kasperle

Die kleine HexeBeim Aufräumen meines Kellers entdeckte ich neulich ein paar Kinder-Kassetten, die ich mir vor vielen Jahren aus einer Laune heraus gekauft hatte. Ich dachte mir: „Das ist doch ein nettes Hörbuch zum Einschlafen“ und angelte den „Räuber Hotzenplotz“ von Otfried Preußler aus dem Karton.

Noch am selben Abend legte ich die Kassette ein und lauschte voller Erwartung. Meine Frau war schon nach wenigen Minuten eingeschlafen. Ich jedoch folgte der Geschichte mit Staunen. Wie Kasperl und Seppel die gestohlene Kaffeemaschine der Großmutter suchen. Wie Hotzenplotz sie überfällt und gefangen nimmt. Wie Kasperl die gute Fee Amaryllis befreit und somit alles wieder ins Lot bringt.

Hätte man mir die Geschichte nicht selbst schon als Kind erzählt und wüsste ich als Literaturbegeisterter nicht, dass der ehemalige Leutnant im Zweiten Weltkrieg (geb. am 20. Oktober 1923) mit seinen Büchern „Krabat“, „Die kleine Hexe“, „Das kleine Gespenst“ und eben dem „Räuber Hotzenplotz“ Meilensteine der Kinderliteratur gesetzt hat: Ich hätte mir schwer vorstellen können, wie eine so einfach gezeichnete Kasperle-Geschichte, die mit Pickelhauben, Automobilen und dem Wachtmeister Dimpfelmoser auch noch vor dem ersten Weltkrieg zu spielen scheint, bei Kindern so erfolgreich sein kann. Sie war sogar so erfolgreich, dass Preußler auf Drängen seiner jungen Leser sieben Jahre nach dem Erscheinen des ersten Hotzenplotz-Buches 1969 eine Fortsetzung und 1973 sogar einen dritten Hotzenplotz-Band schreiben musste.

Bis heute wurde „Der Räuber Hotzenplotz“ in 34 Sprachen übersetzt. Preußler schrieb insgesamt 32 Kinderbücher, die zusammen auf eine Auflage von 15,2 Millionen Exemplaren kommen. Ein Kinderbuch-Millionär!

Preußler gibt es auch bei Jokers:

(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.06.2008, 15.43 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Otfried Preußler, Räuber Hotzenplotz, Die kleine Hexe, Krabat,

Alles zu jeder Zeit an jedem Ort?

Es gibt kaum eine mögliche Untersuchung, die nicht gemacht wird. So hat man – ich zitiere Langendorfs Dienst – auch 25.000 Leute befragt, was ihre Buchkaufgewohnheiten angeht.

Was kleiner stationäre Buchvertriebsformen angeht, so hat man festgestellt, dass die meisten Kunden des Bahnhofsbuchhandels Interesse an Klassikern haben. Auch für Biografien und billige Bücher interessieren sie sich. Hätte man erwartet, dass der Bahnhofsbuchhandel eine Hochburg von Goethe und Schiller, Proust und Zola ist? Oder dass man dort lieber Tschechow als man anderes Buch kauft. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie diese Affinität von Zugreisenden zu Klassikern zustande kommt. Umfragen können manchmal wohl mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten. Bilder-, Kinder- und Schulbücher sind im Bahnhofsbuchhandel kein Thema. Anscheinend sind Zugreisende weiter von Kinderwelten entfernt als andere Buchleser.

Was zu erwarten war: Kunden in Supermärkten, Tankstellen und Zeitschriftenläden, kaufen mehr als andere TV-Bücher, Modernes Antiquariat und Neuerscheinungen – seltsamerweise aber auch Schulbücher. Die Tankstelle als Ort des Schulbuchkaufs? An den Gedanken muss ich mich erst gewöhnen. Nicht überraschend ist, dass hier kaum politische Bücher oder Fachbücher gekauft werden.

Und im Antiquariat? Klar, hier werden antiquarische Bücher gekauft, aber auch viel Modernes Antiquariat. Auch hier ist ein geringer Hang zu Kinderbüchern festzuhalten. Und am wenigsten suchen Antiquariatskäufer Bestseller oder TV-Bücher. Das ist nur zu gut verständlich.

Aber was sagt uns das jetzt alles? Werden ARAL und SHELL bald einen Schulbuchmarkt neben ihren Landkarten eröffnen? Wird man sich im Bahnhofsbuchhandel darauf einstellen müssen, dass neben dem Stapel der St. Pauli Revue bald Goethes Wahlverwandtschaften liegen? Mir zeigt die Untersuchung, das die Kauforte immer weniger eine Rolle spielen. Man kann Kunden heute nicht mehr vorschreiben, dass es im Bahnhofsbuchhandel vor allem schnelldrehende seichte Bestseller gibt und man in der gediegenen Buchhandlung mit Tradition bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Klassiker zu kaufen hat. Irgendwie erwarten wir heute zu jeder Zeit an jedem Ort alles. Vielleicht ist das die wichtigste unbewusste Folge des Internets auf uns Heutige.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


30.06.2008, 15.12 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Antiquariat, Bahnhofsbuchhandel, Zeitschriftenläden, Tankstelle, Kauforte,

Reisen kann gefährlich sein

Charles Dickens10 Jahre nach dem Zugunglück bei Eschede erinnere ich mich noch gut daran, wie ich damals von der Katastrophe erfuhr. Geschockt saß ich vor dem Fernseher und konnte nicht fassen, wie ein Transportmittel, das bis dato so zuverlässig schien, mit einem Mal entgleisen und 101 Menschen in den Tod reißen konnte. Auch zum zehnjährigen Jahrestag las ich in den Zeitungen zahlreiche Schilderungen von Überlebenden, die im Zug gesessen hatten und der Katastrophe zum Glück lebend entkamen.

Wie traumatisierend so ein Unglück sein kann, hat etwas früher ein großer britischer Autor erlebt. Charles Dickens, dessen 137. Todestag man übrigens am 9. Juni beging, überlebte am 9. Juni 1865 ein schweres Bahnunglück in Staplehurst, Kent. Weil er im Erste-Klasse-Abteil saß, das wohl besser gesichert war als die übrigen Waggons, wurde Dickens nicht körperlich verletzt. Seelisch jedoch blieb er bis zu seinem Tod fünf Jahre später schwer traumatisiert. Wie viele Eschede-Überlebende auch, kletterte Dickens aus dem Waggon-Wrack und leistete bei Mitreisenden Erste Hilfe. Anschließend, so ist es überliefert, stieg er nochmals in den Waggon und rettete sein Manuskript „Our Mutual Friend“.

Mit der gruseligen Kurzgeschichte „The Signal-Man“ versuchte Dickens später den Unfall zu verarbeiten. Als Grundlage der Geschichte verwendete er allerdings ein Zugunglück im Clayton-Tunnel von 1861. Dabei kamen 23 Menschen ums Leben, 176 wurden verwundet. Heute wie damals gilt: Reisen kann gefährlich sein.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.06.2008, 15.07 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Eschede, Dickens, Reisen, Zugunglück,

Unverzichtbar: das Antiquariat

Sie sind die Hüter der vergriffenen Bücher. Stellt man sich die Verwertungskette von Büchern vor, kommen sie an der letzten Stelle. Zuerst ist das Neubuch, dann kommt der Verkauf von Restauflagen, wie ihn wir von Jokers vornehmlich betreiben, und dann, wenn es auch keine Restauflagen mehr zu verkaufen gibt, kommt das Antiquariat. Dort sammeln sich auf verschlungenen Pfaden jene Bücher, die ganz vergriffen sind, die niemand mehr auflegt, die das Meer der Zeit hier anschwemmt.

Durch Internetantiquariate wie die Jokers Bücherbörse verändert sich die Stellung des Antiquariats zunehmend. Es gibt nämlich zwei Arten von Antiquariatsnutzern. Zum einen Leute, die nach einem ganz speziellen Buch suchen, das eben nur noch antiquarisch zu haben ist, und zum anderen Leute, die sich überraschen lassen wollen, die in Antiquariaten wie einst die Jäger und Sammler stöbern, sich an dem alten Druckbild, an der Hapto-Erotik alter Werke delektieren.

Die Informationssucher werden meist durch ein Online-Antiquariat besser bedient als von einem Laden-Antiquariat. Ein Ladenantiquariat kann ja nur eine begrenzte Titelanzahl vorrätig halten, während die Datenbanken von Online-Antiquariaten nahezu unbegrenzt sind. Und noch besser: Der Preisvergleich zwischen den verschiedenen Angeboten eines Buches ist schnell und elegant durchgeführt. Online-Antiquariate haben aber Schwierigkeiten bei der Präsentation der Bücher für den Jäger- und Sammlertyp. Diesem Antiquariatsnutzer wird immer das Hapto-Erotische fehlen, auch wenn Online-Antiquariate mit Bildern versuchen, das angebotene Buch schmackhaft zu machen. Und auch das Erlebnis der Stöberns, des Findens und Genießens ist auf Online-Antiquariatsplattformen immer noch unzureichend abgebildet. „Kunden, die dieses Buch gekauft haben, interessierten sich auch für …“ Solche und ähnliche Versuche, Besucher des Online-Buchhandels zum Stöbern zu verführen, wirken unbeholfen, aber es gibt nicht viel Besseres

Wie die Entwicklung weitergeht, kann keiner sagen. Durch den Online-Antiquariatshandel sind manche Offline-Antiquariate unter Druck gekommen. Ob alle allein von den Sammlern und Jägern leben können, die noch ihren Weg zu ihnen finden, wird die Zukunft zeigen. Egal, ob sich das Internet am Ende ganz durchsetzt oder sich Offline-Antiquariate neu definieren und ihren Weg in die Zukunft finden: Wichtig ist und bleibt das Antiquariat als Hüter von Geistesschätzen. Und das sollten wir an Antiquariaten schätzen.


29.06.2008, 18.00 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Antiquariat, Jokers Bücherbörse, Online-Antiquariatshandel, Restauflagen,

Liebe in Zeiten des Hip-Hop

Siegfried LenzNeulich erzählte mir eine Freundin von ihrer achtjährigen Nichte. Die Grundschülerin habe sich bei ihr beklagt, dass es für Kinder keine Stöckelschuhe gibt. Außerdem fände sie in ihrer Größe nur schwer String-Tangas. Wie bitte? Habe ich recht gehört?

Ich war sprachlos. Und doch war diese kleine Episode nur ein weiteres Beispiel für ein Phänomen, das schon längst bekannt und daher immer weniger beklagt wird: die Verrohung auf sinnlichem Gebiet. Wenn, bestärkt durch Hip-Hop-Texte und Musik–Videos, bei Jugendlichen nicht mehr das Gefühl der Liebe, sondern nur noch der Akt im Vordergrund steht. Wenn mit 14 Jahren Stellungen wichtiger sind als Herzklopfen oder Schmetterlinge im Bauch. Wenn sich schon 12-jährige nach cooler Rapper-Manier in der schlimmsten sexistischen Gossensprache auf offener Straße begrüßen. Dann läuft doch irgendetwas falsch. Jedenfalls sehe ich das so.

Ausgerechnet Siegfried Lenz, der das Thema Liebe in seiner 57-jährigen Karriere gemieden hat, schreibt in seiner neuesten Novelle „Schweigeminute“ über die Liebe. Und das in so wohltuender Art und Weise, dass sich die Lektüre seines Werks für mich anfühlt wie frisches Quellwasser.

Lenz erzählt zwar auch von der körperlichen Liebe zwischen dem Gymnasiasten Christian und seiner noch jungen Sportlehrerin Stella. Die beiden kommen sich in den Sommerferien im fiktiven Seebad Scharmünde näher. Doch der Ich-Erzähler bleibt, wie ein echter Gentleman, diskret und hält sich mit drastischen Einzelheiten zurück. „Ich streifte ihren Badeanzug ab, und sie ließ es geschehen, sie half mir dabei, und wir liebten uns dort in der Mulde bei den Kiefern.“ Detaillierter wird es nicht.

Ein wunderschönes ruhiges Werk über die Liebe, geschrieben von einem altersweisen Autor einer gerade aussterbenden Generation.

Lenz bei Jokers

(geschrieben von Matthias Stöbener)

27.06.2008, 19.00 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Liebe, Siegfried Lenz, Schweigeminute,

Ein Journalist mit Format

Am 18. Juli wäre einer der interessantesten amerikanischen Schriftsteller, Hunter S. Thompson, 71 Jahre alt geworden. Ein Alter, das dem Autor des legendären 70er-Jahre-Romans „Fear and Loathing in Las Vegas“ unerträglich gewesen wäre. Denn seinen Freitod im Januar 2005 wählte er gezielt. Fürs Leben fühlte er sich nämlich zu alt. Zumindest legt das sein Abschiedsbrief, den er seiner Frau hinterließ, nahe. Darin schrieb er: „67. Das ist 17 Jahre nach 50. 17 mehr, als ich brauchte oder wollte. Langweilig. Ich bin nur noch gehässig. Kein Spaß - für niemanden. 67. Du wirst gierig. Benimm dich deinem hohen Alter entsprechend. Entspann' dich - dies wird nicht wehtun." Kurz nachdem er den Brief geschrieben hatte, schoss sich Thomson, noch an seinem Schreibtisch sitzend, eine Kugel in den Kopf.

Thompson war ein Lebemann und pflegte einen ausschweifenden Lebensstil, den er in „Fear and Loathing in Las Vegas“ autobiographisch und unverblümt beschreibt. Als einer der ersten Autoren des Magazins „Rolling Stone“, begründete er den so genannten „Gonzo-Journalismus“. Dieser rein subjektive Schreibstil, lässt sich streng genommen nicht zum Journalismus zählen, sondern ist eher ein literarisches Stilmittel. Charakteristisch sind die hervorgehobene Rolle des Autors, autobiographische und erfundene Ereignisse und die polemische Sprache.
In den 1970ern kandidierte Thompson als Sheriff in Aspen (Colorado). In seinem Programm forderte er die Legalisierung von Drogen, den Umbau aller Straßen in Radwege und einen neuen Namen für Aspen, nämlich „Fat City“. Ein schönes Beispiel für Thompsons Humor ist die Tatsache, dass er sich vor einer Wahlrede eine Glatze schneiden ließ, damit er seinen republikanischen Gegner als „langhaarigen Hippie“ beschimpfen konnte. Allerdings verlor er die Wahl.

Zu Thompsons bekanntesten Werken zählt der legendäre Roman „Hell’s Angels“ aus dem Jahr 1966 über den gleichnamigen Motorradclub. Für die Recherchen arbeitete er über ein Jahr im nahen Umfeld der gefährlichen Clubmitglieder. Respekt erwarb er sich nicht zuletzt mit der Aussage, dass er nicht viel auf einen Faustkampf gebe, sondern es bevorzuge seine Streitereien mit einer doppelläufigen Schrotflinte zu lösen. Einige Zeit später wurde er allerdings von einigen Hell’s Angels schwer zusammengeschlagen. Das war das Ende seiner Recherchen – aber auch der Beginn seiner schriftstellerischen Laufbahn begann. Echt heavy!


24.06.2008, 15.06 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Hunter S. Thompson, Gonzo-Journalismus, Hell´s Angels,

Naturgewalten gefilmt

NaturgewaltenHilflos stehen wir Menschen den Naturgewalten gegenüber: Der Bergsteiger, der von einer Lawine verschüttet wird, der Segelflieger, der im Gewitter vom Blitz erschlagen wird, die Menschen, die bei einem Erdbeben ums Leben kommen oder von einer Flutwelle mitgerissen werden – diese Katastrophen sind keine Einzelfälle und zeigen uns, wie schwach wir eigentlich sind.

Wie groß unsere Ehrfurcht solchen Naturerscheinungen gegenüber ist, zeigt, dass die gewaltigsten unter ihnen immer in die Geschichte eingehen: Wer hat noch nichts vom Ausbruch des Vesuvs am 4. August des Jahres 79 gehört, bei dem Pompeji und Herculaneum zerstört wurden? Wer litt nicht mit den Abertausenden von Opfern des großen Tsunami im Jahre 2004?

Oft fühlen wir uns der Natur machtlos ausgeliefert. Und doch ist Natur kein Zauberwerk: Man weiß, wie ein Blitz entsteht, warum die Erde bebt, weshalb ein Vulkan ausbricht, wie es zu einer gigantischen Überschwemmung oder einem Tornado kommen kann. Und man weiß, in wie weit der Mensch für das Ausmaß solcher furchtbarer Katastrophen mitverantwortlich ist.

Wir haben eine spannende DVD aus der Reihe „Klima im Wandel“ (National Geographic) für Sie im Angebot: Dieses gelungene Werk zeigt anschaulich in vielen Bildern und Videos, wie Naturgewalten die Erde formen, wie sie Leben zerstören, aber auch ermöglichen.


21.06.2008, 09.30 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Naturgewalten, National Geographic, Katastrophen,

Wie sich die Städte entwickeln sollen

Seien Sie getrost, ich kannte das Gottlieb-Duttweiler-Institut bisher auch nicht. Aber das Institut hat eine Studie gemacht, die den Einkaufsort Stadt in den Mittelpunkt stellte. „Shopping in the City 2020“ hieß die Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde. Darin ist zu lesen, wie sich die Stadt als Einkaufsort in naher Zukunft entwickeln soll.

Eine der Thesen ist: Die Stadt wird zur Stadtregion mit mehreren Kernen, die um Besucher und Käufer konkurrieren. Sie wird also dezentraler. Das ist nachvollziehbar und zum Teil ja auch jetzt schon an Hand von vorgelagerten Einkaufszentren oder Orten im Speckgürtel der Städte zu beobachten, die sich in den letzten Jahren gemausert haben.

Angesichts des Internets wird die Stadt als Einkaufsort nur überleben, wenn sie das Einkaufen mehr inszenieren, zum Erlebnis machen. Es gibt ja schon jetzt das Stichwort „Erlebniseinkauf“ und in der Tat ist angesichts der Bequemlichkeit des Internetshoppings nur dann mit dem Einkauf in der Stadt zu rechnen, wenn über die Ware hinaus noch mehr geboten wird, eben das Event oder die stärkere Serviceorientierung der Geschäfte und Einkaufsorte.

Ein weiteres Stichwort ist „Socialising“. Hier wollen die Forscher des Instituts herausgefunden haben, dass wir heute angesichts der verlorenen Familienbande und der Individualisierung unserer Gesellschaft im „Dickicht der Städte“, wie das Bertolt Brecht nannte, Ersatz für die Familie suchen. Ich weiß nicht, ob man das, was früher die Familie war, wirklich ersetzen kann. Ersatzfamilien wird man suchen können, aber das Erlebnis wird nicht das gleiche sein, weshalb ich skeptisch bin, dass die Städte deswegen aufgesucht werden.

Stadt und Land sollen sich mehr durchdringen, es soll die Natur den Stadtraum erobern, die Wege zwischen Arbeit, Wohnen und Einkaufen sollen wieder kürzer werden und oft per Rad zurückgelegt werden. Wenn das stimmt, könnte das eine positive Entwicklung sein und in der Tat versuchen viele Stadtplaner das zu verwirklichen. Allerdings war das auch in den zurückliegenden Jahrzehnten so – und doch sind die Arbeitsplätze immer weiter von den Orten, wo wir wohnen, weggerückt. Eine Trendumkehr wäre zu schön, um wahr zu sein.


(geschrieben von Matthias Stöbener)



18.06.2008, 16.23 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Stadtentwicklung, Socialising, Shopping, Einkaufszentren,

Vielleicht doch kein 100%iger Heiliger

Dalai LamaIm tibetischen Buddhismus ist es einer der höchsten weltlichen Titel und bis 1951, also bis zur chinesischen Okkupation von Tibet, hatte er auch höchste weltliche Autorität: der „Ozeangleiche Lehrer“. Das bedeutet Dalai Lama in der Übersetzung aus dem Mongolischen/Tibetischen. Kürzlich besuchte der so verehrte und umstrittene Tibeter, der seit unzähligen Jahren im Exil lebt, Deutschland. Es war der erste Besuch des Dalai Lama seit Beginn der anti-chinesischen Proteste in Tibet.

„Kein Friede ohne Menschenrechte“ war das Leitmotto des Besuchs des Friedensnobelpreisträgers. Tenzin Gyatso ist der Mönchsname des jetzigen Dalai Lama, der im Alter von nicht einmal zwei Jahren von zwei Mönchen, denen der heute 72-Jährige zuvor in einer Vision erschienen sein soll, als Wiedergeburt seines 1933 verstorbenen Vorgängers Thub-Idan-rgya-mtsho (Thubten Gyatso) entdeckt wurde.

Doch welcher Mensch, welche Persönlichkeit steckt hinter dem heute weltbekannten Mann? Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass der Dalai Lama aus einer Bauernfamilie stammt? Was bedeutet es für ein Kleinkind, von heute auf morgen höchste religiöse und weltliche Autorität zu erhalten?

Lesen Sie die spannende Biografie von Gilles van Grasdorff, eines Bekannten der Familie des Dalai Lama! Seit vielen Jahren tauscht er sich mit der tibetischen Exilregierung aus. In seinem Werk „Der Dalai Lama“ beschreibt er spannend die persönliche und politische Lebensgeschichte des Mannes, der heute die Weltpolitik beeinflusst.

Es ist zwar kaum vorstellbar, weil der Dalai Lama hier im Westen immer wie ein Heiliger dargestellt wird, aber es gibt auch Kritik an ihm. So hat er bis zu seiner Flucht das feudalistische System Tibets verteidigt, in dem es Leibeigene und Sklaven gab, die von einer Mönchspolizei überwacht wurden. Auch soll es im Rechtssystem so drakonische Strafen wie das Abschneiden von Gliedmaßen, Nasen und Ohren oder das Augenausstechen gegeben haben. Dieses alte System, so seine Kritiker, stelle der Dalai Lama heute viel zu idealisiert dar.


17.06.2008, 11.06 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Naturwissenschaften | Tags: Tibet, Dalai Lama, Kritik am Dalai Lama, Grasdorff,

Created in Germany

Made in Germany kennt jeder. Es steht für Qualitätsarbeit aus deutschen Landen. Vom Bundeswirtschaftsministerium kommt jetzt die Idee, für Kultur- und Kreativprodukte aus Deutschland das Label „Created in Germany“ einzuführen. Damit will man die Wettbewerbsfähigkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft stärken.

Die Kreativwirtschaft ist für Deutschland enorm wichtig. Öl kann das Land ja nicht exportieren. Also leben die Deutschen besonders von ihrer Kreativität und ihren Erfindungen. Das soll jetzt stärker bewusst gemacht werden und mehr Anerkennung finden.

Made in GermanyDazu wäre es natürlich in erster Linie ratsam, die Arbeit von Erfindern, Musikern, Schriftstellern und anderen Künstlern besser vor Missbrauch zu schützen. Im Internetzeitalter ist es leicht, das geistige Eigentum von anderen durch das Kopieren zu entwenden. Davon sind viele Menschen betroffen, die in Unternehmen der Buch- und Pressebranche, der Film- und Rundfunkwirtschaft, der Architektur, Werbewirtschaft und darstellenden Kunst arbeiten.

Aber Schutz durch Gesetze und polizeiliche Maßnahmen reicht nicht. Das Wichtigste ist meines Erachtens ein breites Bewusstsein, dass ein Lied, das jemand geschrieben und komponiert hat, auch ihm selbst gehört und dass er ungefragtes und unbezahltes Aneignen nicht dulden muss.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


15.06.2008, 15.13 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte | Tags: Kulturpolitik, Kulturwirtschaft, Created in Germany, Kreativwirtschaft,

Ein tolles Angebot

Die heilige SchriftMan muss nicht Theologe sein, um das Angebot der evangelischen Deutschen Bibelgesellschaft zu schätzen. Vielleicht braucht man ein Zitat oder will etwas nachschlagen, was mit der Bibel zu tun hat: Auf dem neuen Online-Portal www.bibelwissenschaft.de ist man immer richtig.

Was wird geboten? Zum einen verschiedene Bibelausgaben. Z. B. das hebräisches Alte Testament nach dem Text der Biblia Hebraica Stuttgartensia, das Griechische Neue Testament nach dem Text des Novum Testamentum Graece (ed. Nestle-Aland), 27. Auflage, das griechische Alte Testament nach dem Text der Septuaginta (ed. Rahlfs/Hanhart), die lateinische Bibel nach dem Text der Vulgata (ed. Weber/Gryson), aber natürlich auch Übersetzungen wie die klassische Luther-Übersetzung, die moderne Gute Nachricht Bibel, und die philologisch genaue Menge-Bibel. Einfach Suchwort eingeben und man kommt zu den entsprechenden Bibelstellen.

Das ist aber noch nicht alles: Es gibt daneben auch ein wissenschaftliches Bibellexikon, das dazu dient, das eigene Wissen zu erweitern. Und es gibt eine Bibelkunde des Alten und Neuen Testaments. Darin erfährt man z. B., worum es in einem Buch wie der Genesis überhaupt geht, wie der Schöpfungsbericht zu verstehen ist und vieles mehr.

Zu dieser Seite gibt es kein vergleichbares Konkurrenzportal. Es lohnt sich wirklich hier mal reinzuklicken:

www.bibelwissenschaft.de

(geschrieben von: Matthias Stöbener)

12.06.2008, 15.04 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Bibelgesellschaft, Bibel, Bibelausgaben, Bibellexikon,

Noch weniger Bücher als Eisbären

EisbaerKnut, Flocke, Wilbär: Wer in den letzen Monaten die Medien verfolgte, hatte den Eindruck, dass es überall nur so von Eisbären wimmelt. Ein schlimmer Trugschluss: Die USA haben Eisbären nun auf die Liste der bedrohten Tierarten gesetzt. Experten schätzen, dass die knuddeligen Fellknäuel in etwa 45 Jahren ausgestorben sein könnten – zumindest in der freien Wildbahn. Der Grund dafür lässt sich ganz lapidar in einem Satz ausdrücken: "Das Eis, auf dem die Bären leben, ist drastisch geschmolzen", so der zuständige amerikanische Minister Dirk Kempthorne.

Dies ist auch die Begründung dafür, weshalb die USA Eisbären nun in ihr Artenschutzprogramm aufnehmen. Laut US-Innenministerium sind die Polareiskappen in den letzen 20 Jahren um 20 Prozent abgeschmolzen. Rund 25.000 Eisbären leben in der Nordpolarregion, und es wird immer schwieriger für sie, auf Eisschollen im Wasser zu treiben, zu jagen und Jungtiere aufzuziehen. In der Hudson Bay in Kanada sei die Population bereits um 20 bis 22 Prozent zurückgegangen, so der Minister.

Wer nun denkt, das sei nicht weiter tragisch, schließlich könnten wir ja Knut und Flocke in den regionalen Zoos bestaunen, irrt: Betrachtet man die Erde nach der Gaia-Theorie als großen lebenden Organismus, so hat das Verschwinden einer Art gewaltige Auswirkungen auf das Gesamtsystem. Sahtouris´ evolutionäre Gaia-Theorie erhält zur Zeit wieder erhöhte Aufmerksamkeit in den aktuellen Debatten – lesen Sie in „Gaia, Vergangenheit und Zukunft der Erde“ nach, worum es geht! Ich hoffe, sie bekommen noch ein Exemplar, denn von dem Buch gibt es heute noch weniger als Eisbären!


04.06.2008, 13.35 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Gaia-Theorie, Eisbären-Population, Sahtouris,

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