Jokers Blog Österreich

Die Qual der Wahl

Schreibwettbewerb„Gib mir doch mal einen Tipp, wie ich endlich mit dem Geschichten-Schreiben anfangen kann“, bat mich neulich meine gute Freundin Susanne. Ich erinnerte mich an meine ersten Schritte und riet ihr: „Mach doch bei einem Schreibwettbewerb mit! Das ist ein guter Anreiz, du hast eine anspornende Deadline, eine kompetente Jury und gewinnen kannst du auch noch was dabei.“ Wir mussten nicht lange suchen und fanden gleich in ihrem Lieblingsmagazin einen Schreibkontest zum Thema „Ist es Liebe?“

Kurz darauf entdeckte ich gleich mehrere Möglichkeiten, die Schreibfeder mit anderen zu kreuzen, denn viele Webseiten und Magazine locken zum Vergleich der eigenen Schreibkunst. Auf Spiegel online kann man sich mit eigenen Zeitzeugen-Erinnerungen verewigen, und sogar die Wikipedia lädt derzeit zum 8. Schreibwettbewerb ein, bei dem sich Autoren in spielerischer Weise messen können.

„Egal, ob du als Beste gekürt wirst oder nicht, du gewinnst auf jeden Fall“, spornte ich Susanne an. „Zum einen hast du endlich mit dem Schreiben angefangen und zum anderen wirst du bestimmt genug Material und Erfahrung sammeln, um daraus gleich mehrere Geschichten zu basteln.“ So kam es in der Tat. Der Schreibwettbewerb ihres Lieblings-Magazins ist noch nicht zu Ende, und Susanne hat schon fünf Geschichten zum Thema Liebe verfasst. Doch jetzt haben wir ein anderes Problem: Welche sollen wir nur nehmen?

Übrigens: Dichter rufen wir im Moment auf, ihr schönstes Gedicht einzusenden. Es winken Preise im Wert von mehr als 5.000 Euro. Hier gleich mitdichten:

http://www.jokers.at/lyrikpreis


31.03.2008, 17.38 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Poesie | Tags: Schreibwettbewerb. Lyrikpreis

Ein Klassiker neu aufgelegt

Die rote ZoraMit „Die rote Zora und ihre Bande“ läuft derzeit ein Film in den Kinos, der auf den ersten Blick gar nicht in die heutige Zeit zu passen scheint. Doch nur auf den ersten Blick. Ich hoffe, dass auch in Zeiten von Digicams, Youtube, Playstation und iPhone noch Geschichten zählen, die von nichts anderem als Natur, Freiheit und echten Werten handeln.

Das Buch von Kurt Kläber erschien erstmalig im Jahr 1941 und erzählt von Waisenkindern aus dem kroatischen Küstenstädtchen Senj. Sie leben als Ausgestoßene am Rande der Gesellschaft und haben sich unter der Führung des rothaarigen Mädchens Zora zu einer Bande zusammengeschlossen, den Uskoken. Um zu überleben, begehen die Kinder einige größere und kleinere Diebstähle und handeln gegen die Gesetze ihrer Gesellschaft. Doch untereinander halten sie fest am Gebot der Solidarität. Unter den Erwachsenen ist der alte Fischer Gorian der einzige, der zu ihnen hält. Als Dank hilft ihm die Bande im Kampf gegen die großen Fischfanggesellschaften.

Schon die legendäre Fernsehserie aus dem Jahr 1979 kam beim Publikum gut an. Doch der neue Kinofilm ist meiner Meinung nach ein echtes Wagnis. Schließlich vermittelt der Film Werte, etwa den der Solidarität – und die sucht man sonst oft vergebens. Gerade in Zeiten der Globalisierung sollte, wie ich finde, der Widerstand gegen den Konsumismus und internationale Großkonzerne viel häufiger thematisiert werden, wie in „Die rote Zora und ihre Bande“.


31.03.2008, 17.25 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: rote Zora, Waisenkinder, Wagnis,

Hightech in der Küche

Kürzlich versuchte mir ein Freund seinen Job zu erklären. Er ist in der IT beschäftigt und kümmert sich dort um Projekte. Mit zu seinen Aufgaben gehört, seine Ergebnisse auch auf der CeBit vorzustellen. Und auf diesen Punkt gekommen, begann es aus ihm herauszusprudeln. Aber viel verstanden habe ich nicht. Jedenfalls weiß ich nicht mehr, was "business solutions", "public sector solutions" und "home and mobile solutions" sind und könnte sie auch nicht voneinander unterscheiden.

Technik im AlltagVerstanden habe ich nur, dass die „neue“ CeBit auf drei inhaltlich und räumlich getrennte Säulen aufbaut, die eben jeweils einen der drei genannten Bereiche bedienen. In einem Abschnitt der Messe tummeln sich also Angebote für Unternehmen, in einem anderen für den öffentlichen Dienst, in einem anderen für private Kunden. Oder so ähnlich. Wie man die EDV-Fachtermini genau übersetzen kann, weiß vermutlich nicht einmal mein Freund. Wozu auch? Wenn er mit Anglizismen um sich wirft, versteht ihn jeder aus dem Kollegenkreis – nur kein „normaler“ Mensch.

Abgesehen von den Sprachproblemen hat die moderne Technologie allerdings auch viele überwältigende Innovationen zu bieten: Wandelnde Dino-Tamagochis, die Emotionen zeigen, und W-Lan-Radios begeistern das Publikum der CeBit. Was dabei überrascht: Viele Komponenten der neuesten Spielereien stecken bereits seit geraumer Zeit in unseren Alltagsgeräten. Schon lange z. B. sind unsere Kühlschränke wahre High-Tech-Genies.

Schnuppern Sie doch mal in das Buch „Technik im Alltag für Besserwisser“: Hier werden die genialsten Highlights der Technologie unserer Gebrauchsgegenstände auf unterhaltsame Weise beschrieben.

31.03.2008, 17.25 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Naturwissenschaften | Tags: moderne Technologie, Anglizismen, Innovationen,

Altrömisches Kochbuch

kulinarischesFannie Farmer wäre am 23. März 151 Jahre alt geworden. Die Amerikanerin wurde 1857 in Medford, Boston, geboren und starb am 15. Januar 1915 im selben Ort. Sie kam ihr Leben lang nicht über ihren Geburtsort hinaus. Ihre Werke allerdings schon: Fannie Farmers Kochbücher gingen um die Welt. Ihr Buch The Boston Cooking-School Cook Book galt zu seiner Zeit als fortschrittlich, war es doch eines der ersten Kochbücher, das akkurate Maßangaben für die Zubereitung der Speisen enthielt.

Wussten Sie, dass die Geschichte des Kochbuchs bis ins 4 Jahrhundert vor Christi Geburt zurückreicht? Sicher ist es nicht, aber Archestratus, ein berühmter griechischer Kochbuchautor im 4. Jahrhundert v. Chr., erwähnt bereits 20 andere Rezepteschreiber vor ihm. Archestratus selbst hielt die Zubereitung seiner berühmten gefüllten Weinblätter oder seines Käsekuchens in einem Nachschlagewerk fest, das allerdings verschollen ist. Bis heute erhalten dagegen ist die antike Rezeptsammlung von Marcus Gavius Apicus aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.: Die "Kochkunst in 10 Bänden" (De re coquinaria libri decem) war damals DAS Trend-Kochbuch schlechthin.

Wir haben Nachdrucke dieses ältesten überlieferten Kochbuches für Sie erworben: „Das Apicius-Kochbuch aus der römischen Kaiserzeit“ ist eine umfangreiche Sammlung überraschender Rezeptideen, die Sie durchaus heute noch nachkochen und so Ihre Familie überraschen können. Legen Sie einfach eine Toga an und kredenzen dabei altrömische Leckereien: Ihre Gäste werden wiederkommen!

31.03.2008, 17.00 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Kochbuch, Archestratus, römische Kaiserzeit, Apicus,

Umwälzungen

Werden Verlage in der Wissens- und Bildungsgesellschaft der Zukunft noch den gleichen Stellenwert haben wie heute? Werden Verlage in der Zukunft auch noch die Leitbranche für Wissen und Bildung sein? Bisher waren es hauptsächlich Verlage, die im Meer des Wissens Orientierung geschaffen haben, Bildung organisiert haben.

Sicher ist heute im Zeitalter der elektronischen oder digitalen Information diese Kompetenz genauso gefordert wie bisher. Vielleicht sogar noch mehr, denn jeder von uns weiß, wie schwer es trotz Google und anderen Suchmaschinen ist, im Internet vertrauenswürdige Inhalte zu finden, eine Struktur des Wissens zu entdecken. Wer übernimmt in Zukunft die Lotsenfunktion im Meer des Wissens? Nur noch die Suchmaschinen? Oder die freien Communitys, die sich um Webseiten wie die Wikipedia bilden?

Wahrscheinlich werden Verlage auch in Zukunft nicht überflüssig werden mit ihren Dienstleistungen der Prüfung, Strukturierung und Präsentation des Wissens. Aber sie werden sich mehr anstrengen müssen, Gehör zu finden, sich am Markt durchzusetzen. Am Markt, das heißt immer mehr im Internet. Dort, wo es Wikipedia und ihre vielfältigen Ableger gibt, dort, wo Universitäten ihre Veröffentlichungen anbieten, Forscher-Communities Artikel kostenlos ins Netz stellen, um sich auszutauschen und Foren zu bestimmten wissenschaftlichen Themen existieren. Vielleicht wird es bald viele Inhalte nicht mehr in gedruckter Form geben, weil sich Wissen immer schneller weiterentwickelt und Inhalte in digital-dynamischer Form dargereicht werden. Die Sach- und Fachbuch-Verlage, die es versäumen, sich auf diese neuen Gegebenheiten einzurichten, werden es schwer haben zu überleben.

31.03.2008, 16.56 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nachdenkliches | Tags: Verlage, Dienstleistungen, Konkurenz, Bildungsgesellschaft,

Generation Doof

Generation DoofWenn sich tausende Menschen im Fernsehen vor selbst ernannten Musik-Experten zusammenstauchen lassen. Wenn sich Jugendliche auf dem Schulhof mehr für den neuen Handy-Klingelton von Schnuffel dem Hasen interessieren als für die Präsidentschaftswahlen in Amerika. Wenn der Pizzabäcker feuchte Augen bekommt, weil er sich unter der Berufsbezeichnung „Journalistin“ seiner Kundin etwas völlig anderes vorstellt, dann, ja dann weiß man: Irgendwie läuft etwas falsch mit der neuen Generation.

Die zwei Buchautoren Stefan Bonner und Anne Weiss haben sogar schon einen Namen für das Phänomen der Jugend, die den Bundestag für einen Feiertag hält: „Generation Doof“. In dem gleichnamigen Buch enttarnen und durchleuchten die beiden 30-Jährigen die Heranwachsenden und erklären, wie es dazu kommt, dass „einfach mal in die Kamera furzen“ heute schicker ist, als die eigene Stadt auf einer Landkarte zu finden. Ein Buch, auf das ich schon gespannt bin. Der Klappentext des Buches klingt wie Comedy, aber die Verdoofung der Jugendlichen scheint Fakt zu sein. Oder?


31.03.2008, 16.53 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Generation Doof, Jugend,

Nicht alle Erben freuen sich

Alte BuecherDass jeder Mensch einen eigenen Büchergeschmack hat, ist bekannt. Dass man über Geschmack nicht streiten kann, auch. Aber dass man den Geschmack manchmal teilen muss, hatte ich bislang verdrängt. Zumindest so lange, bis mich meine liebe Schwiegermutter vor ihren Wohnzimmerschrank zog und sagte: „Das alles wirst du und meine Tochter einmal erben!“ Mit einer ausschweifenden Geste zeigte sie auf die vier Regale, die bis obenhin voller Bücher standen.

Normalerweise versetzt mich die Aussicht, viele neue Bücher zu bekommen, in Hochstimmung. Doch dieses Mal konnte ich nur freundlich nicken. Denn was ich hinter den Glastüren der Regale entdeckte, waren keine großen literarischen Schätze.

Zur Verteidigung meiner Schwiegermutter muss ich sagen, dass sich auch Titel von Elke Heidenreich, einige von Clive Barker, „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse, „Die Puppenspieler“ von Tanja Kinkel und noch einige Titel mehr an - sagen wir - besserer Literatur fanden. Allerdings stehen die natürlich schon in meinem Regal. Und doppelt muss ich sie nicht haben.

Aber da waren auch die vielen Gute-Laune-Ratgeber aus den 60er- und 70er-Jahren, die vielen „Wanderwege durch Deutschland“-Ausgaben und nicht zu vergessen: zahlreiche Bildbände zu Geschirr und Porzellan-Puppen aus aller Welt. Bei diesem Anblick musste ich schwer schlucken. Als Schwiegermutter auch noch voll Stolz verkündete, „wenn ihr diese Bücher weggebt, bin ich euch noch im Grab sauer“, rang ich um Haltung. Das wäre dann ein schweres Erbe …

31.03.2008, 16.52 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Büchergeschmack, Erben, Schwiegermutter,

Die Sorge mit den Sorgen

Ich habe eine ganz persönliche Geisterstunde. Sie schlägt nicht jede Nacht, aber manchmal sucht sie mich heim. Dann liege ich meist zwischen 3 und 4 Uhr morgens voller Sorgen wach und meine ganz persönlichen Geister flüstern mir furchterregende Dinge ins Ohr: dass ich die Wohnung nicht abbezahlen kann, mich mein Chef entlässt, dass die Inflation das Geld für die Rente wegfrisst, dass ich ernsthaft krank werden könnte, dass mich jemand überfällt …

Dann gibt es nur eins, was mich rettet. Ich schlage „Sorge dich nicht – lebe“ von Dale Carnegie auf und lese, wahrscheinlich schon zum 1000sten Mal, Kapitel drei „Wie man mit der Gewohnheit bricht, sich Sorgen zu machen“. Eigentlich bin ich nicht der Typ für Selbsthilfe-Ratgeber. Doch dieser Klassiker hilft mir schon seit meiner Jugend, Zukunftsängste und Existenzsorgen aller Art zu bannen.
Das Erstaunlichste an diesem Buch ist sein Alter. Es erschien erstmals 1948 und wurde weltweit mehrere zig Millionen Mal verkauft und in 38 Sprachen übersetzt. Es wirkt noch heute – besser denn je!

31.03.2008, 16.45 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Naturwissenschaften | Tags: Dale Carnegie, Ratgeber, Lebenshilfe, Sorgen,

Das große Sterben im Frühjahr

Das Leben danachViele Statistiken zeigen, dass der Frühling für alte und kranke Menschen eine sehr belastende Jahreszeit ist. Wider Erwarten sterben im Frühjahr mehr Menschen als im Winter. Was so kühl und nüchtern klingt, ist doch jedes Mal ein bewegendes Schicksal: Ein Leben ging zu Ende, es bleiben Menschen zurück, die trauern, die hoffen, die glauben.

Viele Religionen versprechen uns ein Leben nach dem Tod, manche behaupten, dass das Leben erst mit dem Tod wahrhaft beginnt. Leider kann uns die Wissenschaft hier nicht weiterhelfen, schlussendlich bleibt jede Überzeugung dieser Art auf Glauben reduziert.

Das Werk von Bernard Jakoby beschäftigt sich genau mit dieser Thematik. In „Das Leben danach“ stellt er Ergebnisse der Sterbeforschung vor, die augenscheinlich belegen, dass es tatsächlich ein Leben nach dem Tod gibt. Um zu dieser Ansicht zu gelangen, wurden zahlreiche Nahtod-Erlebnisse und Ereignisse aus Rückführungstherapien ausgewertet und miteinander verglichen.

Ob die Resultate wirklich einem logischen Auge standhalten, mag ich nicht beurteilen – sicher ist aber, dass der Glaube an ein Leben danach, egal, wie es aussieht, Hoffnung gibt und Trauer lindert.


31.03.2008, 16.21 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Naturwissenschaften | Tags: Sterbeforschung, Tod, Nahtod-Erlebnisse,

Wie wird das Wetter?

WetterEigentlich ist es mit dem Wetter wie jedes Jahr. Auch das vorangegangene Jahr hat sich nicht entscheiden wollen, ob es nun schon den Frühling kommen lässt oder lieber noch ein wenig Winter spielt.

Viele meinen, dass Wetterumschwünge und Temperaturunterschiede von bis zu 15 Grad innerhalb von zwei Tagen auffällig sind. Sind sie jedoch nicht: Schon meine Großmutter erzählte, dass man in ihrer Kindheit an einem Tag schon ohne Socken draußen rumtollte und am anderen wieder die Winterstiefel brauchte.

Das Wetter ist eines der faszinierenden Phänomene unseres Planeten. Davon kann ein Freund, der Gleitschirm fliegt, ein Lied singen. Wie oft er erzählt, dass er wieder einmal umsonst in die Berge fuhr, weil der Wetterbericht Falschaussagen lieferte! Und dann steht er dort und der Föhn bläst ihm warm ums Gesicht – keine Chance für einen sicheren Flug. Ich selbst kenne mich beim Gleitschirmfliegen wenig aus, dafür habe ich inzwischen ein gutes Auge für das Wettergeschehen entwickelt.

Schon manches Mal habe ich meinen Überflieger-Freund damit verblüfft, dass ich in den Himmel guckte und ihm das Wetter des morgigen Tages prophezeite – mit einer guten Trefferquote. Für mich ist das nicht so schwer. Ich habe nur das geniale Buch „Wie wird das Wetter?“ gelesen – und bin jetzt tatsächlich ein ziemlich zuverlässiger Hobby-Meteorologe.


31.03.2008, 16.02 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Wetter, Meteorologie,

Hymne an den Frühling

GedichteEs ist kaum zu glauben: Schon im Februar durften wir uns an Temperaturen um die 20 Grad erfreuen, die Straßencafés öffneten ihre Pforten, in T-Shirt und ohne dicke Socken saßen wir in der Sonne. In den Bergen trafen Skifahrer auf Gleitschirmflieger: Die einen düsten auf Kunstschnee gen Tal, die anderen schraubten sich in luftige Höhen.

Der Frühling, auch wenn er dieses Jahr fast zu früh kam, ist meine persönliche Lieblings-Jahreszeit. Es ist wundervoll, die ersten Blüten zu entdecken, die sich durch den noch kargen Boden empor wagen, die sonnenhungrige Haut nicht mehr unter Lagen von Wäsche einhüllen zu müssen, wieder das Bedürfnis zu haben, raus zu gehen, in die Natur, in die nahende Wärme, umgeben von einem zarten Flair des Neubeginns.

Poesie erfüllt die Luft, die Atmosphäre scheint hoffnungsgetränkt, die Sonne verspricht das Ende allen Übels. Und, ja, man schlendert mit einem Gedicht in den Gedanken an Flussufern entlang. Eduard Mörike zum Beispiel flüstert:

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Diese Hymne an den Frühling und viele andere Kunstwerke des kongenialen Poeten finden Sie in dem Werk „Gelassen stieg die Nacht ans Land“, das wir nun für Sie im Angebot haben.

31.03.2008, 15.56 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Poesie

Ohne Ritt in den Sonnenuntergang

Vor kurzem hörte ich von einem Buch, das mir auf Anhieb gefiel: „Die Armee der Superhelden“ von Stewart O`Nan. In überraschend düsteren Kurzgeschichten kämpfen darin schicksalsgebeugte Menschen gegen die täglichen Verluste von Liebe und mitunter der eigenen Existenz. Die Geschichten gehen meist schlecht aus, das klassische Happy-End erwartet man vergebens. Doch gerade für solche Geschichten habe ich persönlich, ich gestehe es, eine Schwäche.

HeldAuch „No country for old men“, der neueste Kinofilm der Coen-Brüder, spricht eine ähnliche Sprache. Darin findet ein Mann per Zufall einen Koffer mit 2 Mio. Dollar, die aus einem geplatzten Drogendeal stammen. Es beginnt ein Wettlauf mit einem Auftragskiller, der das Geld zurückholen soll. Die Geschichte endet fatal: Der Held stirbt, der Killer kann ungestraft fliehen.

Die meisten Menschen, darunter auch meine Frau, betrachten diese Sichtweise als zu pessimistisch. Ich persönlich finde es nur realistisch, wenn die meisten Dinge eben ohne den sprichwörtlichen Ritt in den Sonnenuntergang enden. Nach dem Kinobesuch führten meine Frau und ich auf jeden Fall noch eine lange Diskussion darüber, ob es die Aufgabe von Film und Literatur sein kann, auf Biegen und Brechen in eine heile Welt zu entführen oder Geschichten gut enden zu lassen. „Sonst kann ich mir doch gleich den Kinobesuch oder die Lektüre sparen. Realität hab ich mehr als genug“, sagte meine Frau.

„Die Armee der Superhelden“ liegt jetzt auf meinem Nachtkästchen. Ich freue mich schon jetzt auf viele neue hitzige Diskussionen mit meiner Frau.

31.03.2008, 15.54 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Held, Happy-End, Pessimismus, Filmende,

Oscar-Nachlese

oscarDie Oscarverleihung 2008 ist vorüber, wirkliche Überraschungen gab es keine. Um die drohende Langeweile zu bekämpfen, hatte man den Blickpunkt der Aufmerksamkeit auf etwas Nebensächliches gerichtet: Zahlreiche Medien zerbrachen sich den Kopf bzw. die Schreibfeder darüber, welche Dame die schönste Robe trug.

Schwarz und rot waren eindeutig DIE Farben des Jahres 2008 – wenn eine der Berühmtheiten sich in Silber, Creme oder gar Blau auf den roten Teppich wagte, war sie eine Ausnahme. Auch was den Schnitt der Gala-Roben angeht, waren sich die Promi-Ladys einig: Einige extravagante Details wie zum Beispiel eine asymetrisch geschnittene Schulter peppten die ansonsten klaren Schnitte auf, auch auf den Toga-Stil wurde gerne zurückgegriffen.

Mir persönlich ist es egal, was Damen wie Victoria Duffy, Samantha Harris und Helen Mirren bei der Oscar-Verleihung tragen. Ob sie nun prunkvolles Rot mit Silber-Bolero-Ärmeln oder Bänder an der Schulter tragen, dafür habe ich wahrlich kein Auge. Dennoch stellte ich mit Befriedigung fest, dass sich der Focus der Schönheits-Berichterstatter über die Jahre hinweg ein wenig gewandelt hat: Es geht nicht mehr „nur“ um Gucci, Dolce und Gabbana, Versace und Co., nicht mehr nur darum, wer die prachtvollste und teuerste Garderobe trug, sondern auch darum, welche Figur die High Society in den Gewändern macht. Dass beispielsweise bei Victoria Duffy ihr Kleid einen ausgemergelten Körper betonte, bei dem man die Rippen einzeln zählen kann, wurde das in den Medien dieses Jahr durchaus beanstandet. Und da ist gut so.

Denn seit Gottfried Keller wissen wir: Kleider können zwar durchaus blenden, doch lässt sich die Person dahinter nicht ganz verbergen. Kleider machen Leute und zeigen, WER sie trägt…

28.03.2008, 17.29 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Oscar-Verleihung, Roben,

Die Urmel-Box

UrmelboxWer kennt und liebt sie nicht, die Augsburger Puppenkiste? Am 26. Februar feierte sie ihren 60. Geburtstag – und ist keineswegs zum alten Eisen zu rechnen.

Was ist Ihre Lieblingsfigur? Der gestiefelte Kater etwa, der uns schon als Kinder begeisterte? Er war nämlich auch der Protagonist des ersten Stücks, das in der Puppenkiste aufgeführt wurde… Oder begeistern Sie mehr Kasperl und seine Freunde? Jim Knopf oder Lukas der Lokomotivführer? Wie dem auch sei: Die Augsburger Puppenkiste ist in den sechzig Jahren ihres Bestehens zu einem der Wahrzeichen der Fuggerstadt geworden… Die Historie des Theaters können Sie unter http://www.augsburger-puppenkiste.de/01-theater/index.shtml nachlesen.

Ich selbst bekomme bei „Urmel aus dem Eis“ immer noch große Augen – die witzige grüne Figur war eine der ständigen Begleiter meiner Kindheit. Es gab eine Zeit, da sammelte ich Figuren und Geschichten um das Urmelchen. Einige meiner Plastikfiguren habe ich später meiner Nichte vermacht, und kürzlich habe ich ihr die Geschichte als CD-Pack geschenkt: Auf 6 CDs wird unterhaltsam erzählt, wie Urmel aus dem Eis bis ins All fliegt… Die zauberhafte Geschichte von Max Kruse gibt es jetzt zum speziellen Jubiläumspreis bei uns!


28.03.2008, 17.20 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Augsburger-Puppenkiste, Urmel, Max Kruse,

Jetzt gehts lohos: Musterverkauf bei Jokers!

Musterverkauf.jpg

Traditionell werden am Messesonntag die Muster verkauft. Da machen wir natürlich auch mit. Um 15 Uhr geht's los und wir werden von begeisterten Bücherfreunden überrannt! Isabella Eichner (Abt. Internet), Martin Knauth (Filial-Marketing) und Helga Schröck (Werbung) haben alle Hände voll zu tun, aber behalten trotzdem ihre gute Laune.

16.03.2008, 15.00 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Muster, Musterverkauf, Bücherfreunde,

Lesemöbel

Lese.jpg

Am Rande der Messe für Sie entdeckt: In Gedenken an die Bücherverbrennungen vor 75 Jahren zeigt der Künstler Samuel J. Fleiner, was man mit Büchern außer Lesen sonst noch Sinnvolles machen kann. Uns hat der Lesesessel besonders gut gefallen: Zugriff auf eine kleine Bibliothek ohne Aufzustehen. Für Book-Potatoes!

16.03.2008, 11.55 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Möbel, Lesemöbel, Bücherfreunde,

1.000 Autoren reichen

Die deutschsprachigen Verlage produzieren jedes Jahr etwa 90.000 neue Bücher. Eine Unmenge an Büchern, die es, glaubt man einer Studie der GfK-Buchmarktforschung, überhaupt nicht braucht. Um Umsätze zu machen, braucht der Buchhandel eigentlich nur Spitzenautoren. Gut, ein bisschen übertrieben ist das, aber die Tendenz stimmt.

So hat das Marktforschungsinstitut aus Nürnberg 177 Mio. verkaufte Romane im Jahr 2006 gezählt. Davon stammten 53 Mio., also etwa 30 Prozent, von nicht mehr als 100 Bestsellerautoren. Pro Bestsellerautor wurden also 530.000 Exemplare verkauft. Wenn man schaut, wie viele Romane die Top-1000-Autoren verkauften, so ergeben sich 116,8 Mio. Romane. Da sind wir dann schon bei Zweidritteln des Marktes.

Tja, was ist daraus zu folgern? Die GfK meint, die Kunden bräuchten Orientierung, deshalb würden sie immer wieder zu den gleichen Autoren greifen. Wie die Lemminge folgen sie den großen Stapeln, den großen Werbeplakaten, dem, was Frau Dingsbums im Fernsehen sagt.

Mal ein ketzerischer Vorschlag: Vielleicht sollten sich die Verlage auf die 1.000 bestgängigen Autoren beschränken. Die Buchhandlungen könnten sich verkleinern, bräuchten weniger Miete zahlen, die Kunden wären nicht mehr eine unüberschaubaren Titelmenge ausgesetzt und die 1.000 Bestsellerautoren könnten noch das letzte Drittel des belletristischen Marktes, das ihnen noch fehlt, unter sich aufteilen.


07.03.2008, 17.47 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Bestseller-Autoren, Umsatz, GfK-Buchmarktforschung,

Eine neue literarische Gattung?

Seit es Handy-Flatrates gibt, setzen sich in Japan so genannte Handy-Romane durch. Schon im Januar habe ich in der New York Times über dieses Phänomen gelesen. Es sollen vor allem junge Japanerinnen sein, die solche Handy-Romane schreiben. Die Texte tippen sie auf dem Handy quasi als SMS ein. Meist sind es tagebuchartige Texte über Liebe und Liebesleid. Die Texte sind auf Webseiten verfügbar und können von anderen Lesern per Handy gelesen und bewertet werden.

Handy-RomaneErstaunlich ist, dass fünf der japanischen Top-Ten-Bestseller des letzten Jahres auf solchen Handy-Novels basieren. Grauenhaft, so das Urteil von Literaturkritikern. Die Handy-Romane seien der Untergang der japanischen Literatur. Ihre literarische Qualität tendiere gegen Null. Das sehen die Fans dieser neuen Form von Literatur natürlich völlig anders. Sie glauben natürlich fest daran, dass sich Handy-Romane durchsetzen werden.

Möglich ist das. So hat ein Verlag die tragische Geschichte einer Liebe von Kindesbeinen an in Buchform gegossen und das Buch mit 142 Seiten aus dem Stand 400.000 Mal verkauft. Wenn das kein Erfolg ist! Da hat die Autorin ihre Handy-Flatrate sicher wieder reingespielt. Erst wenn ein Verlag einen Handy-Roman auflegt, fließt Geld, die Online-Texte allein werfen nichts ab.

In deutschsprachigen Landen habe ich bisher noch nichts von Handy-Romanen gehört oder gelesen. Aber wer weiß, vielleicht werden sie auch hier noch ein großer Erfolg.


07.03.2008, 16.39 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Handy-Roman, Japan,

Wo haust das Verbrechen?

KriminalmuseumZwischen Wiesen und Weiden in der Nähe des Wattenmeeres im Zentrum der grünen Halbinsel Butjadingen! Dort am Ortsrand von Stollhamm hat ein Kleinverlag namens Achilla Presse sein Büro aufgeschlagen. Der Verleger interessiert sich vor allem für Krimis, weshalb er schon seit vielen Jahren Krimis sammelte.

Im Frühjahr 2007 hat er auf 175 Quadratmetern diese Privatbibliothek der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit das erste deutsche Krimimuseum geschaffen. Rund 4.500 Exponate ab 1792 zeigen, dass das Krimigenre eine lange Tradition hat. Hier lässt sich die Geschichte des Krimis verfolgen und Buchliebhaber werden sich kaum von den farbig gestalteten alten Buchumschlägen losreißen können.

Wenn jemand der Leser dieses Blogs das Zentrum des Verbrechens etwa in seinem Urlaub besuchen möchte, hier ist die Adresse:

Erstes deutsches Krimimuseum
Hauptstraße 80
26969 Butjadingen-Stollhamm
Telefon: 0 47 35 - 81 03 06

Link:

http://www.achilla-presse.de/

07.03.2008, 16.27 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Krimimuseum, Butjadingen, Achilla Presse,

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