
Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Fremdbeiträge
Begeistert
Die Criminale in Wien, das Treffen der deutschsprachigen Krimiautoren, ist vorbei. Wir von Jokers hatten drei Reisen für je zwei Personen zu diesem blutigen Event ausgelobt. Heute erreichte uns von einem Gewinnerpaar folgende Mail mit Bildern:

Hallo aus dem Hohen Norden,
der Alltag hat uns wieder, aber wunderbare Erinnerungen bleiben!
Wir haben dann die folgenden drei Tage bei Frühlingswetter die Sehenswürdigkeiten besichtigt, die wir noch nicht kannten, um dann nach einer Teatime im Hotel (mit selbstgebackenen Kuchen) am frühen Abend einer Lesung beizuwohnen.
Am Donnerstag waren wir im Bestattungsmuseum (typisch Wiener-Humor, im Internet gibt's auch einen Bestattungskalender, falls man nichts Besseres vorhat ...) und die Autorin Kathrin Heinrichs war in Hochform! Bei den Lesungen, bei denen wir waren, waren eindeutig die Autorinnen die besseren Vortragenden.

Am Samstagabend stand dann der Tango Criminale im Mittelpunkt. Da ich vor der Fahrt mit dem Organisationsbüro der Criminale telefoniert hatte, standen wir auf der Gästeliste, obwohl wir den Gutschein für die Eröffnungsveranstaltung gezogen hatten, den wir aber nach der langen Bahnfahrt nicht wahrnehmen konnten. Die Veranstaltung fand im Rathaussaal statt, der seinesgleichen sucht! Für uns war es ein unvergesslicher Abend. Wir konnten uns einen Tisch aussuchen und genossen ein sehr gutes Büfett mit Criminale-Wein (nicht vergiftet!).

Es war wirklich rundum wunderschöne Tage!
Vielen Dank für Ihre Mühe!
Schöne Grüße
Gaby und Gerd Steinführer
10.05.2008, 09.41 | (0/0) Kommentare | PL
Glückliche Jokers-Gewinnerin
„Sehr geehrter Herr Stöbener,
lang ist es her, dass ich die Reise gewann und wir diese antreten konnten - vom 20. Oktober bis zum 2. November 2007. Wie Sie wissen, wollte ich zunächst meinem Glück nicht trauen und realisierte erst nach dem E-Mail-Kontakt, dass es sich hier um keinen Scherz, sondern um einen wunderbaren Glücksumstand handelte!
Mein Lebensgefährte und ich haben die Reise sehr genossen. Die vorab gelieferte und gelesene Literatur war sehr in die Tiefe gehend. Dies alles aber übertraf der Umstand, dass wir einen Inder mit großer Affinität zu Deutschland als Reiseleiter hatten. Waren die Farbigkeit und die Faszination des fremden Landes schon großartig genug, so gewann dieses Land durch seine Erklärungen weitere faszinierende Facetten. Der Reiseleiter verstand es, auf uns Deutsche einzugehen und betrachtete Indien zum Teil aus unserem Blickwinkel.
Ihre
S. U. M.
P.S. Mein Messenger limitiert mich, sonst hätte ich Ihnen noch mehr Impressionen geschickt.“
17.12.2007, 13.41 | (0/0) Kommentare | PL
Mozart in Moskau
Es war nicht zu verhindern ;-) Olga aus Moskau ist engagiert für das Jokers Blog. Sie haben es so gewollt. Okay. Gerade hat sie mir ihr neuestes Blog geschickt, von mir nur noch etwas grammatikalisch und rechtschreibtechnisch aufgehübscht. Das Wort hat Olga:
Gestern war ich in einem Konzert. Meine Mutter, die immer Ideen im Kopf hat, wie man die Zeit gut verbringen kann, hat mir als Geburtstagspresent eine Karte für das Moskauer Tschaikovsky- Konzerthaus geschenkt. Aufgeführt wurde Mozarts Oper „Don Juan“.
Ich kenne mich in der klassischen Musik, besonders was Opern angeht, überhaupt nicht aus. Früher habe ich gedacht, Opern seien was Langweiliges oder nur ein Ding für Kenner. Gestern habe ich meine Meinung geändert.
„Don Juan“, wie er aufgeführt wurde, war eigentlich keine richtige Oper, alles ging ohne Kostüme und Dekorationen ab. Gesungen haben weltbekannte Stimmen aus sechs verschiedenen Ländern. Donna Anna war Simone Kermes, die berühmte Sängerin aus Deutschland mit einer wundeschönen, kristallklaren Stimme, Don Juan Simone Albergini aus Italien. Die anderen Partien sangen Natan Berg (Kanada, das Publikum war begeistert von seinem Spiel), Natascha Marsch (UK), Michael George (UK). Dirigent war der junge Grieche Theodor Kurentsis. Als er in einem schwarzen T-Shirt und mit Pferdeschwanz auf die Bühne trat, war das Publikum etwas irritiert. Aber schon nach seinen ersten Handbewegungen, nach den ersten Musikklängen bewunderten tausende von begeisterten Zuhörern und Zuschauern die harmonische Einheit des jungen Künstlers und des Orchesters. Der Saal war überfüllt. Im großen, eigentlich schlecht durchlüfteten Raum waren alle Plätze, ja alle Treppenstufen und Gänge besetzt
Neugierig beobachtete ich das Publikum. Die älteren Damen und Herren, richtige Kenner der klassischen Musik, saßen wie versteinert auf ihren Plätzen und lauschten. Doch die Jugend war in Überzahl. Wunderschön gekleidet, mit einem Lächeln auf den Lippen, folgten junge Damen und ihre Kavaliere der Handlung auf der Bühne. Auf einmal wurde mir klar: Egal, ob man ein richtiger Opern-Profi oder nur ein zufällig ins Konzert geratener Laie ist: Die sagenhaft vielfältige und bezaubernde Musik dieses Genies namens Mozart wirkt auf alle gleich, sie erschüttert mit ihrer Schönheit, umhüllt mit ihrer Rätselhaftigkeit, greift mit ihrer Klarheit ans Herz. Unglaublich, wie man aus nur sieben Noten so etwas Schönes komponieren kann!
Nach einer betäubenden fünfzehnminütigen Ovation am Ende des Stückes haben die Sänger wiederholt eine wunderschöne Passage gesungen. Im Blumenregen, begeisterten "Bravo-Rufen" und wellenhaft anbrausenden Applaus des dankbaren Moskauer Publikums standen die glücklichen Stars noch lange auf der Bühne, bis der Beifall endlich nachließ.
Schweigend verließ ich den Saal - fast als letzte. Kein Wort wollte ich verlieren, aus Angst die zauberhafte Stimmung in meinem Herzen zu verletzen. Langsam ging ich auf der Tverskaja Strasse entlang zur U-Bahn-Station. In meinen Ohren klang immer noch die Musik, vor meinen Augen bewegten sich die musikalischen, geschmeidigen Hände des jungen Dirigenten
.
Als ich einige Zeit später ins Bett ging, wünschte ich mir noch mehr Musik von Mozart zu hören. Und zwar nicht auf einer CD, sondern wieder live, von der Bühne. Ich möchte wieder in Mozarts Musikwelt eintauchen, mit jeder Zelle meines Körpers die Musikklänge erspüren, mein Herz mit ihrer Zauber füllen. Ich griff nach dem Programm von „Don Juan“. Auf der letzten Seite fand ich die Annonce zur nächsten Aufführung: Mitte November wird der Figaro gegeben, Dirigent T. Kurentsis. Da gehe ich bestimmt hin! Mit diesem Gedanken schlief ich glücklich ein.
Übrigens, liebe Olga: Können deine Leser mal ein Bild fürs Blogteam bekommen und vielleicht auch eine kleine Biographie? Ich denke doch, deine LeserInnen wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben!
Ach ja, auch wenn unsere Olga Mozart live erleben will, nicht jeder von uns hat die Gelegenheit dazu und ein bisschen Werbung muss ich auch machen: Hier gibt es Mozart bei Jokers.
01.08.2006, 13.41 | (0/0) Kommentare | PL
Eine Korrespondentin in Moskau
Vor einigen Tagen traf ich mich mit Olga in Tauplitz, das in der Nähe von Bad Ischl liegt. Olga kenne ich seit dem ersten Jokers Lyrik-Preis. Damals schickte sie ein Gedicht aus Moskau ein. Weil mich interessierte, wer hinter dem Gedicht steht, mailte ich ihr und erfuhr, dass sie Germanistik studierte. Seit dieser ersten Mail sind Hunderte von Mails zwischen ihr und mir geschrieben worden, wir haben uns auch schon in der Offline-Welt getroffen, zum letzten Mal im besagten Tauplitz, wo sie an der Tagung einer österreichischen Dichtervereinigung teilnahm. Als wir nachmittags in einem Café von Bad Ischl saßen, kamen wir auf das Jokers Blog zu sprechen und ich fragte sie, ob sie nicht Lust hätte, im Blog mitzuschreiben, sozusagen als Korrespondentin für Jokers in Moskau. Ich merkte, dass sie etwas unsicher war, die Aufgabe aber reizvoll fand. „Aber was soll ich denn schreiben?“, fragte sie. „Unser Blog beschäftigt sich mit Literatur, das weißt du ja. Schreib also über das, was du studiert hast: über deutsche Literatur aus russischer Sicht oder schreib über russische Literatur damals und heute. Zeig deutschen Lesern, dass die russische Literatur auch heute noch lebt und etwas zu sagen und nicht nur die Klassiker zu bieten hat.“ Olga nickte. „Ja, das wäre eine Aufgabe, da hast du Recht. Aber ob ich das kann, ich weiß nicht.“ „Versuch´s einfach“, ermunterte ich sie. Heute nun erreichte mich folgende Mail von Ihr:
„Lieber Matthias,
ich hab sehr lange nachgedacht, was ich für das Jokers-Blog schreiben könnte. Das Beste wäre, so meine ich, mit der Vorstellung der Stadt, aus der ich komme, zu beginnen. Ich habe bei Jokers in der Suche einfach "Moskau" eingetippt und gesehen, dass ihr relativ viele Bücher über Moskau habt. Ich habe einen Reiseführer über Moskau entdeckt, vielleicht könnte er im Artikel erwähnt werden? Wenn dir das Geschriebene nicht gefällt oder aus irgendwelchen Gründen nicht passt, gib bitte Bescheid. Ich werde mich auf dein Feedback freuen.
Hier mein erster Text:
Ich stand heute am Fenster in meiner kleinen Küche und beobachtete, wie bleischwere Wolken den Himmel über meiner Heimatstadt bedeckten. Zehn Minuten dauerte es, bis die Sonne keine Chance mehr hatte durchzukommen. Am Himmel knurrte es wie im Magen eines hungrigen Tieres. Ein starker Wind aus dem Westen hob den Pappelflaum in die Luft und jagte ihn wie Schnee durch die staubigen Straßen.
Plötzlich zerriss ein ungestümer Blitz die Wolken, danach krachte es heftig im Himmel, und ich sah die ersten großen Regentropfen auf die Gehwege fallen. Nach und nach verstärkte sich der Regen, und so stand bald die Riesenstadt machtlos da, überrumpelt vom Brüllen des Himmels, den heftigen Attacken des Regenfalles und den frechen Stichen des Blitzes. Eine Weile war Moskau hinter der dichten Wassermauer kaum mehr zu sehen.
Allmählich ließ das Gewitter jedoch nach. Sonnenstrahlen durchbohrten die spärlich werdenden Wolken und fanden endlich den Weg zur Erde. Ich betrachtete die erfrischten Baumkronen der Linden im Hof unserer Wohnanlage und stellte mir vor, wie schön es jetzt wäre, einen Spaziergang über den Roten Platz zu machen, zu beobachten, wie die Sonne im Gold der Kuppeln des Zarenglockenturms spielt, wie sie die mächtige Kremlmauer liebkost und sich in den großen Schaufenstern des GUM spiegelt. Ich stellte mir den großen bunten Regenbogen über der Steinbrücke vor, die mit einem Fuß im Moskva-Fluss und mit dem anderen im Jausa-Fluss steht. Mit einem Lächeln auf den Lippen verließ ich unsere Wohnung, um mich in der Tiefe des U-Bahn- Tunnels zu verstecken und in einer halben Stunde im Herzen meines geliebten Moskau wieder aufzutauchen.“
Warum soll ich entscheiden, ob mir der Text, ob mir die Idee einer Russland-Berichterstatterin gefällt? Ich hatte ja schließlich die Idee. Mich interessiert euere / Ihre Meinung: Wollt ihr, wollen Sie hier im Blog hin und wieder etwas über die Literatur Moskaus / Russlands von einer Russin lesen? Wenn ja, engagiere ich sie als Co-Autorin und stelle sie vor.
07.07.2006, 09.27 | (0/0) Kommentare | PL



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