Jokers Blog Österreich

Schluss mit malträtierten Schülerrücken!

Die Tornister, Rucksäcke, Schultaschen von Schülern sind keine Leichtgewichte. In Deutschland haben Messreihen ergeben, dass ein Schülerrücken mit durchschnittlich etwas mehr als neun Kilogramm beladen ist. Damit das im Verhältnis zu dem Schülergewicht stünde, müsste jeder Schüler mehr als 90 Kilo auf die Wage bringen, nur dann wäre dieses Gewicht noch einigermaßen gesund. So aber …

Dem Problem der übermäßig schweren Schultaschen rücken jetzt die Franzosen auf die Pelle. Wenn es nach dem französischen Bildungsminister Xavier Darcos ginge, sollten schon ab 2008 die ersten E-Books für den Unterricht zur Verfügung stehen. Drei Kilo Gewichtseinsparung versprechen sich die Franzosen von der Einführung der E-Books im Unterricht. Ein Feldversuch von 50 Schulklassen soll zeigen, ob die E-Books sich bewähren, praktikabel sind und wirklich den Schülerrücken entlasten.

SchultascheUnd in den deutschsprachigen Ländern? Das scheint man sich über das Problem noch keine großen Gedanken gemacht zu haben. Das Börsenblatt des deutschen Buchhandels hat in seiner Ausgabe 46-2007 deutsche Bildungsverlage dazu befragt. Überwiegender Tenor: Das werde sich nicht durchsetzen, weil die technischen Geräte nicht robust genug seien. Man solle stattdessen lieber das Gewicht von Schulbüchern reduzieren, meinte der Geschäftsführer von Cornelsen, Wolf-Rüdiger Feldmann.

Als ich dies meiner Frau erzählte, die Gymnasiallehrerin ist, ergriff sie der heilige Zorn. Sofort holte sie „English G A1 – Ausgabe Bayern“ (das war das alte Buch) und „Englisch G 2000 Band 1 – Ausgabe Bayern (das ist das neue), beide Bücher bei Cornelsen erschienen. Wir legten die Bücher nacheinander auf die Küchenwaage. Und siehe da: Das neue Buch wiegt 620 Gramm – im Gegensatz zum alten Buch, das 410 Gramm wiegt. Das neue Buch wiegt also 210 Gramm mehr! Eine Gewichtszunahme um mehr als 50 %! Danke Ihnen, Herr Feldmann!

Das ist aber kein Einzelfall. Meine Frau sagt, dass auch andere Schulbüchern im Lauf der Jahre an Gewicht zugelegt haben. Sie hat nun reagiert und fährt ihre Schulbücher mit einem Trolley in die Schule. Nichts würde sie sich mehr wünschen, als dass sich die E-Books an den französischen Schulen durchsetzen und irgendwann auch ins verschlafene Deutschland einziehen – gegen den Widerstand der Schulbuchverlage.

30.11.2007, 14.06 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Schulbücher, Tornister, Schultaschen, Feldversuch, E-Books,

Es geht noch schneller

computer167 Billionen Rechenschritte pro Sekunde schafft Jugene, der zweitschnellste Computer der Welt. Er hat in Deutschland das Licht der Welt erblickt. 167 Billionen Rechenschritte! Das sind so viele, wie 20.000 Otto-Normal-Computer zusammen schaffen... Natürlich gehört Jugene keinem Privatmann, vielmehr ist das Jülicher Supercomputerzentrum stolzer Besitzer und vermietet seine Rechenleistung an Forscher und Wissenschaftler aus Medizin, Physik und Technik...

Wer jetzt an Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" denkt, liegt gar nicht mal so verkehrt: Auch hier wurde ja ein Supercomputer erbaut, der die Antwort auf die Frage aller Fragen geben sollte. Leider wurde dann im Laufe der langen, langen Jahre, die der Computer benötigte, um seine Antwort zu berechnen, die Frage vergessen.

Ich brauche sicher keinen so schnellen PC - wozu auch? Ich will weder schwarze Löcher noch die Kohärenz von Qubits berechnen. Ehrlich gesagt habe ich schon mit meinem Desktop-PC genug zu tun. Der ist nämlich auch ziemlich schnell, so schnell sogar, dass ich ihn gar nicht richtig nutzen kann.

29.11.2007, 13.23 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Supercomputer, Schnelligkeit, Jugene,

Der erste Satz sagt mehr als 1000 Worte

Der erste SatzAm Anfang steht der Satz – nur welcher? Eine Herausforderung, der sich Schreibende aller Art stellen müssen. Was für Blogs, Zeitungsartikel, Rezensionen, Tagebucheinträge, Waschzettel und Liebesbriefe gleichermaßen gilt, beschäftigt vor allem auch den Buchautor. Zumal sein Werk ein umfangreicheres und in der Regel ausgeklügelteres werden soll, als der gemeine Jokers-Blog zum Beispiel.

So entstehen denn oft wahre Meisterleistungen, welche jetzt die Initiative Deutsche Sprache und die Stiftung Lesen zu einem ganz besonderen Wettbewerb bewogen haben (ich hatte es schon erwähnt): Sie riefen Literaturfreunde auf, den schönsten Romananfang zu wählen. Über 17 000 Menschen schickten ihre Vorschläge, aus denen schließlich die Jury den schönsten Romananfang wählte.

„Ilsebill salzte nach.“ Dieser Satz von Günter Grass, knapp, prägnant, würzig, gefiel der Jury so gut, dass sie auf den ersten Platz hob. Er stammt aus dem Werk „Der Butt“.

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ Der überraschend andere Einstieg brachte dem Werk „Die Verwandlung“ von Franz Kafka Platz 2 ein.

„Hamilkar Schaß, mein Großvater, ein Herrchen von, sagen wir mal, einundsiebzig Jahren, hatte sich gerade das Lesen beigebracht, als die Sache losging.“ Siegfried Lenz landete mit der Erzählung „Der Leseteufel“ auf dem dritten Platz.

So weit ich es herausfinden konnte, war mein Favorit leider nicht dabei, der erste Satz, der mich seit meiner Jugend immer wieder dazu brachte, „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse zu lesen: „Vor dem von Doppelsäulchen getragenen Rundbogen des Klostereinganges von Mariabronn, dicht am Wege, stand ein Kastanienbaum, ein vereinzelter Sohn des Südens, von einem Rompilger vor Zeiten mitgebracht, eine Edelkastanie mit starkem Stamm.“ Schade.

28.11.2007, 14.01 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Satzanfang, Wettbewerb, Sieger, Romananfang, Hermann Hesse, Günter Grass,

Die Tücken des Alltags

Warum, ja, warum klingelt eigentlich immer dann der Wecker, wenn ich gerade den schönsten Traum habe? Warum verspätet sich die Bahn immer um Stunden, wenn ich pünktlich in der Arbeit sein muss? Warum regnet es nie, wenn ich einen Schirm durch die Innenstadt trage, und warum schüttet es gerade dann aus Kübeln, wenn ich unbeschirmt bin? Diese und viele weitere kleinere und größere Gemeinheiten des Alltags zählt Hannes Stein in seiner „Enzyklopädie der Alltagsqualen“ auf. Ich habe das „Trostbuch für den geplagten Zeitgenossen“ jüngst in meinem Stammbuchladen auf dem Tisch mit Neuerscheinungen entdeckt und gleich mitgenommen.

AlltagstueckenZum einen, weil ich natürlich selbst gern über Behördendeutsch, Einkommenssteuererklärungen, Gebrauchsanweisungen, Fernsehprogramme, die Bahn, Computer oder Swingerclubs lästere. Zum anderen, weil ich es gerne meinem guten alten Freund Gerhard schenken will. Der hat dieses Buch wirklich bitter nötig. Wird er doch wie kein anderer vom Pech verfolgt, von den Tücken unserer Zivilisation Tag um Tag hereingelegt. Zum Beispiel ist er diesen Sommer umgezogen. Das allein ist noch kein Grund zur Klage. Doch jetzt kommt´s: Der selbständige Webdesigner wartet seit vier Monaten auf seinen Telefon-Anschluss! Das zugegeben kleine Dorf lag wohl für den Telefonanbieter zu weit außerhalb der nächsten Stadt, als dass es ein Mitarbeiter hätte erreichen können, um die nötigen Kabel rechtzeitig zu verlegen.

Oder ein anderes Beispiel: Nach jahrelangem Single-Dasein traf er vor einem Jahr die Liebe seines Lebens. Leider hat diese einen Kater, den sie über alles liebt. Gerhard hingegen hat eine Tierhaar-Allergie, die ihn lebensbedrohlich um Atem ringen lässt, sobald er die Wohnung seiner Liebsten betritt.

So erstreckt sich das Martyrium meines Freundes von geschmorten Bodenheizungen (fragen Sie nicht nach!) über nicht funktionierende Handys bis hin zu streikendem Bahnpersonal zu einem schier unerschöpflichen Fundus an Alltagsqualen. Doch der Fundus in dem von mir gekauften Buch ist größer. Ich denke, Gerhard wird seine helle Freude damit haben – und hoffentlich auch ein bisschen Trost finden.

27.11.2007, 13.52 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Pechvogel, Alltagstücken,

Wild entschlossen

japanischDer normal gebildete Mensch in meinem Umfeld spricht zwei Fremdsprachen, mindestens eine davon fließend. Viele haben außerdem irgendwann mal eine dritte gelernt, die sie zumindest noch als Bruchstücke im Urlaub oder in Form von verstaubten Redewendungen zu Familienfeiern oder Betriebsfesten hervorkramen können. Ein paar wenige Talentierte sprechen eine vierte Fremdsprache, meist deshalb, weil sie einen halbjährigen Studienaufenthalt in einem exotischen Land, wie etwa Peru, Norwegen oder Estland absolviert haben. Doch diese Sprachtalente sind spärlich gesät. Und ich kenne niemanden, der mehr als vier Fremdsprachen spricht.

Umso erstaunter war ich, als ich neulich von einem 22-jährigen Studenten las, der sage und schreibe 35 Sprachen fließend sprechen soll. Angeblich beherrscht er unter anderem Altpersisch, Baktrisch, Sogdisch, Sakisch, Pashto, Urdu, Hindi, Farsi, Panjabi, Sindhi, Baluchi, Sanskrit, Pali, Gandhari, Kurmandschi-Kurdisch, Latein, Griechisch, Arabisch, Französisch und natürlich Englisch. Ehrlich: Von manchen dieser Sprachen hatte ich noch nie etwas gehört.

Sein Geheimnis beim Sprachenlernen: Wie andere täglich Sport machen, so lernt er täglich Vokabeln und paukt Grammatik. Eine durchaus einleuchtende Logik, finde ich. Und ich fühle mich ein bisschen ertappt. Denn wie lange schon wollte ich endlich fließend Italienisch sprechen und dem Gestopsel beim Italiener endlich ein Ende machen. Allein schon, weil Fremdsprachenlernen für das Gehirn so gesund sein soll, wie leichtes Joggen für den Kreislauf.

Und so habe ich es jetzt angepackt und (mal wieder) meinen Einsteiger-Kurs in Italienisch heraus gekramt. Dieses Mal bin ich wild entschlossen, im nächsten Italien-Urlaub fließend mit meinem Lieblings-Kellner zu plauschen. Als nächstes ist Russisch dran – wegen meiner Moskauer Freundin Olga, und zwar kommenden Sommer. Und wenn ich dann noch nicht genug habe, schaue ich mal hier nach, was ich als nächstes lernen könnte.


26.11.2007, 13.12 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nebensächliches | Tags: Fremdsprachen, Sprachtalent, Sprachenlernen,

Persona non grata

Marieluise Flei_erWer einmal ein Bild von ihr gesehen hat, käme kaum auf die Idee, dass die gepflegte Dame mit dem braven Haarschnitt und der Hornbrille einmal zur "unerwünschten Person" erklärt worden war. Doch genau dies geschah der brillanten Schriftstellerin Marieluise Fleißer in ihrer Geburtsstadt Ingolstadt. Kein anderer als Bert Brecht trug die "Schuld" an dieser harschen Ablehnung. Er nämlich war 1929 für die Uraufführung des Bühnenstücks "Pioniere in Ingolstadt" der damals gerade 28jährigen Fleißer verantwortlich und radikalisierte das Stück. Auf öffentlicher Bühne ließ er eine Entjungferung darstellen! Sogar Fleißers Verlobter Josef Hanidl, ein Sportschwimmer, distanzierte sich daraufhin von ihr.

Dabei war Marieluise Fleißer eine begnadete Autorin. Neben ihren Heimatstücken verfasste sie vor allem autobiographisch geprägte Prosa. Viele ihrer Stücke setzen sich mit der Jugend auseinander. Marieluise Fleißer starb am 02.02.1974. Anlässlich ihres hundertsten Geburtstages am 23.11. wurde ihr zu Ehren von der deutschen Post im Jahre 2001 eine Sonderbriefmarke herausgegeben.

In unserem Lager habe ich gestern packende Kurzgeschichten der Schriftstellerin entdeckt. "Ein Pfund Orangen" heißt die Sammlung von 10 Erzählungen, die sich intensiv mit großen Gefühlen und der Not von Heranwachsenden auseinandersetzen.


23.11.2007, 09.08 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Ingolstadt, Marieluise Fleißer, Skandal,

Ein Beispiel fürs Leben

In den letzten Jahren, und besonders nach dem Brand 2004, ist viel über die Herzogin Anna Amalia Bibliothek geschrieben worden. Auch das Bücher-Wiki hat einen langen Artikel dazu:

Artikel über Herzogin Anna Amalia

Aber über die Herzogin, die der Bibliothek den Namen gab, habe ich nicht viel entdeckt, was für mich ein Grund war, mal ein bisschen zu recherchieren und Interessantes zu Tage zu fördern.

Vielleicht hätte es ohne sie die deutsche Klassik nicht gegeben, war eine meiner wichtigsten Erkenntnisse. Geboren wurde Anna Amalia 1739 in Wolfenbüttel als Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel, die Mutter ist eine Schwester von Friedrich dem Großen und besitzt eine große Privatbibliothek. Anna Amalie wird gründlich erzogen und gebildet. Schon mit 16 Jahren heiratet sie den Thronfolger Sachsen-Weimars, der aber schon 1758 stirbt, als Anna Amalia mit dem zweiten Sohn schwanger ist. Danach ist ihr Leben kein Zuckerschlecken: Sie kämpft um die vormundschaftliche Regierung in Sachsen-Weimar, wehrt Intrigen ab und bringt den Siebenjährigen Krieg hinter sich.

Ihr Kulturhunger ist kaum zu stillen. Sie schart einen Kreis von kulturell Interessierten, Bürgerliche und Adelige, um sich, beruft 1772 Wieland zum Prinzenerzieher, ruft 1775 Goethe nach Weimar, Herder und Schiller folgen. Die Runde liest gemeinsam, man spielt Theater, besucht Vorstellungen, musiziert. Weimar entwickelt sich zum „Musenhof“. Anna Amalia wollte ein erfülltes Leben führen, umgeben von Büchern, Schriftstellern und Künstlern. Schon 1761 lässt sie für die öffentlich schwer zugängliche Herzogliche Bibliothek ein „Grünes Schlösschen“ errichten, ganz in der Nähe der Residenz. Die Bibliothek soll allen leicht erreichbar und öffentlich zugänglich sein, nicht nur ein barockes Kunststück, mit dem sie prahlen kann. Bildung soll das Leben des Herzogtums durchdringen. Und deshalb überschreitet sie immer wieder den Etat für Bücherkäufe. Da könnten sich heutige Politiker gerne mal ein Beispiel nehmen, wenn sie den Etat ihrer Stadtbibliothek wieder kürzen wollen!

Interessant, was die Herzogin kauft und liest: vor allem deutschsprachige Werke, Memoiren von oder über Frauen, Reiseberichte und (ja!) erotische Romane. Eine starke Frau, die sich über Regeln ihrer Zeit hinwegsetzt und ihren eigenen Weg geht. Inmitten der Schicksalsschläge, die sie auszustehen hat, weiß sie, was im Leben wichtig ist: Sprachen, die Antike, die Kunst, die Musik, ihre Freunde, ihre Familie – und ihre Bücher.

Die Frau hat mich beeindruckt und soll mir ein Beispiel sein.

22.11.2007, 13.02 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte | Tags: Bücher-Wiki, Herzogin Anna Amalia, Bibliothek,

Vorlesezeit ist immer

Am 23. November ist es wieder so weit: An diesem Tag findet in Deutschland ein großes Vorlesefest statt, an dem jeder mitmachen kann. Wer bis Mitte Oktober auf die Webseite

http://www.wirlesenvor.de

gegangen ist und sich dort als Vorleser registriert hat, konnte an dieser Aktion teilnehmen. Viele Prominente haben sich für die Aktion engagiert: Sandra Maischberger, Manuel Andrack, Hellmuth Karasek etc.

wirlesenvorIch meine, das ist eine gute Aktion: Menschen aufzurufen, Kindern vorzulesen. Auf der Startseite der Aktion wird deutlich gemacht, wie wichtig das Vorlesen als Grundlage für Bildungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe ist. Es ist jetzt zwar zu spät an der diesjährigen Aktion „Wir lesen vor“ mitzumachen und Preise zu gewinnen, aber die Chance kommt nächstes Jahr wieder und: Viel wichtiger ist zu erkennen, dass man zu jeder Zeit Kindern vorlesen kann, dass man nicht auf eine Aktion wie „Wir lesen vor“ warten muss, um seinen eigenen Kindern, den Kindern von Verwandten oder Freunden, wenn sich die Gelegenheit ergibt, vorzulesen und so ihre Neugier und Phantasie herauszufordern.

21.11.2007, 13.08 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: vorlesen, wirlesenvor.de, Prominente,

Nils Holgersson

Wenn Sie sich an Ihre Lieblingsfernsehserien der Kindheit zurückerinnern, was gehört unbedingt dazu? Biene Maja? Die Sendung mit der Maus? Bei der klugen Maus und der superschlauen Biene scheiden sich die Geister - während die einen mehr auf den treudoofen Elefanten und den faulen Willie standen, konnten sich die anderen mehr für die Klugheit der Zeichentrickfiguren begeistern.

Eine Fernsehserie gab es aber, die liebten wir alle: Nils Holgerssons Abenteuer mit seinen Wildgänsen. Gibt es für Kinder eine schönere Vorstellung als durch die Lüfte zu segeln und alle Sorgen weit unter sich zu lassen?

Nils HolgerssonHeute hätte die Schöpferin des wagemutigen Nils Geburtstag: Selma Lagerlöf wurde 20. November 1858 auf Gut Mårbacka in der schwedischen Gemeinde Östra Ämtervik, Värmland, geboren und starb am 16. März 1940 im selben Ort. Als erste Frau überhaupt wurde die schwedische Autorin am 10. Dezember 1909 für ihre literarischen Leistungen mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt.

Was wenige wissen: Selma besuchte nie eine Schule - sie wurde per Hausunterricht ausgebildet. Eine ihrer Schwestern starb an Tuberkulose, und diese Krankheit sollte Selma in mehreren ihrer Werke beschäftigen: Auch "Nils Holgersson" setzt sich (kindgerecht) mit dieser schweren Krankheit auseinander.

Wir haben für Sie und Ihre Kinder die verträumte Geschichte des kleinen Nils als Hörbuch auf 3 CDs: Lassen Sie sich doch noch einmal von den Abenteuern des vorlauten Bengel und seiner treuen Vögeln verzaubern!


20.11.2007, 13.03 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek | Tags: Nils Holgersson, Selma Lagerlöf, Hörbuch,

Astrid Lindgren zum 100.

Astrid LindgrenIn diesen Tagen feiert die literarische Welt den 100. Geburtstag der wohl bekanntesten schwedischen Schriftstellerin: Am 14. November 1907 wurde Astrid Anna Emilia Ericsson, später bekannt als Astrid Lindgren, auf Näs bei Vimmerby geboren.

Das erstaunliche an ihrer Karriere ist, dass sie erst mit Mitte Dreißig anfing, Geschichten zu schreiben. Wie sie selbst später sagte, lag das an ihrem Umfeld, das sie bereits als Kind zur Schriftstellerei drängte: „Schon in meiner Schulzeit erhoben sich warnende Stimmen: 'Du wirst mal Schriftstellerin, wenn du groß bist.' (…) Das entsetzte mich derart, dass ich einen förmlichen Beschluss fasste: Niemals würde ich ein Buch schreiben. (…) Ich hielt mich nicht für berufen, den Bücherstapel noch höher anwachsen zu lassen.“

Erst als ihre Tochter Karin 1941 krank im Bett lag und sich eine Figur mit dem Namen Pippi Langstrumpf ausgedacht hatte, schrieb Lindgren die passende Geschichte dazu und schenkte sie ihrer Tochter zum Geburtstag. Drei Jahre später schickte sie die Geschichte einem Verlagshaus, das sie prompt ablehnte. 1945 versuchte sie es noch einmal bei einem anderen Verlag – und hatte Glück. 1946 erschien „Pippi Langstrumpf geht an Bord“, 1948 „Pippi in Taka-Tuka-Land“. Ab da war das Eis gebrochen und Lindgren schrieb bis zu ihrem Tod zahllose Kinderbücher, die bis heute schlicht und einfach unerreicht sind. Darunter zum Beispiel „Kalle Blomquist“ (1946), „Wir Kinder aus Bullerbü“ (1947), „Karlsson vom Dach“ (1955), „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“ (1958), „Madita“ (1960), „Michel aus Lönneberga“ (1963) und „Ronja Räubertochter“ (1981).

1978 wurde Astrid Lindgren der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen – als erster Kinderbuchautorin überhaupt. Ihr ganzes Leben lang hatte sich Lindgren für den Tierschutz und die Menschenrechte, vor allem die Rechte der Kinder, eingesetzt.

Sie muss eine tolle Person gewesen sein. So kletterte sie noch zu ihrem 80. Geburtstag auf einen Baum, mit dem Kommentar, es gäbe „kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern.“ Am 28. Januar 2002 starb sie mit 94 Jahren in Stockholm. Die literarische Welt hat ihr viel zu verdanken.

Zu unserem Lindgren-Special geht es hier!

http://www.jokers.at/empfehlung/100-jahre-astrid-lindgren/Aktuell1.AktuellF......1253014/

Und hier kann man Fragen zu Astrid Lingren beantworten:

http://www.jokers-spiele.at/gratis-spiele/astrid-lindgren-quiz....48.1253014/


19.11.2007, 09.53 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Astrid Lindgren, Kinderbuch, Geburtstag,

Gesundheit!

"Gesundheit!" ist zurzeit das häufigste Wort, das in unseren Büroräumen erschallt. Viele von uns plagen sich gerade mit einer Herbsterkältung. "Hatschi" ertönt es vom Nebentisch, "Gesundheit!" ruft es aus allen Ecken zurück und ich knabbere fröhlich eine weitere Erdnuss - das ist meine neu entdeckte Art der Krankheitsvorbeugung.

Obst und GemueseHat es Sie auch schon erwischt? Ich gehöre zu den wenigen, deren Tagesbedarf an Taschentüchern noch keine zwei Packungen übersteigt, ja, eigentlich bin ich sogar noch sehr gesund. Kein Niesen, kein Husten hören meine Kollegen von meinem Arbeitsplatz, viel mehr ab und zu ein genüssliches Schmatzen, wenn ich mich an meiner mitgebrachten "Rohkost" vergnüge.

"One apple a day keeps the doctor away", konstatiert ein englisches Sprichwort und ich kann seinen Wahrheitsgehalt nur bestätigen. Seit ich das Buch "Gesund mit Obst und Gemüse" entdeckt habe und statt Schokoriegel zu kauen herzhaft in meine Karotte oder Birne beiße, habe ich nicht nur 2 Kilo abgenommen, sondern kann auch dann noch frohgemut die Stellung halten, wenn die Kollegen niesen und schniefen.

Das Buch behandelt nicht nur die schmackhaftesten Obst- und Gemüsesorten, Kräuter und Nüsse, sondern liefert auch wertvolle Tipps, wie sich konkrete Beschwerden einfach lindern lassen. Ich habe mich für das Buch entschieden und bei meinem Einkauf die Familienpackung Taschentücher stehen …


16.11.2007, 08.16 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Vitamine, Rohkost, Obst, Gemüse, Gesundheit,

Handarbeit

Lektorarbeit„Was macht denn eigentlich ein Lektor?“, fragte mich jüngst eine Auszubildende, als Sie hörte, dass ich früher als Lektor bei verschiedenen Verlagen gearbeitet habe.
„Lesen“, antwortete ich prompt.
„Na, das wäre ja ein schöner Beruf, den ganzen Tag lesen, traumhaft. Aber das kann es ja wohl nicht gewesen sein, oder?“ ließ die Auszubildende nicht locker. „Ja, klar. Einfach nur zu lesen, das wäre wirklich ein bisschen wenig, um damit sein Geld zu verdienen. Aber das Wort Lektor kommt vom Lateinischen Wort für Lesen. Und klar ist Lesen eine der Hauptbeschäftigungen eines Lektors. Denn über den Schreibtisch eines Lektors gehen alle Manuskripte, die an einen Verlag geschickt werden. Und eine der Aufgaben eines Lektors ist es zu beurteilen, ob ein Manuskript eine Chance auf dem Buchmarkt hat.“
„Kommen denn da viele Manuskripte?“
„Und ob! Ich könnte Bücher darüber schreiben, was alles an Manuskripten bei mir auf dem Tisch gelandet ist. Von der Reiseerzählung bis hin zum Kriegsroman. Je älter die Menschen werden, desto öfter setzen sie sich an den Computer und versuchen zu Papier zu bringen, was sie erlebt haben oder an die jüngere Generation weitergeben wollen.“
„Okay, dann haben sie so ein Manuskript gelesen und was dann?“
„Tja, meistens musste ich die Manuskripte wieder zurückschicken. Das haben wir immer getan, auch wenn dazu kein Verlag verpflichtet ist. Unverlangte Einsendungen müssen nicht zurückgeschickt werden. Aber ich habe dann meist noch eine kurze Begründung dazu geschrieben, warum ein Manuskript nicht angenommen wurde. Ohne natürlich zu sehr ins Detail zu gehen, das kann man sich als Lektor gar nicht leisten. Meist kamen ein bis zwei Manuskripte pro Tag auf meinen Tisch. Und das war ja nicht die einzige Arbeit.“
„Was denn noch?“ blieb die Auszubildende hartnäckig an mir dran.
„Naja, hin und wieder habe ich ja auch ein Manuskript angenommen – und das musste dann bearbeitet werden. Deshalb kann auch nicht jeder, der gern liest, ein Lektor werden. Da muss man schon ein sicheres Sprachgefühl mitbringen, man muss wissen, wie literarische Texte aufgebaut sind, muss versuchen den Autor zu fördern, seine Texte noch besser zu machen, objektiv an das Werk ranzugehen. Ohne dem Buch aber den eigenen Stempel aufzudrücken. Denn das Buch ist ja von einem Autor geschrieben, der sich ausdrücken will. Lektoren, die es nicht aushalten, immer im Hintergrund zu stehen und anderen zu dienen, werden selbst irgendwann zu schreiben anfangen. Davon gibt es genug Beispiele.“
„Das klingt nicht einfach …“
„In der Tat. Und es ist noch nicht alles. Ein Lektor muss auch den Buchmarkt kennen und beurteilen können, ob ein Thema, ob ein bestimmtes Buch da überhaupt eine Chance hat oder in der Masse gleicher oder besserer Bücher zu dem Thema untergeht.“
Ich merkte, wie ich immer mehr ins Reden kam, mich freute, dass sich die Auszubildende für den Beruf interessierte, für das interessierte, was ich vor Jahren gemacht habe. Ich habe dann noch etwa eine halbe Stunde über den Beruf geplaudert. Dass der Lektor seine Beurteilung vor der Verlagskonferenz erläutern muss, erst dann entschieden wird, ob ein Vertrag mit dem Autor zustande kommt. Dass dann der Text mit dem Autor zusammen stimmig geschrieben wird, Fehler korrigiert und Fakten überprüft werden. Dass ein Satz erstellt, wieder korrigiert wird und noch viele Bearbeitungen nötig sind, bis das fertige Buch in den Buchhandlungen liegt.
Am Ende meine die Auszubildende nur: „Wow, dass das so viel Arbeit ist, bis ein Buch fertig ist, hätte ich nicht gedacht. Das ist ja richtig Handarbeit.“

15.11.2007, 08.23 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Lektor, Manuskripte,

Mehr Besucher für Blogs und Podcasts

Ich weiß noch genau, wann wir das Projekt besprachen, Silvio Dubiel und ich. Es war vor Monaten in einem Whirlpool des hiesigen Bades. Wir kamen drauf, weil es so gut wie keine deutschsprachigen funktionierenden Pingdienste und Blogsuchmaschinen oder Verzeichnisse gibt. Die meisten deutschsprachigen Blogs pingen irgendwelche angloamerikanischen Dienste an. Aber was bringt das groß? Wer interessiert sich schon in New York für ein Blog aus Wien, Bern oder Hannover? Viele Besucher bringen diese englischsprachigen Pingdienste also nicht, jedenfalls keine „qualifizierten“.

Schnell war die Idee zu einem deutschsprachigen Pingdienst für Deutschland, Österreich und die Schweiz geboren. Und dann haben wir vor uns hingearbeitet. Immer wieder wurden wir durch andere Arbeiten, dringendere Aufgaben unterbrochen. Aber nach und nach nahm das Bloggernetz, wie wir unseren Dienst nannten, Gestalt an. Bloggernetz deshalb, weil der Dienst die deutschsprachigen Blogger untereinander vernetzen soll.

Das, was wir verbrochen haben, kann sich glaube ich sehen lassen. Zusammen mit BluelionWebdesign haben wir einen ganz besonderen Pingdienst auf die Beine gestellt:

- jedes Blog wird mit Titel und fünf Überschriften angezeigt
- es können auch Podcasts gepingt werden, nicht nur Blogs
- es gibt eine Ping-API und ein Ping-Formular
- Bloggernetz listet alle pingenden Blogs und Podcasts in einem Verzeichnis
- es ist eine Blogsuche hinterlegt
- es gibt die Suchmöglichkeit über Tags
- jeder, der will kann das Bloggernetz-Widget auf seiner Seite einbauen
- Bloggernetz kann leicht in Social-Bookmark-Verzeichnissen abgelegt werden
- und Bloggernetz beinhaltet auch ein eigenes Blog, in dem Neuerungen etc. kommuniziert werden

Also: Wenn unter den Lesern dieses Blogs Blogger oder Podcaster sind, probiert das Bloggernetz aus, wenn ihr mehr Besucher haben wollt!

http://www.bloggernetz.at

14.11.2007, 10.26 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Pingdienst, Bloggernetz, Silvio Dubiel, BluelionWebdesign,

Vom Aussterben bedroht

Buch und Glas WeinAuf der Frankfurter Buchmesse nehmen die Themen rund um die Digitalisierung von Büchern von Jahr zu Jahr einen breiteren Raum ein. Dieses Jahr ventilierte eine hochkarätige Expertenrunde, welche Bücherthemen wohl am schnellsten ins E-Book abwandern. Man war sich einig, dass wohl bald keine oder nur noch wenige Wirtschaftsbücher in papierener Form erscheinen werden. Ebenfalls als Buchspezies gefährdet betrachtete man Sachbücher für den Job, Bücher zur IT und zu den Ingenieurswissenschaften, medizinische Literatur sowie Veröffentlichungen im Bereich der Geisteswissenschaften. Und zwar sowohl im Fachbuchbereich wie als Ratgeber für den privaten Bedarf.

Nur noch 20 Prozent der Literatur, so die Experten, werden dauerhaft in Papierform überleben. Den Löwenanteil dieser 20 Prozent werde sich die Unterhaltungsliteratur sichern. Das gute alte Buch werde nur noch ein Schattendasein führen. Wann alles digitalisiert und das Buch praktisch ausgestorben sein wird, dazu äußerten sich die Experten nicht. Und da ich nicht hellsehen kann, werden sie von mir hier auch kein Statement dazu bekommen. Ich werde mich nur heute Abend wieder in meine Bibliothek setzen, ein Fläschchen Wein entkorken und jeden schönen Band um mich genießen – so lange es noch möglich ist.

13.11.2007, 08.54 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: Buchmesse, Buch,

Mumpitz und Co.

Sinnbilder2500 Einsendungen zum "Schönsten Wort des Jahres" trudelten bei der Jury ein. Der Wettbewerb hieß "Das schönste ABC" und die Beiträge kamen aus 60 Nationen. Ausgeschrieben hatte den Wettbewerb das Institut für Auslandsbeziehungen, Herausgeber der Zeitschrift "Kulturaustausch". Mit zur elitären Jury gehörten Marion Brasch, Jörg Thadeusz sowie die Schriftstellerin Inka Parei. Bewerten sollten sie die Originalität des Wortes, die Qualität seiner Erklärung und die kulturelle Bedeutung.

Deutschsprachige Vorschläge waren u. a. Bücherbus, Fernweh, Heilbuttschnitten, Kladderadatsch, kristallklar, Nuckelpinne sowie Schienenersatzverkehr und x-beliebig. Seltsam, mögen Sie denken, wir hätten doch Besseres zu bieten! So ist es nicht verwunderlich, dass das türkische "yakomoz" das Rennen machte: Dieses Wort umschreibt schillernd die Spiegelung des Mondes in einer Wasseroberfläche. Toll, nicht?

Wenn ich früher von dem Wettbewerb gewusst hätte, hätte ich wahrscheinlich "Mumpitz" eingereicht - nicht, weil das Wort so wunderbar klingt, sondern weil ich seine Entstehung so interessant finde. Im 17. Jahrhundert nämlich wurden kurzerhand die Wörter vermummen und Butzemann, die böse Gestalt aus furchteinflößenden Kindererzählungen, zum "Mummelputz" verbunden. Daraus wurde dann unser Mumpitz, der ja heute wahrlich nicht mehr bedrohlich ist, sondern eben nur Unsinn bedeutet. Wer aus einer bedrohlichen Gestalt so mir nichts, dir nichts Unfug machen kann, darf sich doch wirklich glücklich schätzen!

Das Deutsche ist reich an beeindruckenden Sinnbildern! Stöbern Sie doch einfach mal in dem Buch "Woher kommt das schwarze Schaf?" Es erklärt auf herrliche Weise Mumpitz und Co.

12.11.2007, 08.57 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Wettbewerb, Sinnbilder,

Mit Bauernweisheit zum richtigen Urlaub?

Am letzten Sonntag ging ich im Park spazieren - und staunte nicht schlecht, als ich einen Baum bemerkte, der sich doch tatsächlich um neue Knospen zu bemühen schien! "Was ist denn das? Kommt jetzt wieder der Frühling?", fragte ich meine Frau. Sie lachte auf: "Blühen im November die Bäume neu, hält der Winter bis zum Mai!"

BauernregelnDiese Bauernweisheit war mir neu. Ich kenne zwar die geläufigen November-Weisheiten rund um Sankt Martin ("Hat Martin einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart" oder "Ziehen die Spinnen ins Gemach, kommt der Winter gleich danach"), aber der Spruch mit den blühenden Bäumen war mir neu. Die Bauernweisheit, die Spinnen zitiert, stimmt übrigens wirklich, wie ich aus jahrelanger Erfahrung weiß.

Mögen Sie Bauernregeln auch? Meine Frau findet nichts lustiger, als die alten Sprüche im passenden Moment anzuwenden. Außerdem helfen sie manchmal bei der Freizeitplanung. Nach dem Spruch "Bricht vor Allerheiligen der Winter ein, so herrscht Martini Sonnenschein" muss am 11. November einladendes Wetter sein - denn Schnee hatten wir ja bereits. Also sollte ich mir für den 11. November eine Radtour vornehmen!

Blättern Sie mal in dem Buch "Bauernregeln und Naturweisheiten"! Vielleicht hilft es Ihnen ja bei der Entscheidung, ob Sie den nächsten Urlaub im Allgäu oder auf den Bahamas verbringen sollen...


10.11.2007, 08.37 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Bauernweisheit, Naturweisheiten,

Abschied von einer Frau mit Format

Es gibt Prominente, deren Tod mich bewegt. So ging es mir vor 20 Jahren mit Hans Rosenthal, den ich mit seiner Spielshow „Dalli Dalli“ geliebt habe. So ging es mir vor sechs Jahren mit George Harrison. Als ich vom Tod des Beatles-Gitarristen las, wurden meine Augen feucht. Und so ging es mir vor wenigen Tagen, als ich las, dass Evelyn Hamann im Alter von gerade mal 65 Jahren gestorben ist.

TrauerAls charakterstarke Partnerin Loriots war sie von dessen Fernsehcouch nicht weg zu denken. Unvergessen ihre staubtrockene hanseatische Art, mit der sie den missglückten Antrag ihres Gegenübers ertrug („Sie haben da was am Mund!“), mit dem Staubsaugervertreter um die Wette zechte („Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann.“) oder stoisch-irritiert ihr Jodeldiplom absolvierte („Holleri du dödel du“).

Schon immer bewunderte ich sie für die souveräne Art, wie sie stark, aber nicht aufdringlich emanzipiert ihre Frau stand. Nichts konnte sie, so schien es, aus der Ruhe bringen. Nicht einmal ihre Rolle in der „Schwarzwaldklinik“, in der sie als Dr. Brinkmanns Haushälterin ein bisschen Leben in die ansonsten dröge Bude brachte.

Anders als ihre gleichaltrigen Kolleginnen wies sie nicht ständig darauf hin, wie schwer es sei, als Frau im Fernsehen in Würde zu altern. Sie hatte schon als junge Schauspielerin Würde, bewies Haltung, als sie 1988 in Ödipussi Bein schwingend „Meine Schwester heißt Polyester“ sang. Bis zuletzt war sie eine durch und durch elegante Frau. Evelyn Hamann war eine Frau von Format. Sie wird mir fehlen.

09.11.2007, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kino & Film | Tags: Tod, Evelyn Hamann, Trauer,

iLiad – Da warte ich mal noch lieber …

Ob es diesmal zu einem Durchbruch der elektronischen Lesegeräte kommt? Libri bietet jetzt ein eBook-Lesegerät an: den iLiad ER 100. Kostenpunkt 649 €. Ein kleines Gerät, teurer als mancher PC, teurer als manches Laptop. Wenigstens die Reader-Software ist auf jedem iLiad bereits vorinstalliert. Libri lobt das Gerät so: „Erleben Sie ein Lesegefühl, das dem Lesen eines gedruckten Buches besonders nahe kommt!“

Aha! Besonders nahe kommt! Es ist also noch nicht das Gleiche wie das Lesen eines gedruckten Buches. Klar, bei einem 8,1 Zoll monochromen E-Paper Display (diagonal gemessen) mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel und 16 Graustufen (160 dpi). Farbe gibt´s noch nicht.

Fünf Standardanschlüsse machen den Datentransfer mit einem PC oder anderen Geräten möglich und ins Internet geht´s per integriertem WiFi oder mit Ethernet-Kabel. Wichtig: Die Betriebszeit der wiederaufladbaren Batterie beträgt mehr als eine Woche, wenn man täglich etwa 3 Stunden liest. Na, bei mir wäre die Batterie schneller leer. Ein Touch Screen und ein Eingabestift machen es möglich, Kommentare auf dem Text zu hinterlassen und ein bisschen Rumzukritzeln.

Der iLiad scheint mir noch nicht das eBook zu sein, auf das ich warte. Zum einen ist es mir zu teuer. Zum anderen: Wie viele Geräte soll ich noch mit mir rumschleppen? Laptop, Handy, Navigationsgerät, eBook … Und wie stabil ist das Teil? Kann ich es noch benutzen, wenn es auf den Boden knallt? – Nee, da warte ich mal noch lieber …

Hier geht´s zum iLiad:

http:www.libri.at/iliad


08.11.2007, 09.33 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bücher allgemein | Tags: eBook-Lesegerät, eBook, iLiad ER 100,

Eine schlechte Nachricht


negatives BetriebsergebnisDas Börsenblatt hat die Zahlen des Jahresbetriebsverleichs 2006 im deutschen Buchhandel gemeldet. Auch in 2006 sollen die Buchhändler mit einem negativen Betriebsergebnis abgeschlossen haben. Es heißt, viele kleine Buchhändler arbeiten am Rand der Selbstausbeutung und verdienen nichts, ja legen am Ende von ihrem eigenen Geld noch drauf, zehren ihr Kapital auf.

Das ist jetzt schon das zweite Jahr in Folge, dass es den deutschen Buchhändlern so geht. Und wie es weitergeht, weiß keiner. Die einen hoffen auf bessere Zeiten, andere denken ans Aufgeben oder daran, sich einer Kette anzuschließen oder aufkaufen zu lassen. Die Kämpferischen versuchen neue Wege zu gehen, vielleicht den Standort zu wechseln, sich Aktionen einfallen zu lassen, vielleicht das Sortiment zu erweitern und und und.

Auch in der Schweiz und in Österreich werden den Zeiten für Buchhändler schwieriger. Immer weniger Geld wird im Buchhandel gelassen, zwar steigt der Bon (also das, was der einzelne Kunde kauft), doch die Kundenfrequenz lässt zu wünschen übrig. Da sind Events, Ideen und Bücher wie Harry Potter gefragt, die das Lesen wieder attraktiv machen. Von allein geht da nichts mehr.

08.11.2007, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Nachdenkliches | Tags: Kundenfrequenz, Börsenblatt, Buchhändler,

Der letzte Mensch auf Erden

Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und bist der einzige Mensch auf der Welt. Als ich neulich von Herbert Rosendorfers Werk „Großes Solo für Anton“ erfuhr, in dem die Hauptperson plötzlich ganz alleine auf der Welt ist, kamen mir augenblicklich weitere Bücher in den Sinn - mit eben jenem Thema.

Der letzte Mensch auf ErdenZum einen ist da der Klassiker von Stephen King: „Das letzte Gefecht“. Hier kämpft eine Handvoll Überlebender den finalen Kampf Gut gegen Böse. Zum anderen ist da „Die Wand“ von Marlen Haushofer. Hier findet sich eine Frau auf einer abgeschiedenen Berghütte in den Alpen plötzlich umschlossen von einer unsichtbaren Mauer. Um sie herum erscheint alles tot, die Tier- und Menschenwelt ist wie ausgestorben.

Und dann ist da noch „I am legend“ bzw. „Ich bin Legende“ von Richard Matheson. Auch hier erwacht der Held eines Morgens und erkennt, dass er der einzige Überlebende weit und breit ist. Die übrigen Menschen haben sich samt und sonders in Vampire verwandelt, die ihm natürlich alle nach dem Leben trachten. Woher soll sonst die Spannung kommen?

Neu ist die Idee vom letzten Menschen auf Erden also wirklich nicht. Das sieht man allein schon daran, dass alle Bücher, die mir zum Thema einfielen, schon einige Jahre alt sind. „I am legend“, das jetzt neu mit Will Smith verfilmt wurde, entstand bereits 1954. Marlen Haushofer schrieb „Die Wand“ 1962. „Großes Solo für Anton“ erschien 1976 und „Das letzte Gefecht“ nur zwei Jahre später, also 1978. Wer die Idee von wem übernommen hat, wage ich nicht zu fragen. Was aber jedes Mal variiert, ist die Art und Weise, wie die Überlebenden mit ihrem Los umgehen. Die eine ergibt sich in ihr Schicksal und sieht einsam und umringt von Tieren ihrem Tod entgegen. Die anderen genießen zunächst den Ausnahmezustand und plündern leere Geschäfte und Wohnungen. Schließlich wird das aber auch zu langweilig und sie stellen sich schließlich lauernden Monstern.

Vielleicht haben so viele Autoren über das Thema geschrieben, weil der Gedanke etwas Verlockendes hat. Als letzter Mensch auf Erden müsste man sich keine Sorgen mehr um Geld, Klimawandel oder überfüllte Straßenbahnen machen. Was aber, wenn man, wie Rosendorfers Anton, auf einmal Zahnweh bekommt?

05.11.2007, 08.16 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Belletristik | Tags: Solo

Harry-Potter-Unterrichtsmaterial

Harry PotterEs war wieder Harrynachten: Alle kleinen Lesefreunde fieberten seit Monaten dem Tag entgegen, an dem der letzte Harry-Potter-Band auf Deutsch zu haben war. Ob es wirklich der letzte Band sein wird? Das will niemand so recht glauben und schon gar nicht hoffen - zu sehr ist uns der schlaue Harry bereits ans Herz gewachsen. Doch erst mal beginnt eine harte Zeit: Eltern werden wieder ein Auge zudrücken müssen, wenn die Kids abends quengeln: "Ich will nur noch ein paar Seiten lesen, dann schlafe ich bestimmt!" Auch die Lehrer können ein Lied von dem Potter-Kult singen: Wie oft haben sie sich in den letzten Jahren in der Unterstufe anhören müssen, dass andere Texte als Harry Potter "laaangweilig!" seien?

Aber da gibt es jetzt Abhilfe: Speziell für den Deutsch-Unterricht des 5. bis 7. Schuljahres haben wir eine umfangreiche Sammlung von Kopiervorlagen und anderen Hilfsmaterialien zu Harry Potter und die Kammer des Schreckens. Dieses Buch bietet Lehrerinnen und Lehrern nicht nur zahlreiche Anregungen zur kreativen Unterrichtsgestaltung, sondern versorgt sie auch gleich noch mit den entsprechenden Materialien, um Klassenarbeiten und Arbeitsblätter anzufertigen. Und ihren Schülern ist damit garantiert der Wind aus den Segeln genommen, wenn sie wieder zu ihrem "langweilig!" ansetzen wollen...


02.11.2007, 07.14 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kinder und Jugend | Tags: Harry Potter, Kopiervorlagen, Unterrichtsgestaltung,

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