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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: In der Presse

Apokalyptisch!

Kein Kinogänger kommt an dem neuen Film von Roland Emmerich vorbei: „2012“ entwickelt sich zum neuen Kassenschlager. Ich persönlich habe mich an den Weltuntergangsfilmen satt gesehen. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht ein anderer Apokalypsen-Streifen über die Leinwände flimmert.

ApokalypenDabei ist die düstere Zukunftsprophezeiung keinesfalls ein Phänomen der Neuzeit. Wie es Emmerich in „2012“ verwertete, sollen schon die Maya den Weltuntergang für dieses Jahr prophezeit haben. Auch in der Bibel, etwa in der Offenbarung des Johannes, kann man vom Ende der Welt lesen. Dabei schaffen es Mythen und Schriften, den Leser ganz ohne Spezialeffekte und künstliches Dynamit zu fesseln. Für mich sind die so manche Aussagen der Apostel und Jünger viel spannender als jedes Drehbuch zu einem Kino-Schocker.

Düster und beängstigend lesen sich die Weissagungen aus der biblischen Zeit. Texte von Abraham bis in die ersten Jahrzehnte nach dem Tod Jesu beschäftigen sich mit der Apokalypse und mahnen zur Besinnung. „Die Apokalypsen“ vereint alle bekannten biblischen Aussagen zum Thema Weltuntergang: Als Sonderausgabe bietet Jokers Ihnen das Werk nun für weniger als 3 EUR.

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

23.12.2009, 09.07 | (0/0) Kommentare | PL

Der Mond bleibt faszinierend

Waren sie wirklich oben? Oder ist die Mondlandung der Amerikaner vor 40 Jahren nichts als ein riesiger Schwindel? Die Verschwörungstheorien treiben in diesen Tagen wieder viele bunte Blüten. Angeblich sei die Mondlandung in irdischen Studios aufgenommen worden. Da ist vom Wind die Rede, der die amerikanische Flagge auf dem Mond zum Flattern brachte, obwohl dort gar kein Wind weht. Und von fehlenden Rußspuren rund um die Landefüße von Apollo 11. Die damals üblichen Computer seien außerdem nicht in der Lage gewesen, in Echtzeit das lunare Geschehen zu verfolgen, geschweige denn die Rückflugbahn zu berechnen. Und warum kann man die auf dem Mond verbliebenen Reste des Mondmobils auch mit den besten Kameras nicht entdecken?

Magischer MondNun hat der Mond schon immer die Menschen, die Kunst und auch die Literatur beeinflusst. Man denke etwa an die bronzezeitliche Himmelsscheibe von Nebra, an Jules Vernes „Reise zum Mond“, Pink Floyds berühmtes Album „Dark Side of the Moon“, einschlägige Ratgeber und Mondkalender oder an Caspar David Friedrichs stimmungsvolle Mondscheinbilder. Dessen Malerfreund Carl Gustav Carus fasste die Wirkung des Mondes poetisch zusammen: „Denn wie der die Erde umkreisende Mond den Pulsschlag der Gewässer der Erde, die Ebbe und Flut des Meeres bestimmt, so wirkt die Erscheinung des Mondlichts mit sehr entschiedener Sicherheit auf den Herzschlag unseres Seelenlebens, auf das Gemüt!“

Viel Vergnügen also mit unseren Büchern zum Thema Mond, natürlich mit Bestpreis und ohne Verschwörungstheorie...


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

31.08.2009, 08.43 | (0/0) Kommentare | PL

Grand Prix und Mode

Wahrscheinlich können auch Sie es nicht mehr hören und sehen: An den Tagen nach dem Grand Prix scheint sich die ganze Welt nur noch darum zu drehen, weshalb welches Land auf welchen Platz kam. Und weil kaum noch einer wirklich an der Musik interessiert ist, mit der die Bands und Sänger um die vorderen Plätze kämpften, richtet sich das Augenmerk des Publikums immer mehr auf Nebensächlichkeiten des Wettbewerbs. So kann der Zuschauer sogar schon online abstimmen, welches Outfit das schönste oder hässlichste war! Beim Voting mitmachen können Sie hier: http://eurovision.ndr.at


ModeIch persönlich halte die Modetrends, die Stars vorgeben, für ziemlich überflüssig. Nichtsdestotrotz stimmt es natürlich, dass das Erscheinungsbild sehr, sehr wichtig ist. Kleider machen eben Leute. Aber was hat es eigentlich auf sich mit der Mode? Wie kommt es, dass sich heute so vieles nur um Markennamen und Labels dreht? Wer sind die wichtigen Namen in der Branche, welche Stile waren Saison-Eintagsfliegen und kamen nie wieder?

Das Werk „Mode“ geht der Geschichte eines der uns beeinflussenden Gesellschaftsfaktoren nach. Vom Mittelalter bis heute zeichnet die Autorin die Entwicklung der Trends und „Must Haves“ nach. Und eins ist sicher: Der einen oder anderen Sängerin hätte ein Blick in diese Modefibel VOR dem großen Grand Prix Auftritt wahrlich nicht geschadet…


(geschrieben von Matthias Stöbener)

31.05.2009, 17.19 | (0/0) Kommentare | PL

Parkinson bald heilbar?

Jetzt bei JokersVerblüfft las ich einen Bericht, der in dem Fachmagazin CELL (2009: 136: 964-977) erschien. Demnach ist es dem Forscher Rudolf Jaenisch vom Whitehead Institute for Biomedical Research in Cambridge im US-Staat Massachusetts und seinem Kollegenteam erstmalig geglückt, dopaminerge Neuronen aus Hautzellen zu bilden. Morbus Parkinson ist eine degenerative Krankheit, bei der Neuronen, die Dopamin zur Kommunikation mit anderen Nervenzellen benutzen, in den Basalganglien ausfallen. So wird u. a. der Parkison-typische Tremor ausgelöst.

Seit vielen Jahren bemühen sich Wissenschaftler auf der ganzen Welt um Methoden, die Funktion der dopaminergen Neuronen wiederherzustellen. Es gibt inzwischen Medikamente, die dem Körper von außen L-Dopa, die Vorstufe des Dopamin, zuführen und so dafür sorgen, dass der Dopaminhaushalt im Gehirn angehoben wird. Doch der Traum der Mediziner ist es, dopaminerge Neuronen „wiederherstellen“ zu können. Die Stammzellenforschung bemüht sich seit geraumer Zeit, vor allem aus den Stammzellen, die aus abgetriebenen Embryonen gewonnen werden, dopaminerge Nervenzellen zu produzieren. Denn Stammzellen besitzen als einzige Zellen die Fähigkeit, sich in jede x-beliebige Nervenzellen zu verwandeln. Doch dabei besteht immer die Gefahr, dass diese fremden Zellen vom Empfängerorganismus abgestoßen werden.

Der große Durchbruch gelang nun, als aus Hautzellen von Parkinson-Patienten dopaminerge Nervenzellen erschaffen werden konnten. Das funktionierte dadurch, dass die Fibroplasten der Patienten mit vier Genen ausgestattet wurden, die sie in den Zustand einer induzierten pluripotenten Stammzelle (iPS) brachten. Diese iPS können nun in dopaminerge Neuronen ausdifferenziert werden.

Natürlich wird es noch ein langer Weg sein, der auch zahlreiche Tierversuche bedeutet, bis tatsächlich Parkinson-Patienten geheilt werden können. Und dennoch: Der erste Schritt ist getan. Das Forscherteam um Jaenisch musste nicht einmal die gefürchteten Viren als Gentransporter benutzen. Wenn Sie mehr über Morbus Parkinson und ähnliche Erkrankungen wissen möchten: HIER haben wir medizinische Literatur für Sie zusammengestellt.


(geschrieben von Matthias Stöbener) 

10.05.2009, 08.13 | (0/0) Kommentare | PL

Umkehren!

UmkehrenWenn ich noch einmal das Wort Krise höre, bekomme ich Sie! Ehrlich gesagt bin ich das tägliche Rezessions-Gebrüll der Medien mehr als Leid. Jeden Tag erschlagen Zeitungen, Nachrichten und so genannte „Krisenticker“ uns alle mit neuen Horrormeldungen. „Banken brechen ein“, „Rezession trifft deutsche Unternehmen mit voller Wucht“, „Absatzeinbruch“, „Schlimmste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit“ – ich kann es nicht mehr hören! Von allen Seiten erreicht uns die Botschaft: „Habt Angst! Es wird schrecklich! Es wird verheerend! Wir werden alle untergehen!“

Wie Balsam legte sich da ein Interview mit Peter Sloterdijk auf meine krisengebeutelten Nerven, das ich kürzlich in der Süddeutschen las. Darin stellte er nüchtern fest, dass es in Deutschland keine „Krise“ gäbe. Denn das Wort Krisis stamme aus der Medizin und bezeichnete den Zustand eines Organismus zwischen Tod und Genesung. Die deutsche Wirtschaft steht keineswegs vor der Auslöschung. Vielmehr sei es endlich Zeit, umzudenken und sich auf echte Arbeit und Werte zu besinnen.

Angesichts maßloser Börsenspekulanten und Gewinnerwartungen, die in keinem Maß zur Leistung stehen, erklärte er Harry Potter als den eigentlichen Helden dieser Epoche. Die Potter-Romane „überredeten eine ganze Generation, den Zauberer in sich zu entdecken. Das englische Wort Potter bedeutet übrigens ‚Töpfer‘, einen Handwerker, der Hohlkörper verfertigt. Nur Verlierer glauben heute noch an die Arbeit, die Übrigen betreiben magische Töpferei und lassen ihre strukturierten Produkte fliegen.“

Anders als die Marktschreier der Krise sieht der Philosoph den Ausweg aus dem Dilemma nicht im Untergang, sondern in der Umkehr: Entsprechend heißt sein neuestes Buch „Du musst dein Leben ändern“.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

15.02.2009, 18.23 | (0/0) Kommentare | PL

Wut im Heimatdorf

Es ist eine Geschichte wie aus dem Bilderbuch: Ein 35-jähriger Bankangestellter aus einem kleinen Dorf im Allgäu verschwindet von einem Tag auf den anderen spurlos. Weder Freundin noch Familie noch Freunde aus dem Musikverein, in dem er seit Jahren das Flügelhorn blies, noch seine Arbeitskollegen, die ihren Mitarbeiter als zuverlässig und liebenswert beschreiben, können sich erklären, was geschehen ist.

Sein schwarzer VW Golf wird auf einem Parkplatz gefunden. Der Schlüssel steckt, auf dem Beifahrersitz liegen Handy und Bankunterlagen. Auf seinem Konto fehlt kein Geld, die Bank kann keinen Missbrauch feststellen. Nichts deutet darauf hin, dass sich der Finanzberater einfach aus dem Staub gemacht haben könnte.

Auch auf ein Gewaltverbrechen deutet nichts. Die Polizei durchkämmt im Großeinsatz mit Hundestaffeln und Helikoptern weiträumig das hügelige Voralpen-Gelände. Sie findet keine Spur. Es wird nur herausgefunden, dass im Auto ein Fahrrad transportiert worden ist. Ansonsten herrscht in der kleinen Allgäuer Gemeinde Ratlosigkeit.

Bis die Polizei in Spanien knapp eineinhalb Jahre später einen Mann aufgreift, auf den die Beschreibung des Allgäuer Bankangestellten passt. Familie und Freunde sind gleichzeitig erleichtert wie entsetzt. Der Vermisste hat sich offensichtlich heimlich still und leise nach Spanien abgesetzt, wo er ein neues Leben begann. Schließlich schickt dieser ein 150-seitiges Manuskript an den örtlichen Heimatverleger, in dem er seine Geschichte erklärt. Der Titel lautet „Mein zweites Leben“.

Darin schildert der ehemalige Bankangestellte, wie er sich 11.000 Euro angespart hat und dann mit dem Rad und einer Camping-Ausrüstung heimlich nach Spanien abgehauen ist, um ein neues, „gesünderes“ Leben zu beginnen. Das Buch mit einer Auflage von 500 Stück war im Nu ausverkauft. Heute herrscht in dem kleinen Heimatdorf des Mannes vor allem Wut. Viele der ehemaligen Freunde und seine Familie fühlen sich auf den Arm genommen. Zu Recht, wie ich finde. Schließlich ist die Geschichte vom Mann, der eben mal „Zigaretten holen“ ging, für diejenigen, die dieser Mann zurückgelassen hat, in keiner Weise amüsant.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

07.12.2008, 10.07 | (0/0) Kommentare | PL

Mutig, mutig

Im Börsenblatt habe ich gelesen, dass das Killy Literaturlexikon in einer neuen Auflage bei de Gruyter erscheint. In 12 Bänden. Und völlig überarbeitet. Ein großes Risiko für den Verlag in Zeiten von Online-Lexika. Der Verkaufspreis pro Band soll um die 200 Euro kosten. Ob da die Bände genügend Abnehmer finden? Sicher kann man das Lexikon in vielfacher Form später weiter verwerten, aber die Printausgabe muss sich trotzdem rechnen.

Warum lässt sich ein Verlag heute noch auf ein solches wirtschaftliches Risiko ein? Ohne dass man den Glauben an einen monetären Gewinn hat, wird das nicht gehen. Aber welche Argumente lassen den Verlag daran glauben, dass sein Werk dem Online-Lexikon überlegen ist? Das Börsenblatt zitiert den Berliner Germanisten Prof. Ernst Osterkampf. Er sagt, das Lexikon sei auf dem neuesten Stand, kompetent gesichert und deshalb auch heute noch unverzichtbar. Es stünden darin Facherkenntnisse, die nicht über Wikipedia oder Google einzuholen wären. Darüber hinaus inspiriere das gedruckte Werk, weil es auch Lücken in der Wissenschaft benenne und damit Forschung anrege.

Ob die aufgeführten Vorteile der Printausgabe eines solchen Werkes den Weg in die Regale der Germanisten und Kultur- wie Sozialwissenschaftler ebnen, kann heute nur gemutmaßt werden. Schlimm für unsere Wissenschaft und Kultur wäre es aber, wenn es keine so mutigen Verlage wie de Gruyter mehr gäbe.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

12.10.2008, 14.06 | (0/0) Kommentare | PL

Wenn Rüpelrapper Bücher schreiben

Ein berühmtes deutsches Nachrichtenmagazin stellte neulich die Frage, wohin die Zukunft des Buchs führen soll. Anlass waren die jüngst erschienenen Bibliographien aus der Hand zweier Künstler, die so gar nicht mit Literatur zusammenzupassen scheinen. Die zwei „Aggro-Rapper“ Bushido und Sido.

Beide schafften es in den vergangenen Jahren, sich durch höchst aggressive und gewalthaltige Raptexte aus dem Harz-VI-Proletariat an die Spitze der deutschen Charts zu rappen. Nach zig Alben ist jetzt, so scheint es, der Zenit des Künstlerstatus erreicht. Und was machen Prominente wie Oliver Kahn, Dieter Bohlen, Naddel und Co. an just dieser Stelle? Eben, sie schreiben ihre Memoiren.

Doch liegt hier, so fragte das Magazin, nicht ein Widerspruch? Hochaggressives, drogendealendes und kleinkriminelles Proletariat, zu dem sich die beiden Rapper ja eindeutig zählen, auf der einen Seite und Literatur auf der anderen? Die Chancen stehen schlecht, dass die Fans der beiden diese Bücher tatsächlich kaufen. Vielmehr werden die Bücher eher von der bürgerlichen Mittelschicht gelesen werden. Aus reiner Faszination an einer Welt, in die man sonst nicht blicken könnte. Resultat: eine neue Art der Freakshow. Büchermissbrauch, wie ich finde.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

12.10.2008, 02.23 | (0/0) Kommentare | PL

Seit 17. September wird produziert

Nun ist es soweit. In Dresden ist das Plastic-Logic-Lesegerät in Produktion gegangen. Bin gespannt, was es kostet. Ich schätze, das wird unser Lesen verändern.



(geschrieben von Matthias Stöbener)

19.09.2008, 17.20 | (0/0) Kommentare | PL

Starkoch mit einem Herz für Tiere

KükenJamie Oliver ist ein guter Junge. Er kleidet sich flott, aber nicht zu verlottert, umsorgt seine Gäste vorbildlich und kocht wie ein junger Gott. Seine Ratgeber sind schon jetzt legendär und fehlen in keiner jung-modernen Küche. Doch neulich überraschte er die Zuschauer in seiner Fernseh-Show „Jamies Hühnerhölle“ mit ungewohnt drastischen Mitteln.

Noch bevor es etwas auf die Teller gab, zeigte er seinen Gästen Bilder aus Legebatterien, Schlachtfabriken und Mastfarmen. Um den genauen Akt der Fleischzubereitung zu verdeutlichen, betäubte er ein an den Beinen aufgehängtes Hühnchen mit einem Elektroschocker. Er stach ihm durch den Schnabel und ließ es daraufhin verbluten.

Die geschockten Besucher mussten im Anschluss mit eigener Hand aus mehreren süßen Küken die männlichen Tiere picken, die Oliver danach mit Kohlendioxid vergaste. So wie es täglich milliardenfach in den Fleischproduktionsstätten der Welt geschieht.

Mit dieser Sendung verfolgte der Starkoch das hehre Ziel, die Zuschauer auf die Wirklichkeit der industriellen Fleischproduktion aufmerksam zu machen. Denn nur die wenigsten Menschen wissen, woher ihr Essen stammt. Und dass die Ware Fleisch schon längst nicht mehr von friedlichen Bauernhöfen kommt, sondern von industriellen Schlachtmaschinen produziert wird.

(geschrieben von Matthias Stöbener)

31.08.2008, 15.22 | (0/0) Kommentare | PL

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