
Ohne Hunger
Mit den Sommersonnenstrahlen kommen sie wieder ans Licht: Alleine oder zu zweit sieht man sie ihre Runden in den Parks drehen, um Stirn und Handgelenke die altbewährten Schweißbänder geschlungen, oft tragen sie einen MP3-Player bei sich. Im Takt der Musik joggen sie, was die Lunge hergibt, um ihren Körper sommertauglich zu trainieren. Manch einer trägt zusätzliche Gewichte in den Händen, um beim Laufen auch gleich die Bizeps zu stählen. Ich kann es gut verstehen: Denn nicht nur die langen, grauen Wintermonate wollen mit frischer Luft weggefegt werden, auch das eine oder andere Pölsterchen um Hüfte und Bauch muss weg, bevor der Badeurlaub gebucht wird.Allerdings habe ich das Problem, dass ich mich nicht zu den Sport-Fanatikern zähle – denn alles, was mir übertrieben erscheint, ist mir zuwider. Aber wer sagt, dass ein wenig Bewegung gleich in hektisches Gerenne oder schweißtreibendes Gewichtestemmen ausarten muss? Fitness ist weit mehr als nur Sport zu treiben, wenn mal die Sonne lacht. Ausgewogene Ernährung und maßvolle Bewegung genügen vollkommen, um auch Couch-Potatoes, wie es ich im Großen und Ganzen bin, oder Menschen, die schlichtweg keine Zeit für regelmäßige Fitness-Studio-Besuche finden, fit zu machen. Wie das geht, können Sie in dem genialen Ratgeber „Ernährung mit Spaß, Bewegung mit Maß“ nachlesen. Ich habe letztens ein wenig drin geblättert und den ein oder anderen Aha-Moment gehabt. Unglaublich, welche einfachen Methoden es gibt, um mit Spaß Gewicht zu reduzieren. Zwei Kilo habe ich übrigens seit letzter Woche schon runter. Ohne Hunger, muss ich sagen.
31.05.2008, 07.46 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Ernährungsumstellung, Diät, Bewegung,
Nicht schon wieder!
„Ach du Schande“ entfuhr es mir, als ich durch die Neuerscheinungen meines Lieblingsbuchladens stöberte. Unübersehbar, unvermeidlich und erschreckend weit oben in der Liste der deutschen Alpha-Titel fand ich „Nur die Harten kommen in den Garten“ von Dieter Bohlen. Nach „Nichts als die Wahrheit“ und „Hinter den Kulissen“ ist dies nun schon sein dritter Erguss, und wie ich fürchte, nicht sein letzter.Dieses Mal verrät der Casting-Meister völlig unbekannte Tipps und Tricks für alle Nachwuchs-Sänger und Musiker, die es noch nicht in die TV-Show Bohlens geschafft haben. Ob sie es nach der Lektüre dieses Buches schaffen werden, ist mehr als fraglich.
Unfassbar finde ich die Tatsache, dass Autoren, die mit ihren Büchern wirklich etwas zu sagen haben meist am unteren Ende der Bestseller hindümpeln, wenn überhaupt. Schaumschläger und Heiße-Luft-Bläser hingegen haben gute Karten selbst in Zweit- und Drittauflage mit gänzlich aussagefreiem Content, wie man heute sagt, wahre Kassenschlager zu produzieren.
Was ist ihr liebster Schaumschläger-Autor?
31.05.2008, 07.41 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Schaumschläger, Prominente,
Vertreterkonferenzen
Jedes Buch musste in seiner Eigenart und Bedeutung vorgestellt werden. Und das oft in ein paar Minuten, denn es gab viele Bücher, die vorgestellt werden mussten. Wie aber die kritischen Vertreter von einem Produkt überzeugen? Wenn es dem Lektor und Vertrieb nicht gelang, die Vertreter für ein Buch zu begeistern, konnte man davon ausgehen, dass sich das entsprechende Buch schlecht verkaufen würde. Also ein wichtiger Auftritt. Unverzeihlich, wenn man auf die Fragen der Vertreter keine passenden Antworten hatte. Das waren Minuspunkte, die von Vertretern aufmerksam registriert und auf das Buch übertragen wurden.
Die Vertreter schafften es, ein Buch niederzumachen oder ein Buch in den Himmel zu heben. Wichtig war ihnen, dass wir Lektoren und Vertriebsleute die Munition für das Gespräch mit der Buchhändlerin lieferten. Konnten wir das nicht, sah es schlecht aus. „Dies ist das ultimative Aufklärungsbuch für die Kinder der Alt-68er!“, „Mit diesem Ratgeber setzt sich die Singlefrau um die 30 selbstbewusst in jedes Café!“ „Wenn der 50plus-Manager dieses Buch gelesen hat, verschenkt er es mindestens fünfmal an seine Freunde!“ Solche Formeln notierten sich die Vertreter. Solche Sätze verdichteten für sie Bücher, die sie meist nie lasen, über die sie aber reden mussten, als hätten sie in ihrem Leben nie ein besseres Buch gelesen.
Wenn ich mir vorstelle, dass solche Vertreterkonferenzen auch heute noch etwa zweimal im Jahr die Regel sind, bin ich froh nicht mehr Lektor zu sein. Denn vor diesen Terminen konnte ich nie gut schlafen.
30.05.2008, 17.45 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Vertreterkonferenz, Buchhändler, Vertreter, Lektor, Vertrieb,
Models unter uns
Viele kennen die Sendung oder haben sie sogar schon einmal gesehen: „Germany´s next topmodel“ ist eine der erfolgreichsten Casting-Shows aller Zeiten. Und so verblüffte es mich auch nicht, dass unter Mädchen der Berufswunsch Model immer mehr in den Vordergrund rückt – was ich mit meinen eigenen Ohren verifizieren konnte. Kürzlich nämlich war ich zu Besuch bei meinem Bruder. Die Nichte hatte ihrerseits Freundinnen zu Kakao und Kuchen geladen. In Anbetracht des nahenden „Girls´ Day“, der Mädchen Einblick in typische Männerberufe geben soll, fragte ich die jungen Mädchen, was sie denn einmal werden wollten. Von den anwesenden 6 Mädchen antworteten 5 unisono: Model!
Innerlich stöhnte ich auf und dachte an meine Frau, ihrerseits Gleichstellungsbeauftragte an ihrer Schule, die sich jetzt unweigerlich die Haare raufen würde: „Jahrzehnte der Emanzipation umsonst!“ Ich fragte die Kleinen, was denn ihre Mütter von diesem ehrgeizigen Berufsziel hielten. Das konnten mir die angehenden Gymnasiastinnen nicht sagen. Wieder zu Hause wollte ich meiner Frau von dem aufschlussreichen Nachmittag erzählen. Doch die hatte wegen Korrekturen keine Zeit, mit mir über Pro und Contra einer Model-Karriere zu plaudern.
Gestern habe ich dann bei uns im Shop gesehen, dass unser Einkauf sogar einen Mädchen-Roman mit dem Titel „Das Model“ eingekauft hat. Scheint also wirklich ein Thema zu sein, das in der Mädchenwelt Wellen schlägt.
30.05.2008, 14.44 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Model, Topmodel, Berufswunsch,
Ein Professor ohne Meinung
Ausgebrannt und erschöpft entdeckt der Protagonist ausgerechnet während der Arbeitsgruppe mit seinen hochkarätigen Kollegen, dass er nach vielen Jahren des Forschens nichts mehr zu sagen hat. Anstatt sich in die Themen der Kollegen einzuarbeiten, beschäftigt er sich mit der Übersetzung eines russischen Essays. Schließlich gibt er die Arbeit des Autors als seine eigene aus – bis beim Intensiv-Seminar ein Überraschungs-Gast auftaucht: eben jener russische Kollege …
Vor allem die glasklare Sprache und die akribischen Gefühls-Studien der Hauptperson machen „Perlmanns Schweigen“ so ergreifend. Aus meinen eigenen Studienzeiten weiß ich noch gut, wie schlimm es ist, wenn man, vor allem in Klausuren, plötzlich keine Ahnung mehr von der Materie hat. Wie dramatisch es erst für eine weltbekannte Koryphäe sein muss, klärt Peter Bieri mit diesem Roman.
30.05.2008, 14.24 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Koryphäe, Meinungssache, Pascal Mercier,
Schuld sind immer die anderen
Ich habe schon einige Leute getroffen, die mir ihre Verschwörungstheorien ausbreiteten. Angefangen mit meiner abergläubischen Oma über einen rechtsradikalen Nachbarn bis hin zu dem guten Freund, der unerschütterlich an düstere Vorsätze der Regierung glaubt. Bislang habe ich ihren Ausführungen immer brav zugehört (man ist ja gut erzogen), geglaubt habe ich sie nie. Das Unglück, so dachte ich mir, ist viel zu umständlich zu koordinieren, als dass dahinter eine Verschwörung stehen könnte. Beweisen konnte ich diese Vermutung nicht.
Doch jetzt stieß ich auf den Begriff Friktion, den der preußische Offizier und Militärtheoretiker Carl von Clausewitz (1780-1831) geprägt hat. Ursprünglich bedeutet Friktion in der Mechanik nichts anderes als Reibung. Von Clausewitz übertrug das Phänomen in die Militärtheorie. Friktion ist demnach das, was den realen Krieg von den militärischen Planungen in der Praxis unterscheidet. Anders gesagt: Etwas kann auf dem Papier noch so gut geplant sein, in der Praxis gibt es immer kleinere und größere Schwierigkeiten, die sich nicht vorhersehen lassen. Je akribischer die Pläne, desto größer ist die Gefahr, dass das Projekt bzw. in meinem Fall die Verschwörung durch Unvorhergesehenes scheitert. Das kann schlicht ein ungeschickter Offizier sein, der die Munition fallen lässt. Oder das Wetter, das die Wege schlammig und unpassierbar macht.
Die Theorie, dass hinter allem eine ganz bestimmte Absicht unheimlicher Dunkelmänner steckt, ist damit für mich jetzt endgültig widerlegt.
28.05.2008, 14.33 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Clausewitz, Friktion, Dunkelmänner, Verschwörungstheorien,
Stress ade
„Endlich ist der Stress vorbei!“, hört auf den Fluren unserer neuen Jokers-Heimat: Letzte Woche räumten wir unser altes Bürogebäude und zogen samt Kisten und Kästen um. Es gab keinen, dem der Umzug wirklich Spaß gemacht hätte, von unseren Werkstudenten, die begeistert ihre Bücherburg bauten, einmal abgesehen: Doch wir anderen fanden es überhaupt nicht spannend, hunderte von Büchern und persönlichen Krimskrams in Umzugkartons zu verstauen.Als ich am Morgen des ersten Tages in unserer neuen Kaffeestube eintrudelte, um mich mit Koffein zu versorgen, staunte ich nicht schlecht: Gleich drei meiner Kollegen saßen da auf dem Boden. In verschiedenen Winkeln hatten sie ihre Glieder mitten auf dem (noch glänzenden, da sauberen) Boden verrenkt! Ich bin bei dem Anblick fast erschrocken, weil er so ungewohnt war.
Auf dem Tisch entdeckte ich dann den Grund solch seltsamen Treibens: Eine Schachtel mit fünfzig Karten, die diverse Entspannungsmethoden vorstellen – und obenauf lag die Karte, die Yoga vorstellte! Unser Chef hatte das „Slow&relaxed“-Kistchen mit den 50 Karten beim Aufräumen seines Büros entdeckt und jemandem als kleines Präsent auf den Tisch gelegt.
Keine Angst: Die Zusammenstellung von Entspannungs-Tipps zwingt niemanden dazu, sich Arme und Beine zu verdrehen. Man findet auch zahlreiche Anregungen, wie man mit Kräutern, Ölen, Wasserdampf und Co. die Seele baumeln lassen kann. Ich habe gleich selbst ein paar Ideen ausprobiert und muss nun sagen: entspannend, entspannend!
27.05.2008, 16.20 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Stress, Entspannungsmethoden,
Lob der Arbeit im literarischen Schatten
Deshalb haben die Stadt Offenburg und die Hubert-Burda-Stiftung in München vor drei Jahren den „Europäischen Übersetzerpreis“ eingerichtet. Erste Preisträgerin war 2006 Renate Schmidgall, die sich auf das Übersetzen polnischer Literatur ins Deutsche spezialisiert hat.
Alle zwei Jahre werden seither Übersetzer ausgezeichnet, die literarische Texte aus einer Sprache der EU ins Deutsche übertragen. Auch dieses Jahr suchte die Jury, darunter der österreichische Schriftsteller Peter Handtke, nach außerordentlichen Leistungen und fand sie bei Anne Weber. So bekam die 43-Jährige vor wenigen Tagen die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit unter anderem an den Werken von Pierre Michon und Marguerite Duras.
Ich sage: Herzlichen Glückwunsch! Und dabei weiß ich, dass das Geld nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist und die meisten Übersetzer nahe der Armutsgrenze leben.
26.05.2008, 11.30 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Übersetzer, Anerkennung, Übersetzerpreis, Anne Weber,
Mein Name ist Verleihnix!
Neulich vor meinem Bücherregal spielte sich eine Szene ab, die mir zu denken gab: „Wo hast du denn den Siddharta hingestellt?“, fragte meine Frau. „Der steht links oben bei den Klassikern“, antwortete ich. „Da ist er aber nicht“, so meine Frau. Schließlich stand ich selbst auf, um nachzusehen. Ich hatte das dunkelblaue Büchlein regelrecht vor Augen, konnte schon in Gedanken sehen, wie ich es aus dem Regal zog. Aber, es war nicht da. Nachdem wir gemeinsam das Regal von oben bis unten immer und immer wieder abgesucht hatten, musste ich feststellen: „Ich habe es wohl verliehen.“ Doch an wen, daran konnte ich mich weiß Gott nicht mehr erinnern. Und dabei kam mir eine bittere Erkenntnis. Im Laufe meines Lebens habe ich eine Unmenge Bücher verliehen, von denen mehr als die Hälfte nie mehr zu mir zurück fand.
Spontan hielt ich eine stille Gedenkminute für all jene Bücher ab, die in den Untiefen fremder Wohnzimmer verschollen sind. Ich dachte an Harry Potter Band 1, 2 und 3, Marie Hermansons „Muschelstrand“, Marlen Haushofers „Wand“ und so weiter und so fort. „Nicht zu vergessen mein Poesiealbum“, erinnerte mich meine Frau. In der Tat. Vor einigen Jahren hatte sie die alte Schultradition noch einmal aufleben lassen und ihr Album nacheinander allen Freunden gegeben, damit sie sich darin verewigten. Es kam nie wieder zurück. Und so beschlossen wir kurzerhand, einfach keine Bücher mehr zu verleihen. Oder nur noch gegen eine Leihgebühr.
23.05.2008, 15.45 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Leihmentalität, Verlust, Bücherschwund,
Hörbuch-Downloads für Jokers Kunden
2007 wurden für 168 Mio. Euro Musik, Spiele, Software, Videos und Hörbücher aus dem Internet heruntergeladen. Ein Plus von 28 Prozent, wie im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel zu lesen war. Schon 5 % aller Hörbücher werden per Download erworben – Tendenz steigend. Und wenn man darüber nachdenkt, kann man sich der Meinung anschließen, dass Downloads von Hörbüchern der Weg in die Zukunft beim Thema Hörbuch ist. Die CD wird hier wohl auch wie bei der Musik nach und nach ersetzt werden. Und so wächst hier die Konkurrenz. Da ist zum Beispiel die amerikanische Firma Audible, aufgekauft von Amazon, die auch Inhalte an iTunes liefert. Fachleute halten sie auch auf dem deutschsprachigen Sektor für marktführend. Danach kommen im deutschen Markt Soforthoeren und Claudio. Daneben sind Random House Audio, Booksload, Brigitte, Hoerspiel 24, Hoerstern, iHaiku und Justhear aktiv.
Klar, dass da auch wir von Jokers uns etwas überlegt haben, wollen wir doch Dienstleister für die gesamte Welt der Literatur sein. Schon seit Jahren verkaufen wir mit Erfolg Hörbücher auf Scheiben. Dass nun der Zug Richtung Downloads von Hörbüchern fährt, hat uns bewogen, den Wünschen unserer Kunden nachzukommen und ebenfalls Hörbuch-Downloads anzubieten. Unter Jokers Audio bieten wir Ihnen in Zukunft viele Tausend spannende Hörstoffe:
http://www.jokers-audio.at
Sie können gewiss sein, dass wir unsere Jokers Philosophie „Gute Produkte zu einem guten Preis“ auch bei unseren Download-Angeboten verwirklichen werden.
19.05.2008, 10.38 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek | Tags: Hörbuch, Downloads, Audible, Soforthoeren, Claudio, Jokers-Audio,
Metabo
Ein Blick in diverse Frauenzeitschriften zeigt: Die Zeit der Frühlingsdiäten ist angebrochen. Jede Saison zeichnet sich auf diesem Gebiet wie die Mode durch einen eigenen Trend aus. Erinnern Sie sich noch an die Phase der berühmten „Kohlsuppendiät“? So mancher, der mittags in die Kantine seine Thermosflasche voll selbst gekochter Suppe mitschleppte, verlor in einer Woche mehr als 5 kg – leider hatte er sie meist einen Monat später wieder auf den Rippen. Seit letztem Jahr ist die „Low-Carb“-Diät hoch im Kurs: Bei dieser ziemlich einseitigen Lebensweise werden schlicht Kohlehydrate eingeschränkt oder einfach weggelassen. Aber wer findet auf Dauer schon toll, kein Brot, keine Nudeln, keinen Reis und keine Kartoffeln mehr zu sich nehmen zu dürfen? Da ist für viele die „Asia-Diät“ der scheinbare Retter in der Not: Essen wie die Asiaten ist hier das Schlagwort. Sushi und Co. dürfen auf keinem ausgewogenen Speiseplan mehr fehlen, und die ranken und schlanken Japaner, so der Volksglaube, sind der beste Beweis für ein gesundes und zierliches Leben.
Doch weit gefehlt: Laut dpa leiden gerade die Japaner unter einer zunehmenden Verfettung. Aber natürlich lassen sich die Japaner auch bei der Ernährung etwas Besonderes einfallen. Sie haben nämlich das Wort „metabo“ kreiert, das nicht nur die ästhetischen, sondern auch die medizinischen Erscheinungen des Übergewichts bezeichnet: Mit „metabo“ wird also nicht nur der Rettungsring um den Bauch, sondern auch die Verfettung der inneren Organe umschrieben.
Das bringt mich aber nicht aus meiner Ruhe. Genüsslich schlürfe ich nebenbei an meiner Tasse heißer Schokolade – bevor ich mich wieder in „Moppel-Ich“ vertiefe, mein persönlicher Favorit was den Diät-Wahn betrifft.
16.05.2008, 11.00 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Moppel-Ich, Diätwahn, Frühjahrsdiäten, Metabo,
Zunge zerquetscht
„Der Whiskeymixer mixt den Whiskey für den Whiskeymixer.
Für den Whiskeymixer mixt der Whiskeymixer den Whiskey.“
Zu viel Alkohol und die Zunge spielt nicht richtig mit? Dann probieren sie sich an diesem, den kennt wirklich jeder:
„Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid.“
Aber auch für Schweizer und Österreicher gibt es spezielle Zungenbrecher:
„Zwei Schweizer schwitzen beim Schweißen - beim Schweißen schwitzen zwei Schweizer.“
Oder mein persönlicher Favorit aus Österreich:
„Zwanzg zqwetschte zwetschkn und zwanzg zqwetschte zwetschkn san viazg zgwetschte zwetschkn.“
Wollen Sie mehr ausprobieren und einmal einem richtigen Profi lauschen? Dann hören Sie doch mal in unsere Audio-CD „Zungenbrecher“ von Georg Winter!

16.05.2008, 10.59 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Zungerbrecher, Sprechsport,
Wie war das mit dem freien Willen?
Darf ich mir ein neues Handy kaufen, obwohl der Hersteller im einen Land Tausende Leute auf die Straße setzt, um im anderen Land Menschen für wenig Geld auszubeuten? Darf ich mir den neuen Rasierschaum zulegen, obwohl dafür hunderte Tiere in Versuchslaboren sterben? Darf ich im Supermarkt einkaufen, obwohl die Kassierer dort schlecht bezahlt und ausspioniert werden?Eigentlich wollten wir nur gemeinsam ein Glas Wein trinken. Doch als ich mich jüngst mit ein paar Freunden bei unserem Lieblingsitaliener traf, wurde daraus unerwartet eine philosophische Runde. Ausgelöst durch einen Satz meines Freundes Gerhard: „Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen und muss entsprechend ethisch-vertretbar handeln. Ich denke da ähnlich wie Kant. Wir können uns nur Menschen nennen, wenn wir unser Tun ständig kritisch hinterfragen.“
„Oh je, Kant“, dachte ich mir. Irgendwo habe ich daheim seine „Kritik der reinen Vernunft“ herumstehen. Allerdings habe ich das Buch seit meinem Studium nicht mehr in die Hand genommen. Ich beschloss, diesen Zustand zu ändern. Doch zunächst war da ja noch Gerhard, der von uns anderen ein klares Statement wünschte. Für ihn war die Antwort klar: „Kein Konsum ethisch bedenklicher Waren.“ Also kein Handy, kein Rasierschaum und kein Einkauf mehr in Supermärkten, die keine Privatsphäre achten.
Sie können sich denken, dass sich eine wilde Diskussion mit den unterschiedlichsten Standpunkten entspann …
16.05.2008, 09.08 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Kant, Vernunft, Ethik,
Jetzt wird es auch im Radio spannend!
Der Tatort im Fernsehen. Seit Jahrzehnten ist er bei Millionen Menschen nicht mehr aus der Sonntagsgestaltung wegzudenken. Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett, lautet das Motto. Seit Januar gibt es auch ein Tatort-Radio im Netz. Nein, da werden nicht die Tatorte des Fernsehens für Blinde nacherzählt! Das Sende-Format ist völlig eigenständig, lehnt sich nur vom Konzept an den Fernseh-Tatort an: So werden aktuelle Themen behandelt und es ermitteln regional verankerte Teams. Die ARD, die diese Sendungen produziert, arbeitet mit Profis, sowohl was die Vorlagen wie die Sprecher angeht. Etwa 55 Minuten sind die Sendungen lang und einmal pro Monat sind sie innerhalb von sechs Tagen auf ARD-Sendern zu hören. Dann können sie noch eine Woche im Internet nachgehört werden. Danach veröffentlicht sie der Hörverlag auf CD.
Ich glaube, auch Radio Tatort wird sich seinen Platz in der deutschsprachigen Medienlandschaft sicher!
http://www.radiotatort.ard.de/
15.05.2008, 16.18 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek | Tags: radio, tatort, radiotatort, Medienlandschaft, Hörverlag,
Ein kulturpolitisch wichtiges Engagement
Das hat jetzt auch der Börsenverein des deutschen Buchhandels erkannt und fördert die Übersetzung geisteswissenschaftlicher Werke in s Englische. Denn diese, so der Vorsitzende der auswählenden Jury, der Germanist Wolfgang Frühwald, seien besonders auf die Muttersprache angewiesen. Denn in den Geisteswissenschaften schreibt man immer noch dicke Monografien in der Muttersprache und die werden von ausländischen Verlagen oft nicht entdeckt. Mit der Förderung soll Deutsch als Wissenschaftssprache im geisteswissenschaftlichen Sektor bewahrt werden und die Forschungsergebnisse doch einem weltweiten Publikum vorgestellt werden.Um die Förderung zu erhalten, müssen sich Verlage mit ihren Titeln bewerben und die Option für einen Lizenzvertrag vorweisen können. Auch die Thyssen Stiftung und das Auswärtige Amt beteiligen sich an dem Förderpreis, so dass im Jahr etwa 400.000 Euro zur Verfügung stehen. Wie ich finde, ein wichtiger Anfang. Denn ich denke mit dem Preis wird Deutschland auch als Bildungs- und Wissenschaftsstandort gestärkt.
Bewerben kann man sich auf der Webseite des Börsenvereins (www.boersenverein.de). Weitere Infos gibt es auch bei Verena Sich vom Börsenverein (Tel. 069/1306-384 oder sich(at)boev.de .
15.05.2008, 16.08 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Kulturpolitik, Übersetzungsförderung, Wissenschaftssprache, Thyssen Stiftung, Auswärtiges Amt,
Ein engagiertes Buch gegen Jugendgewalt
Das Buch von Dirk Heinrichs „Da hab ich nur noch Rot gesehen“ geht der ansteigenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen nach und stellt die Frage: Woher kommt diese Gewalt? Zu einer Antwort versucht der Autor zu kommen, indem er die Täter sprechen und aus ihrem Leben erzählen lässt. Der Autor will die Täter verstehen lernen, um ihnen so helfen zu können und gleichzeitig uns andere vor Gewalt durch Jugendliche zu schützen.
Der Autor Dirk Heinrichs ist Schauspieler und war in zahlreichen Theater-, Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. 2002 wurde er in der Hauptrolle der Grimme-Preis nominierten TV-Serie „Die Sitte“ bundesweit bekannt. Seit 2006 engagiert er sich mit der Initiative „Sprache gegen Gewalt“ (www.sprache-gegen-gewalt.de) ehrenamtlich für gewaltfreie Wege zu einem guten Miteinander.
Sein Buch sieht die Gewalt auf der Straße und in Gefängnissen ganz realistisch und entlarvt das angebliche Heldentum von Gewalttätern. Dabei wird auch nach der Rolle der Eltern und des Staates gefragt, die an der zunehmenden Jugendgewalt einen großen Teil von Verantwortung haben. Mit Vorträgen, Diskussionen, Theater- und Filmprojekten, Sport und Aktionen zur Gewaltverhinderung zeigt der Autor in seinem Engagement konkrete Hilfen auf.
Das Buch gibt es bei www.fredeboldundfischer.de
15.05.2008, 16.02 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Fredeboldundfischer, Jugendgewalt, Dirk Heinrichs, Sprache gegen Gewalt,
China als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2009
Nach der Türkei wird China Gastland der Frankfurter Buchmesse sein. Manchem Verantwortlichen in der Buchbranche schlägt das Gewissen. Es gibt Verlagsleiter, Buchhändler, Ehrenamtliche und Funktionäre der Buchhändler- und Verlagsverbände, denen das quer im Magen liegt und die sich dafür aussprechen, im September 2008 nicht an der chinesischen Buchmesse in Peking teilzunehmen, die ein Jahr vor der Frankfurter Buchmesse stattfindet. Angesichts des Vorgehens der chinesischen Staatsmacht gegen die Tibeter mahnt man Distanz an.Die offizielle Haltung der Frankfurter Buchmesse und der Buchhandelsverbände ist natürlich eine andere. Man glaube an Dialog und freie Meinungsäußerung als Mittel zur Lösung von Konflikten, heißt es. Auch die chinesischen Verbände signalisierten den Wunsch zum Kontakt, gerade auch in dieser schwierigen Situation. Man sei sich einig, dass die weiter Öffnung Chinas nur über persönliche Kontakte und gegenseitiges Verständnis laufen könne. Dafür seien Buchmessen eine mögliche Plattform.
Eine schwierige Situation, gerade für eine Branche, die Freiheit, Menschenrechte, Demokratie, Gewaltlosigkeit und Offenheit mit ihrem Wirken durchsetzen will. Was ist der richtige Weg? Hätte Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg nicht vom Zaun gebrochen, wenn die Länder der Welt seine olympischen Spiele boykottiert hätten? Wäre ein Jude weniger vergast worden? Würde die chinesische Regierung ihre Unterdrückungsmaßnahmen in Tibet stoppen, wenn wir sie boykottieren? Wahrscheinlich ist der Weg des Dialogs der richtige. Die eigene Meinung deutlich sagen, aber den Kontakt nicht lassen. Nur so kann Veränderung geschehen – auch wenn sie uns viel zu langsam zu geschehen scheint.
15.05.2008, 15.54 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Fachbücher | Tags: Frankfurter Buchmesse, Gastland China, Tibet, Boykott,
Denken verboten!
In 8 Pfaden trainiert der Autor dem Leser langsam, aber zielbewusst das Denken ab. Es beginnt ganz harmlos. Zunächst soll man sich zu einer ethnischen Gruppe bekennen und beispielsweise dem örtlichen Schützenverein beitreten. Dann Ironie und Satire gegen platte Schenkelklopfer austauschen, dann das Selbstbewusstsein aufblasen und nur noch inhaltsleere Phrasen dreschen. Als Nächstes empfiehlt Stein, dem Islam beizutreten, da bei dieser Religion das Denken sogar verboten sei. Das Buch gipfelt schließlich im Tipp, drogenabhängig zu werden und das Denken somit völlig aufzugeben. Bücher sind fortan übrigens auch verboten: „Endlich Nichtdenker“ soll auf Wunsch des Autors nach der Lektüre sofort verbrannt werden.
Natürlich sind Steins Tipps nicht wirklich ernst zu nehmen. Vielmehr handelt es sich um eine satirische Abrechnung mit Gesellschaft, Politik und Kultur. Immerhin hatte es bei mir den Erfolg, dass ich hin und wieder über mich geschmunzelt habe.
10.05.2008, 09.55 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Humor, Hannes Stein, Satire,
Begeistert

Hallo aus dem Hohen Norden,
der Alltag hat uns wieder, aber wunderbare Erinnerungen bleiben!
Wir haben dann die folgenden drei Tage bei Frühlingswetter die Sehenswürdigkeiten besichtigt, die wir noch nicht kannten, um dann nach einer Teatime im Hotel (mit selbstgebackenen Kuchen) am frühen Abend einer Lesung beizuwohnen.
Am Donnerstag waren wir im Bestattungsmuseum (typisch Wiener-Humor, im Internet gibt's auch einen Bestattungskalender, falls man nichts Besseres vorhat ...) und die Autorin Kathrin Heinrichs war in Hochform! Bei den Lesungen, bei denen wir waren, waren eindeutig die Autorinnen die besseren Vortragenden.

Am Samstagabend stand dann der Tango Criminale im Mittelpunkt. Da ich vor der Fahrt mit dem Organisationsbüro der Criminale telefoniert hatte, standen wir auf der Gästeliste, obwohl wir den Gutschein für die Eröffnungsveranstaltung gezogen hatten, den wir aber nach der langen Bahnfahrt nicht wahrnehmen konnten. Die Veranstaltung fand im Rathaussaal statt, der seinesgleichen sucht! Für uns war es ein unvergesslicher Abend. Wir konnten uns einen Tisch aussuchen und genossen ein sehr gutes Büfett mit Criminale-Wein (nicht vergiftet!).

Es war wirklich rundum wunderschöne Tage!
Vielen Dank für Ihre Mühe!
Schöne Grüße
Gaby und Gerd Steinführer
10.05.2008, 09.41 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Fremdbeiträge | Tags: Gewinnspiel, Criminale,



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