Jokers Blog Österreich

200 Jahre Brockhaus

BrockhausVor 185 Jahren, am 20. August 1823, starb Friedrich Arnold Brockhaus. Er war der Gründer des Verlagshauses „F. A. Brockhaus“ (heute „Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus“). und Herausgeber des „Conversations-Lexicons“, der späteren Brockhaus-Enzyklopädie. Sicher war er einer der wichtigsten Männer des deutschen Verlagswesens. Als Verleger gab er politisch-zeitkritische und literaturkritische Journale heraus. Auch als Journalist betätigte er sich und berichtete zum Teil selbst über wichtige Ereignisse, wie etwa die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813.

Kinder BrockhausOhne Schulabschluss und Hochschulreife arbeitete sich der Selfmademan, der schon früh von seiner „wahren Bücherwuth“ sprach, bis in die höchsten Kreise des Verlagswesens empor. Seine wohl wichtigste Entscheidung traf er 1808 mit dem Kauf des „Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten“.

Heute gibt es die Brockhaus-Enzyklopädie in der 21. Auflage. Der Brockhaus gilt als Nachschlagewerk in allen Lebensfragen. An der Schule, in der Universität, später in der Wohnzimmerbibliothek oder per CD-Rom am PC, egal ob man wissen will, warum Katzenaugen leuchten oder wie Schopenhauers Leben aussah: Der Brockhaus weiß über die meisten Fragen Bescheid. Ob das wohl Friedrich Arnold Brockhaus schon vorausgeahnt hat, als er vor exakt 200 Jahren das „Conversationslexikon“ erwarb?

Klar, dass auch Jokers einige „Brockhäuser“ im Programm hat!


(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 23.31 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Brockhaus, Nachschlagewerk, Conversationslexikon,

Ein Affentheater

Cheeta, der sympathische Schimpanse spielte in zwölf Tarzan-Filmen an der Seite von Johnny Weissmüller. Das allein ist noch nichts Besonderes. Doch Cheeta lebt noch, während Johnny Weissmüller schon länger die Erde verlassen hat.

CheetaUnd noch besser: Mit mittlerweile 76 Jahren gilt Cheeta als der älteste Schimpanse der Welt und wird seit 2003 als solcher im Guinness-Buch der Rekorde geführt. Denn Schimpansen haben normalerweise eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 40 Jahren. Für sein biblisches Alter ist Cheeta noch sehr fit. Er leidet lediglich an Diabetes – was er mit vielen Menschen gemeinsam hat.

Neben den vielen Auftritten im Film bleibt mir der Moment unvergessen, als der haarige Begleiter im „Aktuellen Sportstudio“ vor laufender Kamera Johnny Weissmüllers Frau die Perücke vom Kopf riss. Peinlich, peinlich! Viele Jahre später erfuhr ich, dass der Flegel nicht Cheeta, sondern ein „Stuntaffe“ aus dem Zoo gewesen war. Hätte eigentlich klar sein müssen, denn der freundliche Tarzan-Begleiter von Tarzan hätte so etwas nie getan.

(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 23.18 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Tarzan, Affe, Cheeta, Johnny Weissmüller,

Hex, hex!

HexenAuch heute gibt es noch Hexen. Ein Waldspaziergang vergangene Woche brachte mein Wissen diesbezüglich auf den neuesten Stand. Tief in Gedanken war ich weiter in den Wald hineingegangen als bisher. Da traf ich plötzlich auf eine Lichtung, und dort saßen sie. In einem Kreis, in dessen Mitte Räucherstäbchen, Kerzen und kleine Statuen standen. Fünf Frauen unterschiedlichen Alters mit geschlossenen Augen und in einer Kluft, die ich als Hexenkleidung identifizierte. Wie es aussah, meditierten sie gerade. Ich wollte nicht stören, deshalb zog ich mich schnell wieder zurück. Zuhause angekommen war ich neugierig geworden.

Heilige oder HexenEs gibt schon seit Längerem in meinem Viertel ein Esoterik-Geschäft. Am nächsten Tag betrat ich den Laden, dessen Inhaberin sich ganz offensichtlich auch zum Kreis der Hexen zählt. Zumindest kleidet sie sich so. Da gab es Heilsteine, Tarotkarten, Kerzen und Windspiele, aber vor allem ein großes Angebot an „Fachliteratur“. Bücher zu Naturheilkunde, zum Auralesen, über Bachblüten, Gedankenlesen und die Verehrung verschiedener Göttinnen. Anscheinend eine blühende Sparte des Buchmarkts. Die Verkäuferin erklärte mir, dass es nicht einfach sei, eine echte Hexe zu werden. „Das erfordert jahrelange Studien und viel, viel Üben.“ Natürlich nichts für mich! Außerdem habe ich das falsche Geschlecht. Von Hexerichen habe ich noch nichts gehört.

Uff, selbst bei Jokers habe ich einige Hexenliteratur gefunden ;-)


(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 18.53 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte | Tags: Hexen, Heilsteine, Bachblüten, Gedankenlesen,

Nicht nur ein Bergkraxler

Wueste GobiIch weiß noch genau, wie meine Mutter mit leuchtenden Augen in den Jahren zwischen 1970 und 1986 mit ihm fieberte, wenn die Medien wieder über eines seiner Abenteuer berichteten: Als erster Mensch eroberte er alle Gipfel der weltweit 14 Acht-Tausender. Die Rede ist von Reinhold Messner, der am 17. September 1944 in Brixen geboren wurde.

Er ist ein Mensch, der nicht nur Höhen erlebte: Schon zu Beginn seiner atemberaubenden Karriere als „Extrembergsteiger“ verlor er im Jahre 1970 seinen Bruder Günther am Nanga Parbat. Was genau damals geschah, entzieht sich der Kenntnis, doch war Messners Darstellung des furchtbaren Unglücks Anlass zu vielen Diskussionen und Spekulationen.

Für mich jedoch ist Reinhold Messner einer der bewunderungswürdigsten Menschen unserer Zeit. Er, der den Spruch „Ich bin, was ich tue“ prägte, ist weit mehr als „nur“ ein besonders begabter und angstfreier Alpinist. Seit er nicht mehr im Rampenlicht des öffentlichen Interesses steht, hat sich im Leben des nun 64-Jährigen viel getan. Wussten Sie zum Beispiel um seine politische Karriere? War Ihnen bekannt, dass Messner nicht nur die Berge, sondern auch die Wüsten dieser Welt liebte? Als er 60 war, wagte er „einen letzten Grenzgang zwischen Leben und Tod“: Er durchquerte die Wüste Gobi...

Die Wüste in mir“ ist der Untertitel seiner bewegenden Beschreibung dieses wagemutigen Unterfangens. Mir nimmt sein Bericht den Atem – und Ihnen?


(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 17.40 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Reinhold Messner, Berge, Wüste Gobi, Alpinist,

Marcuse in neun Bänden

Jede Hoffnung auf Alternativen habe er aufgegeben, er verharre im Bestehenden. Ein möglicher positiver Einsatz von Technik komme ihm wegen seines Technikpessimismus gar nicht in den Sinn. So und ähnlich lautete die Kritik des 1979 verstorbenen Sozialphilosophen Herbert Marcuse an den Thesen von Jürgen Habermas.

Habermas und Marcuse fassten sich gegenseitig wahrlich nicht mit Samthandschuhen an, wenn es um Gegenargumente zu den Gedanken und Theorien des jeweils anderen ging. Und doch waren beide geniale Denker: Die Logik ihrer Einwände ist auf beiden Seiten gleichermaßen überzeugend. Jürgen Habermas, wenngleich schon länger emeritiert, hält sich auch heute nicht zurück, wenn es darum geht, seine philosophischen und sozialkritischen Ansichten zu vertreten.

MarcuseDies brachte ihm den diesjährigen "Europapreis für politische Kultur" der Hans-Ringier-Stiftung ein. Der 1929 geborene Philosoph erhält die mit 50.000 Euro dotierte Ehrung als "einer der großen europäischen Intellektuellen", so die Stiftung im Schweizer Locarno. Der Preis wurde jetzt während des Internationalen Filmfestivals zum dritten Mal verliehen. Preisträger der beiden vorangegangenen Jahre waren der serbische Staatspräsident Boris Tadic und der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker.

Wer weiß, was Marcuse zu dem Preis gesagt hätte. Wahrscheinlich hätte er auf die Entfremdung des Menschen von seinem Wesen durch den Kapitalismus hingewiesen. Wir können ihn nicht mehr selbst fragen, aber wir können ihn lesen: Jetzt in der neunbändigen Ausgabe seiner Schriften, natürlich mit seinem Hauptwerk „Der eindimensionale Mensch“!


(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 17.29 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Naturwissenschaften | Tags: Marcuse, Der eindimensionale Mensch, Gesamtwerk, Habermas,

Eine positive Entwicklung



Heute möchte ich nach langer Zeit mal wieder an das Bücher-Wiki erinnern. Wir von Jokers haben es im Frühjahr 2007 als Service-Leistung für Bücherfreunde und Vielleser gestartet. Im Herbst 2007 bewarben wir es auf der Rückseite des ZEIT-Literaturspecials zur Buchmesse 2007. Schon damals hatte das Bücher-Wiki einen Page-Rank von 4 bei Google erreicht.

Heute hat das Bücher-Wiki im Schnitt etwa 1.500 Besucher am Tag, wobei erstaunlich ist, dass die User aus mehr als 80 Ländern kommen. Täglich werden etwa 10.000 Seiten aufgerufen, was zeigt, dass das Bücher-Wiki nicht nur zufällig angesteuert wird, sondern von den Usern auch gelesen und genutzt wird.

Mittlerweile gibt es im Bücher-Wiki etwa 2.000 Einträge. Es hat sich noch nicht zu einer Community entwickelt (dafür wäre es offen), sondern tritt vor allem noch mit seinem lexikalischen Charakter an die Öffentlichkeit. Jeder Interessierte kann beim Bücher-Wiki mitschreiben. Und das nutzen viele junge Autoren, um sich über das Bücher-Wiki bekannt zu machen. Aber die Redaktion des Wikis sorgt natürlich auch dafür, dass die Porträts bekannter Schriftstellen von einst und heute und Sachtexte rund ums Buch und die Literatur die User erstklassig informieren. Das Prinzip dabei ist einfach: Wenn das Bücher-Wiki nicht besser als die Wikipedia über Literatur und Buch informiert, braucht es einen bestimmten Artikel nicht.

Rubriken des Bücher-Wikis sind darüber hinaus Leser-Rezensionen, Buchmarkt, Buchgeschichte, Buchherstellung, Literaturstätten und Bibliothekswesen. Eine wachsende Zeitleiste sammelt Ereignisse der Buchgeschichte.

Zwar könnte die externe Mitarbeit an dem Bücher-Wiki noch besser sein, aber immerhin sind es im Schnitt heute etwa 10 Beiträge, die pro Tag ins Bücher-Wiki einfließen Und jeder dieser Einträge wird von der Bücher-Wiki-Redaktion gelesen und geprüft, um die fachliche Qualität zu garantieren. Denn: Es ist unser Ziel, die führende lexikalische Adresse zum Thema Buch und Literatur im deutschsprachigen Internet zu werden.

Zum Bücher-Wiki geht es hier!


(geschrieben von Matthias Stöbener) 

30.09.2008, 17.15 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Bücher-Wiki, Lexikon Buch, Lexikon Literatur, Literaturlexikon,

Ein umstrittener Denker

Um die Einführung des 8-jährigen Gymnasiums wurde in manchen Ländern lange gestritten. Aber selbst in manchen Bundesländern Deutschland kam dann das G8. Deutschland wird also auch bald die ersten Schüler haben, die mit durchschnittlich 18 Jahren ihr Abitur in Händen halten.

Dass das 8-jährige Gymnasium keine Erfindung der Neuzeit ist, zeigt ein Blick in die jüngere Geschichte: So schloss z. B. auch der Philosoph Theodor Wiesengrund Adorno im Rekordtempo und noch dazu als Klassenbester das Gymnasium anno 1921 ab – obwohl er erst 11. September 1903 in Frankfurt am Main geboren wurde. 1924 hatte er bereits seine Dissertation fertig gestellt. Mit 21. Jahren!

philosophie105 Jahre würde das umstrittene Genie 2008 alt werden – ich wage gar nicht zu überlegen, welche akademischen Würden der Denker bis heute erreicht hätte.

Adorno war Philosoph, Soziologe und vor allem ein Querdenker. Dies hatte der jüdischstämmige Dozent auch mit langen Jahren im Exil zu bezahlen: Die Zeit zwischen 1934 und 1949 verbrachte er als Emmigrant in Oxford bzw. den USA. Doch er kehrte nach Deutschland zurück und stritt weiter gegen den Polizei- und Überwachungsstaat. Doch was anno 1969 geschah, sollte Adornos Selbstverständnis gewaltig erschüttern. Er selbst musste nämlich die Polizei um Hilfe bitten, als einige seiner Studenten sein Institut besetzten.

Wenn Sie mehr über diesen verwirrenden und doch anziehenden Denker erfahren wollen, stöbern Sie doch einfach mal in unserer Philosophie-Ecke – hier finden Sie eine Menge Spannendes und Wissenswertes über Adorno und die anderen Wegbereiter unseres heutigen Gedankenguts!


(geschrieben von Matthias Stöbener) 

30.09.2008, 15.39 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Naturwissenschaften | Tags: Adorno, 1969, Polizei- und Überwachungsstaat,

Sonderurlaub wäre keine schlechte Idee gewesen

DeaverAm Wochenende besuchte ich mal wieder meine Mutter. Sie liest mit Vorliebe Thriller. Ich stöberte ihre Regale durch, Hunderte von Krimis drängen sich hier Rücken an Rücken. Ich wollte mir ein Buch ausleihen, um mir einen gemütlichen Nachmittag am See zu machen, wurde aber nicht fündig. Da drückte sie mir ein schon etwas abgegriffenes Taschenbuch in die Hand, ein richtiger Schmöker, es hatte über 500 Seiten. „Der letzte Tanz“ hieß der Thriller und ich nahm ihn mit. Denn schon oft hatte ich festgestellt: Was meiner Mutter gefällt, trifft auch meistens meinen Geschmack.

Ich legte mich also mit dem Jeffrey-Deaver-Krimi an den Strand, es war ungefähr 14 Uhr. Und ich begann zu lesen. Ab und an huschte der Gedanke durch meinen Kopf, dass ich noch nie, noch nie einen derart packenden Thriller gelesen habe. Wie konnte Deaver nur diese ganzen DeaverJahre hindurch an mir vorbei gehen? Als es dunkel wurde, bemerkte ich, dass ich nicht nur sieben Stunden wie gebannt gelesen, sondern mir auch einen heftigen Sonnenbrand eingefangen hatte. Das war die passende Ausrede, meine Verabredung am Sonntag abzusagen: Viel lieber wollte ich „Den letzten Tanz“ fertig lesen.

Montag in der Arbeit setzte ich mich gleich an meinen Computer und durchforstete unser Programm: Und siehe da, ich wurde fündig – wir haben sogar ein 3er-Set des Protagonisten meines eben beendeten Buchs im Original im Angebot! „Lincoln Rhyme Collection, 3 Bände“ heißt das Package. Ich eilte sofort ins Lager und suchte es mir raus. Vielleicht hätte ich meinen Chef aufsuchen und Sonderurlaub beantragen sollen: Ich habe abends einfach zu wenig Zeit, um so richtig vorwärts zu kommen …


(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 15.28 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Sachbücher | Tags: Deaver, Jeffrey Deaver, Thriller, Spannung, Lincoln Rhyme Collection,

Nicht alle suchen Schnäppchen

Zwar sollen auch BuchkäuferInnen im Internet Schnäppchen lieben, aber noch wichtiger ist ihnen, dass sie rund um die Uhr an Lesestoff kommen und es ein großes Angebot („alle gängigen Verlage“) im Shop gibt.

prozenteBeides kann ich gut nachvollziehen. Auch ich sehe mich in der Zwischenzeit oft lieber im Internet um, wenn ich etwas kaufen will, als in der Stadt. Vor dem Computer sitzend komme ich in jeden Laden zu jeder Zeit hinein, in der Stadt muss ich mich an bestimmte Öffnungszeiten halten. Und nach Feierabend ist mir oft die Zeit zu knapp oder zu wertvoll. Also setze ich mich gegen 21 oder 22 Uhr zum Shoppen hin. Da kann ich in Ruhe herumstöbern, Preise und Produkte, Beschreibungen und Abbildungen vergleichen. Ein Einkaufseldorado!

Und wenn es um Bücher geht: Die großen Internetbuchhändler haben im Prinzip ja alle die gleichen Angebote und gleichen Verlage im Programm. Es gibt nur wenige Unterschiede. Außer natürlich man kauft bei Jokers. Wir haben zwar auch die gängigen Verlage im Programm, aber im Prinzip fast nur Restauflagen von Büchern. Das, was anderswo nicht mehr verkauft wird, gibt es bei uns – immer zu einem günstigen Preis. Um die 10.000 Bücher! Selbst wenn Sie gerade nicht ein Schnäppchen suchen sollten: Bei Jokers werden Sie es trotzdem finden!

Jokers

(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 14.52 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Schnäppchen, Internetbuchhändler, Rund um die Uhr,

Reiseverlage haben es schwer

Früher konnte man mit Reiseführern als Verlag gute Einnahmen erzielen. Heute scheint es so, dass es im Internet die Reiseführer-Informationen von früher gratis gibt.

Die Gründerzeit der modernen Reiseführer waren die 70er Jahre, als der Massentourismus immer mehr Länder der Welt entdeckte. Viele reisten damals in Länder, zu denen es noch keine deutschsprachigen Reiseführer gab und wurden selbst nebenbei zu Reiseschriftstellern oder –verlegern. So entstanden Verlage wie „Lonely planet“, der Oase-Verlag oder der Apa-Guide-Verlag.

Der deutschsprachige Marktführer bei Reiseliteratur ist der Verlag Mair-Dumont, der um die 80 Prozent des deutschsprachigen Marktes abdeckt. Man kennt vielleicht die „Marco Polo“-Reihe und den Baedecker aus diesem Verlag.

Der Reiseführermarkt ist heute jedoch in der Bedrängnis. Nicht nur durch Dienste wie Google-Earth, sondern auch durch den Kostendruck auf dem engen Markt. Vor allem Service-Informationen, die über Gratis-Informationen im Internet hinausgehen kosten Geld. Aber teurere Preise für Reiseführer sind am Markt nur schwer durchzusetzen. Viele Verlage versuchen sich dadurch zu helfen, dass sie die einmal erarbeiteten Informationen in den verschiedensten Publikationen im Print- und Onlinebereich anbieten. Aus Datenbanken werden so Bücher, Magazine, Handys, ja sogar Navigationsgeräte gefüttert. Ob das aber nicht dazu führt, dass die einzelnen Produkte immer austauschbarer werden? Die Zukunft wird zeigen, ob es neben den Internetinformationen noch einen eigenständigen Markt für Reiseführer geben wird – und wie groß es ist.



Kein Wunder, dass einer der weltweit bestens verkauften Reiseführer der letzten Jahre, einer über ein Land war, das gar nicht existiert: Die Reiseführersatire "Molwanien - Land des schadhaften Lächelns". Drei australische Autoren stellen den Phantasiestaat Molwanien als sympathisches Land am Rande Osteuropas vor, in dem Hexenverbrennungen noch zu Folklore gehören.
Dabei lässt das Autorenteam kaum ein Klischee des Reisejournalismus aus. Inklusive der Leserorientierung. Auf der letzen Seite steht: "Ihre Meinung ist uns wichtig. Wenn sie auf Ihrer Molwanien-Reise auf etwas Großartiges stoßen, etwa ein Dorf mit trinkbarem Wasser - Schreiben sie uns."

30.09.2008, 14.51 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Reiseverlage, Reiseführer, Gratiskultur, Internetinformationen,

Katzen würden bei Jokers kaufen

Manchmal verstehen es unsere Kunden, uns eine Freude zu machen. Ja, stellen Sie sich vor: Sowas gibt es im Geschäftsverkehr. Diese Woche zum Beispiel landete folgender Brief von Frau Gisela A. aus Bonn auf meinem Tisch:

Liebe Jokers-Mitarbeiter,

Ihre Büchersendungen sind bei mir und meiner Katze sehr beliebt. Ich schätze das große Bücherangebot und meine Katze liebt die Kartons, in denen die Bücher verpackt sind. Sie ist ganz vernarrt in die Kisten und bei jeder neuen Sendung nimmt sie die Kartons sofort in Besitz.

Anbei ein paar Bilder. Vielleicht machen sie Ihnen Freude.

Liebe Grüße
Gisela A.



Und wie uns die Bilder Freude gemacht haben. Der Brief mit den Bildern ist hier im ganzen Haus herumgewandert. Und die Leser dieses Blogs dürfen sich auch an der Katze im Jokers-Karton freuen!

Dass wir mit unseren Büchersendungen Leserinnen und Lesern Freude machen wussten wir. Dass sie auch bei Katzen heiß begehrt sind, ist uns neu, aber man lernt ja nicht aus.




(geschrieben von Matthias Stöbener)

30.09.2008, 11.26 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Katzen, Büchersendungen, Karton, Sendung,

Eine preisgekrönte Philosophie-CD

sofies weltDass ich ein Faible für die Philosophie habe, wissen Sie, wenn Sie dieses Blog schon länger mitverfolgen. Dass ich ein ebenso großer Anhänger der modernen Technik bin, ebenfalls. Und doch sehe ich manches kritisch.

Wenn man diverse Statistiken zum Thema Leseverhalten nebeneinander legt, wird eines deutlich: Immer mehr Europäer verzichten aufs Buch – zugunsten des Internets oder der CD-ROM. Die Kulturexperten schreien auf. Und vielen bedeutet die Wachstumskurve Internet-/CD-ROM-Nutzung gleich eine Steigerung des Analphabetismus.

Ich persönlich sehe das nicht ganz so krass: Schlussendlich lesen Sie ja auch gerade das, was ich hier geschrieben habe und klicken nicht nur bunte Bildchen an.

Dennoch habe ich ein wenig mit mir gehadert, ob ich Sie tatsächlich auf ein Computerspiel hinweisen soll, das wir ins Programm aufgenommen haben. Ich tue es, weil sich nämlich eines meiner Lieblingsbücher zur Philosophiegeschichte, Sophies Welt, hier als CD präsentiert – und ich diese Kombination aus ehrwürdiger philosophischer Tradition und aktuellem Computer-Zeitvertreib unwiderstehlich finde.

Darüber hinaus beinhaltet die CD nicht nur ein faszinierendes Spiel zu „Sophies Welt“, sondern auch ein exklusives Nachschlagewerk zu den verschiedenen Epochen der Philosophie. Darüber hinaus ist dieses Spiel preisgekrönt, und das hat auch seinen Grund! Aber sehen Sie am besten einfach selbst...


(geschrieben von Matthias Stöbener)



30.09.2008, 11.04 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hörothek | Tags: Sofies Welt, Philosophie-Spiel, Philosophie-CD,

O´zapft iss!

BierEs ist wieder soweit: Abertausende von Besuchern drängen auf die Wiesn, das Münchner Oktoberfest. Während jedoch die Fahrbetriebe draußen stark vom Wetter abhängig sind, ist es in den Festzelten immer gerammelt voll: Ich war schon öfter dort und kann bestätigen, dass der Alkohol reichlich strömt.

An sich mag ich solche Massen-Spektakel ja nicht besonders – vor allem dann nicht, wenn es nur darum zu gehen scheint, wer mehr Bier trinken kann. Kürzlich bin ich über eine interessante Seite gestolpert: www.bist-du-staerker-als-alkohol.de ist die Page der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, auf der man so allerlei Interessantes über Alkohol und seine Wirkung erfährt. Wussten Sie, dass die Leber eines Menschen an die 1,5 Stunden braucht, um ein kleines Glas Bier abzubauen. Eine Maß jedoch sind ungefähr 4 kleine Gläser Bier – und da summiert sich die „Ausnüchterungszeit“ der Leber gleich ganz schön.

Trotzdem gilt gerade das Bier nicht nur in Bayern als „Grundnahrungsmittel“ – und seine Geschichte ist mehr als spannend. Meine Mutter zum Beispiel erzählte mir, dass zu ihrer Kindheitszeit den Babys noch ein in Bier getränkter Schnuller als Schlummerhilfe verabreicht wurde. Ihr hat es wohl nicht geschadet – vielleicht weil die Alkoholmenge unbedeutend war.

Wir haben auf jeden Fall ein wunderschönes Buch extra für die Wiesn-Zeit ausgegraben: „Bier“ heißt es schlicht und einfach und ist ein kulturgeschichtlich-hochinteressanter Reprint der Originalausgabe von 1846. Kein anderer als ein gewisser Hopff hat es verfasst – da ist der Name natürlich Programm. Also: Prost!


(geschrieben von Matthias Stöbener)

26.09.2008, 11.15 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte | Tags: Wiesn, Hopff, Bierbuch, Alkohol,

Seit 17. September wird produziert

Nun ist es soweit. In Dresden ist das Plastic-Logic-Lesegerät in Produktion gegangen. Bin gespannt, was es kostet. Ich schätze, das wird unser Lesen verändern.



(geschrieben von Matthias Stöbener)

19.09.2008, 17.20 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: In der Presse | Tags: Neues, Reader, Film,

Kussfische

PedikuereKürzlich bin ich über eine Meldung aus den USA gestolpert, die mich zugleich irritierte und belustigte: Mr. Ho, der Betreiber eines Kosmetik-Salons, setzt tatsächlich kleine Fische als Pediküre-Helfer ein! Ausschlaggebend war das behördliche Verbot, Rasierklingen zur Fußpflege zu verwenden. Mr. Ho machte aus der Not eine Tugend und importierte kurzerhand die Fischlein, die er „Kussfische“ nennt: Die lieben nämlich Hautschuppen über alles. Und so baden seine Kundinnen und Kunden ihre Füße in einem Bottich, in dem eine Handvoll der Fische munter herumschwimmt und sich an der Hornhaut der Klienten gütlich tut. Die finden es klasse, auch wenn es kitzelt.

Ich könnte mir nicht vorstellen, mich freiwillig von Fischen anknabbern zu lassen – auch, wenn es nicht weh tut und der Schönheit dient. Vielleicht sind die Amerikaner wirklich anders als wir Europäer, aber ich vertraue nach wie vor der alten bewährten Methode der Technik. Und ich gehe davon aus, dass Sie ähnlich denken. Denn deshalb haben wir das „Maniküre und Pediküre-Set“ jetzt ins Programm genommen. Das finden wir nicht nur hygienischer, sondern es ist auch definitiv günstiger als ein tierisches Fußbad in einem Schönheitssalon.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


14.09.2008, 23.40 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zum Schmunzeln | Tags: Fußbad, Pediküre, Maniküre, Kussfisch,

Herbst – endlich Zeit!

NibelungenliedUm mich herum seufzen meine Freunde: Der Herbst ist da. Auch wenn es tagsüber noch schön warm werden kann, deuten doch Bodennebel und frühe Abenddämmerung auf die nahende dunkle Jahreszeit hin. Wenn ich ehrlich bin, freue ich mich sogar ein klein wenig auf die kommenden Monate: Endlich kann ich mich ohne schlechtes Gewissen wieder zu Hause einigeln und lange Nächte mit Schmökern verbringen.

Für September habe ich mir etwas ganz Besonderes vorgenommen: Seit uns meine Deutschlehrerin der 5. Klasse „Das Nibelungenlied“ in Häppchen vorgelesen hat, will ich das Heldenepos einmal selbst komplett lesen. „Viel Wunderdinge melden die Mären alter Zeit, von preiswerten Helden, von großer Kühnheit...“, sind die ersten verlockenden Zeilen der Sage.

Kennen Sie die fesselnde Geschichte um Liebe, Hass, Verrat und Rache? Wissen Sie, mit welch schändlicher Tat es Gunther gelingt, die isländische Königin Brunhild zu erobern? Sind auch für Sie Siegfried und Kriemhild ein Traumpaar? Auf 365 Seiten wird Ihnen die mitreißende Geschichte vom Drachentöter Siegfried und den anderen Nibelungen-Helden und Heldinnen erzählt... Genau das Richtige für diesen ersten Herbstmonat!

(geschrieben von Matthias Stöbener)


14.09.2008, 15.48 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Nibelungen, Herbst, Siegfried, Kriemhild, Drachentöter,

Kultur hat ihren Preis

Die Meldung des Tagesspiegels stammt zwar schon von Anfang Juli, aber ich denke, sie ist immer noch interessant. In der Meldung heißt es, dass „Harry Potter“ als Hörbuch im Internet 250.000 Mal illegal über Tauschbörsen wie BitTorrent oder eDonkey angeboten werde. „Wir gehen davon aus, dass das Problem künftig massiv zunehmen wird“, so zitiert der Tagesspiegel Frau Gudrun Bolduan, die Geschäftsführerin des Verlegerausschusses im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

downloadAber auch Printtitel werden illegal im Internet getauscht. Als Beispiel führt der Tagesspiegel „Eine Billion Dollar“, einen Roman von Andreas Eschbach an, der von 35.000 Anbietern im Netz kostenlos zu haben sei. Wenn sich E-Book-Lesegeräte am Markt durchsetzen, so die düstere Prophezeiung, werden die illegalen Downloads von Büchern noch mehr.

Wie sich Verlage dagegen wehren können? Nur durch Verfolgung mit Mitteln des Strafrechts sicher nicht. Meiner Meinung nach muss es zu fairen Preisen und einem Dialog der „Macher“ und „Nutzer“ kommen. Jeder Nutzer, der etwas arbeitet, wird einsehen, dass auch ein Schriftsteller oder Verlag etwas an seinem Werk verdienen will. Dass man sich nicht einfach Monate und Jahre hinsetzen, ein Buch schreiben und dann kostenlos unter die „User“ streuen kann. Jedenfalls nicht, wenn man auf den Verdienst angewiesen ist. Und die finanziellen Schäden, die Autoren und Verleger durch eine umfassende Gratiskultur erleiden, bringen natürlich weitere Produktionen in Gefahr. Und unsere Kultur wird ärmer.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

14.09.2008, 15.29 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Kultur, Gratis-Kultur, Illegale Downloads,

Bedeutung der Kultur- und Kreativindustrie

Zwar sind die Zahlen von 2004 und damit nicht gerade taufrisch, aber weil es keine neueren Zahlen gibt und sich dieser Sektor in den letzten vier Jahren nicht grundlegend geändert hat, haben die Zahlen, die jetzt eine UNESCO-Studie bekannt machte, große Bedeutung.

Laut UNESCO-Studie gehören Buch-, Presse- und Musikverlage, die Filmindustrie, der Rundfunk, das Fernsehen, die Darstellende Kunst, das Theater, Journalisten und Infodienste, die Bildende Kunst und die Museen, der Handel mit Kulturgütern (etwa der Buchhandel), die Architekten und Designer, die Werber und die Software-Programmierer zu dieser Industrie.

Für Deutschland ist die Bedeutung dieser Industrie nicht zu unterschätzen: 151.400 Unternehmen und ein Umsatz von 82 Milliarden Euro hatte die Kulturindustrie, 200.200 Unternehmen und 117 Milliarden Euro Umsatz hatte die Kreativindustrie im Jahr 2004.

Diese Zahlen bedeuten laut UNESCO, dass das ökonomische Potenzial und das Beschäftigungspotenzial der kreativen Industrie inzwischen mit dem traditionellen Industriesektor gleichgezogen hat und diese Industrie im Gegensatz zu anderen dynamisch wächst. Insofern hat sie sicher auch staatliche Förderung verdient.

Wer die ganze Studie in PDF-Form und in Englisch lesen will, sei auf diesen Link verwiesen.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

14.09.2008, 14.57 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kulturgeschichte | Tags: UNESCO-Studie, Kreativindustrie, Kulturindustrie,

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