
Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Autoren
Wasserdicht bis 20 Meter
Über E-Books, Kindle und iPad kann man geteilter Meinung sein. Jetzt in der Urlaubszeit allerdings tritt der große Vorteil „analoger“ Literatur wieder deutlich zu Tage. Denn bei allen Vorzügen, die elektronische Reader bieten, habe ich in Freibädern, an Seen und Stränden die letzten Wochen fast ausschließlich Gedrucktes gesehen.
Klar: Sand, (Salz-)Wasser und tropfendes Eis richten auf Papier weniger Schaden an als auf Touchscreen, Platinen oder in Lüftungsschlitzen. Auch auf der Liegewiese gepflügte Blumen trocknen schöner zwischen Papierseiten als im Batterie-Fach oder zwischen Lesegerät und Schutzhülle. Und doch bin ich mir sicher, dass die Technik auch gegen diese Nachteile bald ein Mittelchen entwickelt.
Wahrscheinlich sind die E-Books dieser Welt wie viele Uhren bald wasserdicht bis zu 20 Meter Tiefe, stemmen einen Druck von vier Zentnern und können Urlaubsmitbringsel wie Muscheln und Blumen täuschend echt in Bild und Ton nachahmen. Doch bis es so weit ist, werde ich mich auch dieses Jahr wieder lange nach Urlaubsende an meinem vom Meerwasser gezeichneten Buch erfreuen. Noch nach vielen Wochen rieseln Grashalme und Sandkörnchen heraus und erinnern mich an sonnige Strandtage.
Bild: Rainer Sturm/pixelio.de
19.08.2010, 12.39 | (0/0) Kommentare | PL
Lob der Leidenschaft
Sie wissen es, ich weiß es und Stefan Bollmann weiß es auch: Lesen macht glücklich. Wenn man sich im Zug, in der Sofaecke oder sogar im Wartezimmer in ein Buch vertieft, ist man ganz weit weg und vergisst alles um sich herum. Wer die Fähigkeit hat, sich auf eine faszinierende Geschichte, einen gefühlvollen Roman oder einen spannenden Krimi einzulassen, der kann in seinem Kopf mal kurz Urlaub machen und hat damit Nichtlesern etwas voraus. Schließlich ist man bei seiner persönlichen Lese-Auszeit völlig frei und absolut ortsunabhängig.
Der Autor Stefan Bollmann hat aus dieser Einsicht ein kleines Werk gemacht. Es führt uns vor Augen, dass unser Zufriedenheitsgefühl beim Lesen nicht trügt. „Warum Lesen glücklich macht“ heißt das kluge Brevier, in dem er schildert, was beim Lesen das Wohlbefinden auslöst, wie sich unsere Lesegewohnheiten ändern, wie unterschiedlich Männer und Frauen lesen und was das Schöne am Vorlesen ist.
Wir sollten Stefan Bollmanns Analysen vertrauen, denn der Mann ist nicht nur Germanist und somit Fachmann in Sachen Sprache und Literatur, sondern hat auch Philosophie studiert. Das qualifiziert ihn für den geisteswissenschaftlichen und eben philosophischen Hintergrund der Lesepassion. Also nicht, dass das jetzt abschreckend theoretisch klingt: das Buch ist spritzig, humorvoll und unterhaltsam. So wie wir es von Stefan Bollmann schon kennen, denn der hat mit „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ bereits zuvor einen Überraschungs-Bestseller gelandet.
Und warum sollte es uns Lesern anders gehen als anderen Passionierten: wir beschäftigen uns gern mit dem, was uns froh macht und lesen gern etwas darüber, warum das so ist. Eine tolle Lektüre für bekennende Buchfreunde! Dass man außerdem noch Jokers-typisch sparen kann, ist da fast Nebensache ...
http://www.jokers.de/3/14911516-1/buch/warum-lesen-gluecklich-macht.html
18.06.2010, 10.14 | (0/0) Kommentare | PL
Leser sind Meinungsführer
Langendorfs Dienst, ein Wirtschaftsinfo-Dienst speziell für die Buchbranche, zitierte kürzlich eine Umfrage unter 25.000 Menschen, die herausfand: Menschen, die sich als Meinungsführer empfinden, sind bessere Buch- und Hörbuchkäufer als solche Menschen, die sich ihre Meinung lieber von anderen führen lassen.
Das überrascht mich in keiner Weise. Leser, so meine ich, sind immer unabhängiger als Nicht-Leser. Denn Leser lernen selbst zu denken, sich Urteile zu bilden, nicht der Masse hinterherzulaufen. Leser sind schwieriger zu manipulieren als Nicht-Leser, weil sie sich im Laufe der Jahre viele Informationen angeeignet haben, über die andere nicht verfügen und die sie untereinander in Korrelation setzen können.
Lesen ist nämlich etwas anderes als fernsehen oder im Netz surfen. Es ist eine andere Art der Informationsverarbeitung, ich würde sagen: eine gründlichere. Und deshalb speichert das Gehirn erlesene Informationen auch anders ab als Infos, an denen ich vorbeisurfe oder die mir vom Fernsehen in die Augen gefeuert werden, ohne dass ich genügend Zeit habe, sie zu verarbeiten.
Es hat sich gezeigt, dass eine Person desto mehr zum Lesen neigt, je stärker ihre Meinungsführerschaft ausgeprägt ist. Wenn das keine Motivation zum Lesen ist!
31.03.2010, 15.47 | (0/0) Kommentare | PL
Billy wird 30!
Selbstverständlich machen wir hier keine Werbung für irgendwelche skandinavischen oder sonstigen Einrichtungshäuser. Aber wer Bücher hat, vielleicht wie Sie und ich sogar ein paar mehr, hat auch Bücherregale. Man möchte seine Schätze ja schließlich um sich haben und nicht in irgendwelchen Schränken einsperren.Seit drei Jahrzehnten jedenfalls dominiert besagtes Regal mit fünf Buchstaben viele Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Bücherstuben, die ich kenne. Es scheint der kleinste gemeinsame Nenner von Bücherverstauern rund um den Erdball zu sein. Ich habe die Angewohnheit, bei Besuchen in fremden Wohnungen mehr oder weniger unverhohlen das Bücherregal in Augenschein zu nehmen. Dabei ist es mir völlig egal, aus welchem Möbelhaus es stammt, ob es beleuchtet ist oder eine kleine Staubschicht hat. Mich interessiert nur der Inhalt.
Ich finde, aus dem, was jemand liest, kann man eine Menge über ihn erfahren. Was ich außerdem spannend finde: Wie ist das Regal sortiert? Nach Genre? Nach Epochen? Gar nicht? Oder vielleicht nach Größe oder Farbe? Mein Freund Götz beispielsweise sortiert nach dem Herkunftsland des Autors. Ich fand das so pfiffig, dass ich diese Methode nun teilweise auch mit großem Vergnügen anwende (in der Belletristik). Sollten Sie Ihr Regal auffüllen wollen, etwa mit Büchern aus oder über Schweden, gibt es hier reichlich Material. Und besonders günstig, versteht sich.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
30.09.2009, 08.33 | (0/0) Kommentare | PL
Dann doch lieber das Original
Meine Frau bekam von ihrer besten Freundin ein Ticket für „Excalibur“ in Kaltenberg geschenkt: eine keltische Rock-Oper, so die Ausschreibung. Die beiden Freundinnen schenken sich gegenseitig zu diversen Anlässen im Jahr immer „Zeit“ – kombiniert mit Karten für Konzerte, Theater, Circus oder dergleichen. „Normalerweise“ gehen sie gerne auf Konzerte von Alt-Rocker, auf diese Weise besuchten sie schon Auftritte von den Rolling Stones, den Ärzten, Mark Knopfler, Joan Armatrading und vielen anderen Stars. Eine „Rock-Oper“ klang da natürlich sehr verlockend.Die Zusatzaufführung, für die sie Tickets hatten, war ausverkauft. So dauerte es bis gut nach Beginn von „Excalibur“, bis die Publikumsmassen Einlass in das Areal fanden. Doch voller Vorfreude auf die musikalische Verarbeitung des Epos brachte sie das Gedrängel und Geschubse nicht aus der Ruhe.
Selbstverständlich wollte ich von meiner Frau genau wissen, wie „Excalibur“ war. „Nun ja“, entgegnete sie, „eine Rock-Oper war es nicht – eher Kuschelrock mit szenischen Einlagen“. Sie war also etwas enttäuscht von dem Akt. Die Geschichte um Excalibur wäre zu kurz gekommen, meinte sie, auf der anderen Seite wäre es wohl auch schwer, den großartigen Mythos in eine „Rock-Oper“ zu packen. Ihre Enttäuschung kann ich ihr nicht verübeln. Es ist wirklich schwierig, im Theater, im Musical und im Film Lesestoff so zu verarbeiten, dass Fans den Zauber des Buches auch auf der Bühne wieder finden.
Deshalb habe ich mich auf die Suche nach dem „Original“ der König Artus-Sage in unser Lager begeben und bin fündig geworden!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
31.08.2009, 10.04 | (0/0) Kommentare | PL
Bücher sind trendy
Mit 36 Prozent bildet diese Gruppe einen wesentlichen Teil der 14- bis 49-Jährigen. Mehr als die Hälfte, also 51 Prozent davon, lesen laut Untersuchung in ihrer Freizeit mindestens einmal im Monat Bücher. Im Vergleich dazu ist die Gesamtbevölkerung mit 48 Prozent beinahe lesefaul. Der Grund liegt möglicherweise im relativ hohen Bildungsstand: 28 Prozent der Trendsportler hat Abitur oder sogar einen Hochschulabschluss. In der gesamten Bevölkerung sind dies gerade mal 23 Prozent.
Noch ein Vorurteil räumt die Untersuchung somit aus: Dass stylische Base-Jumper, Surfer oder Halfpipe-Springer nur auf Spannung und Spaß aus sind und sich nicht im Geringsten für die leisen Töne des Lebens interessieren. Lesen und Action – wer jemals glaubte, dies passe nicht zusammen, muss jetzt wohl umdenken.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
31.08.2009, 09.46 | (0/0) Kommentare | PL
Das Buch und der Fortschritt
http://www.youtube.com/watch?v=brAlzKHYFnA
28.07.2009, 13.58 | (0/0) Kommentare | PL
Bücher auf Knopfdruck
Utopie? Mitnichten! Eine dieser Wundermaschinen steht bereits in einer Londoner Filiale der Buchhandelskette „Blackwell’s“. Sie soll aussehen wie ein überdimensioniertes Kopiergerät und trägt den Namen „Espresso Book Machine“.
Das „Time Magazine“ erkor die Maschine zur Erfindung des Jahres. In London stehen rund eine halbe Million vergriffener Titel zum Ausdruck zur Verfügung. Meist Werke mit abgelaufenem Copyright. Man bemüht sich jetzt um eine rasante Erweiterung des Angebots.
Viele der Titel, die es bei Jokers gibt, werden bald vergriffen und dann sehr begehrt sein. Darum unsere Empfehlung: Bestellen Sie diese Bücher jetzt auch einfach per Knopfdruck. Drücken Sie den Button „In den Warenkorb“. Das erspart die Reise nach London …
(Geschrieben von Peter Konietschke)
30.06.2009, 01.05 | (0/0) Kommentare | PL
Das Geheimnis ihres Erfolgs
Und das „Beste“ an solchen Bücher ist: Um sie feiern oder kritisieren zu können, muss man sie nicht einmal gelesen haben – zu Körperhygiene und Kindererziehung hat ja jeder was zu sagen.
Das „Blöde“ an Bestsellern: Sie lassen sich nicht wirklich planen – weder von den Verlagen noch von den Autoren. Der Weg, der direkt in die Bestseller-Listen führt, liegt im Dunkeln – und viele bleiben auf der Strecke.
Um einige davon kümmern sich dann diejenigen, die aus Prinzip alles meiden, was alle lesen – die gibt es nämlich auch noch. Und das ist gut so.
(Geschrieben von Kathrin Kirschbaum)
28.06.2009, 07.40 | (0/0) Kommentare | PL
Alptraum der Bücherfreunde: Eselsohren und Fettflecken
Die meisten Leser gehen ja recht sorgsam mit ihren Büchern um. Da wird vorsichtig umgeblättert. Der Schutzumschlag bleibt Schutzumschlag. Ältere Bestände der Bibliothek werden hin und wieder vom Staub befreit. Wertvolle Titel kommen in die Glasvitrine. So soll es sein. Ziemlich schräg sind die Bücher-Nutzungsvorschläge des großen Humoristen Heinz Erhardt. Er empfahl Bücher als Instrumente zur Zermalmung lästiger Kerbtiere, als Sitzunterlage für Kleinkinder, denen ein paar Zentimeter zur Suppe fehlen oder gar als Wurfgeschosse bei Auseinandersetzungen älterer Ehepaare.
Haarsträubend sind die Vorschläge des Verlages mixtvision, wie man mit seinem Buch umzugehen hat, das er bewusst „KeinBuch“ nennt: (Bibliophile hören hier auf zu lesen!) Fahren Sie mit dem Rad drüber. Beschmieren Sie es mit Fett. Beträufeln Sie es mit Rotwein. Werfen Sie es aus dem Fenster. Stopp! Ich kann nicht weiter. Lesen Sie selbst: www.keinbuch.com
(Geschrieben von Peter Konietschke)
14.06.2009, 19.58 | (0/0) Kommentare | PL



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